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Medienschelte der Populisten: Auf die Presse
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Populisten, selbsternannte Revolutionäre, die neue Rechte in Europa und den USA - sie alle hassen "die Medien". Eine unsinnige Verallgemeinerung. Dahinter steckt eine gefährliche Strategie.

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danmage 26.02.2017, 15:10
70.

Zitat von desoie
Bei soviel mangelndem Verständnis für die Grundlagen und der Gewaltenteilung der Demokratie, wie er in diesem und vielen anderen Beiträgen der vergangenen Wochen zum Ausdruck kommt, bleibt nur die Aufforderung nach mehr politischer Bildung. Anders wird man es wohl nicht verhindern können, dass das Volk denen hinterherläuft, die es unterdrücken wollen. Und dabei nicht in der Lage ist, dies zu erkennen.
Da haben sie völlig Recht. Es gibt zuviele "uninformierte" und bildungsferne Menschen, die nicht mal wissen wie der Staat funktioniert in dem sie leben. Diese Menschen haben leider keine Ahnung von Föderalismus, Gewaltenteilung oder kommunaler Politik.
Solche Menschen haben einen Werbestar, einen bekennender Ungebildeten (Ich lese keine Bücher, ich weiß alles besser) zum Präsidenten gewählt.
Die alten Griechen haben sich auch darüber Gedanken gemacht. Wenn eine große Masse "uninformierter" Menschen in einer Demokratie ihresgleichen wählen, nennt man das eine "Ochlokratie".

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jallajalla 26.02.2017, 15:11
71.

Zitat von steffenbaensch777
Eine freie Presse im Sinne von "frei von Interessen" kann es aus meiner Sicht aus Prinzip nicht geben. Das ist nicht weiter schlimm, aber man sollte es sich einmal bewusst gemacht haben. Ist die Presse kommerziell, so besteht die Gefahr, dass sie sich einerseits an Leserinteressen ausrichtet, um Auflage zu produzieren, andererseits gibt es die Gefahr, dass der Besitzer die Richtung vorgibt. Ist die Presse von Gewinninteressen befreit, so kann davon ausgegangen werden, dass sie entweder staatlich ist oder ehrenamtlich. Bei einer staatlichen Presse besteht auch die Gefahr, dass sie die Interessen der aktuellen Regierung widerspiegelt. Bei ehrenamtlicher Presse besteht das Problem der Finanzierung. Freie Presse sollte vielleicht eher heißen, dass jeder die Möglichkeit hat zu berichten und Interessen möglichst transparent für alle gemacht werden. Also solange Trump nur auf die Presse schimpft ist alles okay, wenn er sie verbietet wird es ernst.
Es gab schon Presseorgane, die von fremden Regierungen unterstützt wurden. "Konkret" war beispielsweise eines, die wurde von der DDR gesponsert. Bei den heutigen rechten Publikationen bin ich mir manchmal nicht sicher wo das Geld herkommt.

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joomee 26.02.2017, 15:11
72. Mache mir Sorgen...

Zitat von prologo
Hallo micromiller, die Presse ist doch selbst Schuld , an der Lage, in die sie sich mit ihrer klar erkennbaren Manipulation ihrer Berichterstattung gebracht hat. Die Presse hat ihren Auftrag, einer neutralen und ehrlichen Bericht Erstattung aufgegeben, hat sich teilweise Kaufen und bezahlen lassen, für Meinungsbildung in gewünschter, politischer Richtung. Die Leser haben das sehr wohl gemerkt, und sie dann der Lügen- Presse bezichtigt. Aber nicht ml das reichte, damit die Presse einen ehrlichen Kurs ein schlägt. Heute noch nicht. Dann wundert sich die Presse, warum ständig der Umsatz sinkt, die Auflagen schrumpfen. Das ist die Quittung dafür. Wer glaubwürdig und ehrlich berichtet, der wird das auch überleben. Um die anderen ist eh nicht schade. prologo
Ich mache mir Sorgen. Und zwar um Leute wie Sie, die reden wie Trump, Erdogan, LePen, Petri und Co. und denen auf den Leim gegangen sind.

Was denken Sie denn, was sie für eine Medienlandschaft bekommen wenn sich diese "aufrichte Kämpfer für eine freie und unabhängige Presse" durchsetzen?

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oinarc 26.02.2017, 15:12
73.

Wer die Presse ausschaltet, macht sich vermeintlich unantastbar Langfristig sind die politischen, ökonomischen und ökologischen Konsequenzen dann möglicherweise unmittelbarer, schlimmstenfalls verheerend

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KobiDror 26.02.2017, 15:14
74. @Presse: wehrt euch! Mit allen legalen Mitteln

Auch ich wünsche mir oft eine unaufgeregtere Berichterstattung der Presse. Oft genug werden Nichtigkeiten aufgebauscht hinter denen nur wenig Substanz steckt.
Hier geht es um die Pressefreiheit an sich.

