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Menschenrechts-Skandal: Deutschland stoppt Zahlungen für umstrittenes WWF-Projekt im
Jens Kalaene/ DPA

Über Jahre hinweg soll der WWF bei seiner Arbeit in Afrika und Asien Menschenrechte verletzt haben. Nun hat der Skandal auch finanzielle Konsequenzen.

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Anna-Lena19 24.07.2019, 15:13
1.

Wer sich ein wenig mit den Gegebenheiten in Nationalparks im Kongo (und nicht nur dort, sondern auch in anderen Ländern) auskennt, weiß, dass die Wilderer meist aus den angrenzenden Dörfern kommen und viele der Zivilisten in diesen Dörfern von der Wilderei leben. Es ist ein schwieriges Thema, aber der Schutz der Nationalparks ist leider ohne Gewalt (aus oben genanntem Grund auch gegen die sogenannte Zivilbevölkerung) nur schwer möglich.

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weltverbesserer75 24.07.2019, 15:23
2.

Der Kongo ist ein arg gebeuteltes Land, die Menschen leben teilweise in größter Armut. Für viele Dörfer in der Nähe von Nationalparks ist die Wilderei daher die größte Einnahmequelle. Dies ist ein extrem spannungsgeladenes Umfeld. Tierschutz und die (wirtschaftlichen) Interessen der Menschen lassen sich häufig nur schwer miteinander vereinbaren. Ich bleibe dem WWF als Spender treu. Der Artenschutz ist wichtig. Ich hoffe, dass sich die Konflikte zwischen dem Naturschutz und den Menschen dort künftig reduzieren lassen. Ganz vermeiden lassen sie sich jedoch wohl leider nicht.

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fisch4567 24.07.2019, 15:52
3. Dann heiligt der Zweck die Mittel?

Zitat von Anna-Lena19
Wer sich ein wenig mit den Gegebenheiten in Nationalparks im Kongo (und nicht nur dort, sondern auch in anderen Ländern) auskennt, weiß, dass die Wilderer meist aus den angrenzenden Dörfern kommen und viele der Zivilisten in diesen Dörfern von der Wilderei leben. Es ist ein schwieriges Thema, aber der Schutz der Nationalparks ist leider ohne Gewalt (aus oben genanntem Grund auch gegen die sogenannte Zivilbevölkerung) nur schwer möglich.
Bei allem Verständnis für die Situation in Schwarzafrika finde ich die Einstellung, dass es zum Schutz von Nationalparks und den dort lebenden Tieren legitim sein soll, Menschenrechte zu verletzen (Mord, Vergewaltigung, ...) äußerst grenzwertig.

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andreas.spohr 24.07.2019, 15:58
4. Menschenrechte müssen beachtrt werden!

Aber es ist auch nachzuvollziehen wie schwierig das in einem Land wie der DR Kongo ist. Hier stoßen zu viele unterschiedliche Interessen aufeinander.
Der WWF leistet wichtige Arbeit, er braucht die staatlichen Hilfe. Wenn diese zurückgehalten wird, wird alles noch schlimmer. Ich überlege, ob ich ihm eine Extra-Spende zukommen lasse. Vielleicht tun das andere auch.

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juanth 24.07.2019, 16:03
5. Wilderer sind schwer bewaffnet,

die kann man nicht mit Worten überzeugen. Wer Afrika auch nur ein bisschen kennt, weiss dass dort Wilderei ein Riesengeschäft ist, und die besser ausgerüstet sind als die Bundeswehr. In diesen Ländern hilft nun mal nur die handfeste Durchsetzung, oder aber Good Bye Natur.

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tuan_nguyen 24.07.2019, 16:23
6. Entsetzlich ...

... wie einige Floristen die institutionalisierte Gewalt, im Namen des Tierschutzes, gegen die bitterarme Zivilbevölkerung hier relativieren. Die staatlichen Einrichtungen tun gut daran, die Sache gründlich prüfen zu lassen und Zahlungen auszusetzen bis Licht ins Dunkle gebracht wurde. Der Vorwurf von Mord, Totschlag, Vergewaltigung und Folter gegen die Zivilbevölkerung wiegt schwer und ist den Idealen des WWF unwürdig.

Es hat im Übrigen wenig mit Humanismus zu tun derartige Gewalt gegen Menschen zu dulden bzw. darüber hinweg zu sehen, um auf der vermeintlich richtigen Seite zu stehen. Hilfreicher wäre es den ansässigen Menschen ein auskömmliches Leben abseits der Wilderei, wenn nicht sogar auf Seiten des Tierschutzes zu ermöglichen. Dafür wären doch Gelder von Einzelspendern, der KfW oder der GIZ sinnvoll.

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Anna-Lena19 24.07.2019, 16:45
7. @ #3

Ich weiß, dass der Schutz von Menschenrechten wichtig ist. Jedoch ist die Situation vor Ort eine komplett andere als hier und von Deutschland aus nur schwierig nachzuvollziehen. Ich war selbst schon mal für eine gute Woche in einem anderen Nationalpark (Virunga) in der DR Kongo und was ich in dieser kurzen Zeit, ohne dass ich mich selbst, anders als die dort angestellten Ranger, in Gefahr begeben musste, gesehen habe, werde ich nie vergessen. Als Naturschützer vor Ort begibt man sich täglich in Lebensgefahr und viele in diesem Park haben auch schon mit dem Leben bezahlt. Man trifft auf eine Dorfbevölkerung, die (teilweise) wie in einem Krieg bewaffnet ist und im Rahmen der Wilderei auch wie in einem Krieg agiert. Ich heiße Menschenrechtsverletzungen nicht gut. Aber die Grenzen zwischen Menschenrechtsverletzungen, Naturschutz und Selbstschutz kann (zumindest ich) an einem solchen Ort nicht mehr klar erkennen. Häufig sind friedliche Dorfbewohner und bewaffnete Wilderer dasselbe, nur zu unterschiedlichen Zeiten. Wer die Tiere vor Ort schützen will, begibt sich in Lebensgefahr. Ich kenne die Lösung für dieses Problem auch nicht, ich weiß nur, dass man den Nationalpark auch gleich aufgeben könnte, wenn man Gewalt gegen Wilderer (und somit die Zivilbevölkerung) grundsätzlich ausschließt.

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dagmar1308 24.07.2019, 16:55
8. Habe mehrfach an den WWF

geschrieben über die Artikel im Spiegel. Die Antwort geht immer in die Richtung man werde prüfen und hat beauftragt usw. So ein Flug zu den Betroffenen und Anklagen gegen Täter kann wohl nicht viele Monate dauern.
Edeka und andere arbeiten weiter mit diesem undurchsichtigen Verein zusammen. Artikel mit dem WWF Logo, z.B. Bananen kaufe ich bewusst dort. Auf den Bananen klebt kein fair trade Etikett.
Ist das also nur eine Geldquelle. Es werden auch Drückerkolonnen in Fußgängerzonen als Provisionsjäger eingesetzt, die sich vornehmlich jungen Menschen und allein laufenden dreist in den Weg stellen und wie im Kaspertheater auf diese einreden.

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manicmecanic 24.07.2019, 16:56
9. unsägliche Relativierer hier

Sicherlich muß man sich verteidigen gegen teils schwer bewaffnete Wilderer.Wie man aber mit dem Argument die im Artikel angesprochenen Straftaten rechtfertigen kann ist mir vollkommen schleierhaft.Wie soll es helfen wen auch immer zu foltern-vergewaltigen um die Natur zu schützen ?

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