Forum: Wissenschaft
Küste von Cornwall: Taucher fotografieren Riesenqualle
Dan Abbott / action press

Vor der britischen Küste haben Taucher eine riesige Lungenqualle fotografiert. Die Tiere sind faszinierend - und angenehm ungefährlich.

permissiveactionlink 16.07.2019, 14:53
1. Ich schlage die Bezeichnung

"Medusaphobie" für die Angst vor Quallen jedweder Art vor. Vor manchen, nicht nur den hochgiftigen Staatsquallen, sollte man gehörigen Respekt haben. Z.B. vor der Würfelqualle, Chironex fleckeri. Ein Kontakt mit ihr in küstennahen Gewässern endet schnell tödlich. Sie dürfte das giftigste Tier überhaupt sein. Auch die Irukandji-Qualle (Carukia barnesi) ist hochgradig giftig (nicht selten tödlich), wenngleich ihr Körper sicher nicht mehr Durchmesser besitzt als 1cm. Beide kommen in australischen Küstengewässern vor, ähnliche Arten auch in indonesischen und phlippinischen Gewässern. Glücklicherweise jedoch nicht bei uns ! Aber wer weiß, was Klimawandel und Suezkanal noch alles möglich machen. Oder einfach nur das Ballastwasser, das ein aus Australien stammender Frachter im Mittelmeer ablässt...

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Sleeper_in_Metropolis 16.07.2019, 15:09
2.

Zitat : " ...bestenfalls bei Kontakt ein leichtes Unwohlsein auslösen. "

Naja, so komplett ungefährlich sind sie ja dann doch nicht ganz. Natürlich kein Vergleich mit Feuerquallen&Co, aber auf's streicheln sollte man vielleicht trotzdem verzichten.

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K. Larname 16.07.2019, 15:12
3.

Zu tierischen Phobien fällt mir noch ein, dass Ängste auch daran liegen können, wenn Organismen sehr anders sind: Keine oder zu viele Extremitäten, kein "Gesicht", keine "gewohnten" Augen usw. usf.
Gibt es dafür schon eine Phobie?
Die würde dann m.E. auch bei Quallen gelten.

Wobei bei Quallen noch hinzukommt: Es ist zum Einen sowieso schon unangenehm, beim Schwimmen beliebige Kontakte zu spüren (Algen, Quallen, Fische). Schon undefinierte und völlig harmlose Kontakte beim Schwimmen können Angst auslösen. Bei Quallen kommt dann noch hinzu, dass man nicht einordnen kann, ob es eine harmlose Qualle oder eine "Feuerqualle" ist (starkes Nesselgift). Wohlgemerkt beim Schwimmen, nicht beim Tauchen, da sind es einfach wunderschöne Tiere - sofern man nicht vor Australien taucht und Würfelquallen begegnet...

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Karla Winterstein 16.07.2019, 15:54
4. Das ist aber aus der Ferne ein faszinierendes Tier

Zitat von permissiveactionlink
...Würfelqualle, Chironex fleckeri. Ein Kontakt mit ihr in küstennahen Gewässern endet schnell tödlich. Sie dürfte das giftigste Tier überhaupt sein.
Sie kann sehr schnell schwimmen, und zwar bis 9 km/h, also schneller als jeder Mensch. Sie ist sehr manövrierfähig und orientiert sich auch mittels ihrer 24 Augen. Da sie auch noch völlig durchsichtig ist, besitzt sie im Wasser auch noch eine extreme Tarnung.

Wie gesagt - ich möchte sie nicht persönlich im Wasser antreffen, aber das ist ein extrem faszinierendes Tier.

Meines Wissens jagt(!) sie Fische und ist deshalb auf dieses extreme Gift angewiesen, damit diese sie nicht zerstören.

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exHotelmanager 16.07.2019, 17:54
5. Zweifel

Ich melde Zweifel daran an, dass Taucher und Qualle im richtigen Größenverhältnis stehen. Ein solches Foto gelingt mit einer 30cm Qualle und einem 10m entfernten Taucher prpblemlos. Das kräftige Licht erscheint ebenfalls nur dann möglich, wenn das Objekt klein ist.

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Max Dralle 16.07.2019, 22:19
6.

Die alten Griechen hatten für Qualle dasselbe Wort wie für Lunge, also πλεύμων (pleúmon) oder πνεύμων (pneúmon). Übersetzt man den Artnamen Lungenqualle wörtlich ins Altgriechische, käme also ein Wort heraus, das die Grundbedeutung 'Lungenlunge' hätte. In jedem Fall wäre nach klassischem Wortschatz und Wortbildungsregeln 'Pneumonophobie' wohl der angebrachte Ausdruck für die Angst vor Quallen. Aber das würden heutzutage wohl die meisten missverstehen. Dafür habe ich zugegebenermaßen aber auch zunächst geglaubt, dass 'Nomophobie' die Angst vor dem Gesetz sei.

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ssstrobel 18.07.2019, 01:31
7. Nur keine Angst vor Quallenangst!

Denn nicht in allen australischen Kuestengewaessern gibt's die schlimmen Sorten - beispielsweise hier bei Perth in Westaustralien kann man sich sicher fuehlen.(Ich lebe seit 46 Jahren direkt am Indischen Ozean, wo die Leute sie komischerweise "Jellyfish" ( Gelee-Fisch") nennen und als harmlose kleine "Blue Bottles" (Blaue Flaschen) oder "Stingers" (Brenner) kennen; aber weiter im tropischen Norden herrscht praktisch Badeverbot, wie auch an der Ostkueste Australiens ! (was in den Reiseprospekten meist nicht gross erwaehnt wird!) Mein Tip deswegen fuer Australien- Badereisen: Nach Osten? Oder lieber nach Westen? Nach Westen! Da ists am Besten!

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