Forum: Wissenschaft
Mischwesen aus Mensch und Tier: Das gab es noch nie
Sambraus, Daniel/ Science Photo Library

Ein japanischer Forscher darf Mischwesen aus Tier und Mensch erzeugen und bis zur Geburt heranreifen lassen. Kritiker wittern einen "ethischen Megaverstoß". Was wirklich dahinter steckt.

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bommerlunder 01.08.2019, 02:21
70.

Zitat von bollle
Das war doch nur eine Frage der Zeit, und es wird noch viel viel weiter gehen. Ca 300.000 Jahre Homo Sapiens, und 150 Jahre nach Erfindung des Plastik fressen wir es bereits mit, weil es kein davonkommen gibt. Nun werden wir die Natur bis zum Letzen manipulieren um davonzukommen. "Nicht hoch erhobenen Hauptes, sondern mit einem Wimmern werden wir uns von der Welt verabschieden. Niemals werden wir unser Dasein akzepieren, noch das Übel ertragen." Colonel Kurtz (Apocalypse now). Das Konzept des Reichtums, der Hierarchie und Gier ist dem Überlebensinstinkt überlegen.
WOW, das macht betroffen. Ernsthaft. Wie komme ich aus diesem Schock wieder raus? Da hilft nur Humor. Mir fällt dazu ein: „Aber dennoch hat sich Bolle – ganz köstlich amüsiert!“

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inverts 01.08.2019, 05:29
71. Mensch = Tier

Wie wär's mit Mensch und anderem Tier? Das hab ich schon an der Uni bei den Studenten korrigiert, etwa "Bird and duck watching" ist eine ähnliche Fehlkonstruktion. Eigentlich elementares Schreiben.

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rainer-rau 01.08.2019, 08:44
72. Richtig, egal was gemacht wird,

Zitat von sozialismusfürreiche
Ein Otto-Hahn entdeckt am 17.12.1938 in Berlin die Kernspaltung. Am 6.8.1945 wird Hiroshima und am 9.8.1945 wird Nagasaki von einer Atombombe zerstört und hunderttausende Menschen getötet oder starben hinterher. Ein Wernher von Braun will nur zum Mars fliegen. Er entwickelt die A4 (auch als V2 bekannt) und es werden 16000 - 20000 Zwangsarbeiter dabei umkommen. Es muß nicht alles gemacht werden was gemacht werden kann. Vor allem auch wenn wie immer das Falsche damit gemacht werden kann.
es läuft aus dem Ruder. Autos, Schiffe, Internet... Wenn das mit den Organen klappen sollte, wird es bald nicht mehr nur um Notwendigkeiten gehen, sondern wie immer um schöner, besser, schneller, teurer...

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MioMioMimi 01.08.2019, 08:51
73. Was soll das?

Natürlich ist es traurig, wenn jemand auf eine Organspende warte und diese vielleicht niemals erhalten wird. Aber ist es in Ordnung in einem Tier ein Organ zu züchten, es dem Menschen einzupflanzen und das Tier muss sterben?
Wir leben nun mal nicht ewig. Es toll wenn es Heilmittel für schlimme Krankheiten gibt doch dieses Vorgehen finde ich absolut nicht in Ordung. Warum nimmt sich der Mensch ständig heraus, sich über alle andere Lebewesen zu stellen? Das ist absolut abartig.

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MioMioMimi 01.08.2019, 08:55
74.

