Forum: Wissenschaft
Nahverkehr vs. Individualverkehr: Holen wir uns die Welt zurück!
DPA

Die Debatte über kostenlosen Nahverkehr diese Woche zeigt einmal mehr: Beim Thema Auto geht in Deutschland die Vernunft flöten. Und Visionen sind unerwünscht.

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Epsola 18.02.2018, 12:44
20.

Beide Seiten der Diskussion haben auf dem Papier recht. Aber eins muss man doch mal feststellen. Wenn die Kritiker in den Raum stellen, dass kostenloser Nahverkehr zu Überlastungen führt, dann können diese das nicht tun ohne zeitgleich einzuräumen, dass es entsprechenden Bedarf gäbe.
Ich weiß nicht welcher SPON-Forist es war, aber diese hatte einen sehr klugen Vorschlag gemacht. Man sollte die Preise stückweise reduzieren um z.B. 5% pro Jahr um sich dem Machbaren anzunähern. Zwischen dem Status Quo und kostenlosem Nahverkehr gibt es schließlich noch Graustufen. Das muss keine Schwarz/Weiß-Frage sein.

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lord_markus 18.02.2018, 12:47
21. So nicht

Ganz schön viel Ideologie und Idealismus für so wenige Zeilen. Aber nochmal zum Kern: Kostenloser ÖV wird kein einziges Auto von den Straßen holen, weil die Leute in der Einheit Zeit und nicht Geld rechnen.

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modemhamster 18.02.2018, 12:54
22. Auch Her Stöcker denkt zu kurz

Schön, dass er dem HVV die Kontrolleure, Techniker und Fahrkartenautomaten einsparen möchte. Uns spart er damit nur wenig, nämlich die Differenz zwischen dem Einkommen, dass Kontrolleure, Techniker und Fahrkartenautomatenhersteller erwirtschaften, und deren ALG I-II. Die Leute sind ja nicht einfach weg, wenn man sie nicht mehr braucht.

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josifi 18.02.2018, 12:55
23.

Zitat von einstweiliger
Egal wie man es verpackt und wie blumig man es ausschmückt, wobei ich die ernsthafte Begeisterung der Apologeten gerne anerkenne: Der kostenlose ÖPNV brächte alle typischen Probleme kommunistischer Konzepte mit sich, die aus einer Übernutzung von Gemeinschaftsgütern und Fehlallokation von Mitteln resultieren. Warum die Nebenwirkungen trotzdem nicht so auffallen würden? Weil der stark subventionierte deutsche ÖPNV eh schon eine quasi-kommunistische Veranstaltung ist. Selbst mit künstlichen, nichtfinanziellen Nutzungsbeschränkungen funktioniert das alles viel schlechter als eine konsequente, vollständige Privatisierung und Kommerzialisierung sowohl der Basis-Infrastruktur als auch des kleinteiligen Angebots funktionieren würden, natürliche Monopole kann man da nur mit erheblicher weltanschaulicher Schlagseite hineininterpretieren.
Das Totschlag-Argument kommt eher von Ihnen: Kommunismus!
Was das mit der ÖVP zu tun hat, erschließt sich mir nicht. Denn es geht ja nicht darum, dass der aktuell nicht funktioniert; tut er nämlich. Warum also privatisieren? Wie die Post? Oder Teile der Autobahn? Oder die LKW-Maut? Klappt alles ganz toll...
Nach Ihrem Konzept würde der ÖVP noch teurer. Super Idee. Wie die Bahn. Haben Sie sich mal die Ticket-Preise angesehen? Da ist Auto in der Regel billiger.

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Tolotos 18.02.2018, 12:56
24. Die Vernunft verliert in Deutschland meistens gegen den Lobbyismus!

Der wahre Souverän ist in Deutschland, und besonders in der Union, nicht das Volk, sondern die Wirtschaftslobby!

Und wenn man davon ausgeht, dass einen Regierung, die tatsächlich vor allem die Wirtschaftslobby bedient, die Interessen der Bevölkerung vertreten würde, dann kommt man zwangsläufig zu dem Schluss, dass die Regierung unvernünftig handelt!

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freekmason 18.02.2018, 12:56
25.

