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Mikroplastik-Verbot der EU: Fußballer fürchten um ihre Kunstrasenplätze
Geisser/ imago images

In Deutschland spielen Tausende Amateur-Fußballer auf Kunstrasen-Plätzen. Die Beläge setzen Mikroplastik frei - weshalb die EU sie verbieten will. Sportminister Seehofer ist das zu viel Umweltschutz.

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dancooper 21.07.2019, 12:01
70. Ab der Realität vorbei

Leider wieder ein Artikel, der zig Foristen ohne irgendwelches Fachwissen zu Kommentaren verleitet.
Als Jugendleiter eines Fussballvereins mit Kunstrasenplatz:
1. Kork wurde schon mehrfach als Ersatz für Granulat getestet. Zu leicht, weswegen es bei normalem Wind unmittelbar von den Plätzen geweht wird.
2. Kork ist in den benötigten Mengen überhaupt nicht mehr verfügbar oder warum glaubt man hier, dass zig Wein- und Sekthersteller auf Kunststoff und Schraubverschlüsse umgestellt haben?
3. Ein Rasenplatz ist nach allen Studien im Amateurbereich maximal 7 bis 8 Monate im Jahr bespielbar. Die restliche Zeit müssen Rasenplätze wegen Nässe, Trockenzeit, Frost gesperrt werden.
4. Merke: wir reden hier nicht von Profivereinen, die mit Rasenheizung, 5 Greenkeepern usw. ausgestattet sind. Und selbst die müssen den Rasen im regelmäßigen Turnus komplett durch neuen Rollrasen ersetzen. Breitensportvereine leben meist von einer Handvoll Ehrenamtlichen.
5. Das verwendete Granulat besteht aus alten Autoreifen. 5000 Kunstrasenplätze nutzen Granulat. Wieviel Reifenabrieb und damit Mikroplastik entsteht durch die Millionen von PKW, die auf Deutschlands Strassen fahren? Sollten wir konsequenzerweise nicht Autoreifen verbieten?
6. Warum verbieten wir nicht auch alle Leichtathletikvereinen die Tartanbahnen zu nutzen? Die bestehen ja auch aus Kunststoffen.
7. Jede neuere Sporthalle ist mit Kunststoffböden ausgestattet. Legen wir die nun auch wieder mit Parkett aus?

Auf lange Sicht muss es sicherlich eine Alternative zum Granultat geben. Wir proben z.b. derzeit schon mehr Sand und weniger Granulat einzusetzen.

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sozialismusfürreiche 21.07.2019, 12:03
71. Kunstrasen ekelhaft

Als mein Verein damals den Rasen auf Kunstrasen umgestellt hat habe ich mit dem Fussball spielen aufgehört. Es war schon schlimm genug bei Auswärtsspielen auf so einem Mist zwangsweise spielen zu müssen. Aber dauernd und auch im Training? Never ever!

Gutes Verbot!

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fthoe 21.07.2019, 12:04
72.

Wer Verbote fordert sollte auch gleich Alternativen anbieten. Rasenplätze scheiden aus, da sie von ca. November bis März nich bespielbar sind, nur eine eingschränkte Nutzung erlauben (Zahl der trainings und Spiele) und im Unterhalt zu teuer sind. Bleiben Tennenplätze (auch als Aschenplatz bekannt) deren belaag auber auch gerne enteicht und z.B. Probleme z.B. im Grundwasser verursachen. Was bleibt? Hybridplätze (teils Kunst- teils Naturrasen)? Nicht wirklich, denn ein großer Teil der Probleme bleiben.

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pfalzkapelle 21.07.2019, 12:07
73. Statt Tränendrüse zu betätigen

... sollte der DFB endlich handeln. Es ist unerträglich, dass Kinder immer noch auf so einem Mist spielen sollen. Es sollte keine Übergangsfrist geben, sondern einen Sofortvollzug. Ab September 2019 keinen Kunstrasen mehr. Und der DFB ist in der Pflicht, zu schauen, dass es die einzelnen Vereine schaffen, dieses Verbot umzusetzen. Microplastik im Körper schadet jungen Menschen mehr als älteren. Und das Zeug kommt ja schließlich überall hin und beschränkt sich nicht darauf, auf dem Sportplatz zu bleiben.
Letztendlich: lieber kein Sport als Sport auf einem solchen Rasen. Hoffentlich haben die Eltern dieser Kinder das Hirn, ihren Kindern die Teilnahme auf Veranstaltung auf Kunstrasen zu verbieten. Da muss ja froh sein, wenn man wie ich als Kind durch Mobbing aus dem Verein hochkant herausgeflogen bin. Ich den Sport für den Rest meines Lebens nicht vermisst. Es gibt wichtigeres als Sport und Fußball!

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DerBlicker 21.07.2019, 12:07
74. Absolut falsch

Zitat von davko
So funktioniert Umweltschutz! In unserrm alltäglichen Leben muss sich spürbar etwas verändern, damit wir unseren Planeten nachhaltig schützen. Und natürlich gibt es dort Gegewind von vielen Seiten. Mein Apell ist aber den Kurs beizubehalten, da es für den Großteil der Menschen und der Erde die richtige Entscheidung ist dieses Granulat zu verbieten! Ich hätte mir eine andere Position von Spiegel Online bei dem Thema gewünscht...
Man darf nur Dinge für die Zukunft verbieten, für die schon bestehenden Plätze mit Kunstrasen muss es Bestandsschutz geben, das gebietet schon Art 14 GG, Umweltschutz muss dahinter zurückstehen.

