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Mittelalter-Archäologie: Das Rätsel der toten Katzen
L. Lloveras et al./ International Journal of Osteoarchaeology

Katzen fangen Mäuse - deshalb wurden sie für den Menschen einst zum beliebten Begleiter. Doch archäologische Untersuchungen zeigen: Im Mittelalter ging es den Tieren wohl häufig an den Kragen.

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tempus fugit 10.07.2017, 22:21
1. Na ja,...

....dass der Dachhase durchaus - besonders im Bekanntenkreis meiner norditalien. Bekannten - bis in die 80iger schon mal eine Delikatesse war, das kann ich
bezeugen.
Nicht umsonst kaufte man beim Metzger Hasen, denen man z.B. an den Vorderpfoten nicht die Pelle abgezogen hat...

Sozusagen als Öko-Prüfsiegel...

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interstitial 10.07.2017, 22:41
2. Dachhase

heißen die bei mir daheim auch: " Kopf ab , Schwanz ab -Hase!"
Insofern glaube ich schon, dass sie, wie Hunde auch, in schlechten Zeiten auch mal gegessen wurden. Oder wenn sie eh schon abgezogen waren. Auch die Rheumadecke aus Katzenfell ist mir aus Anekdoten so vertraut (meine Urgroßmutter, alles andere als schwer reich, besaß wohl eine), dass ich davon ausgehe, dass das wohl längere zeit üblich gewesen sein muss.

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Oberleerer 10.07.2017, 22:58
3.

Ja, so ein Katzenfell mit Hosenträgern habe ich vor nicht allzulanger Zeit mal gesehen, das hat man sich gegen Rheuma umgeschnallt.

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calinda.b 10.07.2017, 23:15
4. Nicht nur vor 1000 Jahren

Auch heute noch zieren Katzenfelle viele 'modische' Artikel, die, genau wie damals, den Tieren bei lebendigem Leib über den Kopf gezogen wurden.
Viel Spaß damit.

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rrippler 10.07.2017, 23:35
5. "Dachhase"

... wurden Katzen bei uns auf dem Land auch genannt. Sicher nicht ganz ohne Grund ;-)

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patihubi 11.07.2017, 00:13
6.

Häutungsexperimenten von Kollegen? Widerlich.

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Tiananmen 11.07.2017, 06:48
7. Das glaube ich nicht...

Das glaube ich nicht, dass die Katze keine - wenigstens zeitweise - Rolle in der Küche spielte. Dafür existieren zu viele, heute ironisch verwendete, Rezeptnamen: Dachhase, Chat-au-vin, Gatto al forno. Wenn´s nix zum Beißen gab, war eine Katze, gut mariniert, besser als nichts.

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mwroer 11.07.2017, 07:53
8.

Zitat von patihubi
Häutungsexperimenten von Kollegen? Widerlich.
Das was im Supermarkt liegt, gerade so im Bereich Wild, war durchaus mal lebendig und hatte Fell. Wildtiere werden gehäutet, Hühner werden gerupft.

Für diese Experimente werden tote Tiere benutzt, meist von Tierärzten geliefert, und diese werden dann mit den damals typischen Werkzeugen und Techniken gehäutet. Es gibt keinen anderen Weg um rauszufinden welche Spuren dabei hinterlassen werden.

Aber wenn Sie das widerlich finden versuchen Sie bitte nicht rauszufinden wie Fortschritte in der Chirurgie erzielt worden - wie z.B. das Märchen das der Uterus von Frauen wie der von Kaninchen beschaffen sei verschwand.

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mwroer 11.07.2017, 07:58
9.

Zitat von Tiananmen
Das glaube ich nicht, dass die Katze keine - wenigstens zeitweise - Rolle in der Küche spielte. Dafür existieren zu viele, heute ironisch verwendete, Rezeptnamen: Dachhase, Chat-au-vin, Gatto al forno. Wenn´s nix zum Beißen gab, war eine Katze, gut mariniert, besser als nichts.
Die Namen weisen eher darauf hin dass es sich um Ausweichmahlzeiten gehandelt hat. Also eher 'in der Not frisst der Teufel Fliegen'. Klar wurden Katzen gegessen wenn nichts anderes da war - genau wie Ratte und Hund.

Das sie regelmäßiger und normaler Bestandteil des Speiseplans waren glaube ich allerdings nicht. Dafür gibt es zum einen zu wenig Rezepte und zum anderen waren sie zu nützlich. Ratten und Mäuse waren in den damaligen hygenischen Verhältnissen einfach ein größeres Problem.

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