Forum: Wissenschaft
Medienschelte der Populisten: Auf die Presse
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Populisten, selbsternannte Revolutionäre, die neue Rechte in Europa und den USA - sie alle hassen "die Medien". Eine unsinnige Verallgemeinerung. Dahinter steckt eine gefährliche Strategie.

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kuschl 26.02.2017, 14:48
50. Warum wundert sich

Wer die Pressefreiheit zum Gesinnungsjournalismus verkommen läßt, darf sich nicht wundern, daß auch er nicht mehr neutral behandelt wird. Das passiert auch hier in Deutschland. Viele Journalisten haben sich politisch positioniert und verstoßen gegen die Prinzipien einer neutralen Berichterstattung, egal ob sie das als Kolumne tarnen oder bestimmte Fakten im Sinne der politischen Einstellung einfach mal weglassen oder bei Diskussionsforen unliebsame Beiträge, auch wenn sie nicht gegen die Diskussionskultur verstoßen, einfach mal zensieren. Wer so agiert als "Journalist" hat eigentlich in diesem Beruf nichts zu suchen. Hier erwarte ich vom Berufsverständnis her Neutralität oder zumindest Ausgewogenheit in der Berichterstattung, auch wenn mir bestimmte politische Richtungen gegen den Strich gehen. Betraft werden solche Gesinnungsjournalisten dann durch Informationsentzug.

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beija-flor 26.02.2017, 14:48
51.

Zitat von unzensierbar
Es handelt sich nicht um eine wirkliche Verallgemeinerung, wenn es der Wahrheit entspricht. Natürlich haben Massenmedien alle auch eine Agenda, im Großen und Ganzen auch dieselbe, nur bei Kleinigkeiten gibt es eben Unterschiede. Nur weil das jetzt Nationalisten und Faschisten für ihre Macht ausnutzen, macht das es nicht unwahr. Am Beispiel im Artikel: Ob gegen Trump oder Clinton spielt doch keine Rolle, denn am Ende ist es trotzdem für den Kapitalismus, für den US Imperialismus und für das Zwei-Parteien-System der USA.
Und Trump, Bannon und co. sind mit ihrer pauschalen Medienbeschimpfung wohl gegen den Kapitalismus, oder was?

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sanchopansa 26.02.2017, 14:49
52.

Zitat von d15
Das eigentliche Problem ist die Zunahme kommentierender Berichterstattung. CNN, wie die deutschen öffentlich-rechtlichen Nachrichtensender, SPON und die meisten seriösen Zeitungen berichten zunehmend subjektiv in eine Richtung. An den letzten Artikel von Spon der beispielsweise Trump oder den Brexit neutral beleuchtet hat, kann ich mich nicht erinnern, obwohl die meisten Artikel nicht als Kommentar gekennzeichnet sind. Der politisch rechts bzw. sehr links gesinnte Bürger nennt das Ganze dann Fake News oder Lügenpresse, weil er mit der in den Mainstream Medien publizierten Meinung nicht einverstanden ist. Wie im Artikel erwähnt, kopiert beispielsweise Breitbart News Inhalte der seriösen Medien, nennt diese aber gleichzeitig Fake News, weil die publizierte Form der Inhalte nicht der eigenen Ideologie entspricht. Die rechten bzw. linken Ränder sind, in ihrer Ideologie gefangen, einfach nicht in der Lage zu differenzieren und Kritik an der kommentierten Berichterstattung zu üben. Der Einfachheit halber ruft der rechte bzw. linke Bürger dann einfach Fake News oder Lügenpresse. Falls wir es nicht rechten oder linken Lügnern überlassen wollen, Teile des Volkes zu informieren, muss endlich wieder politisch neutral berichtet werden, sodass sich auch jeder noch so schlecht Gebildete seine eigene Meinung bilden kann. Da wir Bürger gleichzeitig allerdings auch sensationslüstern sind, (man siehe die Bildzeitund) ist es für Medien schwer neutral und objektiv zu berichten. Das schmälert den Umsatz. Dennoch ein notwendiger Schritt.
Sehen Sie, Sie haben nicht verstanden, worum es geht.
Bis jetzt sind die Medien in USA nicht eingeschränkt, der Anfang ist aber schon gemacht. Wenn Sie behaupten, dass die Presse u. a. aus rechten und linken "Lügnern" besteht, sind Sie bereits dabei, die Presse via Forumsbeitrag zu zensieren, was hier nicht besonders interessiert, weil Sie keinerlei Machtfunktion innehaben. Klar ist, dass es in den Medien ein weites Parteienspektrum gibt, die ihre Informationen ihrer Überzeugung gemäß verbreiten. Falls sie nicht den Tatsachen entsprechen, muss eine Gegendarstellung veröffentlicht werden. Aber genau das ist eben Pressefreiheit, kein Presseorgang ist verpflichtet, sich an irgendwelche politischen Vorgaben zu halten.

