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Mach Druck: Windkraft im Boden

Zu den größten Nachteilen der Ökostrom-Erzeugung gehört es, dass der nicht immer dann zur Verfügung steht, wenn man ihn gerade braucht. Das, glauben findige Entwickler, ließe sich ändern: Man müsste nur*Hohlräume*im Boden nutzen.

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Vergil 15.04.2011, 13:08
1. -

Zitat von sysop
Zu den größten Nachteilen der Ökostrom-Erzeugung gehört es, dass der nicht immer dann zur Verfügung steht, wenn man ihn gerade braucht. Das, glauben findige Entwickler, ließe sich ändern: Man müsste nur*Hohlräume*im Boden nutzen.
Interessant. Denn hierbei handelt es sich ja tatsächlich um eines der größten Hindernisse für die Einführung von regenerativer Energie.

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J4cky 15.04.2011, 13:21
2. ...

Zitat von Vergil
Interessant. Denn hierbei handelt es sich ja tatsächlich um eines der größten Hindernisse für die Einführung von regenerativer Energie.
Ist ein alter Hut und wird sicher in Deutschland genauso erfolgreich bekämpft wie die CCS-Technik. Da das Prinzip das selbe ist, es sich allerdings um CO2 handelt.

Ne hübsche Luftmine baut man im Zweifel dennoch.

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fabfiddle 15.04.2011, 13:39
3. Ich vermisse noch immer---

--- in allen Diskussionen die Punkte dezentrale Energieversorgung und die Diskussion über den Energiebedarf.
Solange wir nur in Gigantismus denken und mit wenigen "Kraftwerken" und mit tausenden Kilometern Leitungen alle Abnehmer mit unbegrenzten Strommengen beliefern wollen, zeigen wir nur, dass wir nichts gelernt haben.

Was ist mit den Gemeinden, die bereits heute incl. Gewerbe strommäßig völlig autark sind? Lässt sich dieses Modell nicht sehr viel kostengünstiger flächendeckend ausrollen? Österreich macht es uns vor - blamabel für uns, an denen doch die ganze Welt genesen soll...

Wieviel Strom brauchen wir überhaupt? Welche unnötigen Stromfresser brauchen wie viel Strom am Tag? Wie viele hell erleuchtete Autobahnen mit Straßenlaternen?? Wie viele taghell erleuchtete Gebäude? Welche unsinnigen Elektrogeräte gibt es in den Haushalten, wie viele unnötigen Elektroanlagen im öffentlichen Bereich?

Warum wird nicht mehr das Thema "Energie selbst gewinnen und verbrauchen" angeregt und gefördert? In EFH und MFH würden sehr kleine Speicher reichen, wenn das Dach mit Solar voll wäre, hochmoderne fast lautlose Windräder in Akkus Strom pumpen würden und das ganze noch mit Kleinkraftwerken und Biogas unterstützt würde... Warum muss meine Photovoltaikanlage unbedingt den Strom ins Netz speisen, damit ich ihn dann wieder aus dem Netz zurückkaufe???

Wann beginnen wir, international oder zumindest Europäisch zu denken? Solar in Südspanien und Portugal, ggf. auch in Afrika (da gibt es ja nicht nur Gaddafis...), Wind in Norwegen... aber neee, immer die Maas, die Memel und den Westwall im Hinterkopf...

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duanehanson 15.04.2011, 13:45
4. Luft oder CO² ...

Zitat von J4cky
Ist ein alter Hut und wird sicher in Deutschland genauso erfolgreich bekämpft wie die CCS-Technik. Da das Prinzip das selbe ist, es sich allerdings um CO2 handelt. Ne hübsche Luftmine baut man im Zweifel dennoch.
... im Boden zu lagern ist aber ein hübscher Unterschied. Bei einer Undichtigkeit in einem CO²-Lager sterben die drumherumlebenden Menschen nämlich wie die sprichwörtlichen Fliegen, das geht sogar noch wesentlich schneller als bei einem GAU im Atomkraftwerk.

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se123 15.04.2011, 13:59
5. künstliches Methan

War nicht erst vor ein paar Tagen ein Artikel in SPON, in dem stand dass Methan wesentlich klimafeindlicher ist als CO2. Mir fehlt der glaube, dass bei geöffneten und wiederbefüllten Erdgaslagern nicht ein kleiner Prozentsatz austritt und somit ist die ganze klimafreundlichkeit weg.

Aber grundsätzlich interessante Gedanken

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mcmercy 15.04.2011, 14:03
6.

Zitat von duanehanson
... im Boden zu lagern ist aber ein hübscher Unterschied. Bei einer Undichtigkeit in einem CO²-Lager sterben die drumherumlebenden Menschen nämlich wie die sprichwörtlichen Fliegen, das geht sogar noch wesentlich schneller als bei einem GAU im Atomkraftwerk.
Halte ich für ein Gerücht, CO2 ist im gegensatz zu CO nahezu ungiftig, da müssten Sie schon in einem geschlossenen Raum sein, der mit CO2 geflutet wird damit sie daran ersticken, im Freien dürfte das so gut wie ausgeschlossen sein, da sich das CO2 schnell verteilt und entsprechend verdünnt wird.
Davon abgesehen wird ja kein CO2 gespeichert sondern normale Luft.

Intersanter finde ich die Frage warum bei der Umwandlung in Gas nicht der Wasserstoff direkt gespeichert wird, sondern erst Methan daraus gemacht wird? Ich vermute mal damit man das ins normale Erdgasnetz einspeisen kann. Aber das wäre ja nicht zwingend notwendig, wenn die Anlage autark arbeiten würde. Per Smart Grid könnte man viele kleine solcher Anlagen vernetzen und den Wasserstoff dort speichern und verwerten, wo er erzeugt wird, direkt in der Nähe der Windparks.

