Forum: Wissenschaft
"Lex Wolf": Umweltministerin Schulze will Abschüsse von Wölfen erleichtern
DPA

Wölfe reißen in Deutschland immer häufiger Schafe und Ziegen, zuletzt auch Rinder und ein Pferd. Laut einem Medienbericht will Umweltministerin Svenja Schulze die Kriterien für einen Abschuss herabsenken.

Seite 4 von 8
IngoLars 03.03.2019, 12:21
30. Der Wolf gehört ins Jagdrecht

Ich als Jäger frage mich, wer denn den Wolf abschießen soll? Wenn er nicht im Jagdrecht ist, wird sich kein Jäger dafür finden lassen. Das geht schon aus versicherungstechnischen Gründen nicht, selbst wenn man eine Genehmigung von der Behörde dafür bekommt. Bleiben nur noch die Förster. Die haben aber eigentlich kein Interesse daran, da der Wolf ja das Schalenwild dezimiert, was die in ihrem Wald aufgrund von Verbissschäden sowieso am liebsten ganz draußen hätten.
Mich nervt diese ganze Diskussion. Sind wir nicht bestens 100 Jahre ohne den Wolf ausgekommen? Warum müssen Schäfer und Bauern um Ihre Existenz bangen nur weil ein paar urbane Naturromantiker etwas in unseren Wäldern haben wollen, mit dem sie sich im täglichen Leben niemals auseinander setzen müssen? Auch frage ich mich, warum das ganze dann noch vom Steuerzahler bezahlt werden soll?

Beitrag melden
hegauloewe 03.03.2019, 12:38
31. Schulze sollte

sich um wichtigere Dinge kümmern. Der Wolf gehört zur natürlichen Natur in Mitteleuropa. Und da will eine Umweltschutzministerin den Abschuss erleichtern. Wie sollen wir von anderen Teilen der Welt, in denen bedrohte Großkatzen geschützt werden sollen, erklären, dass wir nicht mit dem Wolf leben können. Frau Schulz ist in letzter Zeit nicht gerade kompetent aufgetreten - Freiwilligkeit hier, Freiweilligkeit dort - wo bleiben gesetzliche Vorgaben.

Beitrag melden
Corona17 03.03.2019, 12:43
32. @16 gastundredner

Ihr Beitrag ist ein Bespiel dafür, wie die Diffamierung eines politischen Gegners à la AfD funktioniert. Sie schreiben: Und die selbsternannten Naturschützer, zumeist in der Stadt zuhause, ohne Garten, mit SUV zum Demeterhof, sollen sich doch einfach mal ein paar Schafe anschaffen und diese in einem Wolfsgebiet als Hobby halten. Wer ist denn näher an der Natur als Bauern und Schäfer ? Was will denn denen ein wohlbestallter Oberstudienrat in A14 erzählen, der mit 58 in Frühpension geht ? Zitatende. Da wird vollkommen faktenfrei das Bild eines ignoranten Städter gezeichnet. Argumente, die für die eigene Position sprechen, oder die des Gegenübers inhaltlich oder logisch entkräften, nennen Sie nicht. Über die Gründe dafür kann man nur spekulieren. Haben Sie vielleicht gar keine Vorstellung von Aspekten, die die Debatte voranbringen?

