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"Lex Wolf": Umweltministerin Schulze will Abschüsse von Wölfen erleichtern
DPA

Wölfe reißen in Deutschland immer häufiger Schafe und Ziegen, zuletzt auch Rinder und ein Pferd. Laut einem Medienbericht will Umweltministerin Svenja Schulze die Kriterien für einen Abschuss herabsenken.

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ruhepuls 03.03.2019, 11:37
20. Richtige Entscheidung

Ein Wolf, der "auffällig" geworden ist, muss notfalls auch getötet werden. So halten es auch die Länder, die bei denen Wölfe und Bären immer schon zum normalen Wildlife gehören. Ein Wildtier, das einmal erfolgreich Nutztiere (oder Menschen) gejagt hat wird diesen Jagderfolg wiederholen. Wölfe sind sehr lernfähig - und sie leben nun mal davon, andere Lebewesen zu töten. Nutztiere sind eine leichte Beute, unbewaffnete Menschen übrigens auch.

Uns fehlen die großen Rückzugsgebiete wie z.B. in Kanada oder auch im Osten. Bei uns gibt es keine Wildnis mehr. Selbst große Waldgebiete wie der Schwarzwald sind im Grund nur "Holzäcker", durchzogen von Wanderpfaden und Holzwegen. Daher müssen die Wölfe lernen, den Menschen aus dem Weg zu gehen, sonst ist der Ärger vorprogrammiert. Und beim ersten Angriff auf einen Menschen ist dann Schluss mit Lustig und die Wölfe werden wieder ausgerottet. Und dann stellt sich auch kein "Wolfsfreund" hin und sagt: "Also Menschen gibt es ja mehr als genug..." Wer also dafür plädiert, keine Wölfe zu töten, tut ihnen als Art keinen Gefallen.

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ruhepuls 03.03.2019, 11:46
21. Doch, das überrascht viele...

Zitat von lord nelson
Bevor man sich das Maul zerreißt über das Engagement von BUND, PETA & Co ( die sich sicherlich nicht um alles gleichzeitig kümmern können) und für das wir alle dankbar sein sollten, könnte man sich vielleicht erst einmal fragen, ob man denn schon selbst mal aktiv geworden ist. Ich frage mich allerdings, was das abschießen von Wölfen mit Sachlichkeit zu tun haben soll. Man wollte den Wolf doch unbedingt wieder in Deutschland ansiedeln. Nun tut der Wolf das, was ein Wolf nun mal tut. Er tötet und frisst Tiere. Das sollte niemanden wirklich überraschen....
Der Wolf sollte Rehe und Hasen töten, aber nicht Schafe oder Ziegen. (Gut, vermutlich hätte man ihm das sagen müssen...)

Übrigens waren die meisten, die es gut fanden, den Wolf wieder heimisch werden zu lassen, weder Jäger noch Bauer oder Schäfer. Besonders "naturverbunden" sind immer die, die mit Natur - außer im Urlaub - nichts zu tun haben.

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Maximale Durchfahrtshöhe 03.03.2019, 11:47
22.

"Warum ausgerechnet der Wolf als schützenswert gilt und nicht z. B. der Waschbär, ist mir allerdings rätselhaft. Aussterben wird er nicht. Es erscheint mir irgendwie ewiggestrig."
Zumindest die Frage ist einfach zu beantworten: Im Unterschied zu Wölfen gehören Waschbären zu den Neozoen, sind hier also nicht originär heimisch, genausowenig wie einige andere Arten, wie der Spanische Wegschnecke, Wollhandkrabbe, Auster oder Nutria.
Wölfe sortiern sich wieder in unser Ökosystem ein. Man muss ihnen "nur" ausreden, dass dazu auch unsere Nutztiere gehören. Neozoen machen das nicht. Im Gegenteil, sie schädigen es nachhaltig. Deshalb werden sie uneingeschränkt gejagt, um sie nach Möglichkeit wieder los zu werden.

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ruhepuls 03.03.2019, 11:48
23. Gegen Wildrisse hat ja keiner was..

Zitat von Ezechiel
Ich wohne in einer der waldreichsten Kommunen der BRD. Im Forst entstehen Schäden in Millionenhöhe wegen der Überbestände an Wild. Die Jagdpächter sollen seit 3 Jahren mit Nachlässen bei der Jagdpacht dazu gebracht werden, die Wildbestände nach und nach auf das vorgeschriebene Maß zu reduzieren. Schon jetzt ist zu sehen, dass dies nur zum Teil funktionieren wird, weil einige Pächter die Jagdbestände hoch halten wollen, damit zur Jagd eingeladene Geschäftspartner und Freunde Abschüsse sicher haben. Deshalb …. her mit dem Wolf.
Es geht nicht um Wildrisse, sondern um Nutztiere. Das ist ein kleiner Unterschied. Und es trifft gerade die, die ihre Nutztiere - wie sonst von Tierschützern gefordert - artgerecht auf der Weide halten, statt im Stall.

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fleischwurstfachvorleger 03.03.2019, 11:50
24. Fassungslos

Der Wolf ist strengstens in der EU geschützt.

Viele Risse werden dem Wolf untergeschoben, wurden aber von Hunden verursacht.

Hütehunde und entsprechend hohe Zäune würden Hund und Wolf abhalten.

Will man aber nicht flächendeckend.

Jagdlobby und Bauernverband bedienen sich mal wieder erfolgreich der Politik.

