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Luftverschmutzung durch Kaminöfen: Leider dreckig
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Ein Kamin gilt als behaglich, natürlich und sogar nachhaltig. Wie Messungen zeigen, tragen die Öfen jedoch erheblich zur Feinstaubbelastung bei.

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effing 05.03.2019, 21:48
40. Für und wieder

Also einerseits finde ich die Diskussion völlig überzogen. Es ist regelrecht erschreckend mit welcher Gnadenlosigkeit hier die meisten Mitbürger anderen immer ihre eigene Meinung aufzwingen wollen, am besten über gesetzlich verankerte Verbote. Da malen sich die entsprechenden Foristen wohl schon aus wie der unliebsame Nachbar vom Bußgeld am besten in den Bankrott getrieben wird. Wie gesagt: wirklich verstörend, diese ständige Forderungen nach einer immer verschärfteren Verbotskultur. Andererseits hat sicherlich die Anzahl der Holzfeueranlagen durch die Fehlentwicklung "Pelletheizung" zu stark zugenommen. Hier sollten keine neuen Anlagen zugelassen und der Verkauf von Brennholz im Baumarkt verboten werden (ist meistens sowieso illegal in Osteuropa geschlagen worden). Als man noch selbst mit Säge und Spaltaxt im Wald "sein Holz machen" musste, war die Zahl der betriebenen Öfen kein Problem.

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chjuma 05.03.2019, 21:52
41. Vor 10000 Jahren hat mir gefallen...

Ich heize mit Holz. Bewusst und mit Absicht. Mein Ofen ist nur an wenn ich da bin. Und nur die Räume werden beheizt die auch benutzt werden. Bin ich nicht da, ist auch nicht geheizt. Das Holz wird ordentlich 3 Jahre gelagert, geheizt wird nur mit Laubholz. Dabei handelt es sich ausschließlich um Krank-oder Abfallholz. Holz heizen muss man lernen. Die Hütte muss nicht rund um die Uhr 25 Grad in der letzten Ecke haben. Wie vor 10000 Jahren. Und es wird nur an die Atmosphäre abgegeben, was das Holz beim Wachsen der Atmosphäre entzogen hat. Und damals, mal so angemerkt, war Öl und Gas unbekannt. Genauso wie Kreuzfahrtschiffe, die kilotonnenweise ungefiltert Schweröl verbraten oder Touristenbomber, die zu zig tausenden die Atmosphäre mit Dreck voll pumpen. Verbietet den Leuten das heizen und baut dafür noch ein paar Flughäfen mehr. Damit Geld verdient wird. Genau mein Humor.

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isselbissel 05.03.2019, 21:57
42. Ach wie witzig

In den Anfängen der Diskussionen um Feinstaub waren die Öfen kurz im Gespräch, falsche Befeuerung mit zu nassem Material oder belastetem Abfallholz . Dann erst den Diesel verteufeln und jetzt wo man mal nachdenkt , sind die Öfen wieder an der Reihe .... Cui bono?

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t.werner 05.03.2019, 22:05
43.

Ich fände es mal interessant zu wissen, wie sich die Umweltbelastung eines Heizens mit Holz zu Gas oder Öl verhält. Dabei sollte man die Umweltbelastung über den gesamten Zyklus betrachten, von der Rodung der regenerativen Energie Holz in einem Umkreis vom Nutzer zwischen 2 und 50 km (bei Öl der entsprechenden Fördetung, einschließlich der Fertigung der Bohrinseln, etc....), der Umformung in heizbares Material (Hacken bei Holz, raffinieren und andere Fertigungsprozesse einschließlich der Fertigung der benötigten Anlagen) etc...

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markus.pfeiffer@gmx.com 05.03.2019, 22:07
44. Umweltschutz fängt bei der Raumtemperatur an, nicht bei der Heizart

In unserem Niedrigenergiehaus gibt es keinen Gasanschluss, keine Ölheizung und auch keine Wärmepumpe. Nur der Holzofen heizt im Winter im Durchschnitt ca. 30x den Pufferspeicher auf (deshalb hätte sich Gas auch über 30 Jahre gerechnet schon von den Anschlusskosten nicht gelohnt).

