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Milchstraße: Forscher entdecken schwarzes Loch mit 70-mal mehr Masse als die Sonne
YU Jingchuan/ Beijing Planetarium 2019

Mit modernen Teleskopen haben Astronomen in unserer Heimatgalaxie ein schwarzes Loch nachgewiesen. Gängigen physikalischen Modellen zufolge dürfte es gar nicht existieren.

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spon-facebook-10000537469 28.11.2019, 16:46
1. 1+1= doppelte Masse

Vielleicht war das schwarzte Loch ja mal ein Doppelgestirn .. hat dann 2 schw. Löcher ergeben, die sich verbunden haben ..

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permissiveactionlink 28.11.2019, 16:59
2. Radialgeschwindigkeits-Methode !

Damit hat man auch viele Exoplaneten entdeckt, die um einen sichtbaren Stern kreisen, auch solche, die mit der Transitmethode nicht entdeckt werden können, weil sich der Planet von uns aus gesehen n i c h t vor seinem Stern herbewegt. Dafür gab es anteilig den diesjährigen Physik-Nobelpreis für Michel Mayor und Didier Queloz (51 Peg b). Diesmal jedoch bewegt sich ein sichtbarer Stern (LB-1, ein Stern des Spektraltyps B, also einer mit hoher Oberflächentemperatur) um ein schwarzes Loch herum. Beide bilden ein Binärsystem, aber nur ein Stern ist sichtbar. Aufgrund der Bewegung des sichtbaren Partners in 78,9 Tagen um das unsichtbare schwarze Loch herum (oder beider Partner um ihren gemeinsamen Schwerpunkt) hat der Stern ein messbares Spektrum, dass mal rot-, mal blauverschoben ist, je nachdem, ob der Stern sich gerade von uns weg oder auf uns zu bewegt. Wegen der messbaren Entfernung zu LB-1 (und dessen schwerem, aber unsichtbarem Gravitationspartner) und dessen Spektraltyp und scheinbarer Helligkeit ließ sich dessen absolute Helligkeit und damit die Masse des sichtbaren Sterns gut abschätzen und dann die Masse des stellaren schwarzen Loches auf 57 bis 79 Sonnenmassen eingrenzen.

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Humanfaktor 28.11.2019, 17:14
3. Die Haltwertszeiten von wissenschaftlichen Modellen ...

... sind, bis auf wenige Ausnahmen endlich.
Ich hätte eine ganze Reihe denkbarer Konstellationen parat, wie es sein kann, dass die bisherigen Überlegungen, warum es fixe Massenobergrenze für stellare Singularitäten geben soll, obsolet sein dürften.
Die hatte ich bereits vor dieser Entdeckung.
Im Regelfall ist im Diskurs über jeweiligen wissenschaftlichen Brücken-Modelle (aktueller Kenntnisstand bis neue Informationen deren Grundlagen widerlegen), die übrigens nicht mit Einheitsmeinung und universellem Erkenntnisstand gleich zu setzen sind, die Antwort auf Zweifel, dass nach den bislang gültigen Modellen, auf der Basis des aktuellen Kenntnisstandes, die Vorhersage so lange als gültig anzusehen ist, bis diese Gültigkeit durch neue Informationen widerlegt wird. Et voilà.

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Bernd.Brincken 28.11.2019, 17:39
4. Erklärung

Die unerwartete Masse lässt sich auch noch anders erklären:
Neben der dunklen gibt es auch noch graue Materie - ein Teil sicht- (und mess-) bar, ein anderer nicht.
Der vollständige Nachweis von grauer Materie wird ein wenig dadurch verzögert, dass man nur einen Teil davon messen kann.
Aber nur guten Mutes - die Wissenschaftler arbeiten hart!

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heissSPOrN 28.11.2019, 17:44
5.

