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Medienschelte der Populisten: Auf die Presse
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Populisten, selbsternannte Revolutionäre, die neue Rechte in Europa und den USA - sie alle hassen "die Medien". Eine unsinnige Verallgemeinerung. Dahinter steckt eine gefährliche Strategie.

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prologo 26.02.2017, 14:33
40. Die Presse ist selbst Schuld

Zitat von micromiller
der Parlamentarischen Demokratie und wenn Politiker Angst oder Respekt vor der Presse haben, dann funktioniert sie. Die Presse und Medien sind selbstverständlich in ihrer Mehrheit nicht voreingenommen sondern sind Vertreter ihrer Geldgeber und Mächtigen im Hintergrund, deswegen sollen Politiker selbstverständlich auch gegen die Presse und Medien austeilen und als Verstärker die ihnen zugewandten Medien nutzen.
Hallo micromiller,

die Presse ist doch selbst Schuld , an der Lage, in die sie sich mit ihrer klar erkennbaren Manipulation ihrer Berichterstattung gebracht hat.

Die Presse hat ihren Auftrag, einer neutralen und ehrlichen Bericht Erstattung aufgegeben, hat sich teilweise Kaufen und bezahlen lassen, für Meinungsbildung in gewünschter, politischer Richtung. Die Leser haben das sehr wohl gemerkt, und sie dann der Lügen- Presse bezichtigt. Aber nicht ml das reichte, damit die Presse einen ehrlichen Kurs ein schlägt. Heute noch nicht.

Dann wundert sich die Presse, warum ständig der Umsatz sinkt, die Auflagen schrumpfen. Das ist die Quittung dafür. Wer glaubwürdig und ehrlich berichtet, der wird das auch überleben. Um die anderen ist eh nicht schade.

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JaIchBinEs 26.02.2017, 14:34
41. An jedem Bahnhofskiosk gibt es eine Vielfalt an Pressen

Zitat von steffenbaensch777
Eine freie Presse im Sinne von "frei von Interessen" kann es aus meiner Sicht aus Prinzip nicht geben. Das ist nicht weiter schlimm, aber man sollte es sich einmal bewusst gemacht haben. Ist die Presse kommerziell, so besteht die Gefahr, dass sie sich einerseits an Leserinteressen ausrichtet, um Auflage zu produzieren, andererseits gibt es die Gefahr, dass der Besitzer die Richtung vorgibt.
Nein.
Um mich ernsthaft mit einem Thema oder Ereignis auseinander zu setzen, besorge ich an meinem Bahnhofskiosk verschiedene Zeitungen aus dem befreundeten und "feindlichen" Lager.
Nach Betrachtung der verschiedenen Blickwinkel kann mir ein Urteil bilden.

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Proggy 26.02.2017, 14:35
42. Nicht heulen, sauberer arbeiten.

Die Abneigung gegen bestimmte Medien von diversen Politikern ist verständlich, wenn man die überzogene Negativberichterstattung betrachtet. Die überzogene Abneigung beruht halt auf Gegenseitigkeit.
Das aber ausgerechnet diese Medien jetzt heulen, weil sie bei diversen Festivitäten und Fragestunden ebendieser Politiker unerwünscht sind und von diesen Politikern ignoriert werden, ist nicht wirklich verständlich. Die beleidigten Leberwürstchen und Diven, ernten eine logische, verständliche Reaktion.
Kritik und berechtigte Zweifel müssen immer und überall - an Jedermann - erlaubt sein, aber eine schon fast hasserfüllte, hämische Berichterstattung, führt zwangsläufig zu der mittlerweile extremen Kritik an den Medien.

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Freidenker10 26.02.2017, 14:36
43. Einfach gemacht

So einfach sollten es sich die Medien nicht machen und jeden als rechten diffamieren, denn beispielsweise in der Flüchtlingskrise wurde mächtig manipuliert! Auch bei Trump ( man mag ihn mögen oder hassen ) sieht man wieder dieselben tendenziöse Berichterstattung. Also für mich läuft seit ein paar Jahren so einiges schief in der Medienwelt und ich bin kein was auch immer gerade aktuell böse ist! Mein Vertrauen in die Medien ist stark gesunken, deswegen versuche ich gerade auch soviele Medien wie möglich zu Lesen um mir eine objektive Meinung bilden zu können. Also ein wenig Selbstkritik würde den Medien durchaus gut zu Gesicht stehen!