30 Abende heizen im Jahr reichen deshalb, weil wir im Wohnzimmer oft bei 16-18 Grad sitzen (andere Räume noch weniger, weil nicht durch Menschen und warme Küche aufgeheizt). Unterm Strich sind wir damit in JEDER Hinsicht (Feinstaub & Co., CO² sowieso) ökologischer unterwegs als jeder andere, der seine Räume auf 21 oder gar 23 Grad aufheizt. Im übrigen gilt für die 30 Heiztage (bzw. -abende) das, was schon #4 geschrieben hat: Der Feinstaub aus dem Holzfeuer geht mit dem nächsten Niederschlag nieder und ist dann hervorragender und gesunder Dünger für Felder, Wiesen und Wälder. Bei den Wärmepumpen raucht der Schornstein halt woanders und Ölheizungen rauchen vielleicht etwas weniger, dafür ist deren Rauch unterm Strich in der Gesamtbetrachtung trotzdem toxischer.
Und allen anderen Heizarten ist gemein, dass sie - im Gegensatz zum Holz - nicht CO"-neutral sind.

Letztendlich verursachte jede Heizart Emissionen - aber die Unterschiede zwischen allen erdenklichen Heizarten sind deutlich geringer als die Unterschiede zwischen 17 und 21 Grad Raumtemperatur!

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pietplietsch 05.03.2019, 22:09
45. Zurück in die 60er

Da öffnet man abends vor dem Schlafen schnell mal die Fenster, um noch etwas frische Luft ins Zimmer zu lassen.
Das Ergebnis: die Augen tränen.
Das ist erlaubt.
Ich bekam von einem Sachbearbeiter unserer Umweltbehörde zu hören, dass es ja nur beim Anzünden eines Holzfeuers zu etwas dunklerem Qualm käme...
Jetzt bin ich wirklich beruhigt.
Aber es stinkt wie in den 60er Jahren als ich noch Kind war.
Heizen mit Holz ist vor allem in der Stadt purer Rückschritt und gehört verboten.

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gh240 05.03.2019, 22:11
46. Sogenannte Feuerschalen...

... sind noch viel schlimmere Dreckschleudern, gerne an lauen Sommerabenden... Und gerne auch für das Material, welches man dem heimischen Kaminofen nicht zumuten möchte. Dem Nachbarn dagegen schon.

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retterdernation 05.03.2019, 22:12
47. Mit den Dörflern ist das so eine Sache

kann mich als Städter ziemlich genau an einige Winterurlaube zum Beispiel im Fichtelgebirge erinnern. Heiliges Kannonenöfle - da bist Du aus Berlin der schlechten Luft entflohen und dann herrschte in den Niederungen der Dorflagen in den Bergen ein Smog - bei dem Du mit der Hand die Luft zerschneiden konntest. Inversions-Wetterlage nennt man dieses Phänomen. Dann wenn die oberen Luftschichten wärmer sind, als die unteren, bleiben die Abgase in Bodennähe. In dieser Glocke. Als Berliner - der sich in den Luftkurorten :-)) aufhielt, rang man im wahrsten Sinne des Wortes nach Luft. Im Rahmen der Evolution mögen die Ureinwohner mit diesen Umständen klar kommen. Klar - alte Geschichten aus den Bergen erinnern irgendwie an Seemannsgarn ...

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LondoMollari 05.03.2019, 22:14
48. Völlig falsch

Zitat von biber555
Warte die ganze Zeit darauf, dass Stuttgart alle Diesel ausschliesst, um dann endlich festzustellen dass die Feinstaubbelastung immer noch gleich hoch ist, weil jeder im Kamin verheizt was er mag. Das würde dann mal die Unsinnigkeit dieser Diskussion aufzeigen.
Problem sind nicht die Öfen per se.
Probleme sind:

A:
Menschen die umbedingt "Kamin" wollen.
Aber dafür seltsame Billigst-Konstrukte made in China aus dem Baumarkt kaufen. Für 250 € gibts halt nichts das Umweltnormen einhält. Geiz ist ungeil.