Zitat von Newspeak
Gegenfrage: Was ist denn eine Ethik wert, die es aus naturwissenschaftlicher Ignoranz oder geisteswissenschaftlicher Ideologie (Religion ist nichts Anderes) verhindert, dass kranken Menschen geholfen werden kann? Ich empfinde Ethik im Moment eher als restriktiv. Es wird nicht einmal annaehernd alles gemacht, was man machen koennte, unabhanengig davon, ob es vielleicht einen Nutzen fuer den Menschen haben koennte. Forscher sind heute in erheblichem Masse rechenschaftspflichtig, schon bevor sie ihre Versuche planen, und auch dann, wenn sie deren Ergebnisse veroeffentlichen wollen. Der Fortschritt der Menschheit beruht aber nicht auf Restriktion, sondern auf Freiheit. Das heisst nicht, dass alles erlaubt sein soll. Genausowenig, dass alles verboten sein soll. Aber ja, das Kriterium zur Beurteilung sollte der moegliche Nutzen fuer den Menschen sein. Das ist ein voellig natuerliches Kriterium. Was soll denn auch sonst der Wert sein, den man zur Beurteilung heranzieht, wenn man nicht an sich schon mit einer menschenfeindlichen Haltung an diese Frage herantritt?
Da habe ich auch noch eine Gegenfrage. Warum denken Sie, der Nutzen für den Menschen rechtfertig alles? Das ist typisch und so überheblich.
Lass uns Tiere quälen...es nutzt dem Menschen! Wirklich eine tolle Einstellung, die da haben.

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Little_Nemo 01.08.2019, 08:56
75. Tiere sind auch nur Menschen

Zitat von oskarito
Mal wieder lese ich solch ein Artikel, der sich nur um die Gesundheit der Menschen kümmern. ABER das Tier ist auch ein Lebewesen. Wie wäre es denn, wenn ein Tier unter Organversagen leiden würde züchten wir dann ein Organ in einer Frau? Es gebe viel mehr Argumente gegen solche Behandlungen.
Naja, ich sehe dann schon einen Unterschied zwischen einer Menschenfrau und einem Schwein. Es ist in der Natur ja nciht ungewöhnlich, dass Lebewesen verschiedener Arten sich voneinander ernähren, und es gibt kaum Anzeichen dafür, dass sich irgendeine Art, außer der unseren, darüber einen Kopf macht. Aber es stellt sich in der Tat die Frage, ob es ethisch vertretbar sein kann ein Schwein zu züchten nur um ihm ein Organ entnehmen zu können. Wie wird das Leben dieses Tiers aussehen? Artgerecht? Schwer vorstellbar. Und was passiert nach der Organentnahme mit dem Kadaver? Kann man ein Tier, das gerade noch, wenn auch nur zu einem kleinen Teil, Mensch war, zum Verzehr freigeben? Sehr grenzwertig. Oder einfach wegwerfen? Auch grenzwertig. Und das alles wohlmöglich nur, damit sich Menschen noch sorgloser ihre Leber wegsaufen und ihre Lungen wegquarzen können.

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Little_Nemo 01.08.2019, 09:32
76. Wir Tiere

Zitat von inverts
Wie wär's mit Mensch und anderem Tier? Das hab ich schon an der Uni bei den Studenten korrigiert, etwa "Bird and duck watching" ist eine ähnliche Fehlkonstruktion. Eigentlich elementares Schreiben.
Ich sehe das ein bisschen anders. Es ist in der Natur so vorgesehen, dass Lebewesen sich voneinander ernähren. Ja, wenn Sie Ihren Blick mal schweifen lassen, werden Sie da z.B. Katzen sehen, die mit ihren Beutetieren spielen, manchmal stundenlang, bis diese tot sind. Nicht selten fressen sie sie dann nichtmal mehr. Und es gibt keine Anzeichen dafür ob es sie bekümmert wenn diese leiden oder wohlmöglich verstümmelt übderleben. Bei Schwertwalen kann man das übrigens ebenso beobachten. Und die zählen zu den intelligentesten Tieren überhaupt. Mit Angehörigen ihrer eigenen Art hingegen würden sie so in der Regel nicht umgehen.

Für uns als Menschen sehe ich eine besondere Verantwortung mit Tieren so umzugehen, dass sie nicht unnötig leiden, gerade weil wir Menschen sind und uns ein Stück weit von den anderen Tieren abheben. Aber nicht aus Sentimentalität oder Überheblichkeit, sondern weil wir uns auf einem in der Natur einzigartigen Level der Erkenntnisfähigkeit befinden und in der Lage sind so komplex und vom Horizont des Augenblicks losgelöst zu denken, dass wir die Konsequenzen unseres Handelns analysieren und bewerten können. Und diese sind weder für die Natur, noch für uns, die wir unabtrennbarer Teil der Natur sind, positiv, wenn wir gedanken- und verantwortungslos mit Tieren umgehen.

