Forum: Wissenschaft
Maschinelles Lernen: Die KI-Revolution im Reagenzglas
Shutterstock / molekuul_be

Vergessen Sie selbstfahrende Autos und sprachgesteuerte Lautsprecher: Die dramatischsten Auswirkungen von Künstlicher Intelligenz werden sich in den kommenden Jahren in einem ganz anderen Bereich zeigen.

Seite 6 von 30
karlnapf10 14.01.2019, 00:28
50. "Bios" von Suarez gelesen?

Er beschreibt eine Welt, die von Biotechnolgie und Geninformatik komplett umgekrempelt wurde. Und nicht in ferner Zukunft sondern im Jahr 2045. Sehr lesenswert und spannend.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
az150 14.01.2019, 00:53
51. Keine Verheißung, sondern Drohung

Stöckers Schnappatmung vor lauter Begeisterung ist unerträglich. Hier werden mal wieder Lösungen für verhältnismäßig unbedeutende Probleme (z. B. neue oder verbesserte Therapien) angekündigt, während die Menschheit sich gleichzeitig durch ungebremste massive Umweltzerstörung, Krieg, Handelskrieg und sozialen Sprengstoff wie Social Media den Boden unter den eigenen Füßen wegzieht. Wie fehlorientiert und nebensächlich solche wissenschaftlich-technischen "Fortschritte" sind, lässt sich auch daran ablesen, dass bspw. die Hauptprobleme des Gesundheitswesens gar nicht tangiert werden: Pflegenotstand, unzureichende Bezahlung des "niederen" Personals, Suche nach Behandlungsansätzen für "uneinsichtige" Patienten, massive Hygienemängel in Krankenhäusern, immer mehr Keime mit Antibiotikaresistenzen, unzureichende Gesundheitsversorgung auf dem Land, Zweiklassensystem der Krankenkassen, überfüllte Medizinstudiengänge, problematische Personalhierarchien im Medizinbetrieb (Ärzte als Alleinherrscher), zuviele Krankenhausbetten, zu hohe Kosten, überteuerte Arzneimittel. Angesichts derart massiver Probleme auf allen Ebenen, sind neue Therapiemöglichkeiten und unüberschaubare sonstige Einsatzmöglichkeiten des künstlichen Gendisigns wahrhaftig keine Verheißung, sondern eine Drohung, dass zukünftig zu den vorhandenen, noch weitere ebensogroße Probleme hinzukommen werden, von denen wir jetzt noch keinen blassen Schimmer haben.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
spon_4_me 14.01.2019, 05:34
52. Erstaunlich

dass die Diskussion wieder einmal hauptsächlich um Grenzen und Möglichkeiten der KI geht (Spektrum von Wird alles verändern bis zu Ist ein alter Hut und GAI kommt eh nie) und nicht darum, was Herr Stöcker in seinem letzten Absatz anspricht und was uns als Gesellschaft beschäftigen sollte: Die Rückkehr der Eugenik, dieser Denkrichtung des 19. Jahrhunderts, die dann aus bekannten Gründen im 20. völlig diskreditiert wurde. Wenn wir uns KI als Designer und die CRISPR-Technologie als mögliches Werkzeug vorstellen, könnte es möglich werden, nicht nur Gendefekte zu korregieren, sondern auch körperliche und geistige Qualitäten, sofern sie eine genetische Ursache haben, fest in den Bauplan unserer Nachkommen zu schreiben. Wo wird die dazu notwendige ethische Diskussion geführt? Wir wissen oder ahnen doch, dass reiche Leute als erstes Zugang zu solchen Technologien haben werden. Wie wollen wir damit ungehen, wenn einige wenige tatsächlich für sich eine Turbo-Evolution einkaufen und Wesen zur Welt bringen, die uns normalen Menschen körperlich und kognitiv überlegen sein werden? Wir müssten die Diskussion dafür jetzt führen, jetzt die Regeln vereinbaren. Wenn die ersten Designerkinder auf spezielle Schulen gehen, für die unsere Gören nicht mal die Aufnahmeprüfung schaffen, wird es zu spät sein.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
cherrypicker 14.01.2019, 09:29
53. Es gibt keine per se "guten Gene"

