Forum: Wissenschaft
Macht der Vorurteile: Es ist schwer, kein Rassist zu sein
DPA

Ob gegen "Nafris" oder Skinheads - Vorurteile sind stärker, als wir glauben. Sie formen unser Denken und Handeln. Und zwar automatisch und unbewusst, sagt die Forschung. Wehren kann man sich dagegen kaum. Oder doch?

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Attila 08.01.2017, 14:50
110. An die Foristen, die Vorurteile gut finden

Mehrere Foristen finden Vorurteile gut, weil sie uns ja von der Evolution in die Wiege gelegt wurden und überlebensnotwendig sind und sich aus Erfahrungen speisen usw usw. Gut, dann sollte sich die Menschheit insbesondere vor einer Gruppe hüten, mit der man einschlägige Erfahrung sammeln konnte, den "Weissen Christen": 9 Millionen ermordete Juden hier, einen ausgerotteten Kontinent da, Religionskriege, Weltkriege, Sklavenhaltung, Terrorismus jeder Couleur (linksradikal, rechtsradikal, katholisch (s. Irland/IRA), rein-rassistisch (s. Ku Klux Klan)), auf Scheiterhaufen verbrannte Frauen, in Klostern und Kirchen belästigte Minderjährige usw usw.
In Europa gibt es Probleme in Form einer erhöhten Kriminalitätsrate mit zugewanderten muslimischen Nordafrikanern, in den USA vergleichbare Probleme mit christlichen Schwarzen, die seit etlichen Generationen im Land leben (zunächst unfreiwillig). Der gemeinsame Nenner ist welcher? Nicht die Religion, nicht die nationale Zugehörigkeit. Kann es die "unweisse" Rassenzugehörigkeit sein? Ich bin mir sicher, dass viele jetzt nicken (bezüglich dieser Gruppe kann man vorurteilslos sagen, dass sie Rassisten sind). Nein, die Ursache von Kriminalität ist seit jeher Armut und Perspektivlosigkeit. Das bedeutet nicht, dass Kriminalität toleriert werden soll und dass z.B. die verstärkte Kontrolle von "Nafris" vor dem Kölner Bahnhof falsch gewesen ist. Es heißt lediglich nur, dass Weiße Christen auf der ganzen Welt von ihrem hohen Roß runterkommen sollten.

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flipbauer 08.01.2017, 14:59
111. Frage

Zitat von philosoph123
Ich glaube der beste Test für die eigene Weltsicht ist dieser: "Eine Versicherung weiß aus Ihren Schadensstatistiken das Deutsch-Türken 240% mehr Schadensfälle als "Bio-Deutsche" verursachen. Ist es nun gerechtfertig das Deutsch-Türken 240% mehr Beitrag zahlen als "Deutsche"? Ist die Antwort Ja ist man wohl CDU/FDP/AFD-Wähler. Ist die Antwort nein wählt man rot-grün....
Und was darf man wählen, damit der Beitrag der Autoversicherung für Männer höher( oder eben nicht) als für Frauen veranschlagt wird.
Männer verursachen nämlich laut Schadensstatistiken mehr Schadensfälle ais Frauen.

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Pride & Joy 08.01.2017, 15:09
112. Muster

