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Meerestiere: Wale schreien gegen menschlichen Lärm an

Sonar, Schiffsmotoren, Öl-Förderung: Der Mensch verursacht in den Weltmeeren ungeheuren Lärm - und zwingt Meerestiere, gegen den Krach anzukämpfen. Neue Messungen haben jetzt gezeigt, dass Glattwale auf die Belastung ähnlich reagieren wie Vögel in Städten.

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Sapientia 07.07.2010, 12:55
1. Pure Augenwischerei!

Zitat von sysop
Sonar, Schiffsmotoren, Öl-Förderung: Der Mensch verursacht in den Weltmeeren ungeheuren Lärm - und zwingt Meerestiere, gegen den Krach anzukämpfen. Neue Messungen haben jetzt gezeigt, dass Glattwale auf die Belastung ähnlich reagieren wie Vögel in Städten.
Hier wird offenbar in Unkenntnis über die Weiten der Weltmeere der Eindruck eines Blinden wiedergegeben, als befände man sich dort fortwährend mit Tieren und Schiffen auf einer Art: Verkehrsknotenpunkt.
Das ist nicht der Fall.
Das heißt aber auch nicht, daß Tiere auf die genannten Emissionen der Menschen nicht reagieren.

Der Verfasser dieses Artikels leidet offenbar beim Verfassen unter den üblichen Restriktionen der Effekthascherei.

Demgegenüber ist doch viel interessanter, was der Mensch gerade im Golf von Mexico macht und was das ggf. für bleibende Auswirkungen auf Flora und Fauna haben wird; obwohl - wer bohrt oder genehmigt - immer auch davon ausgehen muß, daß dies auch außer Kontrolle geraten kann:
Hierfür wurden keine technischen Vorkehrungen getroffen, um im Falle des worst case Antworten parat zu haben, um insbesondere dies PSSA (Particularly Sensitive Sea Area), die die Karibik im Ganzen darstellt, zu schützen - das ist der eigentliche Eklat!
Schifffahrt ist hier extrem gefordert, keinerlei Abfall über Bord zu werfen und die Ölmulties bohren dort auf Teufel kommer heraus, ohne zu wissen was sie tun können, wenn die Bohrerei außer Kontrolle gerät.

Was nutzt uns da die Erkenntnis, ob Walfische an Tinnitus leiden?

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kalumeth 07.07.2010, 13:17
2. ...

Zitat von Sapientia
Hier wird offenbar in Unkenntnis über die Weiten der Weltmeere der Eindruck eines Blinden wiedergegeben, als befände man sich dort fortwährend mit Tieren und Schiffen auf einer Art: Verkehrsknotenpunkt. Das ist nicht der Fall. Das heißt aber auch nicht, daß Tiere auf die genannten .....
Sorry, aber Wale unterhalten sich auf hunderte Kilometer mit ihren Gesängen. Und da fährt ständig ein irgend ein Super-Containerschiff, oder eine Schnellfähre dazwischen. Oder ein Jet-Ski am Strand. Oder ein Manöver mit Wasserbomben und Sonar der Army. Vielleicht vor irgendeiner Kanarenküste, wo sich auch Walrudel gerade mal gern aufhalten.

Nicht umsonst werfen sich Wale immer wieder an den Strand.

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Celegorm 07.07.2010, 13:41
3. ...

Zitat von Sapientia
Hier wird offenbar in Unkenntnis über die Weiten der Weltmeere der Eindruck eines Blinden wiedergegeben, als befände man sich dort fortwährend mit Tieren und Schiffen auf einer Art: Verkehrsknotenpunkt. Das ist nicht der Fall.
Das Problem ist, dass im Wasser gegenüber dem Land die Unmittelbarkeit der Lärmquelle von begrenzter Relevanz ist. Schall breitet sich im Wasser rund 4.3 mal so schnell aus wie in der Luft, gleichzeitig fehlen i.d.R. begrenzende oder absorbierende Objekte. Was zur Folge hat, dass sich Lärm effektiv enorm weit und nachhaltig ausbreiten kann. Und wenn man - mal simpel gesagt - das Autobahnkreuz noch im Bergdorf 100km entfernt wunderbar hören kann, spielt es logischerweise nicht mehr so eine Rolle, dass dieses eigentlich 100km weit weg ist. Ergo: "Noise pollution" ist in den Ozeanen effektiv ein Problem, zumindest für jene Tiere, die diesbezüglich empfindlich oder auf Schallwellen zur Kommunikation/Orientierung angewiesen sind.

Ebenso ist der Verweis auf andere Probleme letztlich müssig. Natürlich gibt es andere, teilweise existentiellere Bedrohungen für die marinen Ökosysteme. Aber soll man deswegen alles andere vergessen? Werden durch eine momentane Katastrophe andere Eingriffe belanglos? Wohl kaum, im Gegenteil, gerade im Gesamtkontext der manigfaltigen Schädigung der Meere durch den Menschen erhalten die einzelnen Puzzlesteine erst recht ein Gewicht. Im übrigen ist ein solcher Verweis auf vermeintliche Prioritäten selten hilfreich, sondern wirkt eher wie ein Ablenkungsversuch.