Es gibt -- von ganz wenigen Erbkrankheiten abgesehen -- gar keine "guten" und "schlechten" Gene. Vielmehr kann ein und dasselbe Gen ganz unterschiedliche Prozesse im Körper steuern, die je nach Konstellation gut oder schlecht sein können. Das Gen, das die Aktivität von Interleukin-6 codiert, macht z.B. Rheumapatienten zu schaffen, weil es Entzündungen fördert. Es fördert aber in gesunden Menschen auch den Fettabbau nach sportlicher Betätigung. Ist das jetzt ein gutes oder schlechtes Gen? Das Gen wiederum, das in einfacher Ausführung vor Malaria schützt, führt bei doppeltem Vorhandensein zur tödlichen Sichelzellenanämie. Viel wichtiger als irgendwelche "Designergene" zu entwerfen wäre eine Möglichkeit, bereits vorhandene Gen im Körper gezielt an- und abschalten zu können. Doch selbst davon sind wir weit entfernt. Ein großes Problem dabei ist, dass die Aktivierung und Stummschaltung von Genen immer noch nicht richtig verstanden wird, diese Prozesse sind hochkomplex. Tatsächlich gelingt es unseren Pharmakologen bisher noch nicht mal, die Wirksamkeit eines Medikaments an das Genprofil des Patienten anzupassen. Und was nutzt ein angeblich "perfektes" Gen, wenn sich die Umweltbedingungen in einem ach-so-langen Leben plötzlich ändern? Dass der Mensch sterblich ist, dient ja vor allem den Zweck, den Genpool immer wieder an sich ändernde Umweltbedingungen anzupassen.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
From7000islands 14.01.2019, 09:45
54.

Zitat von syracusa
Ist der Mensch, der aus einer z.B. auf optimale Intelligenz designten DNA hervorgeht, überhaupt noch ein Mensch? Oder ist das dann eine KI? Und die Frau, die diesen designten Menschen ausgetragen hat, muss man dann doch eher als eine Art Leihmutter für die KI verstehen.
Künstliche Intelligenz kann man auch mit "Stecker raus = tot " definieren. Das läuft dann bei einem Baby etwas anders, da seine Intelligenz an einen Blutkreislauf angeschlossen ist, der von der Mutter mit emotionalem Breastfeeding aufrecht erhalten werden muss.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
mr.gamer 14.01.2019, 10:11
55. Die Zukunft hat begonnen

Mächtige KIs, Supercomputer, die DNA nach Maß anfertigen können, autonom operierende Militärroboter, selbstfahrende Autos, Big Data -und alles in der Hand von Großkonzernen.
Ja, die Zukunft hat begonnen, aber ich denke nicht, daß es diese hoffnungsvolle, strahlende Zukunft im Stile von "Star Trek" wird (Was ich sowieso nie geglaubt habe.).
Das wird eher eine Cyberpunk-Zukunft wie in "Blade Runner"/ "Alien" oder v.a. "Deus Ex".
"Deus Ex 3" ist der chronologisch jüngste Teil und spielt im Jahr 2027. Es ist ein Markenzeichen, dieser Spielereihe, möglichst präzise Vorhersagen über die Zukunft zu enthalten. (Zitat Warren Spector über DE 1: "We made up pretty much nothing.")
Mal sehen, wie viel davon in der Realität eintritt.*

"Daemon", ein Hacker-Roman von Daniel Suarez aus dem Jahr 2006, macht ebenfalls interessante Vorhersagen, von denen inzwischen vieles eingetroffen ist. (Daniel Suarez ist eigentlich kein Roman-Schreiber, sondern IT-Spezialist.)

Wahrscheinlich wird vieles, was im Cyberpunk beschrieben ist eintreten.
Ich freu mich drauf.
*Das Einser (aus dem Jahr 2000!) ist unter diesem Aspekt aus heutiger Sicht geradezu beängstigend.
(Die bekannteste Besonderheit ist, daß die Freiheitsstatue bei einem "Terroranschlag", bzw. einer False-Flag-Operation geköpft wurde und in der ansonsten recht präzise nachgebildeten Skyline von New York die World-Trade-Center-Gebäude fehlen. Die Erklärungen der Entwickler auf diesbezügliche Nachfragen sind unglaubwürdig bzw. unsinnig.)