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ruhepuls 03.03.2019, 11:54
25. Es hieß immer, die Experten sagen, der tut nichts...

Zitat von da_pheles
dass der Wolf sich immer weiter in deutsche Wälder ausbreitet war lange bekannt. Dass es sich nicht um süße und zahme Tierchen handelt auch. Da in den Wäldern keine großen Tatbestände existieren, die die Existenz von freilebenden Wolfsrudeln rechtfertigt, war es nur eine Frage der Zeit, wann sich die Tiere an Nutzvieh ranmachen. Mich wundert es schon sehr, wie schlecht vorbereitet sich die Politik nun gibt. Das Szenario von heute hätte man schon vor Jahren vor Augen haben können.
Und nun heißt es: Das hat er noch nie gemacht...

Jedem, der sich ein wenig mit Natur auskennt, war klar, dass es früher oder später zu einem Konflikt kommen würde. Wölfe sind nun mal Beutegreifer und schlau (= bequem) sind sie auch. Warum sollen die hinter Rehen herhetzen, wenn es Schafe hinterm Zaun viel leichter zu kriegen gibt?

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spaceagency 03.03.2019, 11:59
26. Leitwolf

den Leitwolf zu schiessen ist etwa das Dümmste was man tun kann. Ein Rudel ist ein soziales Gefüge, reisst man den Leitwolf heraus, wird es Rivalitäten geben und unerfahrene Wölfe steigen auf. Das kann dann erst richtig gefährlich werden. In Deutschland gibts nicht mal die Hälfte der Wölfe Italiens. Eine sehr ähnliche Bevölkerungsdichte, Industriealisierung etc. Wie wäre es wohl wenn Deutsche hin und wieder ins Ausland schauten um zu sehen was dort so passiert? Länder mit längerer und grösserer Erfahrung. In Italien kommt keiner auf die hirnrissige Idee Leitwölfe zu schiessen. Ihr habt alle zuviel Grimm gelesen und das mit völlig unverhältnissmässigen Massnahmen. Ich hätte da eine Idee...wie wärs mal mit Einzäunen der deutschen Autobahnen? Wie man es im Ausland tut. Da kommen viel mehr Pferde, Rinder etc unter die Räder als vom bösen Wolf gefressen

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tinnytim 03.03.2019, 12:02
27.

Zitat von gastundredner
Der Wolf nützt besonders den hauptamtlichen Wolfschützern. Auf diese und die dazu gehörende Verwaltung entfallen mindestens 3/4 aller Kosten für den Wolf. Also sollte diese als befangen gar nicht mitreden dürfen. Und die selbsternannten Naturschützer, zumeist in der Stadt zuhause, ohne Garten, mit SUV zum Demeterhof, sollen sich doch einfach mal ein paar Schafe anschaffen und diese in einem Wolfsgebiet als Hobby halten. Wer ist denn näher an der Natur als Bauern und Schäfer ? Was will denn denen ein wohlbestallter Oberstudienrat in A14 erzählen, der mit 58 in Frühpension geht ?
Ich sag Ihnen mal was über die Expertise der Bauern: Die glauben auch seit über 100 Jahren dem Lügenmärchen "Wachstum aus der Luft", das das Haber-Bosch-Verfahren zur Kunstdünger-Gewinnung verspricht, nicht beachtend, dass die eine Sache, die dieser Dünger nicht bereitstellen kann, der Humus ist, der aber mit jeglicher starken maschinellen oder chemischen Bearbeitung der Anbaufläche weniger wird. Wenn Sie einen Umweltexperten brauchen, fragen Sie einen Biologen und keinen Bauern. Gleiches gilt für den Wald, fragen Sie nicht den Jäger, wie es ihm am besten gefällt, sondern den Förster.

PS: Es heißt Cui bono

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ruhepuls 03.03.2019, 12:09
28. Wolfssichere Gehege sind aufwendig - und unschön...

Zitat von fleischwurstfachvorleger
Der Wolf ist strengstens in der EU geschützt. Viele Risse werden dem Wolf untergeschoben, wurden aber von Hunden verursacht. Hütehunde und entsprechend hohe Zäune würden Hund und Wolf abhalten. Will man aber nicht flächendeckend. Jagdlobby und Bauernverband bedienen sich mal wieder erfolgreich der Politik.
Wölfe springen nicht nur über Zäune, sie graben sich auch unter ihnen durch. Ein wolfssicheres Gehege ist daher recht aufwendig. Es sieht auch eher wie ein KZ aus, als wie eine "idyllische" Weide, die der Wanderer und Naturfreund gerne sieht.
Bei Schäfern kommt noch hinzu, dass sie mit ihren Tieren wandern müssen. D.h. feste Gehege kommen hier schon gar nicht in Frage. Und mit ein oder zwei Hütehunden kommt ein Schäfer gegen ein jagendes Rudel auch nicht an.

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Trevor Philips 03.03.2019, 12:16
29.

Zitat von gastundredner
Wer ist denn näher an der Natur als Bauern und Schäfer ? Was will denn denen ein wohlbestallter Oberstudienrat in A14 erzählen, der mit 58 in Frühpension geht ?
Bauern und Schäfer sind eines sicher nicht, nah an der Natur. Der Bauer wie auch der Schäfer sind Unternehmen die Geld machen wollen ohne groß Rücksicht zu nehmen, oder woher wohl kommen Überdüngung, Bodenverdichtung und letztendlich auch Artensterben.

Diese Leute können ruhig ein paar Verluste durch Wölfe hinnehmen.

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