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Medienschelte der Populisten: Auf die Presse
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Populisten, selbsternannte Revolutionäre, die neue Rechte in Europa und den USA - sie alle hassen "die Medien". Eine unsinnige Verallgemeinerung. Dahinter steckt eine gefährliche Strategie.

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d15 26.02.2017, 14:14
30. kommentierende Berichterstattung

Das eigentliche Problem ist die Zunahme kommentierender Berichterstattung. CNN, wie die deutschen öffentlich-rechtlichen Nachrichtensender, SPON und die meisten seriösen Zeitungen berichten zunehmend subjektiv in eine Richtung. An den letzten Artikel von Spon der beispielsweise Trump oder den Brexit neutral beleuchtet hat, kann ich mich nicht erinnern, obwohl die meisten Artikel nicht als Kommentar gekennzeichnet sind. Der politisch rechts bzw. sehr links gesinnte Bürger nennt das Ganze dann Fake News oder Lügenpresse, weil er mit der in den Mainstream Medien publizierten Meinung nicht einverstanden ist. Wie im Artikel erwähnt, kopiert beispielsweise Breitbart News Inhalte der seriösen Medien, nennt diese aber gleichzeitig Fake News, weil die publizierte Form der Inhalte nicht der eigenen Ideologie entspricht. Die rechten bzw. linken Ränder sind, in ihrer Ideologie gefangen, einfach nicht in der Lage zu differenzieren und Kritik an der kommentierten Berichterstattung zu üben. Der Einfachheit halber ruft der rechte bzw. linke Bürger dann einfach Fake News oder Lügenpresse. Falls wir es nicht rechten oder linken Lügnern überlassen wollen, Teile des Volkes zu informieren, muss endlich wieder politisch neutral berichtet werden, sodass sich auch jeder noch so schlecht Gebildete seine eigene Meinung bilden kann. Da wir Bürger gleichzeitig allerdings auch sensationslüstern sind, (man siehe die Bildzeitund) ist es für Medien schwer neutral und objektiv zu berichten. Das schmälert den Umsatz. Dennoch ein notwendiger Schritt.

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aurichter 26.02.2017, 14:16
31. @ mxmx

Zitat/ . Gerade bei Trump gibt es jede Menge Kritik unterhalb der Gürtellinie, da wundert es mich nicht wirklich, daß das Gegenreaktionen verursacht./ Ende. Ja ganz köstlich, Sie schreiben ja gerade so, als wäre die Trump-Truppe die Unschuldigen vom Lande! Wer hat denn seit Jahrzehnten sowohl gegen Kritiker als auch gegen Medien unterhalb der Gürtellinie ausgeschlagen? Es scheint Ihnen, wie vielen anderen Trump-Mitläufern auch, entgangen zu sein, wer den Schwarzen Peter ziemlich erfolgreich verteidigt, wobei mit Bannon die Eskalationsstufe eine noch schamlosere Dimension angenommen hat! Diese Verharmlosung von Menschen wie Ihnen ist schon fast kriminell zu nennen. Wenn Ihnen die Informationen bzgl Trump und Co. nicht zusagen, dann lesen Sie halt explizit Breitbart News und demnächst dem vernehmen nach sogar auf Deutsch.

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4711_please 26.02.2017, 14:17
32. Postfaktische Politik

Die Diskreditierung der Medien ist Bestandteil einer postfaktischen Politik. "Alternative Fakten" ist, was Trump jetzt möchte. Sie denken sich Fakten aus, die zu ihrer kruden Ideologie passen und begründen damit ihre Politik. Das gilt für alle Themen. Damit sie damit bei den ideologisch Verblendeten Wähler*innen durchkommen, müssen sie die faktenorientierte Berichterstattung schmähen, boykottieren, ausgrenzen, am liebsten vernichten. Trump meinte es im Wahlkampf durchaus Ernst als er seine Bewunderung für Putin ausdrückte, als von Journalistenmorden in Russland die Rede war. Könnte mir vorstellen, dass Trump extremistisch-terroristisch eskaliert.
Düstere Aussichten für die Pressefreiheit also. Doch nicht nur für sie. Denn das Beispiel Schweden hat gezeigt, dass Trump es vermag, seine internationalen Anhänger mit Fakenews dahin gehend anzustacheln, dass prompt geschieht, was Trump zuerst beklagt, während es noch keine Realität ist. Das bedeutet, dass dieser Präsident innenpolitische Unruhe und Destabilisierung nach Europa. Kanada, Australien trägt, die Konflikte also anfacht. Somit haben die Staaten, die den USA am nächsten stehen, ein großes innenpolitisches Problem.

