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Nach EuGH-Urteil: Enthält jetzt fast all unser Essen Gentechnik?
Sven Hoppe/ DPA

Beinahe alle Lebensmittel basieren auf Pflanzen, deren Erbgut künstlich manipuliert wurde. Dennoch tragen sie häufig das "Ohne Gentechnik"-Label. Experten streiten, ob das legal ist oder Verbrauchertäuschung.

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Susi Sorglos 13.06.2019, 21:18
10. Bitte keine Panik !

Kreuzen und Blending-Versuche sind weit weg von Gentechnik. Also bitte keine Hysterie auslösen.

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appenzella 13.06.2019, 21:19
11. Falsch, wuxu,

die Lebenserwartung ist seit dem letzten Jahr leicht zurückgegangen. Und mit Gentechnologie veränderte Pflanzen und Tiere werden die Menschen dieses Planeten nicht vor dem Hunger bewahren. Bei den Amis, drüben hinter der Freiheitsstaue, wo mit Glyphosat gedüngte Felder immer mehr Superunkraut (superweeds) hervorbringen, entstehen immer größere verwüstete Flächen, die auf Jahrzehnte keine Erträge mehr hervorbringen. Was dort geschieht, ist der wahre Wahnsinn, und einige wahnsinnige deutsche Konzernchefs kaufen den Amis ihr Umweltgift auch noch für viel Geld an, dazu gleich noch einen Rattenschwanz von mittlerweile mehr als 12000 Prozessen. wobei das letzte Gerichtsurteil auf 2000 Millionen oder 2 Milliarden Dollar lautete. Ich teile die Zuversicht von Bayer Leverkusen nicht, daß der Erwerb von Monsanto ein Glücksgriff ist. Da hat man eher tief in die Kloake des Kapitalismus gegriffen.
Grüezi der appenzella

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permissiveactionlink 13.06.2019, 21:35
12. Verquere Logik,

und unerträgliche Täuschung der Verbraucher. Die Fakten : Mit mutagenen Chemikalien oder mit starken Strahlenquellen wie Co60 werden die Genome von Pflanzen völlig willkürlich, zufällig und deshalb unplanbar zerschossen. Die Pflanzen reparieren einen Teil der Schäden, die irgendwo im Genom liegen können, andere Schäden jedoch werden nicht korrigiert und verbleiben dauerhaft im Genom. Unnötig zu erwähnen, dass dafür zighunderttausend einzelne Pflanzensamen bestrahlt, ausgesät und auf Veränderungen getestet werden müssen, was extrem hohe Kosten verursacht, und viele Jahre dauert, bis, möglicherweise, brauchbare Ergebnisse vorliegen. Das nennt man dann "Gentechnikfrei". Führt man aber mit einer Genschere wie Crispr Cas 9 in einem genauestens bekannten Gen gezielt eine Mutation ein ( oder macht eine durch Züchtungsprozesse entstandene Mutation gezielt rückgängig), dann ist das hochgefährliche Gentechnik und muss deklariert werden, obwohl diese geplant durchgeführte genetische Veränderung auch durch Zufall mit Strahlung oder Mutagenen entstanden sein könnte (das Prozedere der Entstehung lässt sich ohne Züchtungsdokumentation sogar noch nicht einmal nachweisen). Gefährlich sind letztlich beide Verfahren nicht, und Fremdgene werden gar nicht in die Pflanzen eingebaut. Das interessiert aber die Verbraucher nicht, leider. Es entstehen also gar nicht die von der Bevölkerung wirklich gefürchteten GVOs (genetisch veränderte Organismen i.e.S, die wie Glyphosatresistente Pflanzen Fremdgene aus Bakterien oder anderen Organismen enthalten). Gerade Pflanzen, die Pestizide, Herbizide, Düngemittel und sehr viel Entwicklungszeit im Vergleich zur klassischen Züchtung sparen könnten, müssen als genmanipuliert gekennzeichnet werden, weil die Veränderungen gezielt und mit Sachverstand erfolgten. Klassische Züchter benutzen einfach eine Art Streumunition als genetisch schmutzige Waffe, die rein zufällig sehr, sehr langsame Fortschritte zeigt, möglicherweise, und das gilt dann als "natürlich und frei von Gentechnik". Was für eine riesengroße Verarsche, gefördert mit freundlicher Hilfe uneinsichtiger Juristen des EuGH, die nicht wissen, was sie anrichten.

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equigen 13.06.2019, 21:37
13. Da sieht man wie absurd das ist

Mit dem Schrotgewehr zerschredderte und zufällig wieder zusammengesetzte DNA wird von den Menschen akzeptiert und gilt als “ohne Gentechnik”. Und DNA in der mit dem Skalpell ein paar Abschnitte bewusst verändert wurden ist böse, gefährliche Gentechnik. Naja, die Grünen haben den Deutschen ganz heftig das Gehirn gewaschen.

