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"Lex Wolf": Umweltministerin Schulze will Abschüsse von Wölfen erleichtern
DPA

Wölfe reißen in Deutschland immer häufiger Schafe und Ziegen, zuletzt auch Rinder und ein Pferd. Laut einem Medienbericht will Umweltministerin Svenja Schulze die Kriterien für einen Abschuss herabsenken.

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MatthiasPetersbach 03.03.2019, 16:38
50.

Zitat von wettersbach
Zwei Kangal- Hütehunde bei jeder Schafherde und kein Wolf wagt sich in die Nähe. Der große anatolische Kangal wird seit Jahrhunderten in wolfreichen Regionen wie Südosteuropa und der Türkei als Hütehund gezüchtet.
Nicht jeder Schäfer will und kann mit (großen) Hunden umgehen.

Wir haben aber auch - im Gegensatz zu Anatolien - ein auch von MENSCHEN dicht besiedeltes Land. Und ich würde im Freien beim Waldspaziergang lieber nem Wolf begegnen als nem Kangal, der seine Herde bewacht. In Kapadokien habe ich da mal ungeheures Glück gehabt.

Es ist immer leicht, anderen vorzuschlagen, wie sie sich verhalten sollen. Auf ihr Risiko, auf ihre Kosten - und wegen Gründen, die sie nicht zu vertreten haben.

Nur ein kleines Gedankenspiel:

Angenommen, es gäbe irgendwelche Viecher, die tatsächlich physisch in Büros eindringen könnten und Akten und Daten vernichten und die Arbeit von Wochen einfach zunichte machen könnten. Und die Lösung wären 20 Schlösser an der Tür, ein Abwehrspray und jeden Tag 1 Stunde unbezahlter Mehraufwand. Mit Restrisiko.

Wie fänden Sie dann die Leute, die die Verbreitung dieser Viecher :) propagieren, unterstützen und vorantreiben? Und von Ihnen - einfach so - Obiges verlangen?

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MatthiasPetersbach 03.03.2019, 16:50
51.

Zitat von IngoLars
....Warum müssen Schäfer und Bauern um Ihre Existenz bangen nur weil ein paar urbane Naturromantiker etwas in unseren Wäldern haben wollen, mit dem sie sich im täglichen Leben niemals auseinander setzen müssen?
DAS ist der springende Punkt.
Die einen wollen was, die anderen sind beeinträchtigt.

Komisch, daß die, die wollen, sich da nicht in die anderen hineindenken können.

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Knossos 03.03.2019, 17:16
52.

Maximaler Profit und Lobbyismus in Regentschaft wie alldieweil.

Wenn Weidetiere ohne Herdenschutz, sprich ohne Herdenschutzhunde Prämisse ist, können auch gleich sämtliche Wölfe zum Abschuß freigegeben werden.
Und eben das ist das Ziel von Landwirten, die Regentanz aufführen, aber nicht naß werden wollen.
Sie weisen dieselbe Rücksichts- und Bedenkenlosigkeit auf wie in Jahrhunderten zuvor, ganz als ob die Aufklärung an ihnen vorübergegangen sei. Und das ist sie wohl auch in Gefilden des Konservativismus.

Devise: Ich, ich, ich. Und nach mir die Sintflut.

Gleichzeitig gedenken sie über Kreaturen zu stehen, die durchaus zu Kooperation und Empathie befähigt sind.

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gastundredner 03.03.2019, 17:49
53. Schadenersatz

Ist eigentlich ganz einfach: Diejenigen, die pro Wolf sind, sollen dies schriftlich formulieren, bürgen und dann für materielle Schäden verantwortlich zeichnen. Bei Personenschäden durch Wölfe sollen sie sich dem Strafrecht unterwerfen, wegen Beihilfe zur Körperverletzung, gegebenenfalls mit Todesfolge.

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Bakturs 03.03.2019, 17:50
54. Der Wolf ist kein Problemtier

Das Problemtier ist der Mensch mit seiner Naturzerstörung und seinen artfremden Vorstellungen. Ihm wäre es doch am liebsten, wenn alle Tiere endlich von diesem Planeten verschwinden würden, damit er die Natur nach seinen Vorstellungen gestalten kann.

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beuerlein 03.03.2019, 18:04
55. Selten so einen Unsinn

Zitat von fleischwurstfachvorleger
Der Wolf ist strengstens in der EU geschützt. Viele Risse werden dem Wolf untergeschoben, wurden aber von Hunden verursacht. Hütehunde und entsprechend hohe Zäune würden Hund und Wolf abhalten. Will man aber nicht flächendeckend. Jagdlobby und Bauernverband bedienen sich mal wieder erfolgreich der Politik.
gelesen. Bei uns in Niedersachsen wird jeder vermutete Wolfsriss per DNA-Test überprüft. Da bleibt dann nichts unklar. Ihre Unterstellungen fruchten nicht.