Ich habe bisher noch nicht sehen können, dass sich die betroffenen Staaten solidarisch um eine Antwort bemühen. Ich fürchte, Trump könnte Erfolg haben mit dieser Destabilisierung, wenn es ihm gelingt, die Staaten auseinanderzudividieren und jeder denkt, die wichtigste Staatsräson wäre ein gutes Verhältnis zu den USA, egal ob das politischen Selbstmord und Kotau vor der Trumpschen Destabilisierung bedeutet.
Europa müsste jetzt sein Verhältnis zu Russland verbessern, um zu vermeiden von zwei gewichtigen Autokraten in die Zange genommen zu werden. Ich halte Putin für berechenbarer als Trump, er hat ein Interesse an einem guten Verhältnis zu Europa, das kann man von Trump nicht sagen. Zudem könnte eine Annäherung an Russland Trump unter Druck setzen. Mit Merkel ist das nicht zu machen, vielleicht mit Schulz?

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irene74 26.02.2017, 14:18
33.

Trump ist den meisten Menschen in seiner Umgebung intellektuell weit unterlegen, den Medienvertretern erst recht. Das er sie zu bekämpfen versucht ist logisch, wem gefällt es schon wenn jemand einem den Spiegel vorhält. Die meisten Populisten haben das gleiche schlichte Gemüt und glauben mit ihren einfachen Lösungen die Welt zu verbessern, kompromisslos und halsstarrig halten sie an ihren Forderungen fest. Die andersdenkenden Medien passen nicht in ihr Weltbild.

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omanolika 26.02.2017, 14:21
34. Nur nützliche Lügen sind erlaubt

Trump hat nichts gegen die Presse sondern gegen Kritik,
ja und deswegen greift er zu einem alten Diktatorentrick,
der allen Medienleuten lediglich richtig klar machen soll:
In euren Berichten und Artikeln bin ich immer nur so toll,
dass echt kein Mensch sich jemals wieder Kritik erlaubt,
und die Bevölkerung lediglich die mir nützlichen Lügen glaubt!

Und alle sollen wissen: verboten sind besonders Hohn und Spott,
bei Donald der Lichtgestalt oder noch passender dem Sonnengott...

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TOKH1 26.02.2017, 14:23
35. Kontrollinstanzen

Freie Presse. Was soll dieser Begriff? Diesen Begriff gibt es nur im Kern in uns, wenn wir akzeptieren, dass sie zu einer funktionierenden Volksherrschaft dazugehört. Nicht die Parteien oder Volksvertreter sind das Sprachrohr in einer Legislative, sondern die Kontrollmechanismen einer funktionierenden Freiheit, zu der unsere GESAMTE Presse gehört. Was welches Medium von sich gibt wird bei uns durch den Deutschen Presserat bewertet und einem Faktencheck unterzogen. In den USA gibt es unter Trimp nur die Medien, die den Regierenden genehm sind und die, die Fakes produzieren. Welch eine kranke Denkweise sich auch hier beispiellos zeigt. Die Diktatur entsteht. Jetzt, in diesen Momenten in den USA. Eine zweite Macht hinter Trump ist am Werk.

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Cluedo 26.02.2017, 14:23
36. Selten so gelacht ....

Zitat von mxmx
Gerade bei Trump gibt es jede Menge Kritik unterhalb der Gürtellinie, da wundert es mich nicht wirklich, daß das Gegenreaktionen verursacht.
.... "Gegenreaktionen"? - Trumps ganze politische Agenda bestand doch seit dem Wahlkampfstart darin, das sogenannte "Establishment" (zu der er natürlich auch Journalisten und etablierte Zeitungen/Fernsehstationen zählt) mit Beleidigungen, Verunglimpfungen, Pöbeleien zu überziehen (was bei seinen Anhängern ja offensichtlich ankommt) und sich selbst zum "Größten" zu erklären (größter Jobproduzent, größter Showmaster, größter Unternehmer, den Gott je geschaffen hat!). Wer ihm das nicht 1:1 jubelnd abgenommen, sondern ihn auf seine reale "Größe" zurechtgestutzt hat, und vor allem seine unglaubliche Lügensammlung bezweifelt hat, war und ist ja bis jetzt bei ihm ein "Feind des Volkes". Seine "Gegenreaktionen"? - siehe Twitter!

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spiegelobild 26.02.2017, 14:25
37.

