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Langzeitstudie: ADHS belastet Psyche bis ins Erwachsenenalter
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ADHS gilt schon länger nicht mehr als Problem von Kindern. Eine großangelegte Studie zeigt, dass Betroffene auch im Erwachsenenalter überproportional oft psychische Störungen entwickeln. Forscher fordern eine rechtzeitige Behandlung.

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fpa 05.03.2013, 17:31
50. Mit Ideologie sich die Sicht vernebeln - wie schade!

Zitat von Frieden ist alles
Wenn es um menschliches Verhalten geht,sind für mich die Erkenntnisse von Menschen wie Arthur Janov,
Bitte nicht PTBS mit ADHS verwechseln.
Zitat von Frieden ist alles
Alice Miller
Meinen Sie die frühe Alice Miller? Das hieße, Sie unterstellen Eltern von ADHS Kindern generell Mißbrauch oder Mißhandlung. Das nenne ich mal ein starkes Stück.

Ok, die späte, also "Das Drama des begabten Kindes". Das ist ja alles richtig, bestreitet auch niemand. Das Problem ist, dass (zumindest bei Frühchen nachgewiesen) die Kommunikationsstörung mit der Umwelt (und das ist am Anfang die Mutter) schon von Anfang an da ist, von der ersten Lebensminute an. Da hat niemand "Schuld". Eltern wissen es einfach nicht, ja noch nicht einmal der normale Kinderarzt, der die Vorsorge-Checklisten durchmacht.

Wenn Sie mal einen Fortbildungskongress der von Ihnen wahrscheinlich verpönten AG-ADHS, also der Interessengruppe der auf ADHS spezialisierten Kinder- und Jugendärzte, besuchen würden, würden Ihnen die Augen ausfallen. Dieses Thema ist nämlich geradezu ein Steckenpferd von Frau Dr. Stollhoff, der Vorsitzenden der AG ADHS. Und die quasselt nicht nur darüber, die macht was.

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dummbrummjewski 05.03.2013, 18:01
51. Drogen gegen Gifte?

....die Ursachen von AHDS sind längst bekannt, jedoch verweigert sich die Ärzteschaft standhaft dieser Erkenntnis aus der klinischen Toxikologie, Hand in Hand mit der Pharmalobby, gilt es doch uns alle möglichst krank zu klassifizieren damit der Rubel weiterhin rollt. Der Beitrag mit Nr. 24 geht genau in die richtige Richtung.
Mit den PET und SPECT läßt sich das genauestens nachweisen, das will bloß keiner, weil nicht sein kann, was nicht sein darf.
Die Zahl der AHDS/tox. Enzephalopathie Betroffenen korreliert mit der, seit Jahrzehnten ansteigenden Umweltvergiftung. Viele Umweltgifte kumulieren sich im Laufe der Jahre im Körper. Frauen geben einen hohen Prozentsatz dieser Speichergifte durch die Schwangerschaft an ihre Kinder ab.
Babys kommen zum Teil bereits hoch belastet auf die Welt. (FEER-Syndrom, plötzlicher Kindstod u.a.)
Je nach genetischer Prädispostions, entsteht dann bei einem Teil das, was heute AHDS genannt wird. So einfach ist das.
Unbedenkliche Grenzwerte von Schadstoffen gibt es nicht, definitiv. Die dienen nur zur Gewissensberuhigung für Diejenigen welche sie ausstellen.

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fpa 05.03.2013, 18:09
52. Das Ganze ist mehr als die Summe der Einzelteile

Zitat von Frieden ist alles
Jede neurobioligische Sichtweise die dies nicht mir einbezieht,greift aus meiner Sicht zu kurz und beruht für mich auf einem Mangel an menschlichem Verständnis,das wiederum seine Ursache in der oben genannten Aufzählung hat.
Nebenbemerkung: Das umgekehrte gilt aber auch. Jede psychologische Theorie, die im Widerspruch zum Geschehen auf der Zellebene steht, ist mehr als fragwürdig.

Hauptantwort:
Wir hatten die Diskussion darüber ja schon einmal angefangen. Am besten erläutern kann man m.E. die von Ihnen hier angerissene Problematik mit den philosophischen Gedanken zum Kategorienfehler. Und der läßt sich am leichtesten an Hand der Fußballmannschaft erklären. "Die Mannschaft" ist auch etwas, das nicht zusätzlich zu den 11 Spielern auf den Platz läuft, sondern genau aus diesen 11 Spielern besteht. Und dennoch ist die Mannschaft mehr als nur die Summe der 11 Spieler. Sie hat eigene Eigenschaften (wie Teamgeist, mannschaftliche Geschlossenheit, die Mannschaft ist verunsichert, usw.), die über die bloße Addition von Eigenschaften der Einzelspieler weit hinausgehen.

