Forum: Wissenschaft
Narkose bei ambulanter OP: Lebensgefahr in der Arztpraxis
Corbis

Ob Zahn-OP, Gelenkspülung oder Polypen-Entfernung: Immer mehr Eingriffe werden in Arztpraxen durchgeführt. Die Qualität der ambulanten Narkosen wird nicht kontrolliert. Eine tödliche Gefahr, warnen Experten.

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smerfs 24.11.2012, 00:12
50. !

Zitat von n.flanders
sie wollen eine Top Versorgung, aber nichts dafür tun/bezahlen?! ich würde mir sofort einen high End OP Saal mit entsprechender Personalausstattung bauen, wenn ich denn mit den ambulanten OPs auch genug Geld verdienen würde um nur die laufenden Kosten zu decken! Eine gute Recherche hätte auch diese Seite mal abgeklopft. Fehlt aber leider völlig. Schade.

wenn ein versicherter mit arbeitgeberanteil ca 450€ kassenbeitrag und ein privatversicherter ca 800€ monatlich bezahlt dann kann er doch eine vernüftige behandlung verlangen. wenn bei den ärzten nichts ankommt ist das doch deren problem denn sie nehmen doch über die kv einfluss auf die verteilung der gelder!

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robertusk 24.11.2012, 00:34
51. einem Fünfjährigen unter Narkose einen Zahn überkronen....

....was ist denn da vorher schon alles schief gelaufen?

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sorry ich bin bloß arzt 24.11.2012, 12:01
52.

Zitat von sysop
Ob eine ambulante Narkose in einer Praxis gefährlicher ist als eine stationäre im Krankenhaus, ist bislang nicht bekannt. Sicher ist, dass die Zahlen deutlich steigen: Wurden vor zehn Jahren noch 5,3 Millionen ambulante Operationen durch niedergelassene Ärzte abgerechnet, waren es 2010 schon mehr als 8,2 Millionen.[/url]
Sehr geehrte Frau Wolf,
Ihr tendenziöser Artikel ist mit hoher Wahrscheinlichkeit aus keiner Laune heraus entstanden. Um so schlimmer, dass Sie sich nicht eingehend mit dem Thema befasst haben. Oben aufgeführtes Zitat hätte dazu führen müssen, dass Sie sich dem Thema auch emotionsfrei hätten widmen können.

Natürlich, jeder Narkosezwischenfall ist einer zuviel. Der unbedarfte Leser, schließlich Laie in medizinischen Fragen, kommt zum Schluß, dass ambulante Narkosen lebensgefährlich seien, die in Krankenhäusern hingegen ohne Probleme verlaufen.

Und genau dieser Schluß ist verantwortungslos. Ihrer Aufklärungspflicht sind Sie nicht nachgekommen.

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hanns-dieter-schlierf 24.11.2012, 14:32
53. Was ist die Konsequenz?

Wenn kein zusätzliches Geld in die ambulante Medizin fließen soll, kommt nur in Frage, mehr Operationen in die Kliniken zu verlegen. Dort ist es aber noch teurer und nicht sicherer. Was folgt daraus? Der Artikel zeigt keine Lösung auf, schürt Stimmung gegen Ärzte und soll wohl helfen, Konzernmedizin schmackhaft zu machen. Verantwortungsvoller Journalismus sieht anders aus.

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albert schulz 24.11.2012, 14:56
54. Anästhesisten wollen auch leben

Zitat von sorry ich bin bloß arzt
Und genau dieser Schluß ist verantwortungslos. Ihrer Aufklärungspflicht sind Sie nicht nachgekommen.
Mein Mitgefühl sprengt alle Grenzen. So ein wundervoll schleimiger und überspitzter Artikel kann nur von SPON kommen. Vollnarkose gibt es bei ambulanten Operationen nicht, weil das Opfer danach eine Woche flachliegt, Gehirnschädigungen nicht ausgeschlossen, und auch in Krankenhäusern ganz ohne Aufsicht, weil man hauptsächlich pennt. Die Kosten der Narkose können leicht 40 bis 50% der ganzen Operation betragen, vor allem kostet die Liegezeit, in die die Kliniken ihren Aufwand reinrechnen. Zwei Tage kosten häufig mehr als die Operation selbst.

Ambulante Operationen kosten einen kleinen Bruchteil. Und es gibt ganz präzise Vorschriften über die Arten der Narkose. Und die meisten Operationen sind mit lokaler Betäubung absolut unproblematisch möglich. Dazu gibt es etwas zur Beruhigung, was belämmernd wirkt. Nur deswegen liegt man da noch zwei Stunden rum.