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mhwse 21.07.2019, 12:08
75. Ähm ja.

Zitat von großtroll
Soll Horsti doch Plastik fres.... Mahlzeit. Jedes Grüppchen hat Argumente für Irgendwas. Umweltschutz muss radikal sein Wie haben nur diese eine Welt. Für die Hersteller ist das doof, aber nicht zu ändern. Kein Lobbyschutz!
richtig - ich habe mich auch schon gewundert - zum Trainieren hat das aber Vorteile. (Weil immer betretbar - in der Innenstadt gibt es keine Ausweichplätze für "echten" Rasen - der Ruhephasen braucht ..)
(In Folge müssten dann aber auch die Basketballplätze, Tennisplätze, schlussendlich Golfplätze weg und die Bahnen für die Läufer)
Und in der weiteren Folge dann sicher die Wurst, Hühner, Schweinefleisch und Rindfleisch (wegen der Nitrat Mengen - Grundwasser z.B.) - der Diesel ohnehin.
Dann das Smartfone ..
dann auch Milchprodukte, Säfte in Plastikflaschen ..
Innenraumverkleidungen der Autos aus Plastik.
Kleidung (fast alles) - mit Kunststoffanteil.
Ich würde hier (Herrn Seehofer) nicht zu stark fordern - sonst bin ich ja immer gerne für drastisch.
Aber die Liste oben würde mehrere Seiten füllen und wir würden am nächsten Tag Wort wörtlich in der Steinzeit aufwachen..
Ob ein Rasenplatz umwelttechnisch soviel besser ist - ist fraglich.
Ich würde das Problem evolutionär (und nicht revolutionär) angehen - vorsichtige schrittweise Einschränkungen..
(Plastik ist wie nuklearer Müll langzeit giftig - zumindest stark schädlich - und man bekommt es schwer bis gar nicht mehr aus der Umwelt)
Ein Stopp morgen bedeutet dann immer noch 20000-30000 Jahre Schäden/Spätwirkungen - so oder so.

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DerBlicker 21.07.2019, 12:09
76. Nein muss er nicht

Zitat von regelaltersrentner
Inzwischen gibt es ein Korkgranulat, das annähernd so gut sein soll wie Kunstoffgranulat. Auch der Sport muss seinen Anteil leisten für den Erhalt der Umwelt.
E gibt auch noch wichtigere Dinge als Umweltschutz, er muss sich einreihen und steht nicht über Art 14 GG, es muss eine Übergangslösung geben.

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dancooper 21.07.2019, 12:10
77. Aschenplätze

und an die Nostalgiker, die sich fragen warum man nicht mehr auf Hartplätzen spielt. Die Dinger nennt man gemein hin auch Ascheplätze. Was glauben Sie, woher der Name kommt? ich habe mehr als 30 Jahre auf einem Ascheplatz gespielt. das war gemahlene Asche aus Industrieschlacke, oft hochgradig belastet. Wenn man sowas zurückbaut, bleiben Ihnen 120 Tonnen Sondermüll übrig....
Unglaublich, was manche hier so schreiben.

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kumi-ori 21.07.2019, 12:14
78.

Ich bin selbstverständlich auch für echten Rasen. Unter anderem auch wegen der Bodenversiegelung. Der Boden unter dem echten Rasen trägt sozusagen zum Erhalt des Wasserreservoirs bei.

Zu klären wäre allerdings, ob es aus gesamt-umweltschützerischer Sicht besser ist, den Kunststoffrasen gleich zu entfernen, oder ob er bis ans Ende seiner Bespielbarkeit abgenutzt werden sollte. Beim Benutzen geht eindeutig Plastik in die Umwelt. Wenn er aber abgebaut wird, gelangt dann das selbe Plastik auch in die Umwelt oder kann er so entsorgt werden, dass wesentliche Teile des Materials nicht freigesetzt werden?

Übrigens spielen viele bekannte Fußballvereine auch sehr gerne auf echtem Rasen.

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missourians 21.07.2019, 12:17
79. Schwachsinn!

1.) dieses Gummi in Kunstrasenplätze sind Granulat in mm (1-2 mm), das Feinmehl wird extra wegen Stab herausgesiebt!
Der Reifenabrieb an Autoreifen ÜBERALL und in tausenden von Tonnen im Jahr ist viel feiner und viel mehr, was in die Umwelt abegeben wird.
Mikro-Partikel sind die Partikel unter 1mm.

2.) Das Gummigranulat wird eingesetzt weil es Vorteile zum bisher benützen Sand hat, nicht weil man Kunststoff billig entsorgen wollte! :-) Gummigranulat bleibt, und soll im Kunstrasen bleiben. Wenn er verweht werden sollte (dazu sind die Partikel zu groß und schwer) oder weggeschwämmt werden sollte, kostet dies unnötig viel Geld in der Wartung der Plätze. Wenn das Wegschwämmen bei starkregen verhintert wird, gleibt das Gummigranulat wo es eingestzt wurde.
Das Granulat verweilt sogar solange dort, dasss es im Turnus mit einer Spezialmashcine gereinigt werden muss!

Kunstrasen ist einer der wichtigsten Absatzmärkte der wertsofflichen Wiederverwendung. Fällt der weg, und gibt es keinen Ersatz, wirden Altreifen wieder vermehrt verbrantt, wovon man, u.a. mit solchen sinnvollen Recyclinganwendungen weg kommen wollte!

Also, "back to the roots" und alles wieder auf die Deponien und Verbrennungsanlagen, man will es ja anscheinend so.

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