Forum: Wissenschaft
Mögliche Alternative zu Glyphosat: Dieser Zucker lässt Unkraut verkümmern
Klaus Brilisauer

Deutsche Forscher haben ein Zuckermolekül gefunden, das bei Pflanzen, Bakterien und Pilzen das Wachstum hemmt. Sie schätzen es für Tiere und Menschen als ungefährlich ein.

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gekreuzigt 06.02.2019, 09:23
1. Bis zum ausdrücklichen Beweis

des Gegenteils ist das Molekül unter Verdacht, krebserregend zu sein. Siehe Glyphosat.

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tommirf 06.02.2019, 09:50
2. Und wenn schon?

Auch wenn dieses neue Produkt möglicherweise weniger gefährlich für Mensch und Tier sein sollte ( was noch zu beweisen wäre... ), der fatale Effekt aller "Unkrautvernichter" bleibt: es verschwinden die Nahrungsquellen für eine Unzahl von Insekten, und damit auch direkt oder indirekt für Vögel und weitere Kleinlebewesen. Dann haben wir bald gar keine Wildtiere mehr bei uns.

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rst2010 06.02.2019, 10:08
3. "Sie schätzen es für Tiere und Menschen als ungefährlich ein."

mit anderen Worten: sie wissen es nicht, haben keine Nachweise. Sondern raten einfach mal so ins Blaue rein.

abgesehen davon, dass wir das schon so oft gehört haben, und kurz danach wurden die Probleme ruchbar. Immer das Gleiche, mindenstens seit Parathion (DDT) immer wieder vorexerziert.

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gruj1 06.02.2019, 11:00
4. Parathion ist E 605 und

Zitat von rst2010
mit anderen Worten: sie wissen es nicht, haben keine Nachweise. Sondern raten einfach mal so ins Blaue rein. abgesehen davon, dass wir das schon so oft gehört haben, und kurz danach wurden die Probleme ruchbar. Immer das Gleiche, mindenstens seit Parathion (DDT) immer wieder vorexerziert.
hat rein gar nichts mit DDT zu tun. Der hier gefundene Zucker ist chemisch weder E 605 noch DDT ähnlich. Daher ist von anderer toxikologischer Wirkung auszugehen. Die Folgerung der Wissenschaftler ist also keineswegs "ins Blaue" geraten. Solche Unterstellungen sind ohne naturwissenschaftliche Minimalkenntnisse schon recht gewagt.

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permissiveactionlink 06.02.2019, 11:19
5. #3, rst2010

Nicht Äpfel mit Birnen vergleichen ! Parathion, E605, bzw. Nitrophenolthiophosphorsäureester, wurde 1944 von Gerhard Schrader bei Bayer/IG-Farben entwickelt und zunächst ab 1947 von American Cyanamid und Monsanto vermarktet (Die Amerikaner hatten die Unterlagen im Rahmen der Untersuchungen zu deutschen Chemiewaffen, Tabun, Sarin, Soman, erbeutet), und ist ein Thiophosphorsäureester. Es hat nichts mit DDT (Dichlordiphenyltrichlorehan) zu tun. Letzteres wurde bereits 1874 von dem östereichischen Chemiker Othmar Zeidler synthetisiert und erst 1939 erkannte der schweizer Chemiker Paul Hermann Müller (J.R. Geigy-AG) die insektizide Wirkung. Geigy vermarktete DDT ab 1942 unter dem Handelsnamen Gesarol. Parathion und DDT sind beide Nervengifte, ihre Wirkmechanismen unterscheiden sich aber : DDT führt zu verstärkter Ausschüttung von Neurotransmittern an den motorischen Neuronen, während Parathion den enzymatischen Abbau des ausgeschütteten Neurotransmitters Acetylcholin im Bereich des synaptischen Spaltes blockiert.

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permissiveactionlink 06.02.2019, 11:32
6. #1, gekreuzigt

Warum sollte ein Zuckermolekül krebserregend sein ? Die Wahrscheinlichkeit, dass das für eine Phosphorverbindung wie Glyphosat (N-(Phoshonomethyl)glycin, ein Phosphonat) zutreffen könnte, ist nicht von der Hand zu weisen, auch nicht, dass Glyphosat möglicherweise noch andere Enzyme hemmt, diesmal in Tieren, aber wieso schließen Sie daraus, dass auch ein solcher Zucker mit einer Kette aus sieben Kohlenstoffatomen (C7H10O5) potentiell krebserregend sein könnte ? Auch die durch Glyphosat und die neue Verbindung gehemmten Enzyme sind nicht identisch. Vermutlich eignet sich die neue Substanz auch als Antibiotikum, weshalb ihre physiologischen Eigenschaften sehr (!) genau getestet werden, bevor man sie auch in der Medizin nutzen kann. Auch Glyphosat ist übrigens von Monsanto als Antibiotikum patentiert.

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ardbeg17 06.02.2019, 13:08
7.

Da muss man doch lachen.
Ein Glyphosat-Klon ist toll, weil er von einem Bakterium und nicht von Monsanto hergestellt wird. Ein "grünes" Gift also.
Warum aber müssen im Spiegel immer Leute über naturwissenschaftliche Themen, die von der Materie keine Ahhnung haben, schreiben? Warum schreibt nicht die Biochemikerin Nina Weber über solche Themen?!

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Celegorm 06.02.2019, 13:33
8.

Zitat von gekreuzigt
des Gegenteils ist das Molekül unter Verdacht, krebserregend zu sein. Siehe Glyphosat.
Es ist etwas seltsam, derart strenge Massstäbe in diesem Fall anzulegen, dann aber gleichzeitig etliche Produkte, die nachweislich krebserregend sind, nicht nur in den Regalen zu belassen, sondern nicht einmal Warnhinweise darauf zu verlangen. Dass z.B. Wurstwaren oder Alkohol krebserregend sind, ist schliesslich gut nachgewiesen und längst von der WHO so eingestuft. Komischerweise hört man da aber keine Rufe nach Verboten von Leuten wie Ihnen..

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Celegorm 06.02.2019, 13:36
9.

Zitat von tommirf
Auch wenn dieses neue Produkt möglicherweise weniger gefährlich für Mensch und Tier sein sollte ( was noch zu beweisen wäre... ), der fatale Effekt aller "Unkrautvernichter" bleibt: es verschwinden die Nahrungsquellen für eine Unzahl von Insekten, und damit auch direkt oder indirekt für Vögel und weitere Kleinlebewesen. Dann haben wir bald gar keine Wildtiere mehr bei uns.
Das ist nicht per se das Problem von Herbiziden, sondern der grossflächigen Monokultur, was wiederum ein Resultat der heutigen industriell-intensiven Landwirtschaft ist, welche die enormen Konsumgelüste der Käufer bedient. Herbizide generell verbieten zu wollen, ist darum reine Symptombekämpfung und teilweise sogar kontraproduktiv weil der Flächenbedarf dann noch weiter steigt. Wichtiger wäre eher, bei den letzten beiden Punkten und damit den Verursachern anzusetzen, d.h. vernünftiger zu konsumieren und die Landwirtschaft politisch stärker in die Pflicht zu nehmen (statt konventionelle Grossbetriebe noch mit Millionensubventionen zu päppeln).

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