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Narkose bei ambulanter OP: Lebensgefahr in der Arztpraxis
Corbis

Ob Zahn-OP, Gelenkspülung oder Polypen-Entfernung: Immer mehr Eingriffe werden in Arztpraxen durchgeführt. Die Qualität der ambulanten Narkosen wird nicht kontrolliert. Eine tödliche Gefahr, warnen Experten.

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w.uljanow 23.11.2012, 16:26
20. Das ist eben der Unterschied

Zitat von vantast64
das ist eben vordringlicher. Der Mensch steht im Mittelpunkt und ist immer im Wege, ist lästig.
Koennten Autofahrer auch die Sicherheit ihrer Autos selbst kontrollieren, so wie Aerzte sich kontrollieren, waere das Ergebnis wahrscheinlich auch fraglich. Aber warum hat man dann wohl eine unabhaengige Institution, bei Aerzten jedoch nicht. Weil Aerzte die Unterstuetzung der Anhaenger des Monopolkapitalismus von CDU und FDP haben. Aerzte zaehlen doch zu diesem Berufstypus, Unternehmer mit garantierten Gewinnen und die nicht zu knapp.

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mrtakagi 23.11.2012, 16:32
21. Wieviel Unwissenheit....

Zitat von Spiegelleserin57
soweit ich informiert bin muss der Patient nach der Narkose 24 Stunden überwacht werden....und wird nach Hause geschickt! Was macht man bei Nachblutungen---keiner da! Das ist die Realität...aber billig solls sein und dem Patienten wird suggeriert wie schön es doch ist Daheim zu sein, keine Keime aus dem Krankenhaus, nur es darf nichts passieren. Nicht umsonst haben Krankenhäuser relativ strenge Vorgaben für den Anästhesisten.
Es ist unglaublich, wieviel Unwissenheit hier letztlich zum Besten gegeben wird. Das Ganze wird zudem mit persönlicher Frustration gewürzt.
Lediglich ein / zwei Beiträge differenzieren das Bild richtig.
Zur Recherche empfehle ich:
KBV - Ambulantes Operieren - Ambulantes Operieren
desweiteren unbedingt:
DAAF Mai 2012, Nr.38: Ambulante Anästhesie (M. Möllmann, A. Hemping-Bovenkerk) S. 73-85. Insbesondere das Kapitel Entlassungskriterien

Manchmal ist hier der Unterschied zu einem Stammtisch nicht gegeben.

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w.uljanow 23.11.2012, 16:32
22. Unter 120000 EUR

Zitat von n.flanders
sie wollen eine Top Versorgung, aber nichts dafür tun/bezahlen?! ich würde mir sofort einen high End OP Saal mit entsprechender Personalausstattung bauen, wenn ich denn mit den ambulanten OPs auch genug Geld verdienen würde um nur die laufenden Kosten zu decken! Eine gute Recherche hätte auch diese Seite mal abgeklopft. Fehlt aber leider völlig. Schade.
Unter 120000 EUR brutto pa geht es ja nicht, und deshalb muss man natuerlich mal ein paar Tote in Kauf nehmen, wenn man ansonsten nur soviel verdient wie sonstige Akademiker, das ist zwingend logisch.

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discipulus_neu 23.11.2012, 16:33
23. !

Zitat von waltherwhite
ich habe mal eine Leistenbruch OP ambulant machen lassen, es war die Hölle, die Schmerzen waren heftig und vorher vom Arzt extrem heruntergespielt worden....ambulant nie wieder.
Kann ich nur bestätigen: Doppelseitig Operation ambulant, starke Schmerzmittel, Ohnmacht nachts. Recidiv rechts nach 27 Monaten! Operation diesmal stationär, der Unterschied war beträchtlich!

Eine Frage noch an die kompetenten Foristen: Zählen auch Coloskopie und Gastroskopie zu diesen "ambulanten" Operationen. Mir wurde gesagt, dass diese nur nach strenger ärztlicher Indikationsstellung stationär durchgeführt werden dürfen, wenn die Krankenkasse die Kosten übernehmen soll. Ansonsten werden nur die Kosten für die ambulante Durchführung erstattet.

