Forum: Wissenschaft
Nahverkehr vs. Individualverkehr: Holen wir uns die Welt zurück!
DPA

Die Debatte über kostenlosen Nahverkehr diese Woche zeigt einmal mehr: Beim Thema Auto geht in Deutschland die Vernunft flöten. Und Visionen sind unerwünscht.

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holjanger 19.02.2018, 05:12
160. Herrschaft der Staedter ueber die Landbevölkerung

Was mich an dieser Diskussion stört, ist die Beschränktheit der Sichtweisen auf allein die Ballungszentren. Sowohl der Autor als auch die meisten der Kommentieren sehen alles nur aus der etwas sehr abgehobenen Yuppie-Perspektive. Ich komme aus einem Dorf, in dem der einzige Bus stündlich fährt...
Jede Stadt kann ihren ÖPNV gerne kostenlos bereitstellen, aber finanziert durch eine kommunale Vollkosten-Abgabe, nicht etwa durch überregionale Steuern. Wer die Musik bestellt, zählt sie auch.
Eine Zwangsabgabe, die auch die Landbevölkerung besteuert, ist dagegen absolut ungerecht und hat mit Solidarität nichts zu tun.

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lalito 19.02.2018, 05:14
161. freundlich reagieren

Zitat von 5412
Für Ihresgleichen gibt es doch Radwege. Ich erlebe aber immer wieder Radfahrer die Selbige in der falschen Richtung nutzen, oder gleich mit ihren Strampelgurken auf der Straße ein zügiges Vorankommen behindern. Wenn Fußgänger dies dauerhaft mit Ihnen als Radfahrer täten wette ich, dass sie dann auch nicht sehr erbaut sind und .U. nicht mehr freundlich reagieren.
Auf die in den Stoßzeiten mit Karacho noch über die Ampel Rasenden kann weder der Fußgänger noch der Radfahrer unfreundlich reagieren, das "My Castle"- Prinzip funktioniert.

Lärm, Flächenverbrauch, Luftverschmutzung - die Segnungen des motorisierten Individualverkehrs in den Städten. Davon sagt die Werbung nix. Es gibt keine größere existierende Diskrepanz als die zwischen automobilen Werbewelten und der Tag für Tag real menschenquälenden Straßenwelt in den Städten.

Mit dem Rauchverbot ist die Gastronomie nicht untergegangen, läuft nur anders jetzt.

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ulrics 19.02.2018, 05:47
162.

Und man sollte Mal genau hinschauen was der Individualverkehr uns kostet. Strassenabnutzung usw. die Kosten sind deutlich höher als jeglicher kostenloser ÖPNV. City-Maut ist auch eine gute Massnahme um gesichtswahrend Fahrverboten zuvor zu kommen.

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petros 19.02.2018, 05:57
163. Drei Vietel aller Deutschen wohnen in Staedten

"Der öffentliche Nahverkehr funktioniert bekanntlich nur in Ballungsgebieten gut genug, um überhaupt eine Alternative zum Auto zu sein"

Drei Viertel aller Deutschen (75,5%) wohnt in diesen Staedten, und die meisten anderen fahren auch dort hin.

https://de.statista.com/statistik/daten/studie/662560/umfrage/urbanisierung-in-deutschland/

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kenterziege 19.02.2018, 06:20
164. So, wie Sie, werden viele denken und handeln....