B:
Nur wenige Mitbürger gescheit Feuer machen können. Da wird zu viel, zu dickes, zu nasse Zeug verbrannt - und wenn das nicht gleich zündet (Überraschung1) in ordentlich syntethischen Feuerstatern mariniert. Das Spektakel kann man auch jedes Frühjahr in den Haus- und Kleingärten bewundern - fragen Sie mal die Ordnungsämter.

C:
Chaoten und wenig gesetzestreue Bürger die meinen den Sparfuchs geben zu müssen. Und statt Holzbrikets oder gescheit getrocknetem Baumholz lieber ihre alten (lackierten) Einbauküchen oder gar Hausmüll verbrennen. Weil 230 € für 960 kg Holzbrikets ist ja wirklich zu teuer ... Da gibts ja schon nen ganzen chinesischen Billigst-Ofen für ...

Würde man sich den ganzen Schwachsinn sparen und zügig veraltete Öfen durch neue, den Normen entsprechende Modelle ersetzen wäre das ganze kein sonderliches Problem. aber da müsste man ja Geld in die Hand nehmen. Und auch wenns nur ein Bruchteil der Kosten für Bankenrettung und Co wäre - geht schließlich nur m die Gesundheit der Bürger. Nicht um was wichtiges. Also vergessen wir es mal schnell wieder.

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fvaderno 05.03.2019, 22:17
49. Staatliche Förderungen für Heizungen

Folgende Heizungen werden vom Staat gefördert: Brennwertkessel für Erdgas und Heizöl, Blockheizkraftwerke, Solaranlagen, Holzkessel, Wärmepumpen und der Bau von Nah- und Fernwärme. Das sind (fast) alle der umweltfreundlichsten Arten von Heizungen. Es fehlen aber (geschlossene) Holzöfen, die mit modernen Abgasfiltern ausgestattet sind. Dazu gehören die meisten Pelletöfen und insbesondere sachgerecht gebaute (!) Kachelöfen - bisher ohne die Möglichkeit zur staatlichen Förderung! Insbesondere Grundöfen haben einen sehr hohen Wirkungsgrad. Außerdem tritt bei diesen beim Öffnen des Ofens zum Befeuern kaum Staub in den Raum und er wird je nach Bauart nur ein- oder zweimal täglich beheizt. Es ist also (im ländlichen Raum s.u.) die beste, effizienteste und kostengünstigste Methode mit dem beliebten Scheitholz zu heizen. Doch Vorsicht: Der Grundofen eignet sich nur für ständig bewohnte (und somit beheizte) Wohnungen. Zur Speicherung der Wärme dienen sehr dicke Wände aus Schamott, deshalb ist die maximale Wärmeabgabe erst mit 3-4 Stunden Verzögerung nach dem Brand zu erwarten. Er sollte während der Heizperiode idealerweise nie ganz abkühlen. Anderenfalls sollten sie einen Kachelofen mit gusseisernem Einsatz und mit etwas weniger günstigen Abgaswerten wählen! Auch wichtig: Seien sie sehr sorgfältig (!) bei der Wahl ihres Ofensetzers!!! In der Debatte um Feinstaub vermisse ich immer den Faktor des Standortes. Ein Standort, wo Feinstaub recht wenig Probleme bereitet, wäre etwa das romantische Försterhaus (so etwa wie im Märchen) oder eine Hütte in den Bergen. Dort verursacht ausgestoßener Feinstaub nur wenig Probleme, da er sich in der Atmosphäre verteilt und wieder ausgewaschen wird. Auch im weitläufig bebauten ländlichen Raum ist es ähnlich. Für solche Öfen gelten aber die gleichen Vorschriften wie für Anlagen in dicht bebauten Städten. Klar wäre es schwer, entsprechende diesbezügliche Vorschriften zu machen, es sollte theoretisch ja gleiches Recht für alle gelten.

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