Forum: Wissenschaft
Merkel-Auftritt in Stralsund: Wie (und warum) man mit Fanatikern redet
Tobias SCHWARZ/ AFP

Angela Merkel hat diese Woche einen AfD-Politiker öffentlich über Meinungsfreiheit aufgeklärt. Unwahrscheinlich, dass sie ihn überzeugt hat. Dennoch ist der Austausch ein Lehrstück über den Umgang mit der AfD.

Seite 29 von 79
dragondeal 18.08.2019, 13:22
280. Tja

Zitat von norbertbrummer
Stellen Sie sich vor ihr örtliches Rathaus und tun Sie Ihre Meinung kund. Das dürfen und können Sie ohne Repressalien zu befürchten - so lange Sie nicht gegen GG Art. 5 Abs. 2 verstoßen können Sie immer und überall frei Ihre Meinung äußern.
Hier stoßen wir allerdings an eine (unschöne) Grenze. Nur, weil keine staatliche Verfolgung droht, heißt das noch lange nicht, dass man - insbesondere wenn man mehr oder weniger prominent in der Öffentlichkeit steht - keinen Repressalien ausgesetzt ist. Übrigens mMn eine Verhaltensweise, die es AfD und Konsorten unglaublich vereinfacht, das Opfer zu mimen.

Beitrag melden
helmut_s 18.08.2019, 13:23
281.

Zitat von cernbock
Es scheint mir schon länger Mode, dass die Rechten sich in einer selbst kreierten Opferrolle suhlen. Wenn ich Opfer bin darfst du nicht nach mir treten. So eine Art Prävention gegen sachliche Argumentation. Der Verfolger im Pelz des Verfolgten. Haben sie sich vielleicht beim Israeli abgeschaut.
Aha. Soll das ein subversiv-schlauer Versuch sein, unter dem Deckmäntelchen des politischen Standpunktwechsels die alten Vorurteile auch am anderen Ende des politischen Spektrums noch ein bisschen gesellschaftsfähiger zu machen, oder ist das einfach nur Ihrer besonderen Befähigung geschuldet, hier _ausgerechnet_ "den" Israeli anzuschleppen, auch noch im völkischen Singular?

Nix für ungut, aber: Fehlversuch. Bitte nochmal von vorne.

Beitrag melden
gruselalex 18.08.2019, 13:25
282. @spon-facebook-10000154386 #56 Mit Verlaub

Zitat von spon-facebook-10000154386
Der typische Grünen-Wähler erkennt auch keine Demokratie an. Ich bin 89 auf die Straße ge3für freie Wahlen. Ich wollte mehr wählen dürfen, als nur diese eine Partei. Dieses Recht soll uns heute wieder beschnitten werden. Wählt man etwas anderes als Grün wird man schnell als Nazi bezeichnet. Offenheit und Demokratie sieht anders aus.
aber Sie schreiben Unsinn. Niemand wird Sie als Nazi bezeichnen, nur weil Sie die CDU/CSU, FDP, SPD, die Linke oder andere Parteien wählen. Sie sind damals nicht umsonst auf die Straße gegangen.

Beitrag melden
interstitial 18.08.2019, 13:25
283. soziale Sanktion als demokratisches Immunsystem

Zitat von hru
Niemand kann Ihren Bekannten verbieten Sie für schwachsinnig zu halten, auch das ist Meinungsfreiheit. Und dann den Kontakt mit Ihnen abzubrechen ist auch Meinungsfreiheit und nicht Repression. Was Ihr Arbeitgeber da tut weiß ich nicht aber vielleicht waren Sie ein bisschen offensiv im werben in Ihren Ansichten? Arbeitgeber dürfen politische Agitation im Betrieb durchaus untersagen, die gehört vor die Tür.
Ich glaube, ein Problem ist, dass viele AfD - Anhänger nicht zwischen privatem und staatlichem Handeln differenzieren (können/wollen).
Und das macht mir Sorge.
Impliziert es doch eine sehr beunruhigende Zukunftsvision.

Beitrag melden
bigroyaleddi 18.08.2019, 13:27
284. Tja, so muss man als AfD-Sypathisant

Zitat von Friend of freedom
Wenn man selber keine Meinung unterstützt die von Staats wegen Wenn man selber unter Androhung von Gewalt dazu gezwungen wird, Geld für die Produktion einer Berichterstattung abzudrücken, die man selber gar nicht unterstützt sehen möchte, wie kann das irgendetwas anderes als eine Einschränkung der Meinungsfreiheit sein??? Damit meine ich natürlich die Rundfunkgebühren. An jeden hier, der den ÖR toll findet: angenommen der ÖR würde aus eurer Sicht verquer berichten, würdet ihr es nicht auch als Einschränkung der Meinungsfreiheit empfinden, wenn ihr dazu gezwungen werdet, dafür bezahlen? Diese extreme Unehrlichkeit ist es, die die sog. Debatte so frustrierend macht.
natürlich gegen den ÖR posten. Aber scheinbar nicht mitbekommen, dass die Bandbreite dessen, was man zu sehen bekommt, riesengroß ist. Aber wenn man meint, dass die Privaten da besser wären, weil kostenfrei, der kann sich von mir aus von morgens bis Abends die Ohren mit Werbung volldröhnen lassen.