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kajoter 26.02.2017, 14:36
44. Die Objektivität besteht in der Vielfalt

Es fängt schon damit an, welche Redaktion welches Thema auswählt. Wie viel Zeit hat der dafür zuständige Autor, das Thema zu recherchieren oder geistig in Gänze zu erfassen. Und so geht es weiter. Wer glaubt, alles Relevante mit einer nach seiner Meinung nach "richtigen" Kommentierung in einem einzigen Presseorgan finden zu können, ist naiv oder auf die Parolen der Ultrarechten hereingefallen. Aber ich billige zumindest den von mir frequentierten Medien wie SPON, Süddeutsche, DFunk, DRadio Kultur und dem Rest der ÖR-Sender das stete Bemühen zu, so gut und so objektiv wie möglich zu berichten und zu kommentieren. Dass das einer oder andere Thema durchrutscht und dass einige Journalisten für bestimmte Themen nicht allzu prädestiniert sind, ist völlig normal - aber es geschieht nicht mit Vorsatz, wie es die Parolen der Ultrarechten suggerieren. Daher liegt es perfekt in der Natur der Sache, sich aus mehreren Medien zu informieren. Die Vielfalt der Medien und Printmedien ist entscheidend und sie muss auf einen aufgeklärten, wachen Geist der Konsumenten treffen, der sich aus der Vielfalt ein eigenes Bild macht.
Und nebenbei: Wenn es sich dabei um eine derartig eindeutig zu stellende Bewertung wie bei D. Trump handelt, erwarte ich von diesen Medien, dass sich dort ein Unisono einstellt. Das ist daher kein Beweis dafür, dass hier oder in der westlichen Welt keine echte Vielfalt herrschen würde.
Interessant ist doch folgender Umstand: Wann immer irgendwelchen AfD-Politikern eine Meldung oder ein Kommentar aus der von ihnen diskreditierten Lügenpresse entgegekommt, wann immer ein AfD- oder Trump-Anhänger hier im Forum einen Presseartikel zur Untermauerung eines eigenen Kommentars nutzen kann, wird dieser Artikel als beweiskräftig zitiert. Lügenpresse hin oder her.
Und damit wird auch klar, was sie alle mit Lügenpresse meinen: Es sind die Medien, die nicht ihre Meinung wiederspiegeln. Mehr ist es tatsächlich nicht. Und es wäre allen Journalisten angeraten, diese pauschale Beschimpfung als eine solche aufzufassen und nicht als eine fundierte Kritik an ihrer Arbeit. Die wäre bei RT oder Breitbart angebracht, aber halt - das sind doch überwiegend die bevorzugten "Informationsquellen" der Pinocchio-Pöbler.
In der Vielfalt liegt die mögliche Objektivität, die ein jeder Konsument herauszufinden aufgerufen ist. Wenn es aber nach Trump geht, für den es nur eine, nämlich seine Wahrheit - bzw. seine Interessen gibt und der ernsthafte Gedanken äußert, diese Vielfalt zerstören zu wollen, wird am Ende eine von den Autokraten vorgegebene Meinung die einzige in den Medien wahrnehmbare sein. Wie zu Zeiten der UdSSR und der Nazis. Wer Bannons letzte Rede gehört hat, wird wissen, dass dieser Vergleich nicht abwegig ist.

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mystyhax 26.02.2017, 14:36
45. Freie Presse? Wer sagt das es sie nicht gibt?

Die meisten verstehen doch gar mich worum es geht. Es geht um Pluralismus und die Möglichkeit der Menschen sich in alle Richtungen sich zu informieren. Möchten wir wirklich Verhältnisse wie in Russland oder wie aktuell in der Türkei. Es zeichnet doch gerade eine offene und demokratische Gesellschaft aus wenn Sie Meinungen auch wenn man sie selbst nicht teilt unterdrückt. Die Medienlandschaft in Deutschland kann überhaupt nicht gleichgeschaltet sein da ich mich per se ohne Einschränkungen informieren kann. Ich werde nicht gezwungen Staatsfernsehen mir anzuschauen. Ich kann sofern ich möchte mich umfassend und überall informieren. Dasselbe gilt auch noch für die USA die momentan ein sehr schlechtes Beispiel abgeben. Andere Meinungen muss ich vorallem als Regierung aushalten können. Sobald ich die Medien gleich schalte, andere Meinungen nicht mehr akzeptiere und hinter alledem paranoide Verschwörungen sehe bewege ich mich in Richtung Autokratie und Diktatur. Die Welt ist nicht einfach. Es gibt keine einfachen Antworten und genau aus diesem Grund ist der Pluralismus so wichtig.