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Sapientia 07.07.2010, 13:49
4. Das eine hat nichts mit dem anderen zu tun:

Zitat von kalumeth
Sorry, aber Wale unterhalten sich auf hunderte Kilometer mit ihren Gesängen. Und da fährt ständig ein irgend ein Super-Containerschiff, oder eine Schnellfähre dazwischen. Oder ein Jet-Ski am Strand. Oder ein Manöver mit Wasserbomben und Sonar der Army. Vielleicht vor irgendeiner Kanarenküste, wo sich auch Walrudel gerade mal gern aufhalten. Nicht umsonst werfen sich Wale immer wieder an den Strand.
Ob sich Wale über Hunderte von Kilometern miteinander "unterhalten" (über die Foristen bei Spiegel online vielleicht?), wird behauptet und mag von mir aus sein.
So lange der Mensch sich dazu entschieden hat, den persönlichen Besitz der Natur vorzuziehen, wird und kann sich nichts ändern.
Während wir hier feist mit unseren "4 elektrischen Zahnbürsten" prahlen, beschäftigen sich andere damit, mit unserer physischen und intellektuellen Gebrechen Geld zu verdienen und besorgen diese aus Asien - mit was? Container-Schiffen.

Übrigens, eine Ansammlung von Walen nennt man: Schule, nur so ein Tip für den insider.

Und ob sich die Wale sodann aus lauter depressiver Stimmung vor den angegebenen Emissionen kollektiv an den Strand werfen - glauben Sie das ernsthaft?

Immerhin scheinen Ihnen ja die viel massiveren Wirkungen auf die Umwelt in der Karibik nicht so am Herzen zu liegen?

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picaro 07.07.2010, 13:49
5. Meerestiere

Ob am Artikel etwas dran oder nicht, es wird langsam Zeit, dass sich die Spezies Mensch von diesem Erdball verabschiedet! Wir sind das überflüssigste Lebewesen überhaupt. Für die Dauer unseres Daseins auf diesem Planeten sind wir an Selbstherrlichkeit und Rücksichtslosigkeit nicht mehr zu überbieten. Was nützt die ganze Intelligenz, die uns von allen anderen Lebewesen unterscheidet, wenn sie nicht annähernd so ausgeprägt ist wie der Drang nach Wohlstand, Luxus, Annehmlichkeiten? Ist unsere Intelligenz Segen (für uns Menschen) und Fluch (für den Rest)zugleich? Warum zerstören wir sukzessive das, was uns einst so reich geschenkt wurde?

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Jookes 07.07.2010, 14:20
6. Nur mal so für Insider

Die Auswirkungen der Lärmverschmutzung auf Meeressäuger reichen von kurzfristigen Störungen bis hin
zum qualvollen Tod der Tiere. Dank umfangreicher wissenschaftlicher Untersuchungen von lebend und
tot gestrandeten Tieren wissen wir heute, dass es in bestimmtem Gewebe sowie in Organen, z.B. von
Schnabelwalen, zu Rissen kommt und die Tiere an den Folgen schwerer innerer Blutungen sterben.
Wie genau kommt es zu derartigen Verletzungen? Man vermutet, dass z.B. die tief tauchenden
Schnabelwale aufgrund der hohen Lautstärke der Sonargeräte von ihrem normalen Tauchprofil abweichen
und zu schnell nach oben schwimmen (Jepson et al. 2003; Fernández et al. 2005). Dafür sprechen
Symptome wie die beobachtete Gas- und Fettembolie. Umgangssprachlich werden diese Symptome als
Taucherkrankheit bezeichnet. Diese Krankheit entsteht, wenn man zu schnell auftaucht, sich dadurch der
Druck reduziert und sich, vergleichbar mit einer Sektflasche, kleine Gasbläschen im Blut bilden. Diese
wiederum verstopfen die Gefäße und führen zu Durchblutungsstörungen oder Geweberissen und in
schweren Fällen schließlich zum Tod.
Eine Analyse von 232 Strandungen im Mittelmeer seit dem Jahr 1803 bestätigt dies: Bis zum Jahr 1963
(dem Beginn des Einsatzes leistungsstarker Sonargeräte durch das Militär) kam es nicht ein Mal zu einer
Massenstrandung (Podesta et al. 2006). Seit den 1980er Jahren wird darüber spekuliert, ob für die
Massenstrandung von Cuvier-Schnabelwalen nicht die zeitgleich abgehaltenen militärischen Manöver und
die Verwendung von leistungsstarken Sonargeräten verantwortlich sind. Diese Spekulation gilt heute durch
verschiedene Veröffentlichungen in renommierten wissenschaftlichen Journalen wie z.B. Nature (DALTON
2006; Fernández 2004; Jepson 2003) als gesichert.

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martinhlindemann 07.07.2010, 14:37
7. ...