Sehe ich das falsch, oder haben in vielen Fällen die Nachrichten in den Privaten nicht gerade so eben das Niveau der BILD?

Beitrag melden
Reiner Weint 18.08.2019, 13:29
285. Danke, ganz starker Artikel

Danke für diesen tollen Artikel. Nicht beleidigend, sondern argumentativ auf hohem Niveau. Und immer wieder höchst lehrreich, wie wahrlich intelligent und rhetorisch geschickt Frau Merkel mit Kritikern umgeht. Ich ziehe zum wiederholten Mal meinen Hut, weil ich oft das Gefühl habe, sie spielt in einer eigenen Liga, an die fast alle anderen typischen deutschen Politiker nicht heran kommen.

Beitrag melden
iris b. 18.08.2019, 13:30
286.

Zitat von eigene_meinung
Die Linke darf gerne ihre Meinung äußern, sie muss aber auch akzeptieren, dass Konservative ihre Meinung äußern. Alles, was nicht links ist, als rechtsradikal zu verunglimpfen und mit Geschrei und Glockengeläut zu übertönen, hat eben nichts mit Meinungsfreiheit zu tun.
Nun, ich sehe das so: Merkel ist definitiv eine "Konservative". Sie hat ihre Meinung geäußert und wird keineswegs als "rechtsradikal verunglimpft". Sie dürfen selbstverständlich der Meinung sein, dass der lokale AfD-Politiker ein "Konservativer" ist. Sie müssen aber damit leben, dass der größte Teil der Menschen in Deutschland, dass anders sieht. Und auch damit, dass ein großer Teil der Menschen in Deutschland die Meinung vertritt, dass der größte Teil der AfD-Politiker rechtsradikal ist. "Geschrei und Glockengeläut" vernehme ich von AfD-Politikern und der AfD-Anhängerschaft. In der Kolumne finde ich weder "Geschrei und Glockengeläut". In Ihrem Kommentar hingegen schon. Damit bestätigen Sie meiner Meinung nach die in der Kolumne treffend beschriebene Haltung der AfD auf´s Beste.

Beitrag melden
Maulverbot 18.08.2019, 13:32
287. Beispiel

Zitat von HarrySchmidt
Nennen sie doch mal ein reales Beispiel!
Hans-Georg Maaßen

Beitrag melden
interstitial 18.08.2019, 13:33
288.

Zitat von ach-nur-so
Herr Stöcker, ich lese Ihre klaren, klugen Analysen jede Woche mit Gewinn. So auch diese. Allerdings, und das sei mir deshalb bitte erlaubt, muss ich an einer Stelle Kritik üben. "Medienkritik" sogar. Und sie ist nicht einmal off-topic, da es ja hier ums Verstehen und Argumentieren geht. Es geht um das Höcke-Zitat; im Text verkürzt mit "Denkmal der Schande". Deutschland, hatte Höcke damals gesagt, sei das einzige Land, das sich ein Denkmal der Schande ins Herz seiner Hauptstadt gepflanzt habe. Und alle, wirklich alle Medienschaffenden stürzten sich auf den Ausdruck "Denkmal der Schande". Tenor: Es handele sich nicht um ein "Denkmal der Schande". Verzeihung, aber genau das ist es. Ein Mahnmal, das errichtet wurde, damit wir an unsere dt. Schande des Nationalsozialismus denken; sie nicht vergessen. Auf Höckes eigentlich verachtenswerten Punkt, "Herz seiner Hauptstadt", ist außer dem "Zentrum für politische Schönheit" bis heute niemand, wirklich niemand eingegangen. Das ist mehr als nur peinlich. Höcke hatte nämlich sagen wollen, dass so ein "Denkmal der Schande" für ihn nicht ins repräsentative, hochpreisige "Herz" der Hauptstadt gehört, sondern ins Irgendwo, am besten mitten ins Nirgendwo, wo es - und mit ihm die Schande - in Vergessenheit geraten könnte. Diesen schweren, journalistischen Fehler in der Interpretation einmal an prominenter Stelle richtig zu stellen, auch nach so vielen Monaten noch, wäre wichtig. Denn es kann nicht sein, dass z.B. ich das Holocaust-Mahnmal nicht guten Gewissens "Denkmal der Schande" nennen kann, nur weil die dt. (und internationale!) Medienlandschaft sich vergallopiert hat - aber zu stolz ist, den Fehler einzugestehen.
Genau.
Danke.
In diesem Sinne kann ich auch stolz auf ein Denkmal der Schande sein, nämlich dass es steht, und dass es da steht, wo es steht.

Beitrag melden
abca 18.08.2019, 13:34
289. Frau Merkel

Hat an dieser Stelle wirklich sehr gut reagiert auf die Aussagen eines verirrten. Ich schätze die Regierungsleistung der Frau Merkel sehr gering ein gegenüber den grossen Leistungen, die von den vorangehenden Kanzlerin der BRD erbracht wurden. Auch die AFD ist ein Ergebnis dieser nicht guten Gesamtbilanz von Frau Merkel. Aber an dieser Stelle hat sie ausgezeichnet reagiert und argumentiert.

Beitrag melden
Seite 29 von 79
Diskussion geschlossen - lesen Sie die Beiträge!