Zitat von hamburger62
Ich lebe am Rand von Hamburg. Dort bin ich 20 Minuten zum Bus unterwegs. Wenn der mal wieder zu früh gefahren ist darf ich schon mal 20 Minuten auf den Nächsten warten. Dann 10 Minuten zur U-Bahn, mit der ich dann 30 Minuten zum Hbf fahre. von Dort 20 Minuten Richtung Westen. Die letzte Strecke dann 15 Minuten Bus und dann 5 Minuten Fußweg. Dabei schleppe ich gefühlt 20 kg Gepäck mit mir herum. Das fällt besonders auf, wenn mal wieder ein Fahrstuhl ausgefallen ist. Zur Rushhour stehe ich dabei dicht gedrängt sowohl im Bus als auch in den Bahnen. Den Weg kann ich aber auch in knapp 30 Minuten mit meinem 12 Jahre alten PKW fahren. Trocken und klimatisiert von Tür zu Tür ohne meinen Krempel schleppen zu müssen. Auf dem Heimweg halte ich zum einkaufen an und nehme gleich mal eine Getränkekiste mit. Da ist es mir wurscht, ob ÖPNV kostenlos ist oder nicht. Im Gegenteil. Wenn noch mehr in die jetzt schon übervollen Wagen drängen ist das erst Recht keine Alternative mehr. Bahn wird für mich erst ab 250km interessant. Und auch da nur, wenn es eine direkte ICE Strecke ist.
ich noch mehr! Ich wohne in einem traumhaften Vorort von Bonn. Ich bin, seit ich hier wohne noch nie mit dem umständlichen Bus in die City gefahren. Ich habe immer nur unsere Putzfrau von Godesberg am U-Bahnhof abgeholt. Mit den dort hinein und herausströmenden Zeitgenossen, will ich auf keinen Fall auf "Tuchfühlung" im Öffi zusammensitzen. Das Publikum wird bei kostenloser Beförderung ja nicht besser. Das mag arrogant klingen, ist aber für viele so. Ich fahre auch mit dem Auto immer weniger in die City. Auch dort stolpert man über Zeitgenossen, die ich besser meide. Von abendlichen Gängen durch das einst beschauliche Bonn ganz abgesehen. Das Internet und Amazon sind der Ausweg. Viele Einzelhändler haben das erkannt und gehen raus in die neuen Zentren. Dort gibt es Parkraum kostenlos, keine Staus und (noch) Sicherheit, weil ein bestimmtes Klientel hier einfach nicht vorhanden ist. Nicht das Problem Umwelt führt zur Vermeidung der Innestädte sondern die Verwahrlosung ind mangelnde Sicherheit im Öffentlichen Raum!

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hexenbesen.65 19.02.2018, 06:54
165.

Zitat von Klekih_petra
Kostenloser Nahverkehr wird jetzt als der Problemlöser in´s Spiel gebracht, wobei jeder weiß, dass so ein Vorschlag nie realisiert werden wird. Viel wichtiger ist ein gutes Angebot im öffentlichen Verkehr. Aber das wurde von allen bisherigen Regierungen dank guter Lobbyarbeit der Autoindustrie nie richtig angegangen. Jeder ist doch bereit, für ein gutes Angebot etwas zu zahlen. Außerdem muss der Individualverkehr verursachungsgerecht belastet werden. Autos und LKWs sollten für die Schäden, die sie verursachen entsprechend bezahlen. Dann würde der öffentliche Nahverkehr bald die kostengünstigere Alternative - wenn das Angebot stimmt.
Autos und LKWs zahlen schon genug an Steuern--und über das BEnzin werden wir auch noch mal abgezockt. Angeblich, um die Straßen zu sanieren.... Da frag ich mich, warum man als Anwohner NOCHMAL zahlen muss, wenn die Straßendecke saniert wird ?

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hexenbesen.65 19.02.2018, 07:00
166.

Zitat von meiner_einer
Ein Gegenstand, der zum Transport einer einzigen Person (im werktäglichen Berufsverkehr sind es 1,1 Personen pro KFZ) eine Masse von zwei Tonnen mit einer Leistung von 200 PS in Bewegung setzen und halten muß und dabei wenigstens 20 m^2 Fläche verbraucht (zwei Standplätze, zuhause und am Zielort; Straßenflächen dabei nicht eingerechnet!), ist in jeder Hinsicht absoluter und katastrophaler Wahnsinn! Alleine wenn man die Hälfte der Autos und dadurch notwendigen Parkplätze aus den Städten herausbekommen würde, hätte man gigantische Freiflächen für neue Wohnungen und Grünanlagen, die das Leben in den auch heute noch absolut autogerechten Städten wieder lebenswert und auch bezahlbar machen könnten. Aber am Fetisch Auto darf ja nicht gerüttelt werden. Niemals!
Also, mein Auto hat keine 200 PS und wiegt auch keine 2 Tonnen... hab nen Kleinwagen (für mich zur arbeit reicht es). Und "nur" weil Sie Wohnungen bauen wollen, soll ich mein Auto abschaffen ? Und die 8 km zu Fuß gehen oder was ? Wenn die Stadt mal planen würden, würden die mal statt zwei Eigenheime mal ein Parkhaus bauen...würde viel Freiraum auf den Straßen schaffen. Großbetriebe (ABB Mannheim) hat auch eigene Parkhäuser, in denen die Autos der Angestellten stehen. Es geht also.
SChlimm finde ich allerdings die Leute, die ne Garage haben, aber ihre Kiste auf der Straße abstellen, weil die zu faul sind, in die Garage reinzufahren (oder die anderweitig als Partyraum benutzen) Oder die, die ständig 2 Parkplätze brauchen , weil sie nicht einparken können

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hexenbesen.65 19.02.2018, 07:04
167.

