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Kriegsschiff "Holigost": Forscher wollen Heinrichs Wunderwaffe untersuchen
British Library Board

Ein Blick 600 Jahre in die Vergangenheit: Mit Schallwellen möchten Archäologen ein im Schlamm vermutetes Kriegsschiff von Heinrich V. inspizieren. Die "Holigost" aus Englands Flotte hatte die Franzosen das Fürchten gelehrt.

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Layer_8 20.10.2015, 15:22
1. England-Frankreich

Zu der Zeit vor 600 Jahren nannten sich die (französisch-)englischen Könige auch immer "König von Frankreich". England wurde 1066 von Frankreich aus erobert und die Hofsprache wurde französisch. Das waren eher Kriege von Königshäusern untereinander als zwischen Nationalstaaten. Solche fingen erst unter den Tudors oder Francois I. an. Hundert Jahre später.

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sierrabravofour 20.10.2015, 15:22
2.

Die Holy Ghost war eine spanische Carracke welche gekapert und in die Flotte von Henry V. genommen wurde, keine Wunderwaffe.

Die "Wunderwaffe" welche die Crapauds das Fuerchten und Sterben lehrten waren die englischen und walisischen Longbow Archer.

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mtsrbr 20.10.2015, 16:34
3. Enttäuschendes Berichtsniveau!

sierrabravofour hat Recht. Bei dem Schiff handel es sich um die Holigost Spayne, ein ursprünglich spanisches Schiff das 1417 von den Engländern gekapert wurde.
https://en.wikipedia.org/wiki/List_of_early_warships_of_the_English_navy#List_of _English_warships_before_1485
Die SPON-Redaktion sollte sich mal was schämen. Da kan man ja gleich BLÖD lesen.

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jboerner 20.10.2015, 17:02
4. Prima, aber...

Interessantes Thema. Allerdings wieder viele, viele Fehler. Neben der Tatsache, dass das Schiff keine Wunderwaffe war, wie andere schon schrieben, ist die Aussage mit den Speeren, die Metallrüstungen durchschlagen könnten, zumindestens irreführend: einen Ringpanzer (vulgo "Kettenhemd") ja, aber das ist für etwas Spitzes keine Kunst. Einen Plattenharnisch des späten 14ten und frühen 15ten aber nicht wirklich- das konnten selbst starke Ambruste nicht. Und auch Langbögen nicht, weswegfen auch diese keine "Wunderwaffen" waren, wie oft koloportiert. Nicht diese gewannen Schlachten, sondern die Umstände. Gegen gute Panzer richteten diese wenig aus. Gerade gibt es in England zum Thema Agincourt eine Menge Dokumentation, wo das schön beleuchtet wird (anhand von Originalen, und u.a. durch den Kurater Tobias Capewell).

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kj.az 20.10.2015, 17:16
5. Ist sich der Autor

sicher, dass das Schiff UNTER dem Grundwasserspiegel liegt ?

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Tiananmen 20.10.2015, 17:31
6.

Zitat von Layer_8
Zu der Zeit vor 600 Jahren nannten sich die (französisch-)englischen Könige auch immer "König von Frankreich". England wurde 1066 von Frankreich aus erobert und die Hofsprache wurde französisch. Das waren eher Kriege von Königshäusern untereinander als zwischen Nationalstaaten. Solche fingen erst unter den Tudors oder Francois I. an. Hundert Jahre später.
Barbara Tuchman ging davon aus, dass sich Nationalstaaten erst nach dem Hundertjährigen Krieg entwickelten, also so ab 1450. Das für einen Nationalstaat erforderliche Bewusstsein ist eine Folge dieses endlosen Krieges. Deshalb ist Jehanne d'Arc quasi die Geburtshelferin des französischen Nationalstaats.

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Tiananmen 20.10.2015, 17:48
7.

Zitat von jboerner
Interessantes Thema..... Und auch Langbögen nicht, weswegfen auch diese keine "Wunderwaffen" waren, wie oft koloportiert. Nicht diese gewannen Schlachten, sondern die Umstände. Gegen gute Panzer richteten diese wenig aus. Gerade gibt es in England zum Thema Agincourt eine Menge Dokumentation, wo das schön beleuchtet wird (anhand von Originalen, und u.a. durch den Kurater Tobias Capewell).
Gerade für Azincourt geht man davon aus, dass die Bogenschützen die Schlacht entschieden haben. Dazu braucht kein Pfeil eine Ritterrüstung zu durchschlagen, es genügt auch, das Pferd zu treffen. Einmal auf dem Boden waren die französischen Herrn zwar nicht bewegungslos, aber unwillig und unfähig zu Fuß zu kämpfen. Und da sie so hochmütig waren selbst in der ersten Reihe stehen zu wollen, blockierten sie zusätzlich ihre (schlecht ausgebildeten) Fußsoldaten. Die Reiterei der Franzosen wurde durch schräg eingepflanzte angespitzte Pfähle, die die Bogenschützen mitführten, weitgehend wirkungslos. Es war die gleiche Merde wie damals in Crecy. Außerdem regnete es die Nacht davor, ich erinnere mich noch gut. ;- )

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sierrabravofour 20.10.2015, 17:49
8.