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citizen01 26.02.2017, 14:41
46. Aber ein klitzekleines bißchen Kritik an Berichterstattung darf noch sein, oder?

Leider ist zu befürchten, daß der kritische Leser/Zuschauer umgehend in der Kiste "Populist" landet. Die Öffentlichkeit zu kujonieren ist genauso schlimm, wie die Presse zu drangsalieren.

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magunra 26.02.2017, 14:42
47.

Hier wird immer geschrieben das Trump unter der Gürtellinie attackiert wird. Wenn ich sehe das dieser Mensch lügt, dann darf ich ihn auch einen Lügner nennen. Das ist keinesfalls unter der Gürtellinie. Auch ihn unfähig zu nennen ist in Anbetracht seiner Arbeit die er leistet nicht unter der Gürtellinie. Und nein. Ich möchte nicht das diesem Menschen tatsächlich Zeit geben wird sich einzuleben. Denn er kann dabei einfach zuviel Schaden anrichten.

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neanderspezi 26.02.2017, 14:44
48. Lügenbearbeitung bringt Medien, die dem verlogenen Populisten auf dem Gipfel der Macht nicht nach dem Mund reden, große Unannehmlichkeiten

Es wird immer wieder Populisten geben, besonders solche die an die Macht gekommen sind, die ihr Lügengebäude mit dem sie auf Stimmenfang gingen, von ungehorsamen Medien bedroht sehen und deswegen heftig versuchen werden, die Medien als Widersacher für unbeschwertes Lügen so schnell wie möglich auszuschalten, in der Annahme, dass das Lügen ausschließlich ihnen als Machinhaber vorbehalten bleiben muss. Je ausgiebiger sie sich im Wettstreit um die Macht der Lüge bedient haben, desto intensiver müssen sie sich nach gewonnener Wahl um unbotmäßige Medien kümmern und ihnen einen Maulkorb verpassen und sie aus allen Offenbarungspodien ausschließen.

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FrankH 26.02.2017, 14:45
49. Pluralismus und Toleranz

Das Problem ist, dass ein Mindestmaß an Toleranz Voraussetzung für jede Art von Demokratie und Pluralismus ist. Natürlich geben Medien weitgehend die Meinung der Mehrheit(en) wieder, eine Frage der Logik - denn sie werden ja nicht auf dem Mond von Alien gemacht. Aber: es muß Platz sein für jede Art von Minderheitsmeinung (solange diese nicht klar zu Gewalt aufruft und offen verfassungswidrige Ziele propagiert - die aber nicht alleine deswegen verfassungswidrig sind, weil sie irgendein Hansel für dafür hält: Pressefreiheit kann und darf nur von Gerichten eingeschränkt werden) sein, nicht notwendigerweise innerhalb eines bestimmten Mediums/Zeitschrift/TVSender etc., sondern in der Pluralität derselben. Und es muß aufhören, andere Meinungen (!) als Lügen zu bezeichnen - was aber natürlich nichts daran ändert dass Fake News ebensolche bleiben, wenn sie es nun mal sind.
Wenn Trump sagt, ich hatte die meisten Wahlmänner seit Ronald Reagon, dann ist das schlicht falsch. Trump hatte 306 - schon Obama hatte 2012 332. Objektiv gelogen.
Wenn die Bundesregierung sagt, dass die Arbeitslosigkeit im Januar 2017 bei 6,3% lag, ist kann man zur Interpretation dieser Zahl viel diskutieren. Dennoch ist es natürlich nicht gelogen, denn die Statistik basiert auf einer internationalen Definition. Natürlich kann man trotzdem darauf hinweisen, wer da alles nicht auftaucht und das bewerten, das ist Teil der politischen Diskussion.
Die Toleranz, andere Meinungen mit Respekt zu behandeln, ist uns leider verloren gegangen - regelmäßig im Forum hier zu sehen, wenn eben andere MEINUNGEN immer ruckzuck als Lüge etc.pp. bezeichnet werden. Von einem demokratischen Diskurs entfernen wir uns immer mehr - in den USA ist er quasi schon verschwunden.

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