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Narkose bei ambulanter OP: Lebensgefahr in der Arztpraxis
Corbis

Ob Zahn-OP, Gelenkspülung oder Polypen-Entfernung: Immer mehr Eingriffe werden in Arztpraxen durchgeführt. Die Qualität der ambulanten Narkosen wird nicht kontrolliert. Eine tödliche Gefahr, warnen Experten.

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stromiker 23.11.2012, 19:59
40. Ja das glaube ich Ihnen gerne

Zitat von fliegender-robert
Leider nicht up to date, Mr. stromiker! Die Genehmigung zum ambulanten Operieren durch die Kassenärztliche Vereinigung ist schon laaange an bauliche, technische und personelle Voraussetzungen gebunden!
Ja, da haben Sie natürlich recht (wie wahrscheinlich so oft). Genau 5 Zeilen ist den "Qualitätsvereinbarung der KBV" die Thematik sichere elektrische Versorgung im OP wert. Wie soll denn da ein elektrotechnischer Laie (und genau das ist ein Arzt) verstehen, dass diese Zeilen ein 6 stelliges Investitionsvolumen nach sich ziehen. In der Technikwelt bedeutet dies rund einen DIN-A4 Ordner voll mit Normen und Vorschriften.

Und wenns schon laaange Standard ist, warum stellt man sich dann nicht der Abnahme durch einen Elektrosachverständigen?

Ich maße mir nicht an die Dokumentationspflichten und anderer behörderlicher Auflagen zu beurteilen, aber gestehen Sie mir bitte zu, dass ich in den oben genannten technischen Bereichen durchaus "up-to-date" bin.

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materialist 23.11.2012, 20:40
41. ich habe es geahnt

Zitat von waltherwhite
ich habe mal eine Leistenbruch OP ambulant machen lassen, es war die Hölle, die Schmerzen waren heftig und vorher vom Arzt extrem heruntergespielt worden....ambulant nie wieder.
Ich habe es deshalb nach etwas Streiterei mit dem Hausarzt stationär machen lassen mit 2 Tagen Krankenhaus war voll zufrieden, fast ohne Schmerzen und ohne Komplikationen.Nach 2 Tagen mit dem Auto nach hause und nach 4 Wochen wieder auf Arbeit,nur zu empfehlen.Der TKK war es eigentlich auch egal wie es gemacht wird.

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rennix 23.11.2012, 20:54
42. Keimrisiko

Hier wird suggeriert, dass bei einem ambulanten Eingriff das Risiko, sich mit multiresistenten Krankenhauskeimen zu infizieren, quasi nicht gegeben sei. Ähnlich argumentieren auch die Ärzte in den Praxen, wenn sie ihren Patienten zur ambulanten OP raten.

Der medizinische Alltag stellt sich allerdings eher so dar, dass der Herr Dr. mit seinem schicken SUV mehrmals in der Woche zwischen Klinikum und Praxis hin- und herpendelt. Irgendwie muss das Geld ja nun mal verdient werden. Fröhlich werden Keime von A nach B geschleppt.

Nun ja, wer der ärztlichen Schönfärberei glauben will mag das tun.

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hubidocrosi 23.11.2012, 21:02
43.

Letztlich bedrängen doch die Kostenträger nach dem SGB 115b alle Leistungserbringer, die Operationen ambulant zu erbringen, wobei die Erlöse nicht wirklich kostendeckend sind. Die Krankenhäuser können das mit ihren sonstigen Erlösen noch kompensieren und haben ihre bewährte Infrastruktur mit Aufwachraum und Anästhesiepflegepersonal, aber die ambulant tätigen Narkoseärzte müssen das Fachpersonal auch bezahlen können. Und so ist es eine Frage der Zeit, bis der nächste Zwischenfall bekannt wird

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hubidocrosi 23.11.2012, 21:02
44.

Letztlich bedrängen doch die Kostenträger nach dem SGB 115b alle Leistungserbringer, die Operationen ambulant zu erbringen, wobei die Erlöse nicht wirklich kostendeckend sind. Die Krankenhäuser können das mit ihren sonstigen Erlösen noch kompensieren und haben ihre bewährte Infrastruktur mit Aufwachraum und Anästhesiepflegepersonal, aber die ambulant tätigen Narkoseärzte müssen das Fachpersonal auch bezahlen können. Und so ist es eine Frage der Zeit, bis der nächste Zwischenfall bekannt wird

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wespe89 23.11.2012, 22:07
45. ach so .

Schon einmal ist einmal zu viel .

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Kid 23.11.2012, 22:39
46. Ohje

Man könnte mal bedenken woher das ganze rühre ...ich nenne dann nur das Krankenkassen Diktat, das ist wohl der Grund warum alles billig und schlecht abläuft da es sonst nicht mehr rentabel bzw praktikabel ist. Ausgenommen sind hier privat ärztliche Leistungen. Man kann den Ärzten Profitgier vorwerfen. Ob das die Wahrheit ist stell ich dahin. Komisch dass es in Kliniken auch nicht anders zugeht wo Assistenzärzte nicht an ihren Leistungen bezahlt werden sondern nach Gehalt nach einem festen Tarif. Das hauptProblem liegt wohl Krankenkassen ärztlichen Vorgaben. Kein Wunder, dass in deutschen Praxen und Kliniken Deutsche Ärzte schon fast Mangelware sind.