Auch ich vermute, dass ADHS eher das Problem der "Seele" sein könnte (analog zur Kategorie "Mannschaft", d.h. nicht unmittelbar physisch greifbar), als von deren physiologischer Einzelkomponente "zentrales Nervensystem" (analog zur Kategorie "Spieler", physisch vorhanden). Und natürlich kann man die Problematik der Mannschaft auch verbessern, indem man bei einem besonders problematischen Spieler ansetzt. Kurzfristiger Erfolg und langfristiger Erfolg ist aber nicht unbedingt das Gleiche. Das muss man sehr wohl im Hinterkopf behalten. Aber die ganze Mannschaft erst einmal kaputt gehen zu lassen, obwohl man sie mit dem Eingriff bei jenem Spieler zunächst einmal vorrübergehend retten kann, das ist doch auch keine Lösung. Zumindest dann nicht, wenn Ihnen die Mannschaft - oder hier die Seele des Kindes - wirklich am Herzen liegt.

Der medikamenöse Eingriff in das zentrale Nervensystem ist in der Tat ein sehr begrenztes Mittel. Dabei ist es aber (zumindest anfänglich) wirklich so effektiv, wie es einige hier beschrieben haben - ungleich effektiver als alles andere. Deshalb ist die generelle Medikamenten-Schelte für Eltern ja so verletzend. Es muss von ihnen als Frontalangriff auf das eigene Kind und auf die eigene Familie wahrgenommen werden. Denn deren Zukunft, wenn nicht gar Existenz, erscheint durch das ADHS in der Schulsituation massiv gefährdet.

Sie machen es sich zu einfach. Sie müßten in diese Welt erst einmal eintauchen, sich ein realistisches Bild machen, und dann erst Ihre Beurteilungen fällen. Und nicht umgekehrt herum.

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Bowie 05.03.2013, 18:30
53. Verblendete Ideologen...

...posten hier eben regelmäßig ihre antimedikamentenpharmagesteuerten Ergüsse dazu. Weder haben sie konkrete Beweise für ihre Behauptungen noch hilft ihnen die Suche nach einer Ursache nennenswert weiter. Die Sehnsucht nach einer definierten Ursache für ein Symptom ist weit verbreitet und entspricht dem menschlichen Denken, trifft aber in der Realität meistens nicht zu. Es macht aber die vermeintliche Argumentation einfacher und hilft, die persönliche Ideologie durch ein klares Feindbild weiter zu pflegen.

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fpa 05.03.2013, 18:31
54. Verkappte Recht-Esotherik

Zitat von dummbrummjewski
....die Ursachen von AHDS sind längst bekannt, jedoch verweigert sich die Ärzteschaft standhaft dieser Erkenntnis aus der klinischen Toxikologie, Hand in Hand mit der Pharmalobby, gilt es doch uns alle möglichst krank zu klassifizieren damit der Rubel weiterhin rollt. Der Beitrag mit Nr. 24 geht genau in die richtige Richtung. Mit den PET und SPECT läßt sich das genauestens nachweisen, das will bloß keiner, weil nicht sein kann, was nicht sein darf. Die Zahl der AHDS/tox. Enzephalopathie Betroffenen korreliert mit der, seit Jahrzehnten ansteigenden Umweltvergiftung. Viele Umweltgifte kumulieren sich im Laufe der Jahre im Körper. Frauen geben einen hohen Prozentsatz dieser Speichergifte durch die Schwangerschaft an ihre Kinder ab. Babys kommen zum Teil bereits hoch belastet auf die Welt. (FEER-Syndrom, plötzlicher Kindstod u.a.) Je nach genetischer Prädispostions, entsteht dann bei einem Teil das, was heute AHDS genannt wird. So einfach ist das. Unbedenkliche Grenzwerte von Schadstoffen gibt es nicht, definitiv. Die dienen nur zur Gewissensberuhigung für Diejenigen welche sie ausstellen.
Nein, nicht doch, jetzt sind auch noch die Daunderer-Jünger hier eingetroffen. Hetzen gegen vermeintliche Umweltgifte, Geldsystem mit Zinsen, usw. Soll man das wirklich ernst nehmen? Im Inhalt wohl kaum. In ihrem Anliegen als rechts-esotherische Rattenfänger aber sehr wohl.