Im übrigen sind die Presseagenturen wie Reuters oder dpa sehr oft die Lieferanten für weiterverarbeitete Informationen, es genügt also, sich diese Quellen anzusehen, um zwischen Wahrheit und Fake unterscheiden zu können.

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peritrast 26.02.2017, 14:51
53. Etwas mehr Abstand täte gut

Zitat aus dem Artikel: "Gleichzeitig bemühte er sich wieder einmal, die bislang verheerende Bilanz der Regierung Trump zu einer Folge glänzender Siege umzudeuten. "

Sie stellen fest, Trumps Bilanz sei "verheerend". Ist das eine Tatsachenfeststellung oder ist das Ihre Meinung?

Genau hier liegt der Hase im Pfeffer: Man ist über die Medien irritiert und oft verärgert, weil man Tatsachen und Meinungen in ungekennzeichnetem Gemisch vorgesetzt bekommt.

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Dokoqueen 26.02.2017, 14:53
54. So ist es

Zitat von McManaman
Wir haben das riesige Glück, unabhängige, unerschrockene und kritische Medien zu haben...
Auch ich bin froh, dass es in Deutschland eine unabhängige Presse und eine gut funktionierende Pressefreiheit gibt.
Zensur findet nicht statt und das ist auch gut so.
Gerade die Jammerlappen von rechts sollten sich doch mal fragen wo und wie ihre Presseerzeugnisse zensiert wurden.
Wenn den Dreck, der aus der populistischen Sudelecke kommt, nicht den Widerhall findet, den sich die Rechten wünschen, denn liegt es wohl eher an den miserabel recherchierten Meldungen, an einem oft grauenvollen Deutsch und an Inhalten, die niemanden interessieren.

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keine-#-ahnung 26.02.2017, 14:54
55.

Was erwarten sich Medien eigentlich, die in den letzten 20 Jahren eine Entwicklung von investigativ recherchierenden und objektiv informierenden Formaten zu einer Zunft gegenseitig voneinander kopierenden und tendenziös kreischenden, teils kontinuierlich
beleidigenden Organen entwickelt haben? Respekt? Eher nicht ...
Was bitte ist an dem beanstandeten Interview "erschreckend wohlwollend"? Die Tatsache, dass ein 17-jähriger die Beachtung rechtsstaatlicher Regeln einfordert, die dem Autor wie ein Dorn im Auge stecken?
Man kann auch durch Auslassungen #fakenews produzieren, gerne hätte ich hier eine Auseinandersetzung mit der Umfrage von Chatham House zur muslimischen Migration nach Europa gelesen.
"Politikern und anderen, die pauschal auf "die Medien" schimpfen, IST grundsätzlich
zu misstrauen, denn es geht ihnen in WAHRHEIT darum, eine ZENTRALE KONTROLLINSTANZ EN BLOC zu diskreditieren."
Ein Spruch wie aus einem buntbedruckten Agitationsflyer ... und die Antipode Ihrer Position - schick in einen einzigen Satz gepresst:
1. Lasse ich mir nicht ansatzweise von einem Journalisten befehlen, wem ich grundsätzlich zu misstrauen habe,
2. dokumentieren Sie hier Ihren Anspruch auf DIE Wahrheit - das hatten wir schon ein paar Mal (ist immer schiefgegangen) und
3. beschreiben sie hier eine Zentrale Kontrollinstanz als Block, den Sie oben doch gerade ad absurdum führen wollten?
Und BTW: Wer kontrolliert eigentlich diese Kontrolleure?

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robin-masters 26.02.2017, 14:55
56. Unaufgeregt

das Problem der Medien ist - das Sie eine Story verkaufen müssen und das klassische Berichten mittlerweile nur noch eine untergeordnete Rolle spielt.

Wie der Spiegel auch sind viele Medien nur noch Meinungsmaschinen und die Berichte sind eher dramatisierte Meinungen und aufgeblähte Geschichten.

Zeit und Welt können hier auch anders und ggf. auch das Spiegel Magazin - aber der SPON ist mittlerweile auf Bild-Niveau.

Ich finde vorverurteilende und vereinfachende Überschriften genauso schädlich, wie 2 Absätze persönliche Meinung, bevor der Sachverhalt kommt. Das sich die Medien auf das Spiel mit Trump einlassen und hyperventilierend "Berichten" über jeden Furz und dabei ggf. eher andere wichtige Themen in den Hintergrund treten spricht Bände.

Auch die neutral Auswahl von Sachverhalten ist doch sehr anzuzweifeln - da werden organisierte Antitrump-Demos mit 200 Menschen und 2 Superstars als nationaler Umbruch in den USA gefeiert. Der SPON hat glaub ich 1-2 x versucht zu analysieren warum Trump gewählt wurde und warum es evt. abzusehen war und wo das Problem liegt (Globalisierung und Digitalisierung erzeugt auch Verlierer und diese wollen sich nicht so sehen), schade das es hier nur beim Versuch blieb und man doch wieder auf das pauschale Trump-Bashing zurückgefallen ist.

