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Nachrichtenkonsum: Leiden Sie schon an Trump-Erschöpfung?
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Zu viele Nachrichten, ständig und überall, das macht müde. Früher kannten dieses Gefühl vor allem Journalisten, heute fast jeder. Facebook, Twitter - und jetzt auch noch Trump. Zeit für Eskapismus. Oder?

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CSc5911 12.02.2017, 13:18
70.

Zitat von Gauswadl
Irgendwann wird die Ekelschwelle überschritten, wenn man nur mit Torte gefüttert wird.
Wenn man nicht in der Lage ist, an einer Konditorei vorbei zu gehen, besteht diese Gefahr natürlich. :-)

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eschoeff 12.02.2017, 13:20
71. Ganz schöner Mix

dieser Kommentar, ich informiere mich hauptsächlich über Printmedien, wie man sieht auch über Onlineportale. Allerdings lese ich auch gerne ausländische Zeitungen, z. B. NZZ. Was mich sehr verwundert hat ist, dass die deutsche Presse sehr dazu übergegangen ist eine Art von Erziehungsauftrag an ihre Leser weiter zu geben, das zeigt sich für mich sehr deutlich an den Themen Flüchtlingen, Migranten, Sicherung des inneren Friedens und der Sozialsysteme. Da vermisse ich mitunter fundeirte Berichte, die in ausländischen Zeitungen tatsächlich öfter zu finden sind. Zu Trumpberichterstattung habe ich mitunter das Gefühl, anscheinend gibt es keine anderen Probleme, als sich über den Schreibtisch, die neuesten Sprüche, den Familienclan Trumps auszulassen. Ich brauche eigentlich keinen täglichen Nachhilfeunterricht darüber, dass dieser Mensch eine Katastrophe in der Politik und anscheindend auch im Wirtschaftsleben (das hat man allerdings auch schon früher wissen können) ist. Bedenklich für die Demokratie finde ich vor allem 2 Dinge, wir haben eine Regierung, die an ihrer eigenen Bevölkerung vorbeiregiert, diese entweder beschimpft (Wutbürger, Pack) oder mit hohlen Phrasen einlullt. Das zweite ist, dass nur dann etwas demokratisch ist, wenn es von den sogenannten Intellektuellen, Eliten oder wie sie auch immer bezeichnet werden, als solches ausgewiesen ist. Selbst weit entfernt von der AfD vermisse ich da immer noch eine fundierte Auseinandersetzung, wie sie beispielsweise in der Schweiz mit der SVP stattfindet.

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micromiller 12.02.2017, 13:38
72. Die sozialen Medien sind sicherlich

nicht die Quelle für
Fakt basierte Nachrichten. Die Mehrheit der Bürger sind nicht interessiert oder befähigt mehr als die offizielle Nachricht zu verdauen. Medien scheinen zunehmend einen Meinungskonsenz zu pflegen und zu beflügeln. Es gibt aber mehr als genug Möglichkeiten sich umfassend zu informieren, wenn sich über den nationalen Tellerrand hinaus bewegt. Die Demokratie Müdigkeit entsteht immer dann, wenn die Suppe immer den gleich Geschmack hat. Wir gebrauchen Parlamente, in denen politische Gegensätze in klarere Sprache ausgetauscht werden und wir gebrauchen mehr Meinungen in den Parlamenten. Übrigens ... die Zahlen.. und die daraus gewonnen Rückschlüsse waren nicht ganz korrekt... US Wahlbeteiligung 2000 54.2% 2004 60.1% 2008 61.0% 2012 58.0% und Donald .. 58.9% ...

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der.b 12.02.2017, 13:39
73. Sehe ich auch so.