Zitat von einstweiliger
Totschlagargument Egal wie man es verpackt und wie blumig man es ausschmückt, wobei ich die ernsthafte Begeisterung der Apologeten gerne anerkenne: Der kostenlose ÖPNV brächte alle typischen Probleme kommunistischer Konzepte mit sich, die aus einer Übernutzung von Gemeinschaftsgütern und Fehlallokation von Mitteln resultieren. Warum die Nebenwirkungen trotzdem nicht so auffallen würden? Weil der stark subventionierte deutsche ÖPNV eh schon eine quasi-kommunistische Veranstaltung ist. Selbst mit künstlichen, nichtfinanziellen Nutzungsbeschränkungen funktioniert das alles viel schlechter als eine konsequente, vollständige Privatisierung und Kommerzialisierung sowohl der Basis-Infrastruktur als auch des kleinteiligen Angebots funktionieren würden, natürliche Monopole kann man da nur mit erheblicher weltanschaulicher Schlagseite hineininterpretieren.
mit "totschlagargument" ist Ihr beitrag gut überschrieben. erstens werden gute ideen nicht schlecht, wenn man ihnen das etikett kommunismus aufzwingt, zweitens führt sowieso kein weg am ende der verbrenner vorbei. warum sollte man das problem also nicht direkt angehen. es ist klar, dass viele am relikt auto hängen, das letzte aufbäumen entlarvt sich aber in dem moment, wo wir uns angeblich keinen steuersubventionierten öpnv können, kommunismus aber plötzlich kein problem mehr ist, wenn der steuerzahler die dieselumrüstung für die konnzerne übernehmen oder banken retten soll.

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sikasuu 18.02.2018, 12:56
26. Unbezahlbar, kostenloser ÖPNV, sagen die Frösche auch beim Sumpf :-)

Die Rechnung nach BWL, wenn sie sauber geführt würde, ist schon fragwürdig.
Die nach VWL geht dann wahrscheinlich als Nullsummenspiel wohl sogar mit Gewinn auf:-)
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Flächenverbrauch, Instandhaltungs- & Investitionskosten für die Individualverkehrs-Infrastruktur, Umwelt & Gesundheitskosten, usw. werden natürlich nicht gegen gerechnet.
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Ich wage mal zu behaupten: Wenn die Summen, die HEUTE für den PKW gestützten Individualverkehr ausgegeben werden, auf die Verursacher umgelegt werden, ging das Geschrei los!
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Schon die/alle Parkplätze an der Straße müssten etwas kosten, bzw. auf privatem Grund zur Verfügung gestellt werden. Ich kann auch nicht meine "Kellersachen", meine Möbel usw. privat auf dem Bürgersteig/am Straßenrand/ auf Gemeinschaftsflächen langfristig abstellen. meinen Müll privat verbrennen usw. :-)
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Mittel-/Langfristig ist das jetzige Verkehrskonzept eine Sackgasse. E-Auto, ein unerfüllbarer, unbezahlbarer Traum. Autonome PKWs.. dito.
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Der ÖPNV hat/konnte jahrzehntelang bis weit in die 50-60ger Jahre alle Verkehrsbedürfnisse ohne große Probleme abdecken. Jetzt ist ein zurück nicht mehr möglich? Das ist mMn. ein Witz! Wollen muss man, können geht!
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Aber eins hat der Autor mMn. noch vergessen. Neben massiven Investitionen in ÖPNV, usw. braucht es noch einige Rand-&Rahmenbedingungen.
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Nahversorgung sprich Einkaufsmöglichkeiten im Umfeld muss wieder her & Mischgebiete d.h. wohnen&arbeiten im Nahbereich sind wieder angesagt. Verkehr entsteht ja oft auch aus NOTWENDIGKEIT!
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Daneben braucht man wohl neue Ideen in der Fläche, wie Rufbusse, Park&Raid für Zubringerverkehr zum ÖPNV usw.
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Der Satz "ZU teuer!" stimmt! Nur gilt der für den PKW nicht für den ÖPNV.
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Alleine die Rechnung >2t Verpackung, >250Ps, >200Km/h für den Transport von 80Kg. Nutzlast mit einem 20-30ger Schnitt zu verwenden, muss doch jedem den noch denken kann als "Verschwendung hoch 3 " einleuchten.
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Macht einen soliden öffentlichen Personen & auch Waren-&Güterverkehr. Das ist mMn. genau so eine Grundversorgung wie Wasser, Strom, usw. nicht nur in der Stadt.
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Wird wohl > 20 Jahre dauern, ist auch nicht anzunehmen das Politiker sich mit Mehrheit dafür stark machen!
Ws werden harte Fakten (Gerichte, Verkehrsinfarkt, Energiemangel, usw) nötig sein, bis dann überhastet umgesteuert wird, doch diesen Beitrag auf Wiedervorlage in 20 Jahren.
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Damit keiner heulen kann: Das hat UNS doch niemand gesagt&wir konnten das doch nicht ahnen!