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moonstruckannalist 01.08.2019, 11:14
77. Es wird immer in die Evolution eingegriffen

Zitat von ser4t
Auch hier wird wieder in die Evolution eingegriffen, ohne die Folgen abschätzen zu können. Die langfristigen Folgen all dieser gentechnischen Manipulationen sind nicht bekannt. Eine unverantwortliche Entwicklung!
Jeden Tag,

Entweder die Gesellschaft erbringt eine Hilfe in Form einer vereinfachten Freitodregelung, stellt das Krankenversicherungssystem um, oder stellt Alternativen zur Organbeschaffung her.
Auch sollte man hier mal auf die Rolle von Kirche und Staat hinweisen.
Einfach wird es in Zukunft nicht.

Es ist in der Evolution ein kleiner Schritt, sukzessiv Eigenschaften via Zucht zu steuern.
Was bei Pflanzen gentechnisch heutzutage millionenfach nur zur Nahrungsmittelbeschaffung gemacht wird, was uns alle betrifft, kann hier bei Tieren ein Novum werden, aber die mentale Diskrepanz interessiert aufgrund der Unterscheidung anhand anthropomorpher Klassifizierung anscheinend niemanden.

Inwieweit die Studie Erfolg haben darf, und ob dann eine Verwendung sinnvoll ist, kann man jede Gesellschaft frei entscheiden lassen.
Auch hier gilt wie in der Klimadebatte, Deutschland ist nicht der Nabel der Welt.

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bert1966 01.08.2019, 12:13
78.

Zitat von zeichenkette
Nur weil hier einige gerade offenbar an ethischen Kurzschlüssen leiden: Ein Schwein mit einer Bauchspeicheldrüse, einem Herz oder Nieren aus menschlichen Zellen ist deswegen noch lange kein Mensch oder ein "Mischwesen" und wird deshalb schon gar nicht erbberechtigt... Es ist immer sehr auffällig, dass gerade die, die immer sofort eine felsenfeste Meinung zu sowas haben, darüber offenbar gar nicht erst nachgedacht haben. Und wenn jemand mal mit akutem Herzversagen im Krankenhaus liegt und darauf wartet, ob zuerst ein Spenderherz auftaucht oder er langsam stirbt, dann sollte man ihn nochmal fragen, was er von sowas hält.
Wieviel kg Gewebe oder welche speziellen Funktionen sind denn dann nötig, um von "menschlich" oder "Mensch" (mit allen Konsequenzen) zu sprechen? Wo ist die Grenze? Sie haben darüber ja offensichtlich nachgedacht, lassen und nur leider an den Ergebnissen der Gedankengänge nicht teilhaben.

Der echte, akute oder auch nur vermeintliche "Bedarf" eines anderen Menschen an einem Austauschorgan kann und darf doch wohl nicht das sein, was den Wert des Spenders bestimmt. Was also ist es dann?

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willem_vonwegen 01.08.2019, 12:21
79. Wahrscheinlich

Habe ich zu viele Horrorfilme gesehen. Aber ich habe ernsthafte Sorgen dass da bald eine Grenze überschritten wird, die eine Veränderung einleitet, die wir so nie gewollt hätten, die aber unumkehrbar ist. Lass mal ein paar viecher aus den Laboren entkommen und ihr verändertes erbgut unter ihren artgenossen verbreiten. Oder was passiert wenn ein ambitionierter begeisterter Wissenschaftler voll des Glücks über seinen neuen Forschungsfreiraum ein bisschen übermütig und zu tief in die Genmanipulatorische Trickkiste greift und dann Mischwesen erschafft, die noch ein bisschen mehr können als Organe in sich heranreifen zu lassen? Wäre die Versuchung nicht gross einem Mensch/Primaten-Mischling auch auf seine neu erworbenen Fähigkeiten und Fertigkeiten zu überprüfen und -erstmal nur Testweise- einfache Aufgaben zu übertragen? Wahrscheinlich totaler Quatsch und ich muss selbst lachen wenn ich meinen eigenen Text lese. Aber irgendwie habe ich da so das Gefühl, das könnte vermeintlich ein erfolgreicher Schritt in eine falsche Richtung sein.

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