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Marin Soljacic: Der Mann, der Strom durch die Luft schickt

Was nutzen Mobilgeräte, wenn man sie dauern an Kabeln aufladen muss? Der Physiker Marin Soljacic will die Welt von Netzkabeln befreien, Handys und Computer einfach in der Tasche aufladen lassen. Einen kabellosen Fernseher hat er schon gebaut, aber die Ausführung ist verzwickt.

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Takamisakari 27.04.2009, 09:13
30. °_°

Alle wissen mal wieder alles, trotz schlechter Recherche des Spiegels.
Alle wissen mal wieder das es nicht geht.
Hier in D-Land bestimmt nicht, sollte der gute Mann es dann aber doch hinkriegen, geh ich jede Wette ist es auch Bäh.
Aber Haupsache man verärgert nicht die Kosmischen Energiegeister, oder welcher Esoterische Unfug gerade Mode ist.
Und überhaupt, es ist nicht euer Geld.

Ich habe manchmal echt das Gefühl, das wir Deutschen echt alle Psychos sind, kaum gibt es irgendwo mal eine neue Idee oder eine neue Anwendung wird sofort hyperventiliert und der Weltuntergang herbeigeredet.
So das war nicht PC musste aber mal gesagt werden °_^

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infoseek 27.04.2009, 10:16
31. Ist ja schön

dass die Übertragung theoretisch mit einem sehr optimistischen Wirkungsgrad von 90% erfolgen kann. Wenn man jedoch in Ansatz bringt, was insgesamt auf dem Weg von der Steckdose zum endgültigen Verbraucher liegenbleibt (Wandlung-Übertragung-Rückwandlung), dürfte der Gesamtwirkungsgrad eher bei 50-60% liegen, also noch unterhalb dessen, was die miserabelsten Müll-Schaltnetzteile liefern.

Eine Technik, die derart verschwenderisch mit Energie umgeht, ist reichlich unzeitgemäß. Immerhin sind - völlig zu Recht - bereits Vorschriften im Anmarsch, die von Netzteilen einen Wirkungsgrad >90% fordern. Das ist mit Trafo- oder Schaltnetzteilen problemlos machbar, für die Magnetresonanz-Technik unter Praxisbedingungen aber unerreichbar. Mal ganz abgesehen davon, dass die ganz grundsätzlichen Probleme, die bis zur einer eventuellen Praxisreife noch zu lösen sind, ebenso zahlreich wie komplex sind.

Die Demonstration der prinzipiellen Machbarkeit ist ja nett, aber angesichts der bekannten Technik kaum preiswürdig. Und auf Streufelder auf meinem Schreibtisch in zwei- bis dreistelliger Größenordnung verzichte ich gerne - da brauche ich zur Begründung noch nicht mal Esoterik-Geschwurbel zu bemühen.

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rem73 27.04.2009, 10:30
32. lustig ..

ich wusste garnicht wie senationell mein 10 jahre alter akkurasierer (panasonic 7003) ist. 2 spulen getrennt von 5mm plastik und luft- dachte ich zumindest bisjetzt. hab ich wohl falsch gedacht. spiegelonline und seinem genialen schreiberling sei dank bin ich mir jetzt darüber im klaren: das ist die erfindung des 21. jahrhunderts

nebenbei bemerkt: war auch lustig die bisherigen kommentare zu lesen. esoterisch/technikfeindlich prallt auf (ex)etechnikstudi

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hintze3 27.04.2009, 11:28
33. Schon vor 80 Jahren

Zitat von Holledauer
Das hatte ich noch vergessen: Mein Professor hat das schon vor 40 Jahren in der Physikvorlesung vorgeführt. War nur kein Journalist dabei. Oder: Damals wussten sogar Journalisten aus ihrem Physikunterricht, dass es so etwas gibt. (Es fällt mir wirklich sehr schwer, political correct zu sein!)
Schon vor 80 Jahren hatte es sich in Berliner Laubenkolonien herumgesprochen, dass man seine Bude kostenlos beleuchten konnte, wenn man den Reichssender Berlin, der schon einige kW abstrahlte, mit einer Antenne anzapfte und damit eine Glühbirne zum Leuchten brachte. Also wirklich nichts Neues. Da damals die Sender nachts abschalteten, lagen die Laubenkolonien dann allerdings im Dunkeln. Ob durch das Anzapfen wirklich die Feldstärke des Senders merklich zurückging, wurde nicht bewiesen, aber die Sache wurde natürlich verboten.
Der Wirkungsgrad der drahtlosen Energieübertragung ist natürlich, wie hier schon mehrfach angeführt, mieserabel, sodass sich diese Technik nur in Sonderfällen lohnen kann.

