Forum: Wissenschaft
Mischwesen aus Mensch und Tier: Das gab es noch nie
Sambraus, Daniel/ Science Photo Library

Ein japanischer Forscher darf Mischwesen aus Tier und Mensch erzeugen und bis zur Geburt heranreifen lassen. Kritiker wittern einen "ethischen Megaverstoß". Was wirklich dahinter steckt.

Seite 1 von 11
Shismar 31.07.2019, 18:32
1. Schweine besser geeignet als Primaten

Da wohl Schweine biologisch besser als Organlieferanten geeignet sind als unsere Cousins, dürfte die Ethik einer Organzucht kaum entgegenstehen. Schließlich züchten wir die Viecher zu Millionen unter abscheulichen Umständen um sie zu töten und zu essen. Dagegen hat es so ein Organschwein dann sicher richtig gut. Bis es auch umgebracht wird. Naja.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
winterwoods 31.07.2019, 18:32
2. Zunächst

Zunächst. "Zunächst" ist endlich. Und es gibt immer ein nach dem "zunächst"...

Beitrag melden Antworten / Zitieren
derjuergen 31.07.2019, 18:35
3.

Ist ja alles "schön" und "gut"...ich frage mich nur, was der tatsächliche Nutzen für die Menschheit ist...nicht alles was möglich ist, sollte auch gemacht werden - irgendwo sollte es Grenzen geben..

Beitrag melden Antworten / Zitieren
MarcusDidius 31.07.2019, 18:38
4. Mensch UND Tier

Der Mensch ist ein Tier! Genauso wie die Maus.
Und wenn jetzt irgendwelche religiösen Fundamentalisten eine Anfall bekommen: Sie sollten ihren (eingebildeten) Schöpfer auf den Knien dafür danken, dass uns die Maus so ähnlich ist. Sonst gäbe es keine Medizin.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
wo_st 31.07.2019, 18:38
5.

Mal sehen, wenn es klar wird, dass es schon mehrere Chimären gab....

Beitrag melden Antworten / Zitieren
cucaracho_enojado 31.07.2019, 18:40
6. Bisschen sehr hoch aufgehängt.

Wiki zu Chimäre, 'Wortherkunft und Geschichte': 'Die Bezeichnung Chimäre leitet sich von einem Mischwesen der griechischen Mythologie ab. DieChimäraist ein Feuer schnaubendes Ungeheuer, vorn Löwe, in der Mitte Ziege, hinten Drache, das vonBellerophongetötet wurde. Im übertragenen Sinn stehtChimäreoderSchimäreauch für einPhantasiegebilde, Unding oderHirngespinst.' Und so was haben wir, siehe eben da, sogar in unseren Gärten ... :-D

Beitrag melden Antworten / Zitieren
bert1966 31.07.2019, 18:50
7. Hybris

Ab wie viel Prozent an menschlichem Zellmaterial sprechen wir in Zukunft nicht mehr von einem Tier, sondern von einem Menschen? Oder bedarf es dafür wirklich erst besonderer menschlicher Zellen an bestimmten Stellen, z.B. im Gehirn oder in der Keimbahn? Was dürfen wir mit diesen zukünftigen Mischwesen aus Mensch und Tier tun? Sind sie erbberechtigt? Unterliegen sie dem Strafrecht? Darf man sie töten? Darf man ihnen ohne ihre Einwilligung Organe entnehmen oder sie schlachten, wie wir das bei einem Schwein für ein Schnitzel tun?

Warum ist eine eingenistete und befruchtete menschliche Eizelle in unseren Augen wertvoller und sogar vor dem Gesetz schützenswerter, als eine voll funktionsfähige, pluripotente und vermehrungsfähige menschliche Stammzelle, die man weitaus beliebiger ungestraft manipulieren darf?

Was bedeutet "genauer hinschauen" und warum soll das erst bei der Integration von Primaten in solche Experimente gelten (auch ein Mausmaki ist ein Primat)? Woher nehmen wir die Arroganz, zu wissen, ab welcher Spezies Veränderungen "höherer Hirnfunktionen" eintreten? Wie messen wir überhaupt "kognitive Funktionen" von Chimären? Und wie ist das überhaupt einheitlich definiert, eine "kognitive Funktion"? Ist die bewusste Bewegung einer Extremität schon eine "höhere Hirnfunktion" (beim Hirntodkonzept bejahen wir das)?

Rechtfertigt der "mögliche Nutzen für den Menschen" tatsächlich alles? Sind wir mit diesem Ethikkonzept nicht längst auf eine falsche schiefe Ebene geraten, die wir argumentativ kaum noch verlassen können?

Unsere zum Teil fatale Pseudoethik hinkt der Realität und unserem Tun um Längen hinterher und stellt damit unseren selbstgestellten Ethikanspruch massiv in Frage.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
abschoepfer 31.07.2019, 19:02
8. Wo ziehen wir die Grenzen?

der Verfasser des Artikels läßt keinen Zweifel daran, dass er diesen technischen Fortschritt gut heißt. Aber nicht alles was geht, ist auch gut. Ich finde es gut, wenn darüber intensiv diskutiert wird.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Newspeak 31.07.2019, 19:04
9. ...

Zitat von bert1966
[...] Rechtfertigt der "mögliche Nutzen für den Menschen" tatsächlich alles? Sind wir mit diesem Ethikkonzept nicht längst auf eine falsche schiefe Ebene geraten, die wir argumentativ kaum noch verlassen können? [...]
Gegenfrage: Was ist denn eine Ethik wert, die es aus naturwissenschaftlicher Ignoranz oder geisteswissenschaftlicher Ideologie (Religion ist nichts Anderes) verhindert, dass kranken Menschen geholfen werden kann? Ich empfinde Ethik im Moment eher als restriktiv. Es wird nicht einmal annaehernd alles gemacht, was man machen koennte, unabhanengig davon, ob es vielleicht einen Nutzen fuer den Menschen haben koennte. Forscher sind heute in erheblichem Masse rechenschaftspflichtig, schon bevor sie ihre Versuche planen, und auch dann, wenn sie deren Ergebnisse veroeffentlichen wollen. Der Fortschritt der Menschheit beruht aber nicht auf Restriktion, sondern auf Freiheit. Das heisst nicht, dass alles erlaubt sein soll. Genausowenig, dass alles verboten sein soll. Aber ja, das Kriterium zur Beurteilung sollte der moegliche Nutzen fuer den Menschen sein. Das ist ein voellig natuerliches Kriterium. Was soll denn auch sonst der Wert sein, den man zur Beurteilung heranzieht, wenn man nicht an sich schon mit einer menschenfeindlichen Haltung an diese Frage herantritt?

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Seite 1 von 11