Beitrag melden
chasseur 03.03.2019, 12:44
33. Bundesnaturschutzgesetz

Der Wolf ist durch das Bundesnaturschutzgesetz geschützt, und damit ist das Ende der Fahnenstange erreicht - obwohl der eurasische Wolf ist in seinem Gesamtbestand keinesfalls bedroht ist . In Frankreich ( bekanntlich auch zur EU gehörig ), wird der Wolfbestand im Rahmen der Jagd reguliert, ebenso in Skandinavien . In Deutschland eben nicht . Andere bedrohte Arten, wie Rauhfußhühner
( wie Auerwild, Birkwild, Haselwild ) genießen deutlich weniger Aufmerksamkeit als der Grauhund, man möge sich daher hüten den Wolf ins Jagdrecht zu überführen, oder diese zu fordern, und
diesem dann folgerichtig Jagd – und Schonzeiten zuzusprechen. Die Schäden am Herdenvieh bezahlen dann nämlich die Jagdpächter, und kommt es zu Übergriffen auf Menschen, früher oder später wird dies der Fall sein, haben die Jäger mal wieder die Schuld . Ein Präsidiumsmitglied des DJV / Deutscher Jagdverband hat sich klar gegen eine Regulierung der Wolfspopulation durch Jäger ausgesprochen - dem sollte Folge geleistet werden . Mögen doch die betreffenden Ministerien ihre Landes – und Bundesförster mit der Regulierung beauftragen, die werden sich sicher „freuen“ wenn sie den Job auch noch übernehmen müssen .
Bei einem derzeitigen Bestand von 1000 Wölfen in Deutschland, der sich innerhalb von 3 Jahren wenigstens verdoppeln wird, ist es allerdings an der Zeit das sich die Politik einig wird wie die weitere Vorgehensweise aussehen soll . Die ganzen Diskussionen um den Wolf führen letztlich zu einer Diskreditierung der deutschen Jägerschaft, weil sich einerseits haufenweise selbsternannte Naturkenner in Foren zusammenrotten und auf alles losdreschen was mit der Jagd zu tun hat, andererseits eine blühende Industrie durch klagefreudige Institutionen entwickelt wurde, die dies auch kräftig befördert . Das ganze gipfelt in Mitarbeitern die mit Drill Instructor – Hüten durch die Gegend laufen , auf dem Ärmel ein „ Ranger“ – Abzeichen tragen - und Wolfsbeauftragten die nicht mal die Zahnformel von canis lupus lupus kennen . Ein pöbelnder Haufen im Parlament instrumentalisiert das Thema in Fraktionsstärke im Hinblick auf anstehende Landtagswahlen .
Im ländlichen Bereich werden sie im Herbst weitere Stimmen abschöpfen , das ist ganz sicher .
Sollen wir denen etwa zuarbeiten ? Liebe Waidgenossen, halten wir uns aus der Bestandsdichte der Wölfe mal schön raus . Ho Rüd Ho

Beitrag melden
/egal/ 03.03.2019, 12:48
34. Nachdem

frau schulze ja bisher in ihrer amtszeit nichts auf die reihe bekommen hat, sucht sie sich nun ein vermeindlich leichtes ziel. nichts, aber auch rein gar nichts ist neu an diesem gesetz. sogenannte "problemwölfe" abzuschiessen ist auch heute möglich (siehe rodewalder wolf). mit ihrem vorstoss geht sie der jägerschaft und einigen bauern auf den leim, die die wiederausrottung des wolfs betreiben. machen sie sich keine illusionen frau schulze, die wählen sie nicht, die wählen cdu/afd

Beitrag melden
chasseur 03.03.2019, 12:56
35.

Zitat von fleischwurstfachvorleger
Der Wolf ist strengstens in der EU geschützt. Jagdlobby und Bauernverband bedienen sich mal wieder erfolgreich der Politik.
Wolfsbestände werden in Skandinavien und Frankreich regelmäßig reduziert . Regt sich hier niemand drüber auf . Als deutscher Jäger bin ich dafür das der Wolf weiterhin durch das Bundesnaturschutzgesetz streng geschützt bleibt . Wenn die Situation eskaliert und sich die Wolfsdichte verdoppelt oder verdreifacht, dann sollen doch die Forstbeamten in Bund und Land, die ja eine Jagdpflicht haben, die Bestände regulieren . Denen wünsche ich jetzt schon mal Waidmannsheil , ich werde mich an solchen Jagden nicht beteiligen und dafür instrumentalisieren lassen .

Beitrag melden
nocommentever 03.03.2019, 13:00
36. Zu Nr. 30

Bauern und Schäfer sind durch den Wolf ganz gewiss nicht in Ihrer Existenz bedroht. Es geht auch nicht nur um die Interessen von ein paar urbanen "Naturromantikern". Der Wolf war bis zu seiner Ausrottung durch den Menschen in unseren Gefilden ansässig und hat ein Recht auf Lebensraum genau wie Wildkatzen, Mader, Wildschweine und andere Tierarten, die einem Landwirt oder Hobbyzüchter hier und da mal Ärger machen können. Mit solchen Problemen muss man sich auseinandersetzen und Lösungen finden, die für beide Seiten, Mensch und Tier, tragbar sind. Der Abschuss von verhaltensauffälligen Tieren kann ein Kompromiss sein. Das funktioniert auch in anderen Ländern sehr gut.

