Forum: Wissenschaft
Macht der Vorurteile: Es ist schwer, kein Rassist zu sein
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Ob gegen "Nafris" oder Skinheads - Vorurteile sind stärker, als wir glauben. Sie formen unser Denken und Handeln. Und zwar automatisch und unbewusst, sagt die Forschung. Wehren kann man sich dagegen kaum. Oder doch?

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5b- 08.01.2017, 18:42
130. Unfertiger Gedankengang

Nach bestimmter buddhistischer Philosophie ist es sogar so, dass wir an die Existenz unserer Ichs aufgrund desselben Mechanismus glauben. Der Geist besteht aus Wahrnehmung ohne dass er ultimativ existiert. Wir denken dass wahrgenommene Objekte so existieren, wie sie uns erscheinen. So gesehen ist unsere Existenz ein Vorurteil.

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fat_bob_ger 08.01.2017, 18:47
131. Genau so ist es:

Vorurteile sind uns in die Wiege gelegt. Während der letzten 6 Mio. Jahre musste der Mensch eigentlich immer in Bruchteilen von Sekunden entscheiden können, ob Gefahr droht oder nicht. Wenn ja, musste er wieder in kürzester Zeit (

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TheSphinx 08.01.2017, 18:49
132. Ich bin gespannt...

...ob ich den Tag, an dem wieder der gesunde Menschenverstand regiert und Journalismus nicht nur noch Blasen bilden und Echokammern fördernd ist noch erleben darf

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7eggert 08.01.2017, 19:05
133.

Dazu empfehle ich die Sendung "Spinnen, Schlangen Und Fremde" aus der Reihe "Geist & Gehirn".

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7eggert 08.01.2017, 19:12
134.

Zitat von 5b-
Nach bestimmter buddhistischer Philosophie ist es sogar so, dass wir an die Existenz unserer Ichs aufgrund desselben Mechanismus glauben. Der Geist besteht aus Wahrnehmung ohne dass er ultimativ existiert. Wir denken dass wahrgenommene Objekte so existieren, wie sie uns erscheinen. So gesehen ist unsere Existenz ein Vorurteil.
Das ist Platons Höhlengleichnis.

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waldschrat_72 08.01.2017, 19:20
135. Analog auch..

Zitat von 7eggert
Das ist Platons Höhlengleichnis.
.. das alte hinduistische Gleichnis vom Hundetempel.

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meine_foren 08.01.2017, 19:58
136.

Ich denke, dass jeder Mensch eine Art eingebauten Scanner (Umschreibung für Vorurteile) hat, wenn er anderen Menschen begegnet: dick oder dünn, klein oder groß, hübsch oder hässlich, männlich oder weiblich, jung oder alt usw. Dazu kommt natürlich noch das Abgleichen mit eigenen Erfahrungen.

Das ist völlig normal und trifft also nicht nur auf Rassismus beruhende Merkmale wie die Farbe der Haut zu. Unsere Scanner legen automatisch Schubladen an.

Warum das so ist, weiß ich nicht genau. Selbsterhaltungstrieb? Gruppenzugehörigkeitsgefühl? Jedenfalls ist dieses Scannen, Kategorisieren und Einordnen für mich noch lange kein Rassismus. Wenn ich in ein Land reise, indem meine äußerlichen Merkmale nicht zur vorherrschenden ,,Norm" gehören, falle ich ebenfalls jedes Mal wie ein bunter Hund auf und Gespräche zielen zuerst auf meine Herkunft ab. ;-)

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Maler 08.01.2017, 20:10
137.

Vorurteile und Lebenserfahrung gehen oft Hand in Hand. Und sie verfestigen sich, wenn man persönlich immer wieder einschlägige Erfahrungen macht. Das passiert auch dem überzeugtesten Antirassisten, bei allem guten Willen.

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tiberius.geiersburg 08.01.2017, 20:17
138.

Vorurteile kann man überwinden!

Die Frage ist nur, ob man diese überwinden will. Ob sich die Mühe lohnt?

Vorurteile können ein wohliges Gemeinschaftsgefühl erzeugen. Wir gegen die!

Komplexitäten werden vereinfacht.

Ein Kommentator sagte zuvor, dass Vorurteile auch aus negativen Erfahrungen entstehen können.
Kann gut sein. Ich vermute da aber eine Prädisposition.

Ich behaupte einfach mal, dass die Verkürzung der Wahrnehmung mit Faulheit zu tun haben könnte.

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Haudegen 08.01.2017, 21:40
139. Mit Vorurteilen kann man doch gut leben, schließlich...

liegt es an mir selbst ob ich Vorurteile gegen mich bestätige oder eher Unvoreingenommenheit nähre. Im Falle der Kölner Polizei lesen Sie doch mal http://www.focus.de/politik/deutschland/koelner-silvesternacht-wenn-die-polizei-uns-nicht-schlaegt-muessen-sie-uns-laufen-lassen_id_6462957.html . Ohne Vorurteile müsste man ja jedes mal bei Null anfangen was besonders bei Menschen mit krimineller Energie sehr müßig ist. Wenn ich mehrheitlich Menschentypen begegne, mit denen sich eher negatives Verhalten verbindet, dann liegt das daran, das dieses negative Verhalten eben von diesen Typen genährt wurde. Besser man ist da vorgewarnt und vorsichtig. Vorurteile haben sich entwicklungsgeschichtlich bewährt - sonst gäbe es sie ja nicht! Als Menschen sind wir Phänomene auch aus archetypischer Erfahrung. Gut so - man muss nicht alles schlecht machen. Wie schon gesagt: Ich muss keine Frauen sexuell belästigen oder Polizisten im Namen von Allah bedrohen, weil ich z.B. in Berlin-Kreuzberg in eine Verkehrskontrolle gerate. Es gehört zum Leidensdruck des täglichen Lebens nun mal dazu, das nicht alle mich mögen. Kommt ja auch immer darauf an was man voneinander will. Mit der Polizei habe ich bisher noch nie Probleme gehabt, weil ich auch Vorurteile ausgeräumt habe. Das kann man auch erwarten wenn man nichts zu verbergen hat. Seid der Flüchtlingskrise wird mir zu sehr in diese Richtung diskutiert: Wie können wir Deutsche noch lieber und netter sein? Und die Flüchtlinge? Wann sind die mal dran? Mit meinen Vorurteilen verfahre ich weiter wie bisher, denn so fühle ich mich sicherer! Man kann mich ja immer gerne vom Gegenteil überzeugen. Das betrifft auch Glatzköppe mit Springerstiefeln - da mache ich einen Bogen drum, wenn's geht. Will mit denen nichts zu tun haben und muss deshalb nicht auf die zugehen. MfG

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