Von einem jetzt Welt-Leser...

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Freidenker10 26.02.2017, 14:59
57.

Zitat von FrankH
Das Problem ist, dass ein Mindestmaß an Toleranz Voraussetzung für jede Art von Demokratie und Pluralismus ist. Natürlich geben Medien weitgehend die Meinung der Mehrheit(en) wieder, eine Frage der Logik - denn sie werden ja nicht auf dem Mond von Alien gemacht. Aber: es muß Platz sein für jede Art von Minderheitsmeinung (solange diese nicht klar zu Gewalt aufruft und offen verfassungswidrige Ziele propagiert - die aber nicht alleine deswegen verfassungswidrig sind, weil sie irgendein Hansel für dafür hält: Pressefreiheit kann und darf nur von Gerichten eingeschränkt werden) sein, nicht notwendigerweise innerhalb eines bestimmten Mediums/Zeitschrift/TVSender etc., sondern in der Pluralität derselben. Und es muß aufhören, andere Meinungen (!) als Lügen zu bezeichnen - was aber natürlich nichts daran ändert dass Fake News ebensolche bleiben, wenn sie es nun mal sind. Wenn Trump sagt, ich hatte die meisten Wahlmänner seit Ronald Reagon, dann ist das schlicht falsch. Trump hatte 306 - schon Obama hatte 2012 332. Objektiv gelogen. Wenn die Bundesregierung sagt, dass die Arbeitslosigkeit im Januar 2017 bei 6,3% lag, ist kann man zur Interpretation dieser Zahl viel diskutieren. Dennoch ist es natürlich nicht gelogen, denn die Statistik basiert auf einer internationalen Definition. Natürlich kann man trotzdem darauf hinweisen, wer da alles nicht auftaucht und das bewerten, das ist Teil der politischen Diskussion. Die Toleranz, andere Meinungen mit Respekt zu behandeln, ist uns leider verloren gegangen - regelmäßig im Forum hier zu sehen, wenn eben andere MEINUNGEN immer ruckzuck als Lüge etc.pp. bezeichnet werden. Von einem demokratischen Diskurs entfernen wir uns immer mehr - in den USA ist er quasi schon verschwunden.
Die Medien machen es doch auch nicht anders und stempeln jeden der sie kritisiert als rechten Populisten ab! In der Flüchtlingskrise wars doch am extremsten, da wurde absolut jeder der Kritik am Kurs der CDU äußerte sofort als Nazi tituliert, einfach mal beispielsweise Augsteins Kolumnen lesen! Auch hier klingt es doch schon wieder durch. Die Medien sollten einfach aufhören zu denken, dass allein ihre Meinung die einzig wahre sei, denn dem ist nicht so! Ich sehe die Medien als 4. Gewalt im Lande, aber diesen Job machen sie einfach nicht mehr ausreichend, denn das Thema soziale Gerechtigkeit wurde nicht von den Medien ausgelöst wie es eigentlich hätte sein sollen! Vielmehr wird, ähnlich wie bei den Gewerkschaften lieber mit der Politk geklüngelt und hin und wieder mal alibimäßig Kritik an irgendwas unwichtigem geäußert, aber den Mächtigen auf die Finger zu schauen passiert schon lange nicht mehr! Meine Meinung!

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joomee 26.02.2017, 15:01
58. Wahnsinn

Ich bin entsetzt - da rufen die Petris, Trumps, Erdogans, Farells, LePens und Co. "Lügenpresse" bzw. "Systempresse" und jede Menge Menschen gehen diesen auf dem Leim.

Leute, wacht auf! Diese Leute kämpfen nicht für bessere Informationen oder Medien für das Volk, sondern es geht denen einzig und alleine Kritiker zu diffamieren und mundtot bzw. unglaubwürdig zu machen - und um an die Macht zu gelangen oder sie auszubauen.

Natürlich machen die Medien auch Fehler. Aber wer wirklich glaubt, dass nach Mediensäuberungen durch die oben genannte Personen nachher eine freiere und bessere Presse herrschen würde, kann meiner Meinung nach nicht mehr ganz bei Sinnen sein.

Nach dem Willen von Trump, Erdogan, Petri & Co. gibt es nur eine Wahrheit und nur die darf verbreitet werden - nämlich die ihrige. Schau doch mal an, wie die mit Kritik umgehen können, nämlich gar nicht!

Wahnsinn, wie viele diese Entwicklung noch gutheißen und Verständnis dafür aufbringen. Leute, mit der Freiheit, auch mit der Freiheit der Medien, ist es wie mit der Gesundheit. Man schätzt sie erst, wenn sie nicht mehr da ist!

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culinarius 26.02.2017, 15:01
59. Automatik

Donald Trump hat ja auch sein Gutes:

Ein Impeachment muß gar nicht erst in Erwägung gezogen werden.
Er demontiert sich selber!

Zurücklehnen und abwarten . . .

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