Zitat von oldman2016
Ein guter Kommentar. Aber was soll mit all den Menschen, die im weitesten Sinne mit dem Fahrkartenverkauf und -kontrolle sowie Ahndung bei Schwarzfahren geschehen? Hat sich dier Gewerkschaft ver.di schon gemeldet. Wenn die Arbeitsplatzverlust auch nur wittern, drohen die doch unseren Politikern mit Liebesentzug.
die werden dann anderweitig eingesetzt- als Busfahrer oder Bahnfahrer. Mein Cousin arbeitet bei der RNV ...Und sooo viele Kontroleure gibt es gar nicht mehr...Wenn mehr Passagiere befördert werden müssen, brauchen die auch mehr Züge..und mehr Fahrer... (und die Fahrkartenautomaten werden eh von der "Reperatur-Truppe" gefüllt (die, die Gleisarbeiten machen und die nach den Häuschen sehen....da waren meine Onkel beschäftigt) Oder auf der Rufleitstelle....es gibt genügend Plätze, wo die eingesetzt werden könnten..

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ronald1952 19.02.2018, 07:11
168. Also,

wenn man tatsächlich die Städte frei bekommen will muss man zuvor
die gesammte sehr Autoindustriehörige Regierung austauschen.
Dann, aber auch nur dann wird das vielleicht was werden.Ich kann ein Lied davon singen von dem ganzen Dreck den man in der Stadt so schlucken muss. Als Astma Kranker musste ich schon vor vielen Jahren die Großstadt verlassen da ich ständig Atemprobleme hatte.
Wenn ich Heute mal wirklich nach Frankfurt Main muss halte ich es nicht länger als 2 bis 3 Stunden dort aus, dann bekomme ich probleme mit der Dortigen Luft. Besonderst die Kalte Jahreszeit ist für Astmatiker in den Städten sehr bedenklich.Hier auf dem Land fahre ich ein kleines Auto und komme damit überall hin. Billig in der Steuer,
Versicherung und im Verbrauch. Außerdem fährt man auf dem Land sehr oft bei andern mit weil man dasselbe Ziel hat. Autos in den Großstädten zu verbieten davon halte ich nichts, ich habe ja selbst früher auch einen großen Wagen gefahren. Es ist eine Art lernprozess
das es auch viel kleiner und Ökonimischer geht ohne das man an diesem Immaginären Ansehen verliert das mit einem dicken Auto einher geht. Letzendlich ist auch Laufen eine Option, auf dem Land lernt man das auch wieder denn in der Stadt fährt man ja auch um die nächste Ecke. Wenn man wieder mehr läuft, merkt man plötzlich
das einem das wirklich sehr gut tut und man kann dabei auch noch in aller Ruhe und ohne Stress den Kopf frei bekommen.Würden all die PKW Besitzer ihre Fahrzeuge stehen lassen die nur um die Ecke fahren zum Einkaufen oder sonstwas ,würde das nicht nur die Luft in den Städten verbessern, sondern auch die Gesundheit.
schönen Tag noch,

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hexenbesen.65 19.02.2018, 07:11
169.

Zitat von miggelbauer
...niemand Kinder in den Kindergarten bringen, dann zur Arbeit (sauber, mit schweißlosen und trockenen Klamotten) und auf dem Rückweg einen Großeinkauf im Supermarkt machen, bevor ich zum Sport gehe (Tasche war im Auto)? Erstaunlich. Dafür ist es immer ganz schön voll.
Den Großeinkauf während des Sports im Auto lassen...na klasse, die die Tiefkühlware oder Kühlschrankware freut sich...
Da müssen Sie aber massig Zeit haben, wenn sie noch in Sport gehen, wenn Sie Kinder haben---oder arbeiten sie nur halbtags ?
(Ich konnte das nicht wuppen mit 2 Kindern...und bin die Strecke zur Kiga mit den Kindern gelaufen ! )
Großeinkauf hatte ich immer am Wochende (war mein Mann mit dabei), kleinere Einkäufe hab ich nach der Arbeit (liegt auf dem Weg) erledigt. Kinder aus der Kiga (gelaufen) geholt, mit den Kindern beschäftigt, Essen gekocht usw.... Da blieb mir wirklich keine Zeit für Sachen wie Sport oder Hobby... Wenn die Kinder im Bett lagen, schlief ich vor Erschöpfung schon auf der Couch ein--lange bevor mein Mann von der Gegenschicht (wir hatten Schicht geabeitet) nach hause kam.

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