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Medienschelte der Populisten: Auf die Presse
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Populisten, selbsternannte Revolutionäre, die neue Rechte in Europa und den USA - sie alle hassen "die Medien". Eine unsinnige Verallgemeinerung. Dahinter steckt eine gefährliche Strategie.

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Det_onator 26.02.2017, 15:02
60. Journalismus seit Jahren in der Krise

„Politikern und anderen, die pauschal auf "die Medien" schimpfen, ist grundsätzlich zu misstrauen, denn es geht ihnen in Wahrheit darum, eine zentrale Kontrollinstanz en bloc zu diskreditieren.“

Die Medien diskreditieren sich durch ihre oft einseitige, meinungsmachende, politisch motivierte Berichtsrstattung selbst. Die Medienkrise mit Beginn Anfang des 21. Jahrhunderts und bis heute anhaltend, ist Ausdruck dafür und bezeichnend. Das heutige Problem im Journalismus ist, dass sich viele Verlage mit einer Sache gemein machen, anstatt unvoreingenommen dem Leser beide Seiten darzusstellen und zu erläutern, damit er/sie dadruch in der Lage ist, sich selbst ein Bild vom Sachverhalt zu machen. Nennt sich objektive, vorurteilsfreie Berichterstattung, ohne selbst Position zu beziehen. Dafür gibt es die jeweilige Kommentarfunktion, in welcher die persönliche Meinung des Journalisten/in, als solche gekennzeichnet ist.
Aber bewusst journalistische Meinungsmache aus politischer Motivation heraus, ist grundlegend abzulehnen und wird von den Menschen durchschaut. Genau dass ist es, was den heutigen Journalismus diskreditiert. Dafür braucht es keine Politiker oder andere. Nicht die „anderen“ sind euer Problem, nein eure Probleme und Auflagenrückgänge sind hausgemacht.

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spon_4_me 26.02.2017, 15:02
61. methinks the Lady Protests too much

Ich verstehe, dass Euch das nahe geht. Ihr dachtet, Ihr wärt die 4. Kraft im Staat, eine moralische Institution, ein Bollwerk der Demokratie und findet Euch jetzt als Teil einer Entertainmen-Inszenierung. Aber im Ernst? "Trump nimmt nicht am Foreign Correspondents" Dinner teil": Eure Topmeldung heute Morgen? In Wanne-Eickel fiel zeitgleich ein Ascheimer um.
Ich vermute, der Spiegel profitiert auch vom "Trumpf bump", sonst ist dieses tägliche Ritual nicht zu erklären. und ad advocatio diaboli: Trump uns die Seinen schauen Fox News. Die erfinden tatsächlich Ihre Stories. Da ist die induktive Schlussfolgerung doch nahe liegend.

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JaWeb 26.02.2017, 15:04
62.

Ein Präsident, der mit seinen Lügen regelmäßig für Aufsehen sorgt, sollte nicht über das lamentieren, was er als "fake news" bezeichnet. Über die rechtsideologische Breitbeit-Seite ist jedes weitere Wort überflüssig.

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hwdtrier 26.02.2017, 15:04
63. Wer sich objektiv informieren

will liest Schweizer Medien oder andere ausländische.
Der Rückgang der Printmedien ist bedingt durch mindere Qualität.

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joomee 26.02.2017, 15:07
64. Politisch neutral?

Zitat von d15
Das eigentliche Problem ist die Zunahme kommentierender Berichterstattung. CNN, wie die deutschen öffentlich-rechtlichen Nachrichtensender, SPON und die meisten seriösen Zeitungen berichten zunehmend subjektiv in eine Richtung. An den letzten Artikel von Spon der beispielsweise Trump oder den Brexit neutral beleuchtet hat, kann ich mich nicht erinnern, obwohl die meisten Artikel nicht als Kommentar gekennzeichnet sind. Der politisch rechts bzw. sehr links gesinnte Bürger nennt das Ganze dann Fake News oder Lügenpresse, weil er mit der in den Mainstream Medien publizierten Meinung nicht einverstanden ist. Wie im Artikel erwähnt, kopiert beispielsweise Breitbart News Inhalte der seriösen Medien, nennt diese aber gleichzeitig Fake News, weil die publizierte Form der Inhalte nicht der eigenen Ideologie entspricht. Die rechten bzw. linken Ränder sind, in ihrer Ideologie gefangen, einfach nicht in der Lage zu differenzieren und Kritik an der kommentierten Berichterstattung zu üben. Der Einfachheit halber ruft der rechte bzw. linke Bürger dann einfach Fake News oder Lügenpresse. Falls wir es nicht rechten oder linken Lügnern überlassen wollen, Teile des Volkes zu informieren, muss endlich wieder politisch neutral berichtet werden, sodass sich auch jeder noch so schlecht Gebildete seine eigene Meinung bilden kann. Da wir Bürger gleichzeitig allerdings auch sensationslüstern sind, (man siehe die Bildzeitund) ist es für Medien schwer neutral und objektiv zu berichten. Das schmälert den Umsatz. Dennoch ein notwendiger Schritt.
Natürlich kann und muss man an den Medien auch Kritik üben.