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freelance 27.04.2009, 13:00
34. Nachtrag

Zitat von freelance
Ist ja schon erwähnt worden: Stichwort Induktion. Ist bei uns damals im Physikunterricht im Gymnasium in der 10. oder 11. Klasse durchgenommen worden. Was mich etwas erschaudern läßt ist die Tatsache, daß diese Truppe sich mit zwei groben Spulen hinstellt, die Glühbirne leuchtet - EUREKA!, und das von Journalisten als Entdeckung gefeiert wird. Das taugt vielleicht als Jahrmarktattraktion für.......
Die von mir erwähnte Frau Stramm heißt natürlich Schramm.
Nur soviel nochmal zu dem Artikel: Man kann natürlich nichts genaues zu den Ergebnissen sagen. Man muß ja eigentlich davon ausgehen, daß die am MIT seriös sind, und schon irgendwas an der Sache dran ist.
Allerdings ist der Artikel dermassen schlecht recherchiert und vollgespickt mit Fehlern, daß es einem graust.
Alleine der Titel ist komplett falsch: Der Mann, der Strom durch die Luft schickt.
Nein, es sind keine Elektronen, die da durch die Luft schwirren. Das wäre wahrlich unpraktikabel und äusserst gefährlich, sondern die Elektronen fliessen in der Empfängerspule über magnetische Induktion. In diesem Fall sind die Frequenzen aufeinander abgestimmt: gekoppelte Resonanz.
Allerdings bleibe ich sehr skeptisch, ob das in naher Zukunft zur Marktreife gelangen könnte. Im Artikel steht, daß Abstände von bis zu einem Meter 'brauchbare' Effizienzen liefern könnten. Da fragt man sich doch, ob dieser Meter Kabel, der dann wegfiele, nicht tolerabel ist. Hat das doch einen ganz grossen Vorteil: Mein Kabel kann ich durch ein längeres austauschen.

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surfistacapoeirista 27.04.2009, 14:48
35. Ein alter Hut und totaler Mist, sowas habe ich schon im Bad!

Ich aknn dies voll bestätigen:

Zitat von rem73
ich wusste garnicht wie senationell mein 10 jahre alter akkurasierer (panasonic 7003) ist. 2 spulen getrennt von 5mm plastik und luft- dachte ich zumindest bisjetzt. hab ich wohl falsch gedacht. spiegelonline und seinem genialen schreiberling sei dank bin ich mir jetzt darüber im klaren: das ist die erfindung des 21. jahrhunderts nebenbei bemerkt: war auch lustig die bisherigen kommentare zu lesen. esoterisch/technikfeindlich prallt auf (ex)etechnikstudi
Mein Zahnbürste lädt sich auch über diese Wundertechnik auf. Dort macht es auch ansatzweise Sinn, denn elektrische Kontakte würden dort schnell rosten (klar, korrodieren).

Das Wichtigste: Die Ladung dieses Miniakku dauert ca. 24 Stunden. Wenn ich mein Handy auf so einer Platte zwei Wochen liegen lassen muss, bis es voll ist, suche ich doch lieber eben das Kabel (eigentlich suche ich das nie) und es ist in zwei Stunden voll.

Viel sinnvoller wäre eine Vorschrift über einheitliche Ladegeräte und Akkus. Dann müsste man nur ein freies Ladegerät finden und könnte zusätzlich noch den Akku des Vorgerätes zum Wechseln mitnehmen. Oder den Akku der Kamera eben in das Telefon stecken.

Es gab auch mal einen Ansatz, dass man mit der gleichen Technik sogar Küchengeräte betreiben will. Auch dieses Wunderding habe ich schon zuhause und das Gerät kommt ganz ohne Empfangselektronik aus. Es heisst Induktionskochplatte.

Falls jemand mein High-Tech - Labor besuchen will, Führungen finden Dienstag und Donnerstag statt :-)

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Dr.Dingsda 27.04.2009, 17:57
36. Ein paar Korrekturen

Zitat von Michael Giertz
Ich will ja nichts sagen ... aber das Prinzip ist nicht unbedingt neu. 1. Das System kennt man auch als Trafo. 2. Das System kennt manch einer auch als Sender und Empfänger beim Funk 3. Tesla hat da wohl auch noch rumgefingert mit solchen Dingen. Will sagen: ob sich das im Hausgebrauch durchsetzt, wage ich stark zu bezweifeln ...
zu 1) Falsch. Im Trafo ist die Kopplung nicht resonant, wie in diesem Aufbau.

zu 2) Falsch. Funk arbeitet im Fernfeld der elektrmagnetischen Strahlung, nicht wie dieser Aufbau im Nahfeld.

zu 3) Nach dem 1) und 2) falsch waren, kann man zu 3) ja wenig sagen.

Ausser dem Spiegel behauptet ja auch niemand, dass "Hausgebrauch" die beste Anwendung werden koennte.

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Dr.Dingsda 27.04.2009, 18:07
37. Soljacic's Aufbau ist nicht schlicht Induktion...

