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Lernerfolg: Bildung ist erblich
DPA/ Picture Alliance/ ZB

In die Wiege gelegt oder hart erarbeitet? Eine Studie mit Zwillingspaaren zeigt: Der Bildungserfolg hängt zum größten Teil von ererbten Eigenschaften ab. Die Intelligenz ist dabei der entscheidende Faktor.

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Selberimbewerbungsmodus 07.10.2014, 10:05
20. Egal...

was diese Studie sagt, Diagnostik darf nicht erst in den Unternehmen beginnen, sondern muss in der Schule gezielt eingesetzt werden. Wer sich die Ausbildungsabbrüche mal vor Augen hält, wird erkennen, dass Förderpädagogik diagnostische Anhaltspunkte braucht, um wirksam zu sein.

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Munku 07.10.2014, 10:09
21.

Zitat von nickellodeon
diese Empire ist mit Verlaub Quatsch. Solange die Kinder in vergleichbare Umfeldern aufwachsen, wird die Trennung von Erbgut / Anlagen zur Förderung unmöglich sein
Die Trennung von Erbgut / Umfeld findet ja gerade darüber statt, dass man ein-eiige *und* zwe-eiige Zwillinge betrachtet. Wobei man hoffentlich nur gleich-geschlechtliche zwei-eiige Zwillinge befragt hat.

Das Umfeld von zwei-eiigen Zwillingen ist sicherlich nicht deutlich anders als das von ein-eiigen Zwillingen. Das Erbgut aber schon.

Was man nun "nur" machen muss ist den Bildungsstand jedes Zwilingsteils mit dem seines Geschwisters zu vergleichen, und über viele viele Zwillingspaare zu mitteln. Ist der Bildungsstand überwiegend erblich, sollten ein-eiige Zwillinge zueinander ähnlichere Bildungsstände haben als zwei-eiige Zwillinge, denen das gemeinsame Erbgut fehlt.

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nachtmacher 07.10.2014, 10:09
22. na ja...

"Zu den wichtigsten zählten demnach auch Selbstkontrolle und Verhaltensauffälligkeiten" das heißt dann wohl übersetzt: Manieren /soziales Verhalten und Fleiß.... und da wären wir wieder bei den Eltern und der Erziehung. Alles Andere hat mit Intelligenz zu tun. Wer hätte das gedacht. Das Ergebnis der Studie läßt sich somit wie folgt zusammenfassen: Sämtliche Schulexperimente und krampfhaftes "Gleichmachen" der letzten 30 Jahre waren sinnlos und es liegt wohl doch ganz oft am Elternhaus, ob die Kinder Bildung bekommen. Sei es durch vererbten Intelligenz oder auch durch Engagement und Interesse an der Bildung durch die Eltern. Das wird den Grünen aber gar nicht gefallen... Sorry, aber ich komme aus einer "bildungsfernen" Schicht und hab trotzdem ein Studium mit Diplom. Meinen Eltern war Bildung wichtig. Grade weil sie selber keine Chancen hatten. Alleine dadurch, dass Schule eine hohe Priorität hatte wurde alles unternommen und auf manches verzichtet.

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Basti Lehman 07.10.2014, 10:11
23.

Zitat von Sibylle1969
aber echte Zwillingsforschung müsste eineiige Zwillinge untersuchen, die in unterschiedlichen Umgebungen aufgewachsen sind. Nur so kann feststellen, was die Gene und was das soziale Umfeld ausmachen.
Das ist nicht richtig, man kann genauso die Unterschiede zwischen ein- und zweieiigen Geschwistern im selben Umfeld untersuchen. Allerdings müssen die zweiigen das selbe Geschlecht haben. Ausserdem sollte das soziale Millieu, Freundeskreis, Einstellung zum Bildungserfolg ect. beachtet werden

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Ökofred 07.10.2014, 10:12
24. 38%..??

