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Marathon: Die Droge der Jäger und Dauerläufer
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Laufen kann Menschen in einen Rauschzustand versetzen. Warum eigentlich? Forscher glauben, die Glücksgefühle haben evolutionäre Gründe: Sie können Menschen Urzeiten zur Bewegung motivieren. Was früher bei der Jagd half, treibt heute zum Marathon.

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ichbindannmalfort 28.04.2012, 08:23
1.

Die offizielle Marathon-Strecke ist nicht 42,9 km, sondern 42,19 km.

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Centurio X 28.04.2012, 08:46
2.

...können die durch Endorphine erzeugten Glücksgefühle (=runners high) nicht errreicht werden.

Nur ab einem gewissen Trainingszustand ist der menschliche Körper imstande, diese Glückshormone zu produzieren, da er mindestens eine halbe oder dreiviertel Stunde laufend unterwegs sein muß, bevor sie sich einstellen.

Der untrainierte Büromensch schafft am ersten Tag seines Laufversuchs in der Regel noch keinen halben km ständiges Laufen. Mit etwas Willen lässt sich das ändern, und nach wenigen Tagen Training schafft man schon 1 km, wenig später dann 2, 4, 6, 8 km.

Und dann kann die Belohnung durch die Entdeckung eines völlig neuen glücklich und optimistisch machendes Körpergefühls der Beginn eines erfüllteren gesunderen Lebens sein.

Warum wohl ist die Zahl der Langstreckenläufer, die einem auf Straßen, Stadtparks im Wald in allen Altersklassen ständig begegnen in den letzten Jahren wohl so gewaltig angestiegen? Es ist bestimmt keine Modeerscheinung, denn derjenige, der es richtig macht, kann es sich nicht mehr vorstellen, in eine Welt des bewegungsarmen nur Stuhlsitzens und Sofaliegends zurückzukehren.

Eine Laufmotivationshilfe war schon in vielen Fällen das Lesen dieses Buches = http://www.sesterheim-gmbh.de/flyer.htm

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Holperik 28.04.2012, 09:10
3.

Der Marathon hat neuerdings 42,9 km.
Glücksgefühl nach dem Marathon? Nee, die Beine taten weh. Das war es aber auch.

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laosichuan 28.04.2012, 09:47
4.

Ich selbst laufe jedes Jahr Marathon und erlebe zumindest beim Training intensive Glücksgefühle (beim Marathon selbst ist das Tempo dafür etwas zu niedrig).

Trotzdem sähe ich mich in der Wildness bei der Jagd oder Flucht schlecht gerüstet. Ich wüßte keine Jagd, die mit gleichmäßigem Tempo über Stunden geht.

Kurzstreckenläufer hätten bessere Überlebenschancen.

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Ha.Maulwurf 28.04.2012, 09:48
5. Prämisse?

Zitat von sysop
Laufen kann Menschen in einen Rauschzustand versetzen. Warum eigentlich?
Mir scheint die Prämisse der Theorie weit hergeholt. Das Weglaufen vor Raubtieren wird ja auch bei Jägern und Sammlern nicht zum Halbmarathon ausgeartet sein. Und warum sollte man zum Sammeln eigentlich laufen und nicht gehen? Pilze und Erdbeeren laufen ja nur sehr seltenen Fällen weg.

Ich würde den Rauschzustand eher als eine Art Schutzmechanismus betrachten, der im Notfall längere Läufe ermöglicht. Wenn die Jäger und Sammler sowieso ständig am Joggen waren, dann braucht es diesen Rauschzustand aber nicht.

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kopfsache 28.04.2012, 10:10
6.

es erscheint mir logisch, dass man schon einen Grad an Fitness aufbauen muss, damit sich die Glücksgefühle über die Schmerzgefühle hinwegsetzen muss. Frettchen unkooperativ? Ich muss lachen bei so viel Arroganz. Ich versteh auch garnicht, wie man ein Frettchen, dessen Naturell nunmal nicht die Bewegung (im Laufen) ist. Ich denke auch, dass die Glücksausschüttung viel mit Einstellung/ Stimmung zu tun hat, wie ich hier so bei den Kommentaren lesen kann. Jeder, der sich nur auf den Kraftaufwand konzentriert oder den Lauf nur zum Mittel zum Zweck sieht, hat da bestimmt Resistenzen

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blowup 28.04.2012, 10:18
7.

Merkwürdige Schlussfolgerung. Also wenn der frühe Jäger auf Langstreckenlauf angewiesen war, um seinen Feinden zu entkommen, dann hatte er aufgrund der geringen Geschwindigkeit wohl kaum eine Chance! Wahrscheinlich ist dieser Teil dann (bis auf die Marathonläufer...) ausgestorben, während der "frettchenhafte" Teil, der seine Glücksgefühle durch Nachdenken und Listigkeit bezieht, überlebt hat. Allein schon wegen dem sparsameren Umgang mit seiner Energie.

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capt. future 28.04.2012, 10:40
8. Laufen unter Strafe ...

Zitat von sysop
Laufen kann Menschen in einen Rauschzustand versetzen. Warum eigentlich? Forscher glauben, die Glücksgefühle haben evolutionäre Gründe: Sie können Menschen Urzeiten zur Bewegung motivieren. Was früher bei der Jagd half, treibt heute zum Marathon.

Nun ist es nur noch eine Frage der Zeit, eh ein schlauer Politiker auf die Idee kommt, Laufen unter Strafe zu stellen, als neue Volksdroge zu stigmatisieren und Drogenkontrollen einzuführen. Ganz zu schweigen von denen, die sich nach dem Sport ins Auto setzen.

Die Ausschüttung von körpereigenen Endocannabinoiden, die Glücksgefühle erzeugen, ein High!!! Ja, ein gefundenes Fressen. Auf das wir alle bald mit so einer Wampe irgendwo dahin vegetieren und völlig unglücklich den letzten Funken Freiheit aus der Menschheit raus quetschen...

Nein. Spass bei Seite, ich halte das in unserem Land für nicht ausgeschlossen....

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xxxmatbxxx 28.04.2012, 11:05
9.

Kann mich den skeptischen Stimmen bezüglich der Logik nur anschließen.

Jäger und Sammler sind sicherlich nicht kilometerweit am Stück durch die Tundra gerannt. Charakteristisch für den Steinzeit "Lifestile" waren wohl eher kurze Sprints, z.B. wenn man mal vor wilden Tieren weglaufen musste oder etwas einfangen wollte. Wollte man lange Strecken überwinden hat man sich eher langsam bewegt.

In der Tat stellt Langlaufen einen nicht zu unterschätzenden Stressfaktor für den Körper dar, was sich z.B. in stark steigenden Cortisol Leveln bemerkbar macht und somit dem Muskelaufbau eher entgegenwirkt. Einfach mal Marathonläufer mit Sprintern vergleichen, da wird einem gleich einiges klar.

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