Zitat von freelance
Ist ja schon erwähnt worden: Stichwort Induktion. Ist bei uns damals im Physikunterricht im Gymnasium in der 10. oder 11. Klasse durchgenommen worden Was mich etwas erschaudern läßt ist die Tatsache, daß diese Truppe sich mit zwei groben Spulen hinstellt, die Glühbirne leuchtet - EUREKA!, und das von Journalisten als Entdeckung gefeiert wird. Das taugt vielleicht als Jahrmarktattraktion für Pisaversager, aber mehr doch hoffentlich nicht. Die Probleme sind ja schon benannt worden. Solange diese fortbestehen, ist das nicht eine Zeile nichtmal getwittert wert. Erschaudern läßt mich dabei auch die Frage, ob Journalisten auch auf anderen Bereichen, z.b. die für das Zusammenleben einer Gesellschaft wichtigen, auch derart schludern. Die Stefanie Stramm hat einen echten Küblböck(Daniel, der Zauberer) geschossen. (Ich konnt's mir nicht verkneifen -*lach*)
Was hier demonstriert wird, ist nicht schlichte Induktion wie im Trafo oder Energieueertragung mit elektromagnetischen Wellen wie z.B. beim Funk. Deswegen sollten sich einiger der Leser ihr Lachen vielleicht doch verkneifen und sich zunaechst mal ueber die Grundlagen dieses Versuchsaufbaus informieren (natuerlich nicht im Spiegel). Das erfordert leider etwas mehr als Physik aus der 10. Klasse. Soljacic waere der Letzte zu behaupten, er habe Elektromagnetismus neu erfunden. In diesem Aufbau werden bekannte Prinzipien (Induktion, resonannte Kopplung, Energieabstrahlung in Nahfeld) in einer neuartigen Weise kombiniert, so dass sich im Vergleich zu anderen Methoden das Verhaeltnis zwischem abgestrahlter und vom erwuenschten Empfaenger absorbierter Energie optimieren laesst. Nicht mehr und nicht weniger.

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Dr.Dingsda 27.04.2009, 18:14
38. Re: Standard Ein alter Hut und totaler Mist, sowas habe ich schon im Bad!

Zitat von surfistacapoeirista
Ich aknn dies voll bestätigen: Mein Zahnbürste lädt sich auch über diese Wundertechnik auf. Dort macht es auch ansatzweise Sinn, denn elektrische Kontakte würden dort schnell rosten (klar, korrodieren). Es gab auch mal einen Ansatz, dass man mit der gleichen Technik sogar Küchengeräte betreiben will. Auch dieses Wunderding habe ich schon zuhause und das Gerät kommt ganz ohne Empfangselektronik aus. Es heisst Induktionskochplatte. Falls jemand mein High-Tech - Labor besuchen will, Führungen finden Dienstag und Donnerstag statt :-)

Mann, das ist ja wie der Kampf gegen Windmuehlen. Das Halb- oder Viertelwissen, dass hier mit Inbrunst verkauft wird, ist ja noch schlechter als die Ignoranz im Artikel. Nein, was Soljacic macht ist *NICHT* das gleich wie in Ihrer Zahnbuerste. Ansonsten waere der Wirkungsgrad naemlich im Promille-Bereich, und nicht 45% oder mehr ueber mehrere Meter, wie in seinem Aufbau gemessen. Es hat schon einen Grund, dass die Zahnbuerste ueber mm, anstatt ueber einige Meter entfernt aufgeladen wird.

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freelance 27.04.2009, 18:17
39. abwarten

Zitat von Dr.Dingsda
Was hier demonstriert wird, ist nicht schlichte Induktion wie im Trafo oder Energieueertragung mit elektromagnetischen Wellen wie z.B. beim Funk. Deswegen sollten sich einiger der Leser ihr Lachen vielleicht doch verkneifen und sich zunaechst mal ueber die Grundlagen dieses Versuchsaufbaus informieren (natuerlich nicht im Spiegel). Das erfordert leider etwas mehr als Physik aus der 10. Klasse. Soljacic waere der Letzte zu behaupten, er habe Elektromagnetismus neu erfunden. In diesem Aufbau werden bekannte Prinzipien (Induktion, resonannte Kopplung, Energieabstrahlung in Nahfeld) in einer neuartigen Weise kombiniert, so dass sich im Vergleich zu anderen Methoden das Verhaeltnis zwischem abgestrahlter und vom erwuenschten Empfaenger absorbierter Energie optimieren laesst. Nicht mehr und nicht weniger.

Ich hatte mich ja schon korrigiert. Die MITler sind ja beileibe keine Amateure.
Aber die Abbildungen mit den beiden grossen Spulen und der Birne sind schon putzig. Vom Artikel mal ganz abgesehen.
Nunja, man bleibt gespannt, und ehrlich gesagt nehme ich ein paar Kabel um einen Meter zu überbrücken durchaus in Kauf.

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