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Millionen-Schmerzensgeld in den USA: Warum das Glyphosat-Urteil kein Beweis für ein K
DPA

Ein Hausmeister soll an Krebs erkrankt sein, weil er über Jahre Glyphosat angewendet hat. So sieht es ein Schwurgericht in den USA. Wissenschaft und Umweltbehörden kommen zu einem anderen Schluss.

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Trudi 13.08.2018, 14:23
40. Diesem Gericht glauben Sie....

Stellen Sie sich vor, ein Kind stirbt bei einem selbstverschuldeten Unfall. Die Mutter sucht in ihrer Trauer nach einem Grund. Sie ist fest überzeugt: Die offenen Schnürsenkel ihres Kindes sind daran schuld. Sie nimmt sich einen Anwalt, den sich nicht bezahlen muss, denn der arbeitet auf Erfolgsbasis (wie in USA allgemein üblich). Der Anwalt reicht Klage ein. Der Schnürsenkel Hersteller muss nun alle Dokumente, Schriftverkehr zur Verfügung stellen, die irgendetwas mit Schnürsenkeln zu tun haben. Der Klägeranwalt findet folgende E-Mail: Mitarbeiter 1: Wie geht es Deinem Kind? Es kommt noch nun bald zur Schule. Mitarbeiter 2: Ja, mein Kind ist wirklich gespannt. Er kann sich leider nur noch nicht die Schnürsenkel zubinden. Auf dieser E-Mail baut der Kläger nun seine Klage auf: Die Schnürsenkel Hersteller hätte gewusst, dass es für Kinder schwierig ist, sich die Schnürsenkel zu zubinden und hat nicht ausreichend vor den Risiken gewarnt. Deshalb kam es zu dem tödlichen Unfall des Jungen. Die Juri folgt der Auffassung des Klageanwalts (das sind Menschen von der Straße , die von der Materie absolut keine Ahnung haben) und dem Kläger werden 245 Mill US$ an Schadenersatz zugesprochen. Der Kläger trägt kein Risiko, denn selbst wenn er diese Klage verliert, hat er keinerlei Kosten. Er muss den Anwalt nicht bezahlen (Erfolgsmodell) und der Beklagte trägt immer seine eigenen Kosten. Ob und wie weit, die Schnürsenkel mit dem Unfall etwas zu hatten, ist dabei völlig egal. Und wenn Sie denken, dass das alles ist ein Witz, dann informieren sich bitte über das amerikanische Rechtssystem.

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herm16 13.08.2018, 14:23
41. wie

hysterisch hier manche Floristen aufschreien, wenn in einem Artikel nicht nach ihrem Sinneswandel geschrieben wird ist erschreckend, in dem Fall wenn nicht zum Ausdruck kommt, dass es krebserregend ist. Grün lässt grüßen. Ist wie beim Feinstaub, Tode müssen her, auf Teufel komm raus.

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joejoejoe 13.08.2018, 14:25
42. Der Tenor des Artikels ist so nicht ganz richtig.

Ich frage mich schon, warum direkt nach dem aktuellen Urteil in den USA hier im SPON sofort ein Artikel erscheint, der so tut, als sei Glyphosat ungefährlich, alles halb so schlimm und die Umweltschützer ohnehin wissenschaftlich unkritisch und verblendet.

Die Aussage (Zitat)
"In dieser großen Studie wurde kein Zusammenhang zwischen Glyphosat und jeglichen Tumoren oder lymphoiden Leukämien gefunden"
ist ausweislich der zitierten Studie falsch.

Ich zitiere aus der Studie:
Zitat: ["there was an increased risk of acute myeloid leukemia (AML) compared with never users (RR = 2.44, 95% CI = 0.94 to 6.32, Ptrend = .11), though this association was not statistically significant. ............
.....There was some evidence of increased risk of AML among the highest exposed group that requires confirmation."
(https://doi.org/10.1093/jnci/djx233)]

Es ist also nicht ganz richtig, einfach so zu behaupten, dass kein Zusammenhang gefunden wurde.
Im Gegenteil.

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hjcatlaw 13.08.2018, 14:27
43. Bei der gegenwärtigen Stimmung

im Land der unbegrenzten Möglichkeiten wundert es mich überhaupt nicht, dass ein mit (auf Bauchgefühl anstatt auf juristischen Sachverstand vertrauenden) Laienrichtern besetztes Gericht ein Urteil fällt, dass sich im Ergebnis gegen ein deutsches Pharmaunternehmen richtet. Ich bin mir ziemlich sicher, wäre Monsanto in rein amerikanischer Hand, die Laienrichter hätten ein anderes (deutlich milderes Urteil) gefällt.

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polza_mancini 13.08.2018, 14:29
44. Oje!

Ein amerikanisches Schwurgericht, bestehend aus Laien - was soll da schon anderes herauskommen als "gefühlte Gefahr" und "Rache an Big Pharma"?
Gottlob muss ich da nicht mehr leben und kann mich zumindest annähernd darauf verlassen, dass hiesige Gerichte auf so seltsame Dinge wie Sachverständige und Gutachten bauen - das mag im Einzelfall mal in die Hose gehen, aber immer noch besser als so ein Schwachsinn zur Befriedigung der Alu-Hut-Fraktion. Und ich bin beileibe kein Fan solcher Großkonzerne...