Beitrag melden
torcedores 03.03.2019, 13:50
37. Überwiegend angenehm sachlich hier

Ausnahmsweise mal ein Diskurs, der weitgehend sachlich bleibt. Einen großen Teil der Beiträge hier empfinde ich - unabhängig von der Position - als lesens- und überdenkenswert. Vielleicht noch ein Gedanke: Letztlich können wir nur auf demokratischen Wege eine Lösung über unseren Umgang mit freilebenden Wölfen herstellen. Dabei sollten wir allerdings im Auge behalten, dass nach unserem europäischen Demokratieverständnis Demokratie nicht die Diktatur der Mehrheit sein darf. Ich habe den Eindruck, dass eine Mehrheit derjenigen, die kaum Gefahr laufen, einem Wolf in freier Wildbahn zu begegnen, aus einer verständlichen tierschutzorientierten und auch romantischen Grundhaltung heraus geneigt ist, dem Wolf weitgehend freie Bahn zu lassen. Wir müssen uns aber klar sein, dass die Folgen eines derart laxen Umgangs mit der Wolfspopulation zu Lasten einer MInderheit gehen. Mich stört der Grundton in manchen Debatten im Sinne von "sind doch nur Schafe" oder "sollen die doch höhere Zäune bauen". Da werden u.a. Zuchtlinien zerstört und Tiere getötet, zu denen die Besitzer (und oft auch deren Kinder) eine emotionale Bindung hatten. Die Schäden durch Wölfe derart kleinzureden und einer Minderheit die Folgen eines permissiven Wolfmanagements aufzulasten ist mindestens undemokratisch und trägt für mich zudem menschenverachtende Züge.

Beitrag melden
charlybird 03.03.2019, 13:52
38. Das ist doch schon mal ein Ansatz,

wie man zumindest den Problemtieren begegnen kann, aber wer schiesst wann ?
Eines ist dabei nun klar geworden, hat der Wolf die Wahl zwischen einem gedeckten Tisch in Form einer bspw. Schafherde oder einer aufwendigen Wildhatz, nimmt er den einfachen Weg.
Viele Schäfer und Nutztierbesitzer sollen nun ihre Tiere mit großen Schutzhunden sichern.
Jo, gute Idee, aber die sind bekanntermaßen auch nicht gerade fremdenfreundlich und können zwischen einem friedlichen Wanderer oder Eindringling nicht so einfach unterscheiden und sie kosten.
Also ist da auch Vorsicht geboten. Mir reicht schon eine große Töle ohne Leine und ich hab die Fresse voll.
Aber Ich kann die ''Tierundnaturburschenmädelsfraktion'' ja irgendwie auch verstehen, nur leider verstehen die die Ängste und die Argumente von weniger naturaffinen Zeitgenossen nicht, die es obendrein auch nicht für eine sinnvolle Idee halten, Wölfe in einem der dicht besiedelsten und zubetoniertesten Länder der Welt zu halten.
Man darf aus guten Grund seinen vierbeinigen Liebling ja auch nicht in einen Supermarkt mit hineinnehmen, was durchaus schon versucht wurde.:-)

Beitrag melden
iycidas 03.03.2019, 14:07
39. Ich fände es schön...

...wenn man endlich mal wieder den Eindruck haben könnte, dass unsere Politiker auf Grund von Kompetenz und Faktenlage entscheiden um langfristige und nachhaltige Lösungen zu erzielen. Bei Svenja Schulzes Gedankenspiel schaut's mal wieder wie gewohnt eher nicht so aus. Jeder der 2-3 Stunden auf Youtube investiert und sich verschiedene Dokus zum Thema von ARD / ZDF etc anschaut kann schnell zur Lösung kommen: Herdenschutzhunde. Problem erledigt! Aber das ist scheinbar von jemandem der mehrere 1000 Euro Steuergeld kassiert zuviel verlangt. Ich frag mich warums jahrzehntelang in Schweden super gut geht und keiner ein Problem hat, und hier so ein bescheuertes Tamtam gemacht werden muss? Die SPD benimmt sich als hätten sie ein dickes Polster an extra Wählerstimmen. Ich sehe bei der nächsten Wahl deutlich unter 10 Prozent mit diesem Politikstil.

Beitrag melden
Seite 4 von 8
Diskussion geschlossen - lesen Sie die Beiträge!