Zitat von Sapientia
So lange der Mensch sich dazu entschieden hat, den persönlichen Besitz der Natur vorzuziehen, wird und kann sich nichts ändern. Während wir hier feist mit unseren "4 elektrischen Zahnbürsten" prahlen, beschäftigen sich andere damit, mit unserer physischen und intellektuellen Gebrechen Geld zu verdienen und besorgen diese aus Asien - mit was? Container-Schiffen.
Recht haben Sie. Trotzdem ist es ein Unterschied, ob man mit Wohlstandskonsum protzt, oder aber durch Verzicht damit bewusster umgeht. So z.B. reicht ein "Maledivenflug" -bzw. die kanarische Schnellfähre- höchstens alle 3 Jahre. Ich fahre das nicht-koreanische Auto wenigstens zuende, anstatt es verfrüht abzuwracken. Fahre weitestmöglichst Wege mit dem Rad. Und wenn schon vietnamesische Klamotten, dann auch die in Maßen und zuende tragen.

Zitat von Sapientia
Übrigens, eine Ansammlung von Walen nennt man: Schule, nur so ein Tip für den insider.
Danke für das Wissen. Mir liegt viel an Schulen =) ...z.B. an Spenden für 'Schulen in Afrika' - Unicef; oder Greenpeace - Aktionen und Initiativen für Walfangverbote.

Zitat von Sapientia
Und ob sich die Wale sodann aus lauter depressiver Stimmung vor den angegebenen Emissionen kollektiv an den Strand werfen - glauben Sie das ernsthaft?
Ja. (...und das sogar als technischer Dipl. Ing.) - Weil es teilweise wirklich sehr offensichtlich ganz danach aussieht!

Zitat von Sapientia
Immerhin scheinen Ihnen ja die viel massiveren Wirkungen auf die Umwelt in der Karibik nicht so am Herzen zu liegen?
Im Gegenteil. Das eine Engagement schließt das andere keinesfalls aus! Nur, was soll denn der Einzelne hier r e a l i s t i s c h unternehmen? Auf der BP-Homepage über das Deep-Horizon-Desaster war, als ich es versuchte, weder das Vorschlagformular freigeschaltet, noch gab es eine vernünftige technische Zeichnung über die tatsächliche Situation des abgerissenen Ventils am Meeresgrund!

Also bleiben mir, außer Kindern und Erwachsenen mit Beispiel zum Energie/Benzinsparen voranzugehen (Radfahren, usw.), nicht mehr viele Möglichkeiten übrig.

Ja, doch: Vielleicht noch die, umweltaktivere Parteien zu wählen, weniger Kerosin/Benzin zu verbrauchen, sowie auf Obst und Lebensmittel aus Übersee weitgehend zu verzichten. Sowie, diejenigen Markentankstellen, deren Konzern/e schon öfters durch verantwortungsarmes Verhalten bzw. zu billige Technik auffielen, zukünftig weitgehend "m e i d e n"!

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Sapientia 07.07.2010, 15:34
8. Vielen Dank Herr Hobby-Lehrer, ...

Zitat von Celegorm
Das Problem ist, dass im Wasser gegenüber dem Land die Unmittelbarkeit der Lärmquelle von begrenzter Relevanz ist. Schall breitet sich im Wasser rund 4.3 mal so schnell aus wie in der Luft, gleichzeitig fehlen i.d.R. begrenzende oder absorbierende Objekte. Was zur Folge hat, dass sich Lärm effektiv enorm weit und .....
leider haben Sie jedoch - wie man es so oft bei Lehrern antrifft - nicht gepeilt, daß es nicht um die "dritte Stelle hinterm Komma geht, oder ob man Bergedorf noch in Berlin hören kann, sondern um die relative Nebensächlichkeit des Akrtikels im Gewand der Effekthascherei - relativiert gegenüber den aktuell vorherrschenden und naturschädigenden Ereignissen von Menschenhand.
Falls Sie es immer noch nicht verstanden haben sollten, mache ich es gerne noch mal ausführlicher, ich habe ja schließlich ein Herz für Hobby-Pädagogen.

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Celegorm 07.07.2010, 15:36
9. ...

Zitat von Sapientia
Und ob sich die Wale sodann aus lauter depressiver Stimmung vor den angegebenen Emissionen kollektiv an den Strand werfen - glauben Sie das ernsthaft?
Bei mässigen Fachkenntnissen sollte man sich die Schenkelklopfer vielleicht verkneifen. Wobei es eigentlich sogar als Basiswissen betrachtet werden könnte, dass Schall für die Orientierung von Meeressäugern zentral ist und insbesondere bei Zahnwalen im Zusammenhang mit der Echoortung sogar die primäre Wahrnehmungsquelle ist. Dass Lärmverschmutzung entsprechend für diese Tiere problematisch sein dürfte schon intuitiv zu vermuten sein, ebenso deuten Studien zu der Thematik darauf hin.

Zitat von
Immerhin scheinen Ihnen ja die viel massiveren Wirkungen auf die Umwelt in der Karibik nicht so am Herzen zu liegen?
Nun, es fragt sich, ob Ihnen die Umwelt effektiv am Herzen liegt wenn Ihnen eben diese im Zusammenhang mit der Lärmverschmutzung hier egal zu sein scheint. Oder ob die Strohpuppe nur aufgebaut wird um - aus welchen Gründen auch immer - diese Problematik weg negieren zu versuchen..

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