Zitat von arch.aisch
Ein grundsätzlich sehr guter Artikel, mit dem heute einstudierten Vokabular geschrieben. Konsequenz aus den hier analysierten Anlagen unseres Verhaltens und der nicht ganz unwichtigen Funktion des kognitiven Geizkragens in uns sollte nun aber auch sein, dieses unselige, einstudierte Vokabular zu meiden und endlich davon wegzukommen, alltägliche Verhaltensweisen und alltägliche Gedankenwelten regelmäßig mit Superlativen zu belegen und die damit geförderte Spaltung der Gesellschaft zu erkennen. Jemand der sich normal verhält und in seinem Verhalten also auch mit seinem inneren kognitiven Geizkragen zusammenarbeitet, ist wohl kaum ein Rassist, ein Sexist, ein Nationalist, ein Kommunist und dergleichen. All diese Schlagworte belegen Extreme. In einer Gesellschaft, in der in den Zeitungen und Nachrichten nur noch die Sensation zählt und wahrgenommen wird, in der Normales, Alltägliches keinen Stellenwert hat, nicht erwähnenswert ist, wird auch das Vokabular dramatisch verkürzt. Alle Nuancen des Ausdrucks und damit des gegenseitigen Umganges werden eliminiert. Und damit wird auch die Kultur des Diskurses, die ernsthafte Auseinandersetzung, die nur im Zusammensitzen stattfinden kann, über Bord geworfen. Der Alltag und das gesellschaftliche Miteinander, in welchen nur noch mit „ismen“ kommuniziert wird, führt auf Dauer nahezu zwangsläufig zu Mord und Totschlag. Frauen, seid und bleibt selbstbewusste, stolze Frauen und vergesst Feminismus und Sexismus. Männer, seid und bleibt selbstbewusste und empathische Männer und vergesst Machismus und Sexismus. Deutsche, seid und bleibt (oder werdet) stolz auf Euch und die Vielfalt Eurer Regionen und vergesst Nationalismus und Chauvinismus. Redet einfach normal miteinander. Redet „Positiv“, benutzt gerne auch ausgiebig den „Komparativ“, vermeidet tunlichst den „Superlativ“. Ihr werdet merken, es wird vergleichsweise besser (Komparativ).
Tja, wenn es denn so einfach wäre über seinen eigenen Schatten zu springen und seine Verhaltensmuster zu korrigieren, wie es tatsächlich ist.

Jeder Mensch wird sein persönliches Wertesystem, seinen tief in sein Unterbewusstsein eingeschriebenen und empfundenen Verhalteskodex nicht einfach deshalb aufgegen können, weil er Ihre Zeilen, oder die des Herrn Stöcker liest. Dazu braucht es mehr.

In dem Moment wo man mit fremden Menschen in fremder Umgebung konfrontiert wird, ordnet man sie automatisch ein. Es wirkt ein sog. Frühwarnsystem. Erst durch längere Beobachtung, oder auch durch Gespräche erkennt man, entweder, dass Vorsicht weiterhin angebracht ist, oder dass man seinen anfänglichen Gefühlen doch nicht trauen kann. Das ist nur das Umschalten von emotionaler auf die rationale Ebene und darin sind Menschen unterschiedlich (gut). ;-)

Das alles ist weit entfernt von Rassismus!

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willibaldus 08.01.2017, 15:18
113.

Es scheint, dass solche Abkürzungen, solches Schubladendenken dem Menschen inhärent ist. Bewusstsein dafür zu entwickeln kann dem entgegenwirken, ganz los wird man es nicht. Es ist vor allem schwierig, sich einer entsprechend gestrickten Umgebung zu entziehen, wegen Gruppendynamik.

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willibaldus 08.01.2017, 15:21
114.

Zitat von flipbauer
Und was darf man wählen, damit der Beitrag der Autoversicherung für Männer höher( oder eben nicht) als für Frauen veranschlagt wird. Männer verursachen nämlich laut Schadensstatistiken mehr Schadensfälle ais Frauen.
Das lässt sich dann über die Krankenversicherung wieder ausgleichen, da sind die Frauen teurer.

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willibaldus 08.01.2017, 15:22
115.

Zitat von flipbauer
Und was darf man wählen, damit der Beitrag der Autoversicherung für Männer höher( oder eben nicht) als für Frauen veranschlagt wird. Männer verursachen nämlich laut Schadensstatistiken mehr Schadensfälle ais Frauen.
Oder über höhere Rentenbeiträge, weil Frauen älter werden als Männer.

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willibaldus 08.01.2017, 15:31
116.