Zitat von Süddeutscher
Ich leide viel mehr an Trump Bashing! Ein demokratisch gewählter Präsident wird dafür niedergemacht, dass er seinen Worten Taten folgen lässt und versucht, seine Wahlkampfversprechen einzulösen. Und das Einzige, was deutsche "Qualitätsmedien" schaffen, ist Moralinsäure und gutmenschliche Empörung über ihm auszuschütten.
Mir ist im Übrigen mittlerweile fast alles lieber als das Establishment hierzulande oder in den USA, die seit Jahren beweisen, dass ihnen die „Otto-Normalbürger“ am A… vorbei gehen, und die mit ihrer Politik einen Großteil der aktuellen Verhältnisse (immer perversere Ungleichverteilung, Kriege, Terror, Flüchtlingsströme etc) erst geschaffen oder zumindest mit zu verantworten haben.
Dass die hysterisch gegen einen Newcomer schießen (der nicht Teil von ihnen ist) weil sie ihre Felle davon schwimmen sehen, kann man ja noch verstehen. (Wobei es von mehr Größe zeugen würde, eigene Fehler einzugestehen, und zu versuchen, das Vertrauen der Allgemeinheit mit überzeugenden Konzepten zurück zu gewinnen) Dazu passt auch das Verhalten vieler Promis, die ja auch zu den Privilegierten gehören, die von den bisher Regierenden profitiert haben.
Dass die Medienlandschaft geschlossen und in der Einseitigkeit da mitmacht, gibt mir allerdings schon eher zu denken.
Und dass so viele Normalbürger gerade hierzulande sich so von der Hysterie (derer, die so gar nichts mit ihnen am Hut haben) anstecken lassen, verstehe ich auch nicht. Wieviel schlimmer kann Trump es denn machen, wenn man sich die letzten Jahre (auch unter seinen beiden Vorgängern) und die derzeitige Situation ansieht?
(Was aber nicht z.T. durchaus problematische und beunruhigende Äußerungen bzw. Vorhaben von ihm relativieren soll, die auch zu Recht kritisiert werden)
Vielleicht irre ich mich auch komplett, und Trump schafft es tatsächlich, das zu toppen; das werden wir sehen. Dann hau ich auch auf ihn drauf, aber erst dann.

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D. Brock 12.02.2017, 13:41
74. Das ist allerdings genau die Haltung, die hier ...

Zitat von ogga243
können wir uns von Nachrichten fernhalten aber Nachrichten werden sich nicht von uns fernhalten :-(
... beschrieben wird: "Ach, nee, die doofen, doofen Nachrichten. Das nervt ja nur, oder?" Es ist nicht die Aufgabe eines Bürgers in einer Demokratie sich von Nachrichten fern zu halten! Es ist die anspruchsvolle Aufgabe Wichtiges von Unwichtigem zu unterscheiden!

Hier zeigt sich der Schwachpunkt einer Demokratie: Sie verlangt informierte Bürger! Sind die Bürger nicht informiert, können sie - wie der Artikel vollkommen korrekt beschreibt - keine sinnvollen Entscheidungen treffen.
Stattdessen ist es z. B. viel einfacher Angst vor irgendwas zu haben und sich dann "gerne" die einfachen "Lösungen" von Populisten anzuhören und sie nur zu gerne zu glauben.

Ich würde nicht soweit gehen und sagen, dass Demokratie sich selbst abschafft, allerdings hat sie uns darin lebenden Menschen so viele Ablenkungsmöglichkeiten gegeben, dass wir Wichtiges von Unwichtigem nicht mehr unterscheiden können UND, noch schlimmer, auch nicht mehr wollen! Stattdessen regen wir uns lieber über Schiedsrichterfehlentscheidugen auf, als ob das von irgendeinem übergeordneten Rang wäre!