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micki 23.11.2012, 23:09
47. Micki

Ist doch in Deutschland nicht nur im ambulanten praxisbereich so in den Kliniken herrschen zum Teil katastrophale Verhältnisse. Im Vergleich zur Schweiz zB: ein Drittel weniger Personal, in Regionalanästhesie schlecht ausgebildete Anästhesisten, ein sehr durch hierarchische Strukturen geprägtes System da sind Fehler vorprogrammiert, neue muskelrelaxantien zu teuer fehlen in Deutschland im klinikalltag . Das uralte succinylcholin oftmals stadardmedikament in der BRD. Tja wenn die Milliarden dazu benutzt werden Europa zu retten bleibt halt für die eigene Bevölkerung nichts übrig.

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docmeteor 23.11.2012, 23:55
48. Todesfälle sind Folge von Entscheidungen der Politik und Krankenkassen

Gesundheitsreformen und Sparwut/-zwänge der Krankenkassen führen zu einer Billigmedizin, weil die Versicherten keine höheren Beiträge zahlen wollen. Qualitätsmängel sind die Folge. Wer sein Leben in die Hand eines Anästhesisten und/oder Operateurs gibt, hat Anspruch darauf, dass dieser Rahmenbedingungen finanzieren kann, die den Qualitätsstandarts entsprechen.
Kein Kind darf in Vollnarkose in einer (Zahnarzt)Praxis behandelt werden, wenn dort nicht alle personellen und räumlichen, vor allem aber fachlichen Voraussetzungen vorliegen. Zahnärzte sind keine kompetenten Ärzte, somit keine ausreichende Assistenz für einen Anästhesisten, Zahnarzthelferinnen keine Anästhesiefachschwestern.
Habe selbst 15 Jahre ambulant in Kooperation mit einem Anästhesisten operiert, dafür eine voll ausgestattete Praxisklinik eingerichtet, diese aus anderen Leistungen querfinanzieren müssen, jahrelang erfolglos mit der Politik, den Krankenkassen und verantwortungslosen Abzockern in den eigenen Reihen für Qualität gekämpft. Was heute oftmals geschieht ist kriminell, aber da die Interessen der Verantwortlichen übereinstimmen, werden die Komplikationen vertuscht und von der Justiz, der Politik, den Krankenkassen und (Zahn- !!!)ärztevertretern schöngeredet.. Es ist ein Skandal, was Tag für Tag passiert. Ich habe die Konsequenz gezogen und meine Zulassung zurückgegeben und meine Praxisklinik geschlossen, da ich nicht täglich mit meinem Gewissen im Konflikt sein wollte.
Meinen Anästhesisten danke ich für ihr Verantwortungsbewußtsein und dafür, dass sie viele Leistungen zum Wohle der Patienten unbezahlt erbracht haben.
Mein besonderer Respekt und meine Bewunderung gilt allen Kollegen, die aus innerer Verantwortung tag für tag alle Standarts erfüllen und für das Wohl und die Sicherheit der anvertrauten Patienten sorgen. Die Patienten sollten sehr kritisch hinterfragen, wem sie sich anvertrauen und was mit den aktuellen Millioneneinsparungen der Krankenkassen geschieht.
.

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docmeteor 23.11.2012, 23:58
49. Todesfälle sind Folge von Entscheidungen der Politik und Krankenkassen

Gesundheitsreformen und Sparwut/-zwänge der Krankenkassen führen zu einer Billigmedizin, weil die Versicherten keine höheren Beiträge zahlen wollen. Qualitätsmängel sind die Folge. Wer sein Leben in die Hand eines Anästhesisten und/oder Operateurs gibt, hat Anspruch darauf, dass dieser Rahmenbedingungen finanzieren kann, die den Qualitätsstandarts entsprechen.
Kein Kind darf in Vollnarkose in einer (Zahnarzt)Praxis behandelt werden, wenn dort nicht alle personellen und räumlichen, vor allem aber fachlichen Voraussetzungen vorliegen. Zahnärzte sind keine kompetenten Ärzte, somit keine ausreichende Assistenz für einen Anästhesisten, Zahnarzthelferinnen keine Anästhesiefachschwestern.
Habe selbst 15 Jahre ambulant in Kooperation mit einem Anästhesisten operiert, dafür eine voll ausgestattete Praxisklinik eingerichtet, diese aus anderen Leistungen querfinanzieren müssen, jahrelang erfolglos mit der Politik, den Krankenkassen und verantwortungslosen Abzockern in den eigenen Reihen für Qualität gekämpft. Was heute oftmals geschieht ist kriminell, aber da die Interessen der Verantwortlichen übereinstimmen, werden die Komplikationen vertuscht und von der Justiz, der Politik, den Krankenkassen und (Zahn- !!!)ärztevertretern schöngeredet.. Es ist ein Skandal, was Tag für Tag passiert. Ich habe die Konsequenz gezogen und meine Zulassung zurückgegeben und meine Praxisklinik geschlossen, da ich nicht täglich mit meinem Gewissen im Konflikt sein wollte.
Meinen Anästhesisten danke ich für ihr Verantwortungsbewußtsein und dafür, dass sie viele Leistungen zum Wohle der Patienten unbezahlt erbracht haben.
Mein besonderer Respekt und meine Bewunderung gilt allen Kollegen, die aus innerer Verantwortung tag für tag alle Standarts erfüllen und für das Wohl und die Sicherheit der anvertrauten Patienten sorgen. Die Patienten sollten sehr kritisch hinterfragen, wem sie sich anvertrauen und was mit den aktuellen Millioneneinsparungen der Krankenkassen geschieht.
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