Zitat von kenterziege
So ein Ergebnis würde, wenn es denn stimmen würde, 50 Jahre sozialistische Bildungspolitik kaputt machen und alle Experimente nachträglich diskreditieren. Profis haben das schon immer gewusst. Die Forschung an eineiigen Zwillingen ist ja auch nicht neu. Wenn 62 % genetisch bestimmt sind, heißt das ja noch nicht automatisch, dass 38% automatisch sozialen Faktoren zu verdanken sind. Wir machen den ganzen Bildungswahn im Hinblick auf "Gerechtigkeit" für ca. 30% der frei verfügbaren Intelligenz. Das ist lachhaft. Viel besser wäre es die Intelligenzreserven eines Volkes herauszukitzeln. Das schafft man aber nicht mit dem, was die GEW immer so verlangt. Oh, oh Intelligenz und damit Erfolg sind angeboren. Wussten das die Nazis nicht schon? Und dann kamen die Amerikaner und sagten, mit der richtigen Bildung kann jeder alles werden, sogar Präsident. Das die Wahrheit in der Mitte lag, war immer bekannt. Aber nun zu 2/3 beruht alles auf Vererbung - das darf ja nicht wahr sein.
Ihre Schlüsse sind keineswegs zielführend. Erstens war der bisherige Stand der wissenschafltichen Erkenntnis eine 50 zu 50 Teilung zwischen Vererbung und äusseren Faktoren. Die wird (in dieser Sudie!) nur etwas verschoben. Was ausser sozialen Faktoren (also dem Umfeld) machen dann bitte die 38% aus? Die Farbe der Schulbücher? Intelligenz, Erfolg und Bildung haben dennoch nicht viel mitenander zu tun, es gibt genug Beispiel von Erfolg OHNE grossartige akademsiche Abschlüsse (bspw Steve Jobs, der bei Gründung von Apple auch keine Abschluss hatte) Die Idee der Chancengleichhiet ist alos keineswegs diskredidiert, es ja nur jeder die CHANCE haben, Hochschulprofessor oder wenigstens gut ausgebildeter Autoschlosser zu werden.

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winkdon 07.10.2014, 10:12
25.

Zitat von uksubs
gibt es aber nicht auch jenen versuch, in dem kinder teils auch gewissermaßen in schlechter gestellte kreise adptiert werden und entsprechend auch schlechter in der schule sind wie auch umgekehrt? das würde dieser untersuchung doch absolut entgegenstehen!
Eben nicht. Das ist ja der Witz an dieser methodik. Es kann zig Faktoren geben, die den Erfolg beeinflussen. Indem man Kinder, die nicht verwandt sind, mit eineiigen Zwillingen bzw. zweieiigen Zwillingen vergleicht, kann man den Einfluss der genetischen Veranlagung sondieren. Das Untersuchen von adoptierten Kindern gehört bei solchen Studien idR dazu (ob das hier gemacht wurde oder nicht, weiss ich nicht). Diese Studien zeigen aber das gleiche: Wenn die Eltern nicht sonderlich intelligent waren, werden die Kinder auch nicht sonderlich intelligent, selbst wenn sie von hochintelligenten Eltern adptiert und erzogen werden (und sich in deren solzialem Umfeld bewegen).

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Schopenhauer69 07.10.2014, 10:15
26.

Zitat von winkdon
Das macht man ja nicht zum ersten Mal. Man untersucht die ergebnisse von Zwillingen und vergelicht diese mit den Ergebnissen von anderen Geschwistern. So lassen sich die genetischen Faktoren von den anderen Faktoren abgrenzen. Deswegen sind diese isolierten Aussagen wichtig und entscheidend. Natürlich gibt es andere Einflussfaktoren - wie Mitschüler, Fremde und Lehrer. Die Studie hat ja nicht behauptet, dass der akademische erfolg zu 100% von den Genen abhängt, aber der Erfolg hängt zum grössten Teil (>60%) von den genetischen Eigenschaften ab. Was auch idR gezeigt wird: der Einfluss der Eltern über deren genetische Vererbung hinaus ist sehr gering. Da haben Fremde, Mitschüler und Lehrer einen grösseren Einfluss. Die Studie sticht in die Eiterblase unserer linken Politik, die glaubt, alle möglichen Gegebenheiten mit Social Engineering ausgleichen zu können. Das ist ein Murks, der nie funktionieren wird. Die Menschen sind unterschiedlich - und zwar von Natur auf. Die Politik kann sich bestenfalls darum bemühen, gleiche Chancen herbei zu führen. Wenn man aber gleiche Chancen mit gleichen Ergebnissen verwechselt, dann rutscht man in die Gleichmacherei ab, die allen schadet.
Und wieso sollte die Politik sich dann bemühen, gleiche Chancen herbeizuführen, wenn das Ergebnis nach ihrer Logik schon vorher feststeht?