Andererseits: Doch man kann sich fernhalten - und jetzt zitiere ich jemanden, den wahrscheinlich alle kennen, Peter Lustig: "Abschalten, kommt nix mehr!"
Ist das die Lösung? Fernsehen, Radio, Twitter, Facebook, Zeitungen und das Internet abschalten? Auf Dauer gewiss nicht. Aber jeder, der sich z. B. im Urlaub mal von dem ganzen "Sch***" ferngehalten hat, merkt wie reinigend das wirkt, gerade in Bezug darauf Wichtiges von Untwichtigem zu unterscheiden.
Wir bräuchten also eine bevölkerungsweite Informationsentschlackungskur! Da allerdings viel zu viel Geld mit dem Informationschaos gewonnen wird, ist das nur frommer Wunsch. Der Autor hat vollkommen recht: Walhbeteiligung niedrig und Angsthaber entscheiden die Wahlen. Hinterher geht's uns wie den Briten nach dem Referendum: "What have we done?"
Krass irdengwie, oder?

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birdie 12.02.2017, 13:59
75. Donald Trump wird unserer Märchenfigur ....

RUMPELSTILZCHEN allmählich zum Verwechseln ähnlich. Denn Rumpelstilzchen hatte nur im Kopf Unheil zu stiften und wild herum zu toben.

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kh.frey 12.02.2017, 13:59
76. Müde ?

Ich bin nicht Trump müde, aber Medien und Spiegel müde.
Dürfte man hier Kommentare ohne Eingriff der Redaktion schreiben würde sich jeder Kommentator entzaubern lassen.

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paulpuma 12.02.2017, 14:02
77. mehr Selbstkritik

Es ist Zeit für gediegenen Journalismus. Das Trump-Bashing ist für uns eine Sackgasse. Ich vermute, dass die Angst unseres Establishments der Grund für die Kampagnen gegen diesen Außenseiter sind. Dabei kommt er mit Tatkraft und neuen Ideen. Das er für die USA sichere Grenzen, Respekt vor den bestehenden Einwanderungsgesetzen, Lastenteilung in der NATO, mehr Industriepolitik usw will, ist doch vernünftig. Dass er TTIP gestoppt hat, dass unser Establisment gegen das Volk durchboxen wollte, ist ein Grund, ihm dankbar zu sein.

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Mister Stone 12.02.2017, 14:05
78. Im Westen nichts Neues...

Zu viele Nachrichten, ständig und überall, das macht müde. Früher kannten dieses Gefühl vor allem Journalisten, heute fast jeder.

Nichts Neues. Immer dann, wenn einer Regierung Kritik oder gar Skandale drohen, werden durch eine Flut von "Nachrichten" Nebenschauplätze geschaffen, und zwar mit einer atemberaubenden Frequenz. So dass man müde wird und bald gar nicht mehr wissen soll, was man eigentlichen wissen wollte. Die ursprüngliche (für die Regierung unangenehme) Nachricht wird erstickt. Diese Methode ist spätestens seit den 90er Jahren auch in Deutschland offensichtlich. Früher wurde das durch unsere Mainstream-Presse und den ÖR Rundfunk erledigt. Jetzt sind natürlich auch die modernen Medien erheblich daran beteiligt. Der Unterschied: Heute lässt sich die Überflutung mit "Nachrichten" nicht mehr so einfach lenken.

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shotaro_kaneda 12.02.2017, 14:06
79.

Zitat: "Aber dieses Jahr wird auch in Deutschland gewählt, und wer sich jetzt nicht informiert, der kann im September auch keine informierte Entscheidung treffen." Dann bitte liebes Spon-Team rückt mal wieder die politischen Ideen, Vorschläge, Standpunkte und Inhalte der deutschen Parteien in den Vordergrund und reduziert eure Nachrichten nicht auf Trump und auf persönliche Angriffe untereinander (Schäuble, Klöckner vs. Schulz usw.). Wenn die CDU sich bis zum Sommer auf kein Programm festlegen möchte, dann tretet ihnen mal bitte kräftig in den Hintern, damit Sie mal aus dem Knick kommen. Aussitzen und abwarten gilt nicht. Die CDU will anscheinend erstmal die Landtagswahlen und die Wahl in F und NL abwarten, damit man das Programm wieder entsprechend dem aktuellen Zeitgeist anpassen kann (Fahne im Wind).

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