Bei der Polizeiaktion in Köln lag das Augenmerk laut Polizei auf: "Gruppen von jungen Männern zwischen 18 und 35 mit offensichtlichem Aggressionspotential". Das mag mancher individuelle Polizist anders gesehen haben. Die Hälfte der betroffenen Gruppen junger, auffälliger Männer waren übrigens "bio"deutsche. Die anderen aus vielen Ländern von Syrien, Aghanistan bis Marokko.
Und nicht alle waren auch auf Stress aus, die meisten eher in Partyabsicht unterwegs.

Trotzdem gut, dass die Polizei Präsenz gezeigt hat. Ab und zu ist es ganz OK zu zeigen, dass man auch die grosse Keule zur Hand haben kann, wenn es opportun scheint. Augenmass ist entscheidend und oft eine ziemliche Gratwanderung. Ich denke Köln war diesmal eine gut gelungene Aktion von Seiten der Polizei.

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willibaldus 08.01.2017, 15:47
117.

Ich habe lange im Ausland gearbeitet, zusammen mit Leuten aus vielen verschiedenen Ländern. Es war echt zum fremdschämen, als einige deutsche Kollegen das Gastland verlassen mussten. Die hatten sich aufgeführt wie Kolonialherren und als Konsequenz wurde das Firmencamp überfallen. Zu ihrem Glück waren die beiden nicht da und ihnen wurde von der Firma dann nahegelegt, ihren Arbeitsplatz nach Deutschland zu verlegen.
Es gab noch andere, die als "braunes Radio" auffielen oder beleidigende Spitznamen für fremde Nationalitäten hatten und ich meine nicht so harmlose wie frogs, limeys oder krauts. Die haben wenigstens weitgehend OK mit allen zusammengearbeitet.
Es gab aber auch schon mal Unmut wenn sich einer der Einheimischen abfällig über kirchliche Dogmen äusserte wie Jungfrau Maria Mutter Gottes zB. Der Kollege hat ihm dann gleich angeboten, den Rest zu Fuss zu gehen, weil er das nicht akzeptieren wollte. Das war dann aber OK.

Da gab es auch viele falsche Vorstellungen über die jeweiligen Länder. Manches wurde offensichtlich auch absichtlich falsch kolportiert. zB als in der Schweiz über das Verbot von Minarettneubauten abgestimmt wurde, da hiess es aus manchen Kreisen, in der Schweiz würden jetzt die Moscheen abgerissen. ich habe das dann klargestellt und die Quellen zu dem Gerücht in Frage gestellt, was denen nicht passte. Waren vielleicht "wichtige" Imame.
Kritische Fragen sind die nicht so gewohnt.
ich habe dann angemahnt, das ich alle Kritik zurücknehme, wenn ich die Kirchenglocke in der Hauptstadt höre. Die ist stehengeblieben nachdem die Christen und Juden aus dem Land gedrängt wurden von Gaddafi.

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Proggy 08.01.2017, 15:48
118.

Vorurteile, sind meist Ergebnisse von erlebten und 'gehörten' Erfahrungen, der 'eigenen' Gruppe - wie weit entfernt auch immer.
Es war aber noch nie zielführend, wenn über Nebenwirkungen oder Symptome zu diskutieren, statt die Ursachen vernünftig anzugehen bzw. abzustellen.

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Putenbuch 08.01.2017, 15:53
119. Was lernen wir daraus?

Voruteilshaber nicht gleich als "Rassisten" diffamieren?

Meiner Erfahrung nach geben Menschen, die ihr Handeln stark nach Vorurteilen ausrichten, diese auch auf, wenn sie Erfahrungen machen, die ihr Vorurteile widerlegen.

Viel schlimmer sind die, die jemanden oder etwas abwerten, um sich selbst besser zu fühlen. z.B diejenigen, die zwischen "Hoch"-Kultur und minderwertiger Kultur unterscheiden, die Mundarten als minderwertige Sprache verpönen.

Ganz besonders beliebt bei unseren Politkaspern ist ja: Computerspiele machen gewaltätig. Alles Killerspiele. Man sollte meinen, die Politik sollte dem Bürger als Vorbild dienen. Abschreckende Beispiele triffts da wohl eher. Auch der Umgang mit der AfD zeigt hier die Scheuklappen der Politik.

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