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Atomfritz 15.04.2011, 14:07
7. Sehr guter Ansatz!

Eine möglicherweise geniale Idee!

Selbst die unvermeidbaren Verluste durch Undichtigkeiten würden sich harmlos auswirken im Gegensatz zu CO2-Speicherung oder Shale-Erdgas-Förderung.

Das gäbe weder Treibhausgase in der Luft noch Säure bzw. komplette Vergiftung des Bodens und Grundwasser mit Kohlenwasserstoffen.

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ivobuerhop@gmail.com 15.04.2011, 14:24
8. Unsere Atemluft in großem Stile unterirdisch lagern?

Die Technik klingt durchaus interessant um sie im kleinen Rahmen beispielsweise auf dem Land für Einfamilienhäuser einzusetzen aber man kann wohl kaum ernsthaft im großen Stile unsere begrenzte Atemluft unterirdisch Bunkern wollen. Eine echte Lösung für die Problemstellung der Energiespeicherung könnte es nur dann sein wenn wir unbegrenzt Luft hätten- haben wir aber nicht, also vergessen Sie es bitte und suchen besser nach einem anderen Weg, anstatt noch mehr für die Menschheit langfristig gefährliche Techniken zu entwickeln. Denkt doch einfach mal etwas weiter als von hier bis zu Eurem Bankkonto...

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Silverhair 15.04.2011, 14:35
9. Gegen den Gigantomanismus

Zitat von fabfiddle
--- in allen Diskussionen die Punkte dezentrale Energieversorgung und die Diskussion über den Energiebedarf. Solange wir nur in Gigantismus denken und mit wenigen "Kraftwerken" und mit tausenden Kilometern Leitungen alle Abnehmer mit unbegrenzten Strommengen beliefern wollen, zeigen wir nur, dass wir nichts gelernt haben. Was ist mit den Gemeinden, die bereits heute incl. Gewerbe strommäßig völlig autark sind? Lässt sich dieses Modell nicht sehr viel kostengünstiger flächendeckend ausrollen? ...
Mit dem "Gigantomanismus" beginnen ja die eigentlichen Probleme erst, da haben sie vollkommen recht!
Die Unbeherrschbarkeit von AKW's hängt ursächlich damit zusammen, genauso die gefährlichkeit von CO2 Speichern im Boden - und letztlich die Unzuverlässigkeit der Stromversorgung ebenfalls - geht irgendwo im System etwas schief, dann ist blitzschnell der Black Out da - sogar trivialitäten führen dazu - Schiff reist "Oberleitung" weg - Norddeutschland steht über 12 Std. ohne Strom da ..
Aber auch Wetter sorgt regelmäßig für Ausfälle!

Geschuldet ist das dem Wirtschaftsystem - der Rendite -schlicht und einfach - die Monopolisierung der Energieerzeugung lag und liegt immer im Interesse der Wirtschaft und der Aktienbesitzer, aber auch der Politik!
Es absolut dezentrale Energieerzeugung bedeutet schlicht Politischen Machtverlust auch, wer den Menschen den Strom nicht abdrehen kann - der kann auch nicht mehr Versorgung, Medien und Technologie beliebig als Druckmittel einsetzen!

Eine neue Studie hat gezeigt, das bei einem durchaus möglichen Blackout der Stromversorgung durch "Pannen" - die sicherheit und Gesundheit der gesamten Bevölkerung auf dem Spiel steht - spätestens nach 2 Wochen würden die Reserveernergie-erzeuger schlicht weder Kliniken, artztpraxen noch irgendwelche Medikamentenerzeugung oder Produktion erlauben!

Es gibt für alle Technologien "Dezentrale" Lösungen - die einen prinziellen Vorteil haben - sie werden schlicht durch ihre "Kleinheit" weniger Risikoanfällig im Gesamtsysteme - und damit werden auch "Pannen" schlicht so unwichtig wie Autounfälle -sie werden zu lokalen kleinstereignissen eben!

Die Natur hat sich auf das Prinzip - Redundanz und damit Störunanfälligkeit seit ihrem Beginn gestützt, - die Menschen auf Gigantomanismus und Entfernen der Redundanz - und genau das ist leztlich das ursächlich Problem mit allen Energiequellen - sie sind "Aktienbörsen freundlich gebaut" - und nicht dem Verstand geschuldet!

Nebenbei - Tschernobly und Fuhishima wären kein grosses Problem geworden - hätte man Micro AKW's gebaut, die einfach so wenig "Brennstoff" lagern das niemals eine Kernschmelze eintreten könnte - Sie sind eben nur nicht "Aktienbörsen" freundlich , weil dann "jedermann" so ein Microkraftwerk im Boden hätte - keine "Sammel-und Verteilleitungen" notwendig wäre - und ein Unfall schlicht nur winz-Mengen an Spaltbarem Material zur Verfügung hätte!

Gleiche Risiken liegen natürlich wieder bei "gigantischen CO2" Speichern - Sicherlich tödlich, aber eben durch die Gigantomanie dahinter ...

Davon müssen wir vor allem Wegkommen - das wir auf "wenige" Setzen, sondern wir müssen auf die Masse der Anlagen setzten - nicht mehr auf das Bündeln von Risiken an einem Ort, sondern an die konsequente Verteilung der Risiken auf tausende - Mio an winz-energieanlagen - selbst wenn dafür "Aktienbetriebe" eben nicht mehr benötigt werden!

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