Im Übrigen ist der einzige, der behauptet, ADHS mit bildgebenden Verfahren diagnostizieren und seine Behandlung monitoren zu können, Dr. Daniel Amen (Images By Category). Clevere Geschäftmänner, die den Verzweifelten das Geld aus der Tasche ziehen, gibt es leider auch unter den arrivierten Medizinern.

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el`Ol 05.03.2013, 18:32
55. ordentlich diagnostizieren

Zitat von fpa
2/3 Fehldiagnosen? Zu hoch. 1/5 bis 1/3 könnte vielleicht hinkommen. Aber gut, dass Sie schreiben "andere Probleme" und nicht etwa "keine Probleme, ganz normal". In der Tat wird bei uns noch immer alles in den großen Topf ADHS geworfen. Die Differentialdiagnosen zu Asperger sind zwar besser geworden, die zu Bipolar oder PTBS fehlen aber noch fast vollständig. Ganz zu schweigen von DMDD.
Und die Bipolaren bekommt man mit Ritalin richtig gut in die Manie hinein (die latent bipolaren vielleicht auch erst richtig in die Krankheit). Mir wird auch schon mulmig, wenn ich an die kommenden mGluR5-Antagonisten bei vermeintlichen Asperger-Kindern denke. Sollte man munter Schizophrenie züchten können mit.

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Frieden ist alles 05.03.2013, 18:33
56.

Zitat von fpa
Bitte nicht PTBS mit ADHS verwechseln. Meinen Sie die frühe Alice Miller? Das hieße, Sie unterstellen Eltern von ADHS Kindern generell Mißbrauch oder Mißhandlung. Das nenne ich mal ein starkes Stück. Ok, die späte, also "Das Drama des begabten Kindes". Das ist ja alles richtig, bestreitet auch niemand. Das Problem ist, dass (zumindest bei Frühchen nachgewiesen) die Kommunikationsstörung mit der Umwelt (und das ist am Anfang die Mutter) schon von Anfang an da ist, von der ersten Lebensminute an. Da hat niemand "Schuld". Eltern wissen es einfach nicht, ja noch nicht einmal der normale Kinderarzt, der die Vorsorge-Checklisten durchmacht....
Ich möchte niemandem Schuld geben.Es geht für mich darum wie seelisches Leiden entsteht.Alice Miller hat dies in vielen Facetten beschrieben.Noch gründlicher und tiefgehender hat Arthur Janov dies getan.So beschreibt er auch in seinem letzten Buch "vorgeburtliches Bewußtsein" drei Fälle von ADHS und deren Ursachen in der Kindheit bzw. Schwangerschaft.Mitlerweile gibt es immer mehr Hinweise für solche Zusammenhänge,wie sie z. B. hier nachlesen können:
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Unverständlich bleibt für mich,das es auch weiterhin Menschen gibt,die glauben das ADHS eine Krankheit sein könnte,die ausschliesslich auf genetischen Ursachen beruht und mit Medikamenten behandelt werden könnte.Dies stellt für mich ein menschliches Verständnis dar,das durch viele wissenschaftliche Studien wiederlegt ist,die deutlich aufzeigen wie menschliches Verhalten im Kontext mit seiner Umwelt entsteht.Ich kann nicht erkennen wie es möglich sein sollte Symptome als isoliertes Ereignis zu betrachten,das aus diesem Kontext ausgeschlossen ist.
Für mich haben Aussagen die dies als Tatsache darstellen große Ähnlichkeit mit religiösem Dogmatismus.
Naheliegender-wenn auch genausowenig eindeutig nachweisbar wie jede andere Sichweise dieses Thema betreffend-ist für mich,das die genetische Veranlagung sich unter günstigen Bedingungen positiv auswirkt.Sind diese nicht gegeben,so mögen sich Symptome entwickeln,die vielleicht auch im Zusammenhang mit persönlicher Veranlagung stehen,ohne das diese alleine aber zu den entsprechenden Symptomen geführt hätten.Für mich würde eine andere Erklärung auch aus Sicht der Evolution wenig Sinn machen.Warum sollte die Evolution massenweise Symptome in Form psychischer Erkrankungen hervorbringen?Ergibt für mich keinen Sinn.
Sinn ergeben die Erklärungen von Menschen wie Arthur Janov oder Alice Miller,insbesonders im Zusammenhang mit neurobiologischen Erkenntnissen die diese bestätigen.Ich glaube nicht das es eine Weiterentwicklung geben kann,ohne ein Verständnis der Ursachen.Deshalb halte ich dieses Thema für enorm wichtig.So wie es zur Zeit gehandhabt wird,ensteht in vielen Fällen nur mehr desselben.
"Das Drama des begabten Kindes" war übrigens meines Wissens 1979 das erste Buch A.Millers.

