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Münchhausen-Check: Was darf ein lebensrettendes Medikament kosten?
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In der Herstellung kostet das Hepatitis-Medikament Sovaldi etwa 87 Euro. In der Therapie kommen schnell bis zu 200.000 Euro zusammen. Die Pillen des Pharmakonzerns Gilead können Leben retten - aber ist der Preis gerechtfertigt?

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gladwyne 06.02.2015, 17:11
1. so einfach gehts ja nicht

die entwicklungskosten muessen auch fuer dutzende forschungseinheiten aufkommen, die nicht zu einem medikament gefuehrt haben und trotzdem zu kosten gefuehrt haben, oft hunderte millionen. wer sagt denn dass hier mehrkosten entstehen. fuer 100 000 euro oder so wird ein patient gesund. absolut gesund. das kostet die versicherungen viel weniger als protrahierte hepatitis C, mit andauernder ueberwachung, biopsien, labortests, ultraschall, medikamenten, arbeitsausfall, und dann natuerlich leberzellkarzinom oder transplantation. Da kommt halt jetzt eine zahlungswelle, die aber spaeter zu sehr erheblichen ersparnissen fuehrt. also, nicht so einfach mit dem Fazit

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ClausWunderlich 06.02.2015, 17:11
2.

So ist das nun mal in der freien Marktwirtschaft.

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rolarndt 06.02.2015, 17:13
3. unterlassene Hilfeleistung bis Totschlag

Die Geschäftspolitik dieser Pharmakonzerne ist ein Verbrechen. Deren Finanzchefs gehen im wahrsten Sinne über Leichen. Eine Anklage wegen unterlassener Hilfeleistungbis hin zu fahrlässiger Tötung wäre gerechtfertigt.

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wll 06.02.2015, 17:17
4.

Etwas blauäugig, ein kommerziell operierendes Privatunternehmen zur Mäßigung bei der Preisgestaltung aufzurufen. Zum einen ist Gewinnmaximierung deren Grundmaxime, zum anderen würden dem Vorstand bei einer "fairen" Preisgestaltung sofort Klagen drohen - spätestens wenn irgendein Hedgefonds Unternehmensanteile hält. Deren Geschäftsgebaren ist ja hinlänglich bekannt.

Genau dafür gibt es aber den Staat, nämlich einen Ordnungsrahmen abzustecken, der die privaten Unternehmen und ihr Gewinnstreben in gesellschaftlich akzeptierte Bahnen lenkt. Leider geht der Artikel nur sehr marginal über dieses offensichtliche Versagen staatlicher Regulierung ein, von den Ursachen hierfür einmal ganz zu schweigen. In anderen Ländern werden rigoros Preisobergrenzen gesetzt und bei mangelnder Akzeptanz auch schon mal mit dem Entzug des Patentschutzes als Ultima Ratio gedroht. Seltsamerweise leidet die Medikamentenversorgung in diesen Ländern aber gerade nicht unter der strengeren Regulierung, ganz im Gegenteil...

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filos eleftherias 06.02.2015, 17:22
5. Obsoleszenz schon in Aussicht.

Mal abgesehen davon, dass Kriterium 2 ja wohl keines ist, zumindest in Bezug auf einen "gerechten" Preis, haben sie eine wesentliche Tatsache nicht berücksichtigt: die Nachfolger stehen bereits an, den elf Millarden Dollar Entwicklungskosten stehen nur zwei oder drei Jahre Laufzeit gegenüber, bis Sovaldi von besseren Nachfolgern verdrängt wird. Also wird jetzt bei denen abkassiert, die keine Wahl haben, um so viel wie möglich reinzuholen. Dieses Kriterium kann man zwar zynisch nennen, ist aber eine kluge Strategie, da auch bei billigerem Preis diejenigen, die medizinisch gesehen noch warten können, immer noch auf die Nachfolger warten würden.

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magic88wand 06.02.2015, 17:22
6. Argumentation unschlüssig

Die Herstellungskosten haben für einen fairen Preis eines Medikaments rein gar keine Bedeutung. Wohl aber die Entwicklungskosten bzw. der Kaufpreis. Die 11 Milliarden Dollar muss das Unternehmen wieder reinholen, um keinen Verlust zu machen.

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unixv 06.02.2015, 17:25
7. Das Management will einstreichen, was geht!

Neues fettes Boot, Haus und Auto müssen bezahlt werden, da kommen schnell Idiotische Preise zusammen!

Cannabis für einen Monat ... Die Kassen rechnen mit ca. 2500€ im Monat ... ich lach mich schlapp, die sollten mal einen Straßendealer fragen, da bekommen sie die gleiche Menge, meist in besserer Qualität für 200€! Leider ist es so bei den meisten Medikamenten ... erst stopft sich das Management die Taschen voll ... dann ... kommt die Politik und Beamten ... dann .. vielleicht der Gedanke an die Kranken. Was für eine verlogene Gesellschaft!

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blaacki 06.02.2015, 17:30
8. schlechtes Fazit

der preis ist absolut gerechtfertigt. er rettet leben. die entwicklungskosten waren da auch wenn in einer anderen firma. ein ipgone kostet auch vier mal mehr als die produktuon. empfinden das die menschen als gerecht?ja sonst würden sie es nicht kaufen. könnte man.den lreis geringer gestalten? vielleicht, aber, wenn das geld oder ein teil.in.die.forschung oder den kauf einer weiteren firma geht bekommen wir vielleicht bald ein.weiteres bahnbrechendes medikament.....
am.anfang ist alles.neue teuer. der preis.reguliert sich...

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kumi-ori 06.02.2015, 17:34
9.

Der Preis für Sovaldi ist wohl zu hoch. Aber nicht so viel zu hoch. Wenn Gilead die Substanz 2011 für 11 Mrd. eingekauft hatte, dann war zu diesem Zeitpunkt ja noch keines Wegs garantiert, dass das Medikament tatsächlich auf den Markt kommen werde. Viele hoffnungsvolle Ideen stürzen im letzten Moment ab, weil unvorhersehbare Nebenwirkungen auftauchen oder der Effekt doch nicht so überzeugend ist, wie es Anfangs den Anschein hatte. In diesem Falle wären die 11 Mrd. weg gewesen.

Generell kommt noch dazu, dass im Preis 19% MWSt. und 7% Zwangsrabatt enthalten sind (also insgesamt mehr als ein Viertel) und dass der Preis auf ewig festgeschrieben ist. In zehn Jahren sind die 700 €/Tablette vielleicht nur noch 400 € wert.

Fazit: Gilead sollte mit seinem Preis etwas runtergehen, vielleicht 10% oder 20%. Aber so komplett ungerechtfertigt ist dieser Preis nicht.

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