Es entbehrt aber nicht einer gewissen Ironie, dass ausgerechnet der Quell der alternativen Fakten sich darüber beschwert, dass die Presse auch Unangenehmes publiziert. Trump war schon immer eine öffentliche Person und nun hat er auch noch eine große Verantwortung dazu (Atomwaffen). Ich finde es gut und richtig, dass die Presse da genau hinschaut was er denn alles treibt. Wen er protegiert und wen er bekämpft. Überwacht den Kerl weiterhin, stellt Fragen, seid unbequem. Nur so kann den Amerikanern hoffentlich das richtige Licht aufgehen.

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ruhepuls 26.02.2017, 15:15
75. Naive Forderung?

Zitat von toskana2
Wenn wir schon über Demokratie diskutieren: In der Athener Polis gab es keinen "SPIEGEL" und keine "New York Times". Dafür gab es die "Agora", den Stadt-Marktplatz, den Beginn der Demokratie (Herrschaft des Volkes). Dort konnte jeder Polites (Bürger) seine politische Meinung äußern, Vorschläge zur Verbesserung der politischen Lage machen. Aber auch die sehr e i g e n e n Interesse pointiert vertreten, sprich das Auditorium zu seinen Gunsten "manipulieren" - die Geburtsstunde der ... Demagogie. Um es kurz zu machen: Wollen die Massenmedien heute bei uns und anderswo, die unverzichtbar zu Demokratie gehören, uns informieren oder uns manipulieren? Die Antwort auf diese Frage entscheidet über den Fortbestand unserer Demokratie - bei uns und anderswo! Insofern ist die Frage nach der "Legitimationsrolle" der Massenmedien nicht, wie manchmal suggeriert wird, populistisch sondern durchaus berechtigt.
Ist es nicht etwas naiv, zu fordern, die Medien sollten uns informieren, statt manipulieren? Jedes Mal, wenn ein Journalist ein Foto (aus vielen) auswählt oder entscheidet, welche Untersuchung er zitiert, manipuliert er bereits, denn er MUSS eine Entscheidung treffen - und diese schließt auch immer etwas aus. Insofern wird es "objektiven" Journalismus nie geben - und gab es auch nie.
Was sich verändert hat, ist eher, dass - ähnlich den USA - die Meinungsmehrheit auch bei uns nicht mehr existiert. Früher gaben Journalisten das wieder, was die Mehrheit auch glaubte. Man könnte auch sagen: Journalisten und Leser waren sich einig. Was in der Zeitung stand oder in den Nachrichten kam, war wahr. Dabei spielte es auch damals eine untergeordnete Rolle, ob das, was geschrieben wurde, nun die einzige "Wahrheit" war oder nicht. Solange es nur die "Wahrheit" der Mehrheit war. Heute ist die Gesellschaft viel mehr zersplittert (und voller Misstrauen gegenüber allem). Es gibt eben viele Meinungen. Und die treffen dann auf die - ebenfalls sehr zersplitterten - Meinungen der Medien. Manchmal passen dann "Volk" und Medien noch zusammen - beispielsweise beim Trump-Bashing, oft aber auch nicht mehr. Beispielsweise in der Flüchtlingsfrage, als die Medien ein eher positives Bild entwarfen, während "die Volksseele" eher in düsteren Befürchtungen sich wiederfand. Die Wahrheit (im Sinne der Realität) lag wohl eher in der Mitte.

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otelago 26.02.2017, 15:16
76. Deutsche MEdien erstaunlich abhängig

Je häufiger ich höre wie viele Fake News in Russland bei Sputnik oder RT "ersonnen" werden,

desto mehr spüre ich die bisherige selbstverständliche Allgegenwart amerikanischer Medienkonzerne und etablierter Politik auf das Meinungsbild in Deutschland.

Die ö.r. Medien, Privat-TV, großen Zeitungen und Satiriker überbieten sich ja schon stündlich in Verwünschungen gegen russische Hacker, Rechtspopulisten, Trump und flehen gleichzeitig nach der "NATO", der "Westbindung" und "Freihandel".

So als ob alle Deutschen morgens aufstehen würden um sich nach "Westbindung" zu sehnen.

Der Begriff "Westen" war bis 2014 nahezu völlig aus der Öffentlichkeit verschwunden, fand kaum statt.

Und jetzt beeilt man sich überall vom "Westen" zu sprechen, während man ohne jede öffentliche Debatte, so als wäre es normal, eine auffallend schwache Panzerkolonne ins Baltikum entsendet.

