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Medienschelte der Populisten: Auf die Presse
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Populisten, selbsternannte Revolutionäre, die neue Rechte in Europa und den USA - sie alle hassen "die Medien". Eine unsinnige Verallgemeinerung. Dahinter steckt eine gefährliche Strategie.

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mxmx 26.02.2017, 13:22
1. Beruht auf Gegenseitigkeit

Wenn man sich anschaut, wie die Medien oftmals mit Populisten umgehen, scheint die Abneigung auf Gegenseitigkeit zu beruhen. Gerade bei Trump gibt es jede Menge Kritik unterhalb der Gürtellinie, da wundert es mich nicht wirklich, daß das Gegenreaktionen verursacht.

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az26 26.02.2017, 13:38
2.

Wer das sagt, sollte sich zuvor in Erinnerung rufen, dass Trump wie kein Zweiter zuvor Alles und Jeden attackierte, gelogen hat, Gerüchte befeuerte, beleidigte - und das schon im Wahlkampf. Wer mit dem Schlagring die politische Bühne betritt, soll nicht weinen, wenn Andere gegen ihn selber auch härter auftreten.

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toskana2 26.02.2017, 13:38
3. populistisch?

Wenn wir schon über Demokratie diskutieren:

In der Athener Polis gab es keinen "SPIEGEL" und keine "New York Times".
Dafür gab es die "Agora", den Stadt-Marktplatz,
den Beginn der Demokratie (Herrschaft des Volkes).
Dort konnte jeder Polites (Bürger) seine politische Meinung äußern,
Vorschläge zur Verbesserung der politischen Lage machen.

Aber auch die sehr e i g e n e n Interesse pointiert vertreten,
sprich das Auditorium zu seinen Gunsten "manipulieren"
- die Geburtsstunde der ... Demagogie.

Um es kurz zu machen:
Wollen die Massenmedien heute bei uns und anderswo,
die unverzichtbar zu Demokratie gehören,
uns informieren oder uns manipulieren?

Die Antwort auf diese Frage entscheidet über den Fortbestand unserer Demokratie - bei uns und anderswo!

Insofern ist die Frage nach der "Legitimationsrolle" der
Massenmedien nicht, wie manchmal suggeriert wird, populistisch sondern durchaus berechtigt.

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steffenbaensch777 26.02.2017, 13:39
4. Freie Presse?

Eine freie Presse im Sinne von "frei von Interessen" kann es aus meiner Sicht aus Prinzip nicht geben. Das ist nicht weiter schlimm, aber man sollte es sich einmal bewusst gemacht haben. Ist die Presse kommerziell, so besteht die Gefahr, dass sie sich einerseits an Leserinteressen ausrichtet, um Auflage zu produzieren, andererseits gibt es die Gefahr, dass der Besitzer die Richtung vorgibt. Ist die Presse von Gewinninteressen befreit, so kann davon ausgegangen werden, dass sie entweder staatlich ist oder ehrenamtlich. Bei einer staatlichen Presse besteht auch die Gefahr, dass sie die Interessen der aktuellen Regierung widerspiegelt. Bei ehrenamtlicher Presse besteht das Problem der Finanzierung.
Freie Presse sollte vielleicht eher heißen, dass jeder die Möglichkeit hat zu berichten und Interessen möglichst transparent für alle gemacht werden.
Also solange Trump nur auf die Presse schimpft ist alles okay, wenn er sie verbietet wird es ernst.

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interessierter Laie 26.02.2017, 13:41
5. Wunderbarer Artikel!

Aber es ist leider wie bei einer Religion. Die Gläubigen glauben nur, was sie in ihrer Ansicht bestärkt. Alles andere ist Lüge und deren Verbreiter das Böse. Und genau das steckt auch hinter Phänomenen wie Trump. Trump ist kein Politiker- er ist ein Guru. Wenn wir nicht aufpassen, befinden wir uns nach einem kurzen Intermezzo bald wieder dort

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versöhnung 26.02.2017, 13:42
6. Diese Auseinandersetzung

mit der Glaubwürdigkeit hätte sich die Presse ersparen können und müssen. Wenn sie sich allerdings zum Handlanger einer bestimmten Politik macht, nur weil sie mehrheitlich hinter roten Ideen steht, muss sie sich über die Auswirkungen nicht wundern. Diese Glaubwürdigkeit, die zumindest bei der deutschen Presse bis Mitte 2015 völlig unzweifelhaft war, hat sie selbst aufgegeben und wird es kaum wieder schaffen, sie herzustellen. Der Spruch, wer einmal lügt dem glaubt man nicht und wenn er auch die Wahrheit spricht, wird dieser einseitigen, manipulierenden und verschweigenden Presse lange nachhängen. Ihr habt es selbst verbockt!

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sotomajor 26.02.2017, 13:44
7. Lobbyistenwahn

Die Medien haben ihre Glaubwürdigkeit und Unabhängigeit verloren. Zu Konform sind die Berichte seit der politischen Maxime durch diese Bundesregierung. Alles im Gegensatz zu dem System der "etablierten Altparteien" wird konterkarriert und durch ein Medienkartell bekämpft. Genau dass geschieht auch in den USA es sind die Globalisten und Gewinnler jeder bisherigen "alternativlosen Krise" ! Das alles geht schon gegen Demokratien und zeigt sich als geheucheltes Humangedöns für Pfründe Einflussnahme und Machterhalt. Die Menschen haben den Glauben an Recht Demokratie und unabhängige Presse längst verloren.

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Bärche82 26.02.2017, 13:44
8. @mxmx

Welche Kritik an Trump war denn unter der Gürtellinie? Wären Sie so nett ein oder zwei Beispiele zu geben damit ich das einschätzen kann? Danke für Ihre Mühen.

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Migräne 26.02.2017, 13:45
9. Prawda

Es war einmal ein Imperium, da gab es keine Lügenpresse und keine Fake News. Alle Zeitungen berichteten nur die Wahrheit. Da es die Wahrheit nur einmal geben kann, haben logischerweise am Ende alle dasselbe geschrieben. Und die wahrste Zeitung von allen, die aus der Hauptstadt des Imperiums, hieß, wie sollte es anders sein: "Wahrheit". Das Imperium ist untergegangen. Gott sei Dank. Diejenigen, die heute von sich behaupten, sie seien das Volk (sie sind es nicht, sie sind noch nicht einmal die Mehrheit), und gleichzeitig gegen jeden Medienbeitrag wettern, wüten und drohen, der nicht in ihr Weltbild passt, haben diesen Ausruf geraubt von einer Revolution, die als eines ihrer vordersten Ziele für die Pressefreiheit kämpfte. Absurde Welt.

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