Wenn schon Märchen, solltet Ihr Euch ein bißchen anstrengen.

Es ist allgemein bekannt, daß die Kliniken darben. Das ist aber Absicht. Und allgemein bekannt. Der Patient scheint die ambulanten Methoden zu schätzen, und sogar die kurzen Verweilzeiten in Krankenhäusern. Und wird bei erkennbarer Geldgier sofort mißtrauisch, selbst bei Göttern. Die können sich offensichtlich nicht auf eine Verteilung des Kuchens einigen.

Mal was ganz Einfaches: Entfernung eines Schleimbeutels am Ellenbogen kostet ambulant keine 250 €, in der Klinik mit einer Woche Luxusaufenthalt ohne erkennbaren Sinn 5.000 €. Das riecht nach einem richtig guten Geschäft. Und offensichtlich sehen sich manche zur Mitarbeit genötigt. Denen muß es sauschlecht gehen.

Die Zauberhaften Kunststücke haben da ein Ende, wo sie nicht mehr bezahlbar sind. Irgendwann wird nach Sinn und Nutzen gefragt. Letztlich bedeutet es, daß sich die Anzahl der Ärzte reduzieren muß, wenn sie mehr haben wollen. Der Prozeß läuft seit einiger Zeit, eine Art rücksichtsloses Hauen und Stechen.

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kwh2 24.11.2012, 16:46
55.

Zitat von n.flanders
sie wollen eine Top Versorgung, aber nichts dafür tun/bezahlen?! ich würde mir sofort einen high End OP Saal mit entsprechender Personalausstattung bauen, wenn ich denn mit den ambulanten OPs auch genug Geld verdienen würde um nur die laufenden Kosten zu decken! Eine gute Recherche hätte auch diese Seite mal abgeklopft. Fehlt aber leider völlig. Schade.
Wenn es denn wirklich so sein sollte, nun gut. (Was ich nicht glaube, ich vermute eher Profitmaximierung auf Teufel komm raus.) Aber dann dürfen Eingriffe, die den geltenden Standards zufolge die nicht vorhandene Infrastruktur bräuchten, halt nicht durchgeführt werden. Punkt.
Doch genau das wird ja immer wieder getan, mit den bekannten Ergebnissen.

Wäre ich Richter und bekäme einen dadurch bedingten Todesfall auf den Tisch, gäbe es definitiv keine pro-Forma-Verurteilung mit 2 Jahre auf Bewährung, sondern mindestens 2 Jahre und 1 Monat und somit keine Bewährung, sondern Freiheitsstrafe. Plus Berufsverbot, nach Möglichkeit dauerhaft, hilfsweise so lange wie eben möglich.
Wer vorsätzlich gegen geltende Standards verstößt und dadurch seine Patienten gefährdet, gehört aus dem Verkehr gezogen. Unverzüglich und dauerhaft.

Und sollte bei mir einmal eine narkosepflichtige ambulante OP nötig werden, dann definitiv nur in einer Klinik meines Vertrauens (und das sind nur sehr wenige - allen voran die, in der ein befreundeter Anästhesist arbeitet, der sich diese Klinik sehr bewußt ausgesucht hat, auch wenn ich dafür fast 40 km fahren muß). Meine Gesundheit und erst recht mein Leben sind mir zu wichtig, als daß ich da Experimente mit möglicherweise fragwürdiger Infrastruktur eingehe.

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lebensgefährlich 24.11.2012, 19:08
56. mein Senf dazu

Ich bin Anästhesist außerhalb Europas, habe aber einige Jahre an einer großen Uniklinik in Deutschland als Facharzt gearbeitet.

In meiner jetztigen Position bilde ich Assistenten aus und führe eigene Narkosen für kleine als auch ganz große OPs für alle Altersgruppen durch - an einer Uniklinik und einem kleinen Haus.
Wir trainieren unsere Auszubildenen das so zu machen, daß es auch in einem privaten OP sicher abliefe, wo nicht wenige nach Abschluß ihrer Ausbildung (teilweise) arbeiten werden.

Am besten (sicher, einfach) sind wahrscheinlich Regionalanästhesien, wenn möglich für das OP Gebiet. Ich würde eine solche für mich selbst immer bevorzugen. Auch in Kombination mit anderen Narkoseformen, da dann auch nach der OP für einige Zeit oft weniger Schmerzmittel benötigt werden.