Dummerweise schreit heute jeder gleich Lüge oder Meinungsmache, bei jedem Artikel, der nicht dem jeweiligen Weltbild oder Gesinnung entspricht. Man kann immer behaupten, dass ein Artikel nicht neutral ist - und genau dass passiert gerade.

Das absolut lächerliche und besorgniserregende ist allerdings, dass diejenigen, die in dieses Horn stoßen, noch Leute unterstützen, die eine noch viel weniger unabhängige und "politisch neutrale" Presse wollen.

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spassamarbeiten 26.02.2017, 15:08
65. two minute fame

früher gab man dem plebs brot und spiele, heute gibt man ihm twitter und Facebook. somit hat neuerdings ein jeder sein (nicht immer) gutes recht auf eine eigene Meinung. bevor die/das social media einzug hielt, hat man diese Leute mit pauschal urlaub und Weihnachtsgeld und dumpfbacken TV ausserhalb der meinungslinie gehalten, in den USA gab man den Leuten ihre dösige fahnentreue, den 4.juli und das recht auf Waffenbesitz. wir sind es selbst schuld, wenn die klassischen Medien auf jeden "furz" den dieser plebs von sich lässt reagiert. denn genau das beabsichtigen doch diese proleten. sei es die Einladung in talkshows (wen interessiert wirklich die Meinung von diesen gesellschaftlich entarteten AFD leiten z.bsp.) oder auf jede Entgleisung des white house teams zu reagieren. Natürlich legt ein bannon und ein trump und co. es genau darauf an, Provokation for "no cause". warum ignorieren das die Medien nicht ?!? jeden tag werden wir egal auf welchem medium zugedröhnt mit weiteren Entgleisungen. kein tag vergeht ohne mindestens 3 Meldungen des idioten teams aus dem white house. ihr medien seid es selbst die dem ganzen permanent den Nährboden geben es weiter eskalieren zu lassen. fangt lieber endlich damit an, diese Leute zu demontieren.

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marialeidenberg 26.02.2017, 15:08
66. @Bärche82

Unter der Gürtellinie - und zwar buchstäblich - War: "Grab 'em by the pussy...". Gut genug?

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Beat Adler 26.02.2017, 15:10
67. Verwechslung von Medien mit Nachrichtenagenturen

Zitat von sotomajor
Die Medien haben nicht politisch zu sein, sondern unabhängig und überparteilich ! Das ist ein absoluter Grundsatz für alle Journalisten und er sollte gelten in jeder Demokratie. Ausgewogene Berichterstattung haben wir auch nicht mehr in Deutschland, sondern Parteinahme und einen heuchlerische Unterton in allen Berichten.
Verwechslung von Medien mit Nachrichtenagenturen.

Selbstverstaendlich sind Medien parteiisch! Das muss so sein.

Ausgewogen wird die Berichterstattung erst durch das lesen/sehen verschiedener Meinungen verschiedener Komentare in unterschiedlichen Medien.

Seit Jahrzehnten lese ich die NZZ und Der Spiegel, heute Beide online, natuerlich weiss ich, dass die NZZ wirtschaftsliberal im Sinne der Zuercher FDP ist. Ich weiss auch, wo Der Spiegel und heute SPON stehen.

Nur das Verbreiten von Kopien von reuters, AP, DPA, AFP, etc. etc. ist nicht Aufgabe der Medien.
mfG Beat

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petra.blick 26.02.2017, 15:10
68. Real ist was die dichteste Information besitzt !

Je häufiger und öfter eine Information wiederholt wird um so realer wird sie. Realität gibt es somit nicht sondern nur ein Dichtheit von Informationen. Wer dieses Netz von Informationen am besten spannt erzeugt Realität. Selbst das Zuhören und Aufmerksamkeit schenken verstärkt dieses. Drum verstärken die alten Realitätsstifter diese neuen "Realitäten".

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BeatriceMaurer 26.02.2017, 15:10
69. Einfach irre

Wenn man sich alleine die SPON-Kolumnisten anschaut, die ihre oft wirren, post-pubertären Idelogien hier aufbreiten dürfen - ohne dass es eine einzige "Gegenkolumne gibt" - dann kann einen schon die gleiche Wut und das gleiche Unverständnis über "die Presse" überkommen wie Herrn Trump. Solche wilde Gedanken konnte man früher nur in anarchistisch gepägten Magazonen wie "Emma" lesen - dies heute in dem dt. Nachrichtenmagazon ständig ertragen zu müssen, ist unfassbar.

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