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Löwen, Elefanten, Nashörner: Deutschland genehmigt Import von Hunderten Jagdtrophäen

Wilderei bedroht viele Großwildtiere - dennoch genehmigte die Bundesregierung nach SPIEGEL-Informationen auch im vergangenen Jahr die Einfuhr von mehr als 600 Jagdtrophäen streng geschützter Arten.

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walter_de_chepe 05.01.2018, 13:27
20. Jagd ist keine Wilderei

Ich nehme an, dass hier aus Interesse bewusst die Begriffe verwechselt werden. Es handelt sich hier um Trophäen aus einer regulierten und bezahlten Jagd. Das ist das genaue Gegenteil von Wilderei. Was die Jäger motiviert, Trophäen an die Wand zu hängen, weiß ich nicht, es geht mich aber auch nichts an. Jedenfalls haben diese Jäger mit ihrem Geld viel für den Erhalt der wilden Tiere getan.

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ringotheone 05.01.2018, 13:28
21. Populismus....

Viel einseitiger hätte der Artikel nicht sein können.
Belegbar ist, dass in den afrikanischen Ländern mit legaler Jagd ein wesentlich besserer Bestand existiert als in den Ländern die die Jagd untersagt haben.
Die Rechnung ist ganz einfach. Kann die einheimische Bevölkerung mit dem Verkauf von Abschüssen viel Geld verdienen, wird das Wild geschützt. Wenn nicht, wird gewildert und an die Chinesen verkauft...

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fvaderno 05.01.2018, 13:29
22. Im ersten Absatz ...

... kann man zwischen den Zeilen über das Motiv der 'Großwildjäger' lesen - ebenso wie über deren Persönlichkeit. Es ist sicher wichtig, dass bei uns Jagd stattfindet - wir Menschen haben das Gleichgewicht der Natur empfindlich gestört, teilweise auch zerstört. Warum aber müssen Menschen nach Afrika oder woanders in die Ferne reisen um dort ausgerüstet mit High-Tech-Gewehren irgendeinem Tier den Garaus zu machen? Ist es so ein erhebendes Gefühl für deren Selbstbewusstsein, wenn sieean einer von anderen produzierten Waffe aus der Distanz den Finger krümmen und sich dann wie Sieger über ein Tier fühlen? Ist es eine Ersatzhandlung dafür, dass man keine menschlichen 'Feinde' mehr umbringen darf? Denn Nahrungserwerb als Motiv wie bei der früheren Jagd spielt hier keinerlei Rolle mehr. Diesen Leuten muss schon in der Kindheit etwas Wichtiges vorenthalten worden sein, dass sie sich auf diese Weise ergötzen können! Auch Reflektieren des eigenen Tuns haben sie offensichtlich nicht gelernt zu haben. Sicher, auch in den genannten Gebieten muss Jagd betrieben werden, auch dort sind Regulierungen nötig. Auch wieder zu kurz gedacht ist das Argument, dass die Schießwütigen viel Geld in die Zielländer bringen. Denn die für die gesamte dortige Volkswirtschaft geringe Summe fließt in die Taschen von nur einigen korrupten Mächtigen und dient mehr deren Machterhalt!. Safaritourismus ist trotz einiger negativer Nebeneffekte eine gute Alternative für ärmere Länder.

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Marc Anton 05.01.2018, 13:33
23. Ideologie stört beim Denken

Warum denn nicht? Es gibt keinen Grund, legal erlegte Trophäen die Einfuhr zu verweigern. Und dass Jagd (staatlich überwacht, man beschäftige sich mal bitte hierzu mit Namibias vorbildlicher Politik) gerade in Afrika ein wichtiger Bestandteil zum Naturschutz ist (man staune, übrigens auch in Deutschland), verweigern zu begreifen nur die üblichen Realitätsverweigerer. Sachkunde und Sachpolitik ist des Durchschnittsgrünen nunmal nicht.

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zweiter 05.01.2018, 13:34
24. Auch wenn es irre klingt,

aber durch die immensen Summen, die von diesen Menschen, für die ich den Begriff "Jäger" aus Respekt vor der Jägerschaft in Summe nicht einfach nutzen möchte, entsteht erst in den Regionen ein wirtschaftliches Interesse am Erhalt der Tierpopulationen. Kein romantisch verklärter Tierschutz, sondern die ökonomische Anreiz für die dortige Bevölkerung statt mit Ackerland und Weiden Wildtiere zu vernichten kann man nun mit der Nutzung dieser Tiere seine Familien ernähren. Zynisch aber wahr, der Tod der trophäentragenden Tiere sichert das Überleben ihrer eigenen und der mit ihnen lebenden Arten. Mag man von den Menschen und ihren Trophäen halten was man will, wer es aber ernst meint mit dem Erhalt des Habitat und der Bekämpfung von Fluchtursachen aus dem in weiten Teilen verlorenen Kontinent Afrika, der sollte - von mir aus zähneknirschend - wegsehen und darauf verzichten, satt, sicher und überheblich einen Skandal anzuzetteln, der weder den Tieren noch den Menschen vor Ort helfen wird.