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franz.a 05.03.2013, 18:37
57.

Zitat von fpa
Jede psychologische Theorie, die im Widerspruch zum Geschehen auf der Zellebene steht, ist mehr als fragwürdig.
Es gibt eine begriffliche Kluft zwischen den Ebenen der Biologie und der Psychologie. Unsere Sprache ist historisch geprägt von den erlebbaren Phänomenen, wie Gefühle, Gedanken, Wünsche, Emotionen, Vorstellungen. Das sind Deutungen des Erlebten ohne eine Eigenexistenz, so wie der Mannschaftsgeist in Ihrem zutreffenden Beispiel. Man spricht auch von der "Moral" der Mannschaft, obwohl es mit Moral im üblichen Sinn absolut nichts zu tun hat. Die Sprache verhext manchmal den Verstand (Wittgenstein).

Eine begriffliche Brücke zwischen den Ebenen fehlt, weil man die Entstehung der Phänomene im Kopf (das Bewusstsein) nicht sehen kann, so dass man nicht logisch oder naturgesetzlich von der Ebene des Spielers auf die Ebene der Mannschaft schließen kann. Man kann nur heuristisch von bestimmten Eigenschaften und Verhaltensweisen der Spieler auf das kollektive Verhalten der Mannschaft schließen und letzteres retrospektiv als "Mannschaftsgeist" deuten. Die Mannschaft wirkt auch wieder zurück auf den Einzelspieler, ein dialektischer Prozess. Ursache und Wirkung verschwimmen wie Anfang und Ende auf einem Kreis.

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franz.a 05.03.2013, 18:57
58.

Zitat von Frieden ist alles
Für mich haben Aussagen die dies als Tatsache darstellen große Ähnlichkeit mit religiösem Dogmatismus.
Sie selber sind es, der hier in dogmatischer Manier die immer gleichen Phrasen runterbetet, ohne jede Begründung und Plausibilität, immer nur die gleichen zwei Autoren nennend. Andere Sichtweisen lehnen Sie stur ab und widersprechen sich dabei selber. Sie jonglieren nur mit diffusen Begriffen (Erleben, Gefühle), die Sie nicht mal erklären können. Das ist typisch Religion.

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fpa 05.03.2013, 19:04
59. Wow

Zitat von franz.a
Es gibt eine begriffliche Kluft zwischen den Ebenen der Biologie und der Psychologie. Unsere Sprache ist historisch geprägt von den erlebbaren Phänomenen, wie Gefühle, Gedanken, Wünsche, Emotionen, Vorstellungen. Das sind Deutungen des Erlebten ohne eine Eigenexistenz, so wie der Mannschaftsgeist in Ihrem zutreffenden Beispiel. Man spricht auch von der "Moral" der Mannschaft, obwohl es mit Moral im üblichen Sinn absolut nichts zu tun hat. Die Sprache verhext manchmal den Verstand (Wittgenstein). Eine begriffliche Brücke zwischen den Ebenen fehlt, weil man die Entstehung der Phänomene im Kopf (das Bewusstsein) nicht sehen kann, so dass man nicht logisch oder naturgesetzlich von der Ebene des Spielers auf die Ebene der Mannschaft schließen kann. Man kann nur heuristisch von bestimmten Eigenschaften und Verhaltensweisen der Spieler auf das kollektive Verhalten der Mannschaft schließen und letzteres retrospektiv als "Mannschaftsgeist" deuten. Die Mannschaft wirkt auch wieder zurück auf den Einzelspieler, ein dialektischer Prozess.
Ich bin sprachlos. Endlich mal einer, der versteht wovon ich überhaupt rede! Und gerade Ihr Kreisbild gefällt mir sehr gut. Ich spreche immer von linearem Wenn-Dann-Denken, das in mehrfach rückgekoppelten Prozessen nicht mehr angbracht ist. Ihre Ausdrucksweise ist besser!

Und die erlebbaren Phänomene enthalten - so fürchte ich - noch eine erhebliche Portion Illusion bis hin zu Selbstbetrug, worauf Libet- und Split-Brain-Versuche m.E. hindeuten. Der "gesunde Menschenverstand" hat eben maximal, d.h. selbst wenn er sehr gut und wirklich kritisch hinterfragend ausgeprägt ist, bestenfalls die Güte der Newton-Mechanik im Rahmen der Gravitation. Für den Alltag ok, aber für das, was eigentlich außerhalb vom eigenen Alltag angesiedelt ist, trotz totaler Überzeugung oft voll daneben.

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