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bambini 03.03.2019, 18:36
56. derzeitiges Jagdrecht ist ausreichend

wildernde Hunde dürfen geschossen werden. So auch ihre direkten Verwandten, der Wolf, denn diese verhalten sich völlig identisch. Bequeme Jäger, die einen gedeckten Weide-Tisch gerne annehmen. Kein Hund käme auf die Idee ein verwaistes Kotelett auf dem Esstisch seinem Schicksal zu überlassen und stattdessen die Mühsal einer häuslichen Mäuse- oder Rattenjagd auf sich zu nehmen. Den Schreibtisch-Ökologen ggf. den edlen Rächer im Studentischen Bereich, möchte ich sehen, der nach der mühevollen und enthusiastischen Arbeit des Aufbaus einer Schafzucht nicht zum Verfechter zumindest des reglementierten Wolfsabschusses wird. Spätestens nach dem zweiten Riss, der nächtlichen Sorge um seine Schäfchen und der zusätzlichen Rennerei für seinen Regress, wird er Diejenigen die sein Leben und seine Träume mit zynischen Entschädigungsargumenten und infantilen Streichelzoo-Energiekarten-Sessions mit Füssen treten, verfluchen.

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IngoLars 03.03.2019, 18:41
57. berechtigter Einwand...

Zitat von chasseur
Der Wolf ist durch das Bundesnaturschutzgesetz geschützt, und damit ist das Ende der Fahnenstange erreicht - obwohl der eurasische Wolf ist in seinem Gesamtbestand keinesfalls bedroht ist . In Frankreich ( bekanntlich auch zur EU gehörig ), wird der Wolfbestand im Rahmen der Jagd reguliert, ebenso in Skandinavien . In Deutschland eben nicht . Andere bedrohte Arten, wie Rauhfußhühner ( wie Auerwild, Birkwild, Haselwild ) genießen deutlich weniger Aufmerksamkeit als der Grauhund, man möge sich daher hüten den Wolf ins Jagdrecht zu überführen, oder diese zu fordern, und diesem dann folgerichtig Jagd – und Schonzeiten zuzusprechen. Die Schäden am Herdenvieh bezahlen dann nämlich die Jagdpächter, und kommt es zu Übergriffen auf Menschen, früher oder später wird dies der Fall sein, haben die Jäger mal wieder die Schuld . Ein Präsidiumsmitglied des DJV / Deutscher Jagdverband hat sich klar gegen eine Regulierung der Wolfspopulation durch Jäger ausgesprochen - dem sollte Folge geleistet werden . Mögen doch die betreffenden Ministerien ihre Landes – und Bundesförster mit der Regulierung beauftragen, die werden sich sicher „freuen“ wenn sie den Job auch noch übernehmen müssen . Bei einem derzeitigen Bestand von 1000 Wölfen in Deutschland, der sich innerhalb von 3 Jahren wenigstens verdoppeln wird, ist es allerdings an der Zeit das sich die Politik einig wird wie die weitere Vorgehensweise aussehen soll . Die ganzen Diskussionen um den Wolf führen letztlich zu einer Diskreditierung der deutschen Jägerschaft, weil sich einerseits haufenweise selbsternannte Naturkenner in Foren zusammenrotten und auf alles losdreschen was mit der Jagd zu tun hat, andererseits eine blühende Industrie durch klagefreudige Institutionen entwickelt wurde, die dies auch kräftig befördert . Das ganze gipfelt in Mitarbeitern die mit Drill Instructor – Hüten durch die Gegend laufen , auf dem Ärmel ein „ Ranger“ – Abzeichen tragen - und Wolfsbeauftragten die nicht mal die Zahnformel von canis lupus lupus kennen . Ein pöbelnder Haufen im Parlament instrumentalisiert das Thema in Fraktionsstärke im Hinblick auf anstehende Landtagswahlen . Im ländlichen Bereich werden sie im Herbst weitere Stimmen abschöpfen , das ist ganz sicher . Sollen wir denen etwa zuarbeiten ? Liebe Waidgenossen, halten wir uns aus der Bestandsdichte der Wölfe mal schön raus . Ho Rüd Ho
aber... :-)
natürlich wäre die Frage der Erstattung von Wildschäden bei Aufnahme des Wolfs in das Jagdrecht gesondert zu regeln. Dem Jagdpächter kann wohl kaum vermittelt werden für Schäden zahlen zu müssen, gegen die er keine umfängliche Handhabe hat. Wenn der Wolf (auch im Jagdrecht) weiterhin durch Schonzeiten und beschränkte Abschusszahlen ("nur Problemwölfe") geschützt wird, kann der Pächter ja kaum derjenige sein, der die Zeche zahlt. Man könnte sich eine Regelung vorstellen, die eingefriedete Flächen auf denen Vieh weidet ausgenommen sind. Vergleichbare Regelungen gibt es ja bereits heute für andere Flächen, z.B. eingefriedete Golfplätze. Auch hier muss kein Wildschaden bezahlt werden.