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ruediger 05.01.2018, 13:38
25.

Ich selbst kann die Trophäenjagd (ob hier oder anderswo) nicht nachvollziehen.
Aber wenn Tiere legal erlegt werden, führt dies in er Regel zu erheblichen Einnahmen für den Naturschutz in den entsprechenden (oft bitter armen) Ländern.
Da die Tiere (seien es Löwen, Elefanten oder Leoparden) zB in der Landwirtschaft einen erheblichen Schaden anrichten können (man muss sich nur das Geschrei im reichen Westeuropa wegen EINES Wolfes oder Bären anhören, und in Afrika reden wir von Tausenden weit zerstörenderen Tieren) sind genau diese Einnahmen für den Naturschutz dort unverzichtbar. Ausserdem geben sie der Erhaltung der Tieren einen Wert.

Und deshalb ist es gut, wenn die Trophäen auch bei uns eingeführt werden dürfen. Andernfalls gibt es weniger Gründe für eine legale Jagd dort (und mehr Wilderei), und den toten Tieren ist es legal ob sie auf dem Müll landen oder bei irgendjemanden an der Wand.

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Paddel2 05.01.2018, 13:42
26. Mehr Präzision im Journalismus, bitte

Nicht die Bundesregierung, sondern das Bundesamt für Naturschutz genehmigt die Einfuhr von Jagdtrophäen. Ich kann mir nur schwer vorstellen, dass Bundesminister die Einfuhrscheine unterschreiben. Ich erwarte von Journalisten, bei ihren Formulierungen sorgfältiger zu sein.

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Deify 05.01.2018, 13:49
27. Es ist alles gesagt....

und das seit Jahren. Nach vorne jammern und mit dem Zeigefinger drohen, nach hinten genehmigen... in wessen Auftrag? Man kann es sich denken. Alles nur noch pervers und absolut unglaubwürdig. Zudem: Der Begriff "Experte", für was auch immer, hat sich sowas von abgenutzt! Das ist nicht mal mehr ein Deckmantel. Lobbyist passt besser. Wir werden es noch erleben, dass es nahezu keine Tiere mehr geben wird. Man kann das auf die Bäume ausweiten und auf geänderte Landschaften, Flußläufe... sollte dann aber damit aufhören, "Naturkatastrophen" zu beklagen.

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zeisig 05.01.2018, 13:49
28. Nicht ganz schlüssig.

Ich zitiere:
"Die Regeln für Importe lauten: Die Jagd muss legal gewesen sein, also in Gebieten erfolgt sein, wo die Bestände von Wildhütern kontrolliert werden."
Ich bin bei Gott kein Freund der Jagdzunft und würde niemals in meinem Leben ohne Not auf ein Tier schiessen. Aber für diese Hobbyjäger gesprochen: wenn ich die offizielle Genehmigung der zuständigen Behörde vor Ort zum Abschuss eines Tieres habe, dann möchte ich sehr wohl eine Trophäe mit nach Hause nehmen dürfen. Unsere Zollbehörden sind nicht dafür da zu entscheiden, ob der Abschuss eines Tieres rechtens war oder nicht. Und die Behauptung des Autors, die oben zitierte Regel gelte nur als Ausnahme zu wissenschaftlichen Zwecken ist wohl ein Witz. Der Autor bestreitet ja quasi die Rechtmäßigkeit eines Abschusses - wenn nicht zu wissenschaftlichen Zwecken. Wenn dem so wäre, würden unsere Zollbehörden einem Hobbyjäger sicherlich grundsätzlich keine Einfuhrgenehmigung erteilen.

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synthcunt 05.01.2018, 13:49
29. thrill to kill

Die Jagdlobby ist nie verlegen um rationalisierende Argumentationskrücken.
Am Ende des Tages reduziert sich aber alles auf den persönlichen Kick, den es zu befriedigen gilt.
Vielleicht spielt auch Statusdenken noch mit hinein. Also:
Welche Art von Persönlichkeit braucht eigentlich diesen thrill to kill?

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