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haerba 23.11.2012, 16:35
24. Wie..

Zitat:
"Rechtlich begeht ein Arzt schon mit der Narkose eine Körperverletzung, wenn er ohne Anästhesisten, ohne Fachpflegepersonal oder ohne vorschriftsmäßige Medizingeräte arbeitet und den Patienten über die erhöhten Risiken nicht weitergehend aufklärt."
... kann es dann sein, dass die Beschneidung durch Laien von wehr- und nichteinwilligungsfähigen Säuglingen und Kindern nach dem Willen der BR ganz anders bewertet wird?

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at@at 23.11.2012, 16:45
25. Ich denke...

... es ist eher ein Risikoabwägungsproblem als eines der ambulanten OPs. Warum muss man das Risiko einer Vollnarkose eingehen, um einen Backenzahn zu ziehen? Früher, als ich Kind war, ging das auch ohne - behandelt wurde anders als heute sogar meist ganz ohne jegliche Betäubung, also auch nicht örtlicher. Ich denke deshalb, viele Narkosen wären vermeidbar, damit minimiert man dann auch das Risiko, nach einer einfachen Zahnbehandlung o.ä. zu sterben.

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bpsween 23.11.2012, 16:46
26. Fahrlaessige Arbeit

mir ist eindeutig klar dass der Anaesthesist allein die Verantwortung tragen sollte. Eine preoperative Feststellung der Sicherheit des Aufwachraumes ist eine asolute Voraussetzung fuer irgendwelche Eingriff-- jeder Anaesthesist weist Bescheid dass Patienten duerfen nicht postoperativ allein bleiben

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discipulus_neu 23.11.2012, 16:46
27.

Zitat von haerba
... kann es dann sein, dass die Beschneidung durch Laien von wehr- und nichteinwilligungsfähigen Säuglingen und Kindern nach dem Willen der BR ganz anders bewertet wird?
Hier handelt es sich um ein Ritual von Religionsgemeinschaften. Aus Gründen der political Correctness verbietet sich darüber jeglicher Diskurs.

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xees-s 23.11.2012, 16:49
28. noch nie wurde meine Aufwachphase überwacht

sowohl in der Klinik als auch Ambulant war nie Personal zur Überwachung da. Teilweise noch nicht die Angehörigen zugelassen dabeizusein. Bewusst ist mit immer gewesen, dass keine Geräte zur Überwachung vorhanden waren oder eingeschaltet gewesen wären. Schwabinger Krankenhaus in den 1980ern nach OP, diverse Ärzte nach Zahn-OPs oder nach Kurznarkose bei Magen/Darmspiegelungen. Und das obwohl ich immer auf Narkose-/Aufwachprobleme hinweise und in meinem Allergiepass ein auch auf Latein gefasster Warnhinweis vorhanden ist.

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stromiker 23.11.2012, 17:01
29. Das ist nicht das erste Mal!

Das Problem besteht aus meiner Erfahrung heraus auch, in der oft mangelhaften technischen Ausrüstung. Bei der Errichtung einer ambulanten Arztpraxis sind nur in den seltensten Fällen Fachplaner für Gebäudetechnik beteiligt. Aus gutem Grund. Die kennen natürlich die aktuelle Normungslage und planen ein Gebäude wie es sein soll. Sehr häufig überschreitet diese Ausrüstung dann aber das Budget bei weitem.

Es wird also munter drauflos operiert, egal, ob das Gebäude oder die Praxis dafür geeignet ist oder nicht.
Argument: Man sei schliesslich kein Krankenhaus.
Ein merkwürdiges Selbstverständnis, denn wenn man schon am Handwerkszeug spart, wie mag es da erst mit der Qualifikation der Beteiligten aussehen?

Ich kann eine Forderung nach einer Sachverständigen-Abnahme nur unterstützen. Eine erfolgreiche Abnahme sollte Voraussetzung sein, um überhaupt eine Betriebserlaubnis zu erhalten.

Und bitte noch eins: Suchen wir bitte nach Kompetenz doch bitte jeweils bei denen, die etwas davon verstehen. Das Operieren bei den Ärzten und die Ausrüstung von Gebäuden bei Fachplanern und Firmen.

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