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rambazambah 12.01.2019, 15:01
10. Lautes Leben

Früher wohnten wir in einem Vielfamilienhaus. Leider waren es die Familien mit kleinen Kindern, die am lautesten waren. Immer. Nicht nur am Nachmittag, an dem die Kinder anstatt zu spielen nur wild kreischend herum gerannt sind, sondern auch am Abend. Es kam einfach keine Ruhe rein. Während sich alle anderen nach und nach zurück zogen und still wurden, drehten diese Leute richtig auf: Grill raus, Fritteuse raus. Das war so gegen 22 Uhr. Die Kids waren noch dabei. Papa und Mama haben sich dann so nach und nach die Kante gegeben, schön fettige Pommes und ein paar Brocken Fleisch vom Grill. Anstatt Milch mit Honig gabs Cola und Pommes. Keine Ahnung, wann die Kinder dann letztendlich im Bett waren. Geschlafen können sie lange nicht haben, da die Eltern - durch Bier und Wein und Wodka - immer lauter wurden, anfingen sich zu zoffen oder - schlimmer noch - sich im Schlafzimmer vertrugen. Die Kinder waren blass, dünn und hatte immer tiefe Ränder unter den Augen. Mit den Eltern reden war in etwa so hilfreich, als würde man mit einem Stein sprechen. Das Jugendamt, das wir irgendwann informierten, meinte, so lange das Kindeswohl nicht gefährtet ist (sprich: körperliche oder sexuelle Misshandlung oder Unterernährung vorliegt), könne man nichts tun. Man kenne diese Familien, hätte jedoch keine Handhabe. Die Kinder rannten zwar viel herum, jedoch war nichts koordiniert, kein Spiel, kein Sinn, keine Regelmäßigkeit. Dazu falsche Ernährung mit viel zuviel Fett, Zucker und Koffein. Die Kinder hatten keine Zubettgeh- und Runterfahr-Routine. Das denke ich, wäre das wichtigste gewesen, aber die "Alten" haben sich nicht darum geschert und lieber gefeiert und gesoffen, laut Musik und Fernseher gehört. Als Erwachsener muss man selbst seinen Takt finden, aber einem Kind muss man ihn vorgeben bzw. vorleben. That's all!

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permissiveactionlink 12.01.2019, 15:02
11. Ich persönlich fand

die Leseempfehlungen der Woche ganz interessant, besonders den Artikel über die Inhalation therapeutisch wirksamer m-RNA. Wenn so etwas im Respirationstrakt möglich ist, dann vielleicht auch die Inhalation therapeutisch wirksamer Antisense-RNA. Mit dem einen könnte man fehlende intakte, unmutierte Genprodukte ersetzen, mit dem anderen vorhandene, aber mutierte und sehr verheerende Genprodukte blockieren. z.B. die von Onkogenen, welche Krebs induzieren, oder Antionkogenen (Tumorsuppressorgenen), sobald sie irgendwo mutiert sind. Danke für den Hinweis auf den Artikel !

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widower+2 12.01.2019, 15:04
12. Arme Kinder

Da der Schulbeginn am Morgen mit den in Deutschland normalen Büroarbeitszeiten synchronisiert ist (sein muss?) beginnt die Schule viel zu früh. Das Problem beginnt schon im Kindergarten und verschärft sich dann immer weiter bis zum Höhepunkt in der Pubertät, wo eine Synchronisierung mit den Arbeitszeiten der Eltern eigentlich nicht mehr so wichtig ist.

Beginnt die Schule dann wenigstens in der Oberstufe später? Nein! Da gibt es völlig merkbefreite Schuldirektoren, die den Unterrichtsbeginn sogar noch auf 7:30 Uhr vorziehen. Und das bei teilweise mehr als einer Stunde Anreise mit dem Schulbus. Das heißt dann aufstehen um 5:00 Uhr. Eigentlich ist das Körperverletzung. Aber was tun wir Deutsche nicht alles, um uns im Glanz unserer selbstempfundenen Arbeitsethik zu sonnen und den Turbokapitalismus am Laufen zu halten.

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aurora77 12.01.2019, 15:08
13. Schulstress reduzieren?

Sicher wirkt sich auch der steig steigende Druck, den die Schule auf die Kinder ausübt, negativ auf die Schlafqualität aus. Warum brauchen wir Prüfungen für Sechsjährige? Hier in Bayern werden schon so manche Viertklässler in den Burnout getrieben mit ca. 40 schriftlichen Prüfungen im Schuljahr, von den angeblich der Rest des Lebens abhängt. Ich kenne Gymnasiasten, die zum Teil schon in der 7. Klasse eine 40-Stunden-Woche haben mit Unterricht, Hausaufgaben, lernen und Referaten. Ich würde mich freuen, wenn mal jemand untersucht, was es uns bringt, soviel Wissen mit soviel Druck in die Kinder reinzustopfen und was es das Gesundheitswesen kostet.