Zitat von neanderspezi
Es dürfte nicht allzu schwer sein gegen Populisten, die sich alle Mühe geben die Pressefreiheit einzuschränken, gerichtlich vorzugehen, im Regelfall dürften sie namentlich bekannt sein und wenn in Demokratien die Gesetze dafür noch nicht ausreichen sollten, dann sollte der Gesetzgeber sich endlich dahinterklemmen.
Das ist doch ziemlicher Unsinn. In den USA ist die Pressefreiheit in keiner Weise eingeschränkt, alle Medien dürfen frei und ungehindert berichten (mehr als in Deutschland).
Allerdings befindet sich dort die Pressefreiheit in den Händen von steinreichen Männern, Mililardären, die klare Forderungen an Politiker haben und mit Hilfe ihrer Pressemacht Präsidenten einsetzen und stürzen wollen, wenn sie ihre wirtschaftlichen Interessen nicht stützen.
Was passiert jetzt in den USA? Die Finanz- und Wirtschaftsmilliardäre wollten Clinton als Präsidentin und haben Trump geschnitten. Nach dem sensationellen Wahlsieg macht Trump es jetzt umgekehrt: er schneidet die großen Medienkonzerne. Das ist völlig legitim und alles andere als ein Angriff auf die Pressefreiheit. Wo steht, dass bestimmte Medienvertreter ein Recht auf privilegierte Hintergrundinformationen vom Präsidenten haben?
Jetzt müssen sie ihren Hintern bewegen und selbst Informationen sammeln. Muss der Global Hillbilly mit 4.000 Auflage auch.

Trump sucht unter Ausschaltung dieser privilegierten Medien seine Politik direkt beim Bürger anzubringen, ohne Umweg.
Ob er diesen Kampf gegen die milliardenschweren Leitmedien gewinnen kann, bleibt abzuwarten.

Nur bitte, mit Angriff auf die Pressefreiheit hat das rein gar nichts zu tun

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wasistlosnix 26.02.2017, 14:30
38. Differenzierter

Es gilt die Sache differenzierter zu betrachten. Früher hat mir mal ein Freund erzählt "Montags kaufe ich immer die Bildzeitung"
worauf ich ihn ungläubig angeschaut habe. Er sagte dann ja da habe ich alle Bundesligaergebnisse auf einen Blick. OK an solch einem Ergebnis kann man nichts verfälschen. Ansonsten ist es die sichtweise und die Richtung der Presse. Eine rein sachliche Presse verkauft sich nicht und so sucht sich jede Presse ihre Klientel und passt den Schreibstil an. Oft sind es ja nur weglassen oder hervorheben von wahren oder spekulativen Informationen die einer Geschichte eine ganz andere Deutung geben.
Dazu kommt das Menschen die in der Presse sind sich manchmal positiv und manchmal negativ dargestellt sehen und wahrscheinlich wird manches forciert.
Ein generelles Anliegen der Presse scheint zu sein, von negativen zu berichten und schon manisch in jeder Information nach dem negativen zu suchen. Dies dann mit investigativem Journalismus zu verwechseln scheint auch ein gern beschrittener Weg zu sein.
Trump nun bricht radikal mit dem gewohnten und bereitet damit der Presse den Boden um negativ zu schreiben, was er wiederum nutzt und die Presse an den Pranger stellt. Worauf die Presse dann eigentlich distanzierter berichten müsste um ihn den Wind aus den Segeln zu nehmen. Das lässt sich dann leider nicht so gut verkaufen.
Ich denke es werden unterhaltsame 4 - 8 Jahre.

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sabrina74 26.02.2017, 14:32
39. Ein Leben ohne ...

Es ist doch wie in einer Partnerschaft: Wenn man den anderen für selbstverständlich hält, gehts den Bach runter. Die Pressefreiheit ist nicht selbstverständlich - aber man wird sie wohl erst wieder schätzen, wenn sie gänzlich unterbunden wird. Na schön, dann lässt man sich eben nur noch von Politikern, der Industrie und irgendwelchen Bloggern informieren. Dann schaut eben niemand mehr hinter die Kulissen und deckt Skandale auf (VW wäre einiges erspart geblieben). Ich fände es großartig, wenn alle Presseorgane dieser Welt einmal eine Woche kollektiv in Streik treten und gar keine Nachrichten mehr senden. Mal sehen, was passiert ... Dann kann man sich nur noch "aus erster Hand" in Form von Twittereien von Politikern informieren - sind dann alle Pressegegner glücklicher?
Ja, es wird von allen Medien in verschiedenen Richtungen Stellung bezogen, aber dafür haben wir ja auch eine Vielfalt. Erst, wenn es diese nicht mehr gibt, wirds gefährlich.

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