Aber das Zauberwort Gleichmacherei ist einfach nicht tot zu kriegen, im politisch ideologischem Wirrwarr.Allein im Aussehen gleicht kein Mensch dem Anderen.Darum ist es müßig immer wieder diesen Begriff zu bemühen.Um welche "Gleichmacherei" es ihnen in Wirklichkeit geht ist darum auch nicht schwer zu verstehen.

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winkdon 07.10.2014, 10:17
27. ...

Zitat von mindwalker
Etwas salopp zusammengefaßt: Ein Drittel Grips, ein Drittel Charakter, ein Drittel Erziehung. Deckt sich mit meinen Lebenserfahrungen. Man kann aus einem Ackergaul kein Rennpferd machen, aber wer klug und faul und verzogen ist kommt auch nicht weit.
Falsch: Das letzte Drittel ist "Umwelt". Das ist aber etwas ganz anderes als Erziehung. Erziehung ist ein Teil des Faktors "Umwelt" aber idR ein relativ geringer Teil. Der Einfluss anderer Kinder ist idR wesentlich höher.

Die Faktoren multiplizieren sich nicht. Wenn ich also hoch intelligent bin und die notwendigen Charaktereigenschaften in die Wiege gelegt bekam (z.B. Selbstkontrolle), dann sind 2/3 meines Erfolges schon erklärt. Selbst wenn meine "Umwelt" eien negativen Einfluss hätte (z.B. Prekariat, Ausländerghetto mit wenig sozialer INtegration, etc.), dann ist die Wahrscheinlichkeit immer noch gross, dass man ein gutes akademisches resultat erziel - Vielleicht kein Doktortitel aber eine solide Ausbildung.

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DieterFr 07.10.2014, 10:18
28. Immer wieder erschreckend

Es ist immer wieder erschreckend zu lesen wie die meisten Kommentatoren ohne hinreichendes Sachwissen und offenbar ohne die Studie selbst gelesen zu haben wild herumspekulieren, was alles an dieser Studie falsch ist. Vor allem dann, wenn sie davon ausgehen, dass nicht sein kann, was nicht sein darf. Da können die Forscher noch froh sein, dass sie nicht Sarrazin heißen. Sonst wäre diese unqualifizierte Kritik noch viel schärfer und gehässiger ausgefallen.

Unbestritten ist doch, dass alle dafür sind, benachteiligte Menschen, ob aus genetischen oder psychischen/sozialen Gründen, so weit es geht zu fördern. Nur unverbesserliche Gutmenschen meinen alle Differenzen zwischen Menschen durch geeignete bildungspolitische Maßnahmen beseitigen zu können. Leider richten sie damit nur Schaden an.

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sandersonii 07.10.2014, 10:19
29. Das soziale Umfeld...

Zitat von neromancer
Hier wird ja nur vom Engagement der Eltern und den eigenen persönlichen Merkmalen geredet. Wo bleiben denn die anderen Einflussfaktoren wie Mitschüler, Freunde und Lehrer. Ich halte die Studie für einen Schuss ins Blaue. Diese isolierte Aussage hat nichts mit der Wirklichkeit zu tun.
Das soziale Umfeld ist bei Zwillingen, die in der selben Familie aufwachsen gleich(!).
Deshalb wurde die Studie mit Zwillingen durchgefuehrt.

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