"Bislang gingen Forscher davon aus, dass keines der schätzungsweise 100 Millionen stellaren schwarzen Löcher in der Milchstraße mehr als 20 Sonnenmassen besitzt. Theoretisch war eine maximale Masse von 35 Sonnen denkbar....Bislang seien Forscher davon ausgegangen, dass die sehr massiven Sterne der Milchstraße den Großteil ihrer Gase am Lebensende in starken Sternwinden verlieren. Demnach könnten sie keine so massiven Überreste zurücklassen."

Ich hab ja zugegeben keine Ahnung, aber ziehen Schwarze Löcher nicht ständig Materie in sich hinein und vergrössern so im Laufe ihrer Existenz beständig ihre Masse? Dann wäre es doch letztlich nur eine Frage des Alters, oder?

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permissiveactionlink 28.11.2019, 17:45
6. #2, Ergänzung

Nur halb so weit entfernt von uns ist der Röntgen-Doppelstern Cygnus X1. Auch hier umkreist ein B-Stern mit einer Oberflächentemperatur von über 30000 K und 200.000 Sonnenleuchtkräften und 25 bis 35 Sonnenmassen ein schwarzes Loch, diesmal eines mit "nur" 15,8 Sonnenmassen, allerdings in 5,6 Tagen, also 14 mal schneller und in deutlich geringerem Abstand. Hier zieht das schwarze Loch beständig Materie von seinem Begleiter ab, und sammelt sie in einer Akkretionsscheibe, in der harte Röntgenstrahlung entsteht, bevor die Materie in das schwarze Loch stürzt (Durchmesser des Ereignishorizontes : 50 km !) Bei LB-1 gibt es keine Akkretionsscheibe, aber bei Cygnus X1 gibt es auch Radialgeschwindigkeits-Effekte des Spektrums des Begleitsterns, und dieser ist durch die Gravitation tropfenförmig verzerrt, sodass er bei der Bewegung um das schwarze Loch auch geringfügige Helligkeitsschwankungen zeigt !

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mimas101 28.11.2019, 18:01
7. Hmm Tja

Eigentlich sollte bereits Eta Carinae reichen um den Astronomen zu zeigen das die bisher angenommene Grenze (20 bis 35) nicht gelten kann.
Aller Wahrscheinlichkeit wird der Stern mal kurz als Hypernova aufblitzen bevor er dann ebenfalls als Schwarzes Loch enden wird. Im Abstand von ca. 7500 LJ von der Erde entfernt. Dessen Durchmesser kann man dann kommod mittels Schwarzschilds Formel ausrechnen.

Aber das ist jetzt kein Grund mal schnell einen Weltuntergang anzunehmen. Ein ziemlich junger Lesch hatte gestern bereits in ARD alpha erklärt das die Erde höchstens um ein schwarzes Etwas kreisen wird (Abstand 1 AE) und Sonnenaufgänge dann der Vergangenheit angehören.
Ich denke dieser Prozeß wird etwa zu der Zeit stattfinden in der sich die EWG-Staaten auf eine Aufhebung der mitteleuropäischen Sommerzeit geeinigt haben werden.

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kurtzweil 28.11.2019, 18:25
8. Foto? Wohl kaum!

"Zum ersten Mal war es Forschern gelungen, ein solches Objekt [nämlich ein supermassereiches Schwarzes Loch] zu fotografieren..." darf man hier lesen. - - - Nun kann man ein Schwarzes Loch weder sehen noch fotografieren (wie schon die Bezeichnung klarstellt), man gewinnt lediglich mittels Interferometrie einen Satz von Messdaten. Aus denen kann dann ein grafisch Begabter ein "Bild" anfertigen. Das allerdings nie das Loch selbst, sondern nur seine Umgebung darstellt. Soviel zum Thema berühmtes "Foto".

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der_rookie 28.11.2019, 18:38
9. Hm

Vielleicht war dort zuvor ein Mehrfachsternsystem: Da könnte ein starkes schwarzes Loch vielleicht auch einen relevanten Teil des Sonnenwindes der Supernova des benachbarten Sterns einfangen

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