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John.Moredread 13.06.2019, 21:44
14.

Zitat von shotaro_kaneda
Solange kein Artfremdes Erbgut eingkreuzt wird, handelt es sich meiner Meinung nach nicht um "Gentechnik".
Das mit dem "artfremden Erbgut" ist ein weitverbreiteter Irrtum. In der Natur kommt das auch vor, nennt sich "horizontale Genexpression". Das passiert ständig; tatsächlich nutzt eines der verwendeten Verfahren ja eben eine Technik, die man aus der Natur abgekupfert hat: https://www.pflanzenforschung.de/index.php?cID=7983

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beliebig 13.06.2019, 21:46
15. Die Macht hat der Verbraucher

Sollte man nicht unterschätzen.
Wenn nur genügend Verbraucher darauf achten würden, und das Obst und Gemüse mit den ganzen Genen im Regal liegen lassen würdest, dann würden Ruck Zuck auch genfreie Tomaten und Co angeboten werden.


Zwinkersmiley

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John.Moredread 13.06.2019, 21:53
16.

Zitat von rabode
Denn die Gentechnik wird oft nur dazu genutzt die Pflanzen unempfindlich gegen verschieden Pflanzenschutzmittel zu machen und so die Bauern in eine Abhängigkeit von Saatgut und Pflanzenschutzmittel zu treiben. Dass diese Gene in der Natur auf andere Pflanzen vor allem Unkräuter übertragen werden interessiert erst mal nicht. Denn bis dahin hat man neue Unkrautbekämpfungsmittel und schürt weiter die Abhängigkeit.
Das ist Unsinn. Zum einen hat die Gentechnik viel mehr ermöglicht als Resistenz gegen Schädlingsbekämpfungsmittel. Sowohl bei der Ertragsmenge als auch bei der Resistenz hat sich einiges getan. Beim Weizen ist es bspw. ohne Gentechnik etwa der Faktor 5 - 7 bei der Erntemenge. Ist Ihnen klar, das in einer Welt ohne Gentechnik die Äckerböden schon lange nicht mehr ausreichen? Wir verwenden bereits 50 % der verfügbaren Anbauflächen. Wenn wir die auch noch verwenden würde (wir müssten nur ein paar Wälder roden) hätten wir mit Prä-Gentechnik-Saatmitteln immer noch bei weitem nicht genug, um die aktuelle Bevölkerung zu ernähren. Das sind einfach Fakten, machen Sie mal ihre Hausaufgaben. Einfach nur den Ertrag pro m² ermitteln.

Außerdem verstehen sie offenbar den Vorteil einer Lösung wie Roundup nicht. Wir verbieten diese Technik und verwenden einfach, so wie vorher, sehr viel mehr Herbizide? Ist das ihre Lösung?

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AndreasKurtz 13.06.2019, 22:02
17.

Pflanzen werden bestrahlt oder chemisch behandelt. Danach werden sie nach neuen Eigenschaften sortiert, selektioniert. Man kann aber nicht sagen, ob die Mutationen, die die neuen Eigenschaften bewirken, durch die Bestrahlung, oder die Chemikalien ausgelöst wurden, oder ob sie nicht rein zufällig auch so aufgetreten wären. Sie hätten jedenfalls auftreten können. Ich finde das als 'genetisch veränderte Lebensmittel' zu bezeichnen reichlich weit hergeholt, fast schon Charlatanerie. Wenn man etwas für vernünftige Landwirtschaft ohne Monokulturen, Patent- und Saatgutknebel, chemische Keulen etc. tun will, dann nicht so.

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AGCH 13.06.2019, 22:13
18.

Zitat von beliebig
Sollte man nicht unterschätzen. Wenn nur genügend Verbraucher darauf achten würden, und das Obst und Gemüse mit den ganzen Genen im Regal liegen lassen würdest, dann würden Ruck Zuck auch genfreie Tomaten und Co angeboten werden. Zwinkersmiley
Wie wollen Sie denn die Gene aus den Zellen Ihrer Nahrungsmittel herausholen?
Alles was Sie essen und auch Sie selbst besteht zu ca. 1 % aus Erbmaterial, sprich Genen. Ohne diese würde nichts wachsen oder sich vermehren!

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LDaniel 13.06.2019, 22:38
19. Aha

Ich würde einfach mal sagen, von den Leuten, die kein Essen mit „Gentechnik“ will, haben 99,9% keine Ahnung von Gentechnik und wie es funktioniert. Das sind vermutlich die gleichen Leute, die lieber ein Pflanze futtern, die neben verschiedenen teils schädlichen Stoffen auch ein gesundheitsförderndes beinhalten, als das Medikament zu nehmen, was man daraus isoliert hat - weil das ist ja böse Chemie. Und ich meine, Chemie ist schließlich böse.

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