Zitat von jboerner
Interessantes Thema. Allerdings wieder viele, viele Fehler. Neben der Tatsache, dass das Schiff keine Wunderwaffe war, wie andere schon schrieben, ist die Aussage mit den Speeren, die Metallrüstungen durchschlagen könnten, zumindestens irreführend: einen Ringpanzer (vulgo "Kettenhemd") ja, aber das ist für etwas Spitzes keine Kunst. Einen Plattenharnisch des späten 14ten und frühen 15ten aber nicht wirklich- das konnten selbst starke Ambruste nicht. Und auch Langbögen nicht, weswegfen auch diese keine "Wunderwaffen" waren, wie oft koloportiert. Nicht diese gewannen Schlachten, sondern die Umstände. Gegen gute Panzer richteten diese wenig aus. Gerade gibt es in England zum Thema Agincourt eine Menge Dokumentation, wo das schön beleuchtet wird (anhand von Originalen, und u.a. durch den Kurater Tobias Capewell).
Das stimmt nicht ganz, obwohl die zeitgenoessischen Ruestungen der franzoesischen Adligen sehr gut gefertigt waren und den Langboegen in aller Regel stand hielten, trifft dies nicht auf die Ruestungen der niederen Adligen und homme d’armes nicht zu, diese konnten sich meist keine vollstaendige Plattenruestung leisten. Eine gute Ruestung kostete damals eine ganze Menge Geld.
Dann kommt noch dazu das diese Maenner mit dem Gewicht Ihrer Ruestungen laufen und kaempfen sollten, Erschoepfung, Hitze und Muedigkeit, sowie die Notwendigkeit ueber gefallene Kameraden zu steigen machten sie langsam und ideale Ziele fuer die Longbow Archer. Die Ritter mit ihrer ungleich besseren Ruestung hatten dafuer eine andere Schwachstelle, ihre Pferde welche ja auch abgeschossen wurden. Danach war der Ritter nur noch eine grosse auf dem Ruecken liegende Schildkroete welche ganz leicht aufzubrechen war.

Der Longbow war, was Feuergeschwindigkeit und Reichweite betrifft, sogar noch den Musketen der napoleonischen Kriege ueberlegen, das er nicht mehr benutzt wurden ist zum grossen Teil der Tatsache geschuldet das es nicht mehr genuegend von den benoetigten Eiben gab.

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Tiananmen 20.10.2015, 18:20
9.

Zitat von sierrabravofour
Das stimmt nicht ganz, obwohl die zeitgenoessischen Ruestungen der franzoesischen Adligen sehr gut gefertigt waren und den Langboegen in aller Regel stand hielten, trifft dies nicht auf die Ruestungen der niederen Adligen und homme d’armes nicht zu, diese konnten sich meist keine vollstaendige Plattenruestung leisten. Eine gute Ruestung kostete damals eine ganze Menge Geld. Dann kommt noch dazu das diese Maenner mit dem Gewicht Ihrer Ruestungen laufen und kaempfen sollten, Erschoepfung, Hitze und Muedigkeit, sowie die Notwendigkeit ueber gefallene Kameraden zu steigen machten sie langsam und ideale Ziele fuer die Longbow Archer. Die Ritter mit ihrer ungleich besseren Ruestung hatten dafuer eine andere Schwachstelle, ihre Pferde welche ja auch abgeschossen wurden. Danach war der Ritter nur noch eine grosse auf dem Ruecken liegende Schildkroete welche ganz leicht aufzubrechen war. Der Longbow war, was Feuergeschwindigkeit und Reichweite betrifft, sogar noch den Musketen der napoleonischen Kriege ueberlegen, das er nicht mehr benutzt wurden ist zum grossen Teil der Tatsache geschuldet das es nicht mehr genuegend von den benoetigten Eiben gab.
Das mit den auf dem Rücken liegenden Rittern, die sich nicht mehr bewegen konnten, ist vielleicht Legende. Angesichts der Tatsache, dass die Rüstungen 25-35 kg gewogen haben sollen. Das ist etwa so viel, wie der Koffer meiner Frau wiegt, wenn wir verreisen. OK, ich bin schon froh, wenn wir den beim Check-in los sind ;- )

Die Eiben hätten die Briten vielleicht aus Frankreich importieren können; die hatten es nicht so mit dem Bogenschießen. Interessanterweise sind auch die junsteinzeitlichen Bögen (ca. 3.800 vor Chr.) bei uns in Süddeutschland aus Eibe gewesen. Das Material scheint sich bewährt zu haben.

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