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Aberlour A ' Bunadh 03.03.2019, 18:48
58. Heute in echter Wildnis

Zitat von Corona17
1. Der Wolf ist keine Seuche. Stimmen, die jetzt nach Abschüssen rufen wie nach einem Kammerjäger, erkennen den prinzipiellen Unterschied zwischen Wolfsbestand und Kakerlakenbefall nicht. 2. In Deutschland gibt es keine Wildnis mehr. Wer einen Forst von einem echten Wald nicht unterscheiden kann, versteht auch nicht den Unterschied zwischen Kulturlandschaft und Wildnis. Wölfe sind nun mal aber wilde Tiere, wo sie das nicht sind, heißen sie Hunde. Das heißt aber, dass Wölfe die Wildnis als Lebensraum brauchen. 3. Wenn unsere Gesellschaft den Wolf will, muss sie ihn mit der Aufgabe von großräumigen Teilen von Kulturlandschaft zu Gunsten echter Wildnis bezahlen. Dann könnten auch wieder der Bär und andere folgen.
Selbstverständlich leben wilde Tiere in unseren Wäldern. Rehe, Hirsche, Wildschweine usw. sind selbstverständlich wilde Tiere, wenn sie nicht in Gehegen gehalten werden. Und der Unterschied zwischen Forst und Wald besteht darin, dass erster angepflanzt ist, zweiter sich natürlich entwickelt hat. In einem Forst ist der Baumbestand sogar dichter als in einem natürlich gewachsenen Wald. Ich bin übrigens heute mit meinem Jagdhund ausgiebig tief IM WALD unterwegs gewesen.
War ganz schön wild, will heißen: viele wilde Sträucher und stehendes und liegendes Totholz. Wunderbar. Das einzige, was wir nicht gesehen haben, waren Wölfe. Leider. Mein Hund und ein Wolf standen sich in einem Wolfsgehege schon mal Schnauze an Schnauze gegenüber. Nur durch einen Maschendrahtzaun getrennt. Die beiden waren sichtlich interessiert aneinander. Die alten Gene können offensichtlich
noch immer wunderbar miteinander kommunizieren. Man muss halt nur aufpassen, dass Hunde im Wolfsterritorium nicht "markieren". Das können Wölfe gar nicht leiden.

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IngoLars 03.03.2019, 19:28
59.

Zitat von bambini
wildernde Hunde dürfen geschossen werden. So auch ihre direkten Verwandten, der Wolf, denn diese verhalten sich völlig identisch. Bequeme Jäger, die einen gedeckten Weide-Tisch gerne annehmen. Kein Hund käme auf die Idee ein verwaistes Kotelett auf dem Esstisch seinem Schicksal zu überlassen und stattdessen die Mühsal einer häuslichen Mäuse- oder Rattenjagd auf sich zu nehmen. Den Schreibtisch-Ökologen ggf. den edlen Rächer im Studentischen Bereich, möchte ich sehen, der nach der mühevollen und enthusiastischen Arbeit des Aufbaus einer Schafzucht nicht zum Verfechter zumindest des reglementierten Wolfsabschusses wird. Spätestens nach dem zweiten Riss, der nächtlichen Sorge um seine Schäfchen und der zusätzlichen Rennerei für seinen Regress, wird er Diejenigen die sein Leben und seine Träume mit zynischen Entschädigungsargumenten und infantilen Streichelzoo-Energiekarten-Sessions mit Füssen treten, verfluchen.
...genau, und Äpfel sind Birnen, und Pflaumen Kirschen. So einfach kann man es sich nicht machen, wenn man sich nicht strafbar machen möchte. Ein Wolf ist im Sinne unserer Gesetzgebung eben kein Hund. Und eine Diskussion ob der Wolf aufgrund von Notwehr/Notstand geschossen werden darf oder nicht, möchte ich mit der Jagd- oder Naturschutzbehörde liebe nicht führen wollen. Nein, es müssen klare Regelungen her, damit ein Jäger überhaupt die Waffe zur Hand nehmen kann.

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