Ich halte fest:

a) ich bin weder links- noch rechtsradikal, weder besonders fromm noch kirchenfeindlich. Ich bin ein völlig normaler gebildeter Deutscher mit Familie.

b) ich empfinde die Art und Weise, mit der US-gesteuerte Banken, Internetkonzerne hier in Deutschland seit Jahren auftreten und verstärkt Einfluss auf Alles (Ceta, TTIP ....) nehmen als erschreckend und gefährlich und die Rolle von NGO, finanziert von Soros und anderen als unerträglich. Sie agieren mit undurchsichtigen Methoden und Geld im Hintergrund, das ist nicht demokratisch, sondern verschwörerisch und intransparent und deswegen muß dort viel mehr Öffentlichkeit her!

c) die Massenmedien hierzulande sind seit der NATO / EU - Expansion Richtung Ukraine kurzfristig auf einen völlig einseitigen Russland-feindlichen Kurs geschwenkt, Offenkundig ist der Einfluss etablierter Medien und Lobbyisten auf die deutsche Öffentlichkeit extrem stark und in keiner Weise ein Gerücht!

d) Trumps Sieg wird die Dinge in Bewegung bringen. Derzeit erleben wir aber, wie das US - Establishment, der "Westen" (TTIP, Ceta... ) den beginnenden Niedergang aufzuhalten, indem man Deutschland instrumentalisiert!

e) wir müssen hier in Deutschland dringend die Anhängigkeit der öffentlichen Diskurse von den USA abkoppeln. Entsprechende Netzwerke sund Schlüsselorganisationen und Personen müssen strukturiert und wirksam transparent gemacht werden. Wo genau sind die Propagandisten der USA ("Transatlantiker" etc.. ) und wie wirft man sie raus? Sie sind nicht gewählt, sie haben nichts zu melden, sie sind nicht Teil des Staates, aber sie wollen Deutschland heimlich regieren!

f) das Geheul über "Fake News" aus Russland ist ein lächerlicher Versuch, die eigene traurige Rolle der "deutschen" Medien zu verharmlosen. Tatsächlich sind die deuthschen Medien zu PR - Agenturen der angelsächsischen Banken/Konzerne (TTIP, CETA ...) verkommen!

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ghp2 26.02.2017, 15:16
77.

Und warum stellt Trump die 133 Lügen, die ihm die Washington Post vorwirft nicht klar?
Ich meine, der Mann kann auf gewaltige Kapazitäten zurück greifen. Das sollte in 1-2 Tagen erledigt sein!
Fake News! Ja, dann mach' mal - beweis, dass das Fake News waren! Ansonsten hast du halt nur Schwachsinn gelabbert, taugst nicht mal zum Karnevalsprinzen!

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tailspin 26.02.2017, 15:18
78. Wo waren Sie die letzten 40 Jahren?

Zitat von kuschl
Wer die Pressefreiheit zum Gesinnungsjournalismus verkommen läßt, darf sich nicht wundern, daß auch er nicht mehr neutral behandelt wird. Das passiert auch hier in Deutschland.
Diesen Gesinnungs-Journalismus gibts schon laenger. Die groessten AgitProp Kuenstler in meiner Abitur Klasse (nein, nicht im Osten) wurden Journalisten. Das war in den fruehen 70'ern. Letztes Jahrhundert, wenn ich mich richtig erinnere.

Mit im uebrigen halte ich das nicht fuer einen Angriff auf die Pressefreiheit, wenn einige Element der Presse/ MSM vom White House Meeting ausgeschlossen werden. Das ist ohnehin nur eine Show fuer Joe Sixpack, hat einen Prestigewert fuer Journalisten und ist ansonsten Theater.

Im uebrigen findet man diese Informations-Selektion ueberall. Praktisch jeder sucht sich aus, mit wem er ueber was reden will und mit wem nicht.

Wird dadurch irgendjemand am Schreiben gehindert? NEIN. Trump hat keinem einen Maulkorb verpasst. Die betroffenen Journalisten muessen sich halt andere, hoffentlich unabhaegige, Quellen suchen. Nicht schwer mitten im Informationszeitalter. Das sollten sie ohnehin tun.

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observatorius 26.02.2017, 15:18
79. ich will Trump nicht verteidigen, aber...

das Problem, vor dem wir als (liberale) Demokratien stehen wird, wie mir scheint noch immer tunlichst übergangen. Der Zusammenbruch des Vertrauens in "die Eliten" hat doch seine Ursache auch darin, dass sich "die Medien" in ihrer Gesamtheit tatsächlich in Abhängigkeit begeben haben vom "großen Geld". Natürlich war das immer so im Kapitalimus, nur hat sich der Druck aufgrund technologischer Entwicklungen und der Globalisierung so weit verschärft, dass der Wert der Medien für die Demokratie unter jenem instrumentellen Zweck begraben wurde mit dem die Medien die Perspektive der Elite eingenommen haben.
Jetzt ist das Kind im Brunnen, denn weder der Elite, noch ihren Medien glaubt igend jemand noch irgend was.

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