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CorpRaider 13.08.2018, 14:29
45.

Sobald es gewissen Leuten nicht in ihr Weltbild passt, zweifeln die plötzlich objektive wissenschaftliche Erkenntnisse so aggressiv an wie Leugner des Klimawandels, teilweise noch extremer inkl. der üblichen Verschwörungstheorien. Auch in Deutschland ist das extrem ausgeprägt, von Wissenschaft halten viele eben doch nicht so viel, deswegen ist hier auch die Homöopathie und anderweitige Quacksalberei durch Heilpraktiker so ungemein beliebt. Jeder meint Experte zu sein, dabei haben die meisten keine Ahnung.

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hanfiey 13.08.2018, 14:29
46. Das Risiko ist zu hoch

Es gibt eine Vielzahl von Beobachtungen die nahelegen das Glyphosat Mensch und Tiere schädigen, so ist bei Soja Fütterung von Schweinen ganz klar eine Zunahme von Missgeburten beobachtet worden, das Soja wurde auf Äckern mit Glyphosat angebaut. In Deutschland nimmt die Fruchtbarkeit bei Menschen seit einiger Zeit rapide ab und die Langzeitwirkungen werden jetzt erst sichtbar. Glyphosat tötet Bakterien im Darm und verursacht Durchfall.

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kuac 13.08.2018, 14:29
47.

Zitat von gerd0210
...und was ist, wenn er die gleiche Zeit über ein iPhone genutzt hatte? Klagt er jetzt auch gegen Apple? Da es eine US Firma ist, springen da wohl nur 5 Dollar raus.
Die Prozesse (mehrere Hunderte) gegen Monsanto laufen schon seit Jahren. Dennoch hat Bayer die Firma gekauft. Selbst schuld.

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permissiveactionlink 13.08.2018, 14:30
48. Merkwürdige Interpretation !

Das Gerichtsurteil befasst sich in erster Linie mit einer Krebserkrankung, die durch jahrzehntelangen Einsatz des Herbizides "RoundUp" hervorgerufen worden sein soll. Es handelt sich dabei aber nicht um eine einfache Lösung des Aminophosphonates Glyphosat, sondern um einen ganzen Cocktail von Chemikalien, der in dieser Form aber merkwürdigerweise niemals getestet wird. Immer wird grundsätzlich nur die gelöste Reinsubstanz Glyphosat in Laborversuchen auf seine möglichen karzinogenen Eigenschaften getestet. Wenn also deutsche Landwirte Glyphosat einsetzen, dann heißt das noch lange nicht, dass sie ähnlich gefährdet sein müssen wie Landwirte, die RoundUp einsetzen. Das Gerichtsurteil beweist weder die krebserregende Potenz von RoundUp noch das Gegenteil (das sollte man auch mal dazusagen !). Warum lässt man keine unabhängigen Versuche von RoundUp an Labortieren zu, oder beauftragt von staatlicher Seite mehrere wirklich unabhängige Institute damit ? Warum existiert keine Liste der Inhaltsstoffe ? Warum werden Wissenschaftler gezielt an Untersuchungen der möglichen Karzinogenität von RoundUp gehindert, bis hin zum Versuch der Zerstörung der Laufbahn und Reputation des oder der Wissenschaftler(s). Warum treten Lymphome signifikant gehäuft bei Farmern auf, die RoundUp nutzen oder früher lange genutzt haben ? Warum treten in Gebieten, in denen Glyphosatresistente Sojabohnen angebaut werden nicht nur verstärkt Krebsfälle, sondern auch Missbildungen in Embryonen auf (seit dem Einsatz Glyphosathaltiger Herbizide) ? Es gibt Hinweise auf verheerende physiologische Wirkungen von RoundUp, und denen sollte man endlich unvoreingenommen, neutral und vor allem unabhängig wissenschaftlich nachgehen können, ohne dass diese Korrelation von Medien unter den Teppich gekehrt und involvierte Wissenschaftler von Baysanto in den Ruin geklagt werden. Nicht vergessen : Agent Orange wurde auch von Monsanto produziert, natürlich völlig ungiftig das Zeug, was dachten Sie denn ?

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berlin-steffen 13.08.2018, 14:31
49. Na dann Prost.

Zitat von Kleinunternehmer
Haben Sie denn den Artikel nicht gelesen? Es gibt laut der groß angelegten Studie eben *keinen* Beweis für nachweislich erhöhte Krebsraten bei Farmern, die das Zeug tonnenweise einsetzen. Das ist viel eher ein Beweis dafür, dass Glyphosat eben *nicht* krebserzeugend wirkt - auch nicht in höchsten Dosen.
Hoch die Tassen, das ist ein amerikanisches Qualitätsprodukt. Jetzt auch schon im deutschen Bier - als Verfeinerung. Auch das Baby bekommt seine Portion Glypho mit der Muttermilch. Das kann nur gut sein. Damit ist das Baby resistent gegen Unkraut im Bauch. Ein Hoch auf Bayer, ein Hoch auf all die anderen Chemis.

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