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Antidarwinist 12.01.2019, 16:02
14. Das Problem

Das Problem ist nicht der Schlafmangel, sondern der einschläfernde Unterricht!
das weiß ich aus eigener, leidvoller Erfahrung.

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desktopper 12.01.2019, 16:47
15. Kenne ich leider sehr gut ...

Zitat von rambazambah
Früher wohnten wir in einem Vielfamilienhaus. Leider waren es die Familien mit kleinen Kindern, die am lautesten waren. Immer. Nicht nur am Nachmittag, an dem die Kinder anstatt zu spielen nur wild kreischend herum gerannt sind, sondern auch am Abend. Es kam einfach keine Ruhe rein. Während sich alle anderen nach und nach zurück zogen und still wurden, drehten diese Leute richtig auf: Grill raus, Fritteuse raus. Das war so gegen 22 Uhr. Die Kids waren noch dabei. Papa und Mama haben sich dann so nach und nach die Kante gegeben, schön fettige Pommes und ein paar Brocken Fleisch vom Grill. Anstatt Milch mit Honig gabs Cola und Pommes. Keine Ahnung, wann die Kinder dann letztendlich im Bett waren. Geschlafen können sie lange nicht haben, da die Eltern - durch Bier und Wein und Wodka - immer lauter wurden, anfingen sich zu zoffen oder - schlimmer noch - sich im Schlafzimmer vertrugen. Die Kinder waren blass, dünn und hatte immer tiefe Ränder unter den Augen. Mit den Eltern reden war in etwa so hilfreich, als würde man mit einem Stein sprechen. Das Jugendamt, das wir irgendwann informierten, meinte, so lange das Kindeswohl nicht gefährtet ist (sprich: körperliche oder sexuelle Misshandlung oder Unterernährung vorliegt), könne man nichts tun. Man kenne diese Familien, hätte jedoch keine Handhabe. Die Kinder rannten zwar viel herum, jedoch war nichts koordiniert, kein Spiel, kein Sinn, keine Regelmäßigkeit. Dazu falsche Ernährung mit viel zuviel Fett, Zucker und Koffein. Die Kinder hatten keine Zubettgeh- und Runterfahr-Routine. Das denke ich, wäre das wichtigste gewesen, aber die "Alten" haben sich nicht darum geschert und lieber gefeiert und gesoffen, laut Musik und Fernseher gehört. Als Erwachsener muss man selbst seinen Takt finden, aber einem Kind muss man ihn vorgeben bzw. vorleben. That's all!
Leider kenne ich die von Ihnen eindrücklich beschriebene Situation sehr gut. Aus Erfahrung weiß ich leider, dass man sich dagegen so gut wie nicht wehren kann. Übertrieben ausgedrückt dürfen Kinder nach heutige Rechtsprechung alles, wenn nicht gerade das Haus in Flammen aufgeht und selbst dann muss man den "fürsorglichen" Eltern erst mal eine Verletzung ihrer Aufsichtspflicht nachweisen. Wenn man versucht sich dagegen zu wehren - auch im Hinblick auf das augenscheinlich gefährdete Wohl der Kinder - ist man innerhalb kürzester Zeit als Kinderhasser stigmatisiert (wahrscheinlich auch gleich in diesem Forum).
Die einzige Möglichkeit, die man hat um wenigstens eine zeitliche Begrenzung zu erreichen, ist auf dem Einhalten der gesetzlichen Ruhezeiten zu pochen, wobei regelmäßige Schlafenszeiten nach 22 Uhr für (kleinere) Kinder keinesfalls einem ausreichenden Nachtschlaf und Entwicklung eines gesunden Tag- Rhythmus zuträglich sein dürften.
Ach ja, Einhaltung der gesetzlichen Ruhezeiten, steht irgendwo auf Papier, ist aber in der Praxis meist auch nicht durchsetzbar, weil es nie besonders gut ankommt, die Polizei zu informieren, auch bei der nicht, weshalb sie meistens nicht kommt.

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querdenker22 12.01.2019, 21:55
16. Das fängt schon im Kindergarten-Alter an

... und geht nicht von einer Institution aus. Ich war mal mit meinen Kindern vor ein paar Jahren auf einem Campingplatz in Borkum. Als wir unsere Kinder dort Mittags hinlegten (2 und 4), wurden wir echt seltsam angeschaut. Alle anderen Kinder spielen durch - völlig überdreht natürlich - bis Abends um 9, wo sich dann meist ein größeres Geschrei erhob.
Mir hat mal ein Neurologe in den 1980ern gesagt, dass der Mittagsschlaf für Kleinkinder hochwichtig für die Entwicklung des Gehirns ist. Aber das passt wohl nicht zum Tagesablauf moderner Familien.

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