Kleine Kinder machen da allerdings nicht mit, so daß es immer (?) eine Vollnarkose gibt.

Man kann Vollnarkosen mit guter Ausbildung und Verständnis der Pharmakokinetik und entspechender Auswahl der Medikamente so hinbekommen, daß der Patient innerhalb weniger Minuten nach der OP sehr wach ist und im Aufwachraum dann nur relativ kurz überwacht werden muß.
Am besten funktioniert das bei Narkosen unter - sagen wir mal - 3 Stunden, aber prinzipiell ist das auch bei langen Eingrifen mit einigen Abstrichen möglich.

Insbesondere Kindernarkosen sind seit der Einführung des ipads und andere Tablets einfacher: wir geben den Kleinen so gut wie nie Midazolam (Dormicum) Prämedikation, da sie förmlich vor dem Bildschirm kleben, ihre Eltern vergessen und bei einer Maskeneinleitung alles mit sich machen lassen.
Durch den Verzicht auf Midazolam etc. ist die Aufwachphase erheblich schneller und sicherer.

Obiges ist eine Auswahl der Dinge, die man - neben der Auswahl der Patienten, die man in einem solchen Umfeld sicher anästhesieren kann - tun kann, um das im Artikel genannte Problem der Aufwachphase zu verbessern.

Die Rahmenbedingungen, die hier im Forum von anderen oft angesprochen werden, scheinen leider widerwärtig zu sein und alles zum Scheitern zu verurteilen.

Ohne gute Bezahlung der Leistungen kann man halt nicht ein sicheres Umfeld schaffen ohne sich dabei zu zerreißen.
Punkt.

Wer Peanuts zahlt bekommt Monkeys, die die Arbeit machen.

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I_like_Campact 28.11.2012, 14:39
57. Qualität

Zitat von sysop
Ob Zahn-OP, Gelenkspülung oder Polypen-Entfernung: Immer mehr Eingriffe werden in Arztpraxen durchgeführt. Die Qualität der ambulanten Narkosen wird nicht kontrolliert. Eine tödliche Gefahr, warnen Experten.
Ich bin selbst Anaesthesist, arbeite ambulant, erfülle alle in dem obigen Artikel geforderten Auflagen und Qualitätsstandards und habe seit meiner Niederlassung 1996 keinen ernsthaften Anaesthesiezwischenfall gehabt. Deshalb fühle ich mich legitimiert, auf Ihren Artikel wie folgt zu antworten: Ohne Moos nix los, wo von Bundesgesundheitsministerium, Kranken Kassen und KdÖR´s wie Bundes- und Länder-Kassenärztlichen Vereinigungen die niedergelassene Medizin so wie gegenwärtig an die Wand gefahren und ausgeblutet wird, darf niemand Qualität erwarten und sich über die sich abzeichnenden Folgen beschweren. Pharisäertum. Heuchler. Finanziert das Gesundheitswesen ordentlich, dann könnt Ihr auch Porsche fahren anstatt Fiat Panda. Herzliche Grüße aus Niedersachsen, ein seinen Beruf nach wie vor mit Leidenschaft ausübender Anaesthesist.

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qms-medizintechnik 03.05.2013, 08:56
58. Das passende Know-how!?

Wir führen das passende Know-how für die Anästhesisten, vom Narkosegerät, Vapor, Überwachungsmonitor, Defi, Spritzenpumpe bis zum zum kompletten Service wie: Stk-und Mtk Prüfungen, Reparaturen, Inspektion und Wartungen.
Zuverlässige Sicherheit für den Patienten kann nur gewährleistet werden durch die Kombination aus gut ausgebildeten und kompetenten Ärzten und Pflegern, sowie sicherer Überwachungstechnik, die an jedem Anästhesiearbeitsplatz vorhanden sein sollte! Der Mensch sollte immer im Vordergrung stehen.

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qms-medizintechnik 03.05.2013, 08:58
59. Das passende Know-how!?

Wir führen das passende Know-how für die Anästhesisten, vom Narkosegerät, Vapor, Überwachungsmonitor, Defi, Spritzenpumpe bis zum zum kompletten Service wie: Stk-und Mtk Prüfungen, Reparaturen, Inspektion und Wartungen.
Zuverlässige Sicherheit für den Patienten kann nur gewährleistet werden durch die Kombination aus gut ausgebildeten und kompetenten Ärzten und Pflegern, sowie sicherer Überwachungstechnik, die an jedem Anästhesiearbeitsplatz vorhanden sein sollte! Der Mensch sollte immer im Vordergrung stehen.

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