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marthaimschnee 18.02.2018, 12:58
27. vorsicht mit Allgemeinplätzchen

Was ist auf dem Land? Wo es vielfach überhaupt keinen brauchbaren ÖPNV mehr gibt (wurde ja zusammen mit sämtlichen lokalen Einkaufsmöglichkeiten und auch höherwertigen Arbeitsplätzen komplett weggespart). Dort wären 7 Euro mehr HartzIV sicher auch kein Brüller, sind aber in jedem Fall mehr wert als ein Recht, nicht vorhandene Möglichkeiten kostenfrei zu nutzen. Und die Folge? Noch mehr Menschen in die Städte!
Der kostenlose Nahverkehr ist ein Baustein. Nur kann man mit nur einem Stein üblicherweise recht wenig anstellen. Erst recht, wenn man einfach keine Lust hat, weitere zu erwerben.

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janrode 18.02.2018, 13:00
28. Zweck gut, Mittel mäßig

Bis auf den am Rande gutgeheißenen Vorschlag der Parkplatzverknappung bin ich dabei.
Aktuell verbrenne ich jährlich ca. 100 Liter Diesel zu bester Stadtluft auf der Suche nach Parkplätzen, andere Vielfahrer sicher noch mehr. Wer da für weitere Parkplatzverknappung ist kann nur ein Immobilieninvestor sein der in Hannover gern Meerblick hätte. Wenn dann konsequent die Innenstädte von Privatfahrzeugen befreien und für einen reibungslosen Verkehr sorgen - incl. Parkplätzen wo sie eben (noch) sein müssen. Kombiniert mit einer fairen Besteuerung, für mich wären das 2 - 3 Euro je Liter Kraftstoff, kommen wir dem Ziel näher.

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sikasuu 18.02.2018, 13:07
29. Ja, alle Gemeinschaftsaufgaben sind von Übel?

Zitat von einstweiliger
(...)Warum die Nebenwirkungen trotzdem nicht so auffallen würden? Weil der stark subventionierte deutsche ÖPNV eh schon eine quasi-kommunistische Veranstaltung ist. Selbst mit künstlichen, nichtfinanziellen Nutzungsbeschränkungen funktioniert das alles viel schlechter als eine konsequente, vollständige Privatisierung und Kommerzialisierung sowohl der Basis-Infrastruktur als auch des kleinteiligen Angebots funktionieren würden, natürliche Monopole kann man da nur mit erheblicher weltanschaulicher Schlagseite hineininterpretieren.
Schon ganz schön traurig wenn solcheReflexe sofort auftauchen, aber mal dies "Argument" ernst genommen! :-)
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Die kostenlose Nutzung des Einzelnen der öffentlichen Flächen durch private PKWs ist dann was?
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Wird der Individualverkehr nicht massiv "kommunistisch" gefördert? :-)
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Das zeigt sich doch an der ÜBERNUTZUNG der öffentlichen Flächen durch das "Auto" nicht nur im Ballungsraum. Die ANDREN Nutzer werden dadurch massiv verdrängt, gefährdet, belästigt...!
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Argumente sind ja ganz brauchbar, aber was ist, wenn man die erst nimmt & als allgemeingültig ansieht:-)
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Es gibt Gemeinschaftsaufgaben (Grundversorung), dazu gehört auch Verkehr&Mobilität, die man auch gemeinschaftlich lösen muss! Das hat aber mit Kommunismus & Einschränkung der persönlichen Freiheit nichts, aber auch gar nichts zu tun!

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