Beitrag melden Antworten / Zitieren
demokratie-troll 14.01.2019, 10:14
56. Reich sein wird heißen, gottgleich zu sein

Man muss den Gedanken nur einfach mal zu Ende spinnen, wie ich das im vorigen Jahrhundert, etwas 1997, bereits in einer Dystopie "R1 (Zeit der bürokratischen Unschuld)" tat:

"Allein die Privilegierten, die Machtmenschen und die skrupellosen Superreichen hatten das rassehygienisch einwandfreie Bild des idealen Menschen vor Augen. Sie wollten nicht nur superreich sein, sie wollten ewigen Besitz und ewiges Leben. Damit wurde der Keim des Ideals gesetzt. Sie klonten sich erfolgreich und dehnten ihre Existenz ins Unermeßliche, um endlich, nach Maßgabe wissenschaftlicher Erkenntnis der Aufschlüsselung aller genetischen Eigenschaften, die Moral der technischen Idealzüchtung hervorzubringen. Man klonte nicht nur, man schaffte Idealklone. Die neue Rasse der Privilegierten und Superreichen wollte nicht nur ewig leben, sie wollte dabei auch grenzenlos glücklich und vollkommen sein. Nur im Streben nach Vollkommenheit ist Überleben möglich."

Wenn die Reichen quasi gottgleiche Überlegenheit aufweisen werden, werden alle anderen logisch notwendig minderwertig sein. Das ist der Superfaschismus.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
schmihom 14.01.2019, 10:40
57. ist das Mensch, oder kann das weg?

Zu allen Zeiten schon haben die Menschen versucht Gott zu spielen. In diesem Tagen sind es eben Deepmind-Leute, Spezialisten die sich in ihrem Fachgebiet alles zutrauen. Was diese Typen jedoch übersehen ist, daß ihr Brett vorm Kopf täglich größer wird. Ob dieses Teil nun KI genannt wird oder das Wissen über Proteinbiosynthese, es bleibt ein Brett. Denn wer in die Tiefe schaut, verliert oben den Überblick. Auch wenn bekanntermaßen immer mehr Dummies von Eltern schon heute am liebsten Designerbabys wollen, was diese Figuren ihnen ja versprechen, bleiben es logischerweise Monster die sie liefern(widernatürliche, meist hässliche und angsterregendes Gebilde oder Missbildungen). Wir sehen diese Mischwesen schon heute zwischen uns herumlaufen. Sie haben aufgeplusterte Lippen oder Ballonbrüste, proteingeschwängerte Muskeln oder Hochrisiko-Dopingdepots für den Marathonlauf. Sie stehen in den Startlöchern für frühes Sterben oder werden freiwillige Auslöser einer DNA-Nachkommenschaft über Jahrhunderte, deren Leidensenkel sie später einmal hochgradig verfluchen werden. Die große Kunst die Finger von alledem zu lassen, wegen schlichter Achtung vor der Schöpfung, Demut zu zeigen, ist heute die größte Herausforderung der Menschheit. Größer noch als das Verglühen im Atompils. Eine Frage des Überlebens.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
mr.gamer 14.01.2019, 11:10
58. Ist eine Frage der Sensorik

Zitat von Bernd.Brincken
Man kann einem NN alles mögliche antrainieren, auch Poker. Bei online-Poker ist es natürlich egal, ob ein Spieler menschlich oder künstlich ist; da mag das funktionieren. Der Reiz von richtigem Poker unter.....
Die Poker-KI bräuchte eine gute (Termal)kamera/ Bilderkennungssoftware, akustische und olfaktorische Sensoren um Körperhaltung, Gesichtsmimik, Temperaturverlauf/ Durchblutungssituation, Herzschlag, nervöses Zittern und ausgeschüttete Pheromone auswerten und in die Berechnung miteinfließen zu lassen.
Sowas ist mit Sicherheit möglich.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
hman2 14.01.2019, 11:15
59.

Zitat von hessenkarussel
Heute heißen diese Annehmlichkeiten private Chefarztbehandlung
Dafür müssen Sie gar nicht gut betucht sein, dazu brauchen sie nur eine schnöde private Krankenversicherung. Mit der Sie sogar noch Geld sparen...
Aber wer will schon Chefarztbehandlung? Ich jedenfalls nicht. Ich habe meine PKV ausdrücklich OHNE diese Option abgeschlossen. Nicht zuletzt, weil mir ein befreundeter Chirurg dazu riet.

Denn der Chefarzt hat zwar die höchsten akademischen Meriten im Krankenhaus. Aber nur wenig Praxiserfahrung... Denn die Erfahrung kommt mit der Anzahl, die die Masse wird von Ober- und Assistenzärzten abgearbeitet. Bei denen ist man also im Zweifel deutlich besser versorgt...

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Seite 6 von 30