Forum: Wissenschaft
Macht der Vorurteile: Es ist schwer, kein Rassist zu sein
DPA

Ob gegen "Nafris" oder Skinheads - Vorurteile sind stärker, als wir glauben. Sie formen unser Denken und Handeln. Und zwar automatisch und unbewusst, sagt die Forschung. Wehren kann man sich dagegen kaum. Oder doch?

Seite 13 von 19
kumi-ori 08.01.2017, 16:02
120.

Zitat von markus.w77
wenn man das alles weiß, warum wird dann nicht einfach akzeptiert, das nicht alle Menschen mit allen Menschen gut auskommen können? Nur so als Frage: Wenn ein Dorf in Sachsen keine oder wenig Ausländer haben möchte, warum wird das nicht akzeptiert? Erfahren die halt nicht die kulturelle Bereicherung. Nur so ein Gedanke.
Dann mögen die Bewohner dieses sächsischen Dorfs aber auch bitte in ihrem sächsischen Dorf bleiben. Ich lebe in einer größeren Stadt Süddeutschlands, in die mehrere Sachsen zugezogen sind, und was meine ausländische Frau erlebte, lieferte nicht immer ein gutes Bild von Deutschland ab.

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lookinside13012 08.01.2017, 16:22
121. Die Demokratie ist die einzig mögliche Antwort

Die Demokratie ist die einzige Antwort, um diesen Hass zu überwinden!
Unsere Werte und Gesetze reichen aus ,um auf Dauer diese anscheinend
unüberwindbaren Gegensätze
in ein funktionierendes Gebilde zu verwandeln.....

Schade nur,dass hier jeder wählen darf.....

Wer wäre dafür prädestiniert einen „Demokratie-Fähigkeiten-Test“ zu entwickeln?

Eine Art Führerschein um gewisse notwendige Grundfähigkeiten nachzuweisen?
Freiwillige vor....:)

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lschampel 08.01.2017, 16:23
122.

Niemand wird als Rassist geboren. Zum Rassisten wird man gemacht,
durch Politik und Mitmenschen, die es an Mitmenschlichkeit vermissen lassen.

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spiegelobild 08.01.2017, 16:29
123.

Zitat von Attila
Mehrere Foristen finden Vorurteile gut...Nein, die Ursache von Kriminalität ist seit jeher Armut und Perspektivlosigkeit.
Es sollte Ihnen aber klar sein, dass auch dies dann ein Vorurteil ist. Sie stellen Arme unter den Generalverdacht, kriminell oder besonders anfällig dafür zu sein. Eine Beleidigung für viele Menschen, die arm sind.

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mondomigliore 08.01.2017, 16:41
124. Danke

Herr Stöcker, ein wunderbarer artikel!

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aequidens_pulcher 08.01.2017, 16:58
125.

Wir sind alle Rassisten, wir sind alle territorial veranlagt. Für mich ist das nur logisch. Aber, dafür hat der Mensch seinen Verstand, um die eigenen Gefühle zu hinterfragen und zu steuern.

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MotziLLa 08.01.2017, 17:10
126. faszinierend

Faszinierend, wie schnell sich unsere Empörungsjunkies wieder angegriffen fühlen, sobald man versucht, auf eine sachliche und argumentativ begründete Diskussion zurück zu kehren. Die menschliche Verhaltenspsychologie ist gut erforscht, und Sachen wie Vorurteile gegenüber spezifischen Menschengruppen lassen sich biologisch, psychologisch und soziologisch gut erklären. Auch lässt sich gut erklären, warum es von Vorteil wäre, neben seinen Gefühlen auch den Verstand mitreden zu lassen. Trotzdem (oder vielleicht gerade deshalb) empören sich wieder die "üblichen Verdächtigen" (Achtung, Vorurteil) darüber und fühlen sich als Opfer manipulierender Mächte, die Böses im Schilde führen.

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waldschrat_72 08.01.2017, 17:44
127. Es ist nicht nur schwer, kein Rassist zu sein.

Es ist noch viel schwerer, eine Kolumne zu schreiben, die in sich schlüssig daherkommt. Mir stellt sich nach dem Lesen die unweigerliche Frage, was mir der Autor eigentlich sagen möchte. Schon der Vergleich von Vorurteilen gegenüber einem Nordafrikaner (diese könnten rassistisch induziert sein) vs. Vorurteilen gegenüber einem deutschen Neonazi (diese könnten durch alles Mögliche induziert sein, auf keinen Fall jedoch rassistisch motiviert, es sei denn, der Neonazi wäre einer anderen Rasse als der europäischen zuzuordnen) erschließt sich mir nicht so richtig. Zum in den letzten Tagen so oft bemühten Begriff des "racial-profiling" möchte ich noch anmerken, dass dies ein unglücklich gewählter Begriff ist, denn das jeweilige profiling hat die Rassenzugehörigkeit in der Regel als nur einen unter vielen weiteren Aspekten zum Inhalt. Dazu muss man sich nur mal beim Mossad schlau machen. Für das Auslösen verschärfter Kontrollmechanismen ist dessen Profiling, -z.B. an Flughäfen-, ganz eindeutig: Die Hauptzielgruppe: Jung bis mittelalt, männlich, arabischstämmig. Und nicht vordergründig die 70 jährige Oma aus Tel Aviv auf Besuchsreise zu den Enkeln. Nach ungefähr diesem Schema, nämlich jung, männlich, teilweise alkoholisiert, in Gruppen, und ja: mit Migrationshintergrund, hat wohl die Kölner Polizei den präventiven Schwerpunkt gelegt. Ich kann beim besten Willen kein Problem darin erkennen. Insbesondere vor dem Hintergrund der vorletzten Kölner Silvesternacht.

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Attila 08.01.2017, 17:45
128. @123. spiegelobild

"Es sollte Ihnen aber klar sein, dass auch dies dann ein Vorurteil ist. Sie stellen Arme unter den Generalverdacht, kriminell oder besonders anfällig dafür zu sein. Eine Beleidigung für viele Menschen, die arm sind."

Es ist natürlich kein Vorurteil, Gewaltkriminalität und Armut sind nämlich statistisch korreliert (und zwar ausnahmslos und auf der ganzen Welt), genauso wie Steuerhinterziehungskriminalität und Reichtum, darüber braucht man gar nicht lang zu diskutieren. Und ich stelle niemanden unter Generalverdacht, wenn ich behaupte, dass Benachteiligung, Ausgrenzung und Bildungsmangel das Kriminalitätspotential in der Gesellschaft befördern. Ein Vorurteil ist, Kriminalität mit Religion oder Rasse in Verbindung zu bringen (so wie Sie es vermutlich tun, oder bin ich hier einem Vorurteil zum Opfer gefallen?).

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andree_nalin 08.01.2017, 18:01
129. Vorurteile bestimmen unser Leben

und um damit einigermaßen menschenwürdig umzugehen bedarf es zu allererst B I L D U N G. Der Mensch muss, sobald er dazu in der Lage ist, lernen, wie Vorurteile entstehen, wirken und wie man mit ihnen im Sinne eines friedlichen Zusammenlebens umgehen kann / sollte. Dafür werden aber auch qaulifizierte Ausbilder benötigt, die nicht schon selber unreflektiert den Kern von Vorurteilen in sich tragen.

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