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Naturschutz: Liebe Leserin, lieber Leser,
Rachel Boßmeyer/ DPA

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siryanow 27.04.2019, 10:38
1. Wohl oder Profit

Es ist Illusion zu glauben dass Industrien sich um das Wohl und Gesundheit von Mensch und Natur kuemmern , wenn sie stattdessen Profit machen koennen . Wir sind das Volk. Und wir haben Macht das zu aendern .

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deufin 27.04.2019, 10:38
2. Und es wird wieder nicht geschehen...

Menschen, die sich mit dem Thema auch nur für ein paar Stunden beschäftigen versuchen seit Jahrzehnten auf die Folgen der Pestizide und Düngemittel aufmerksam zu machen.
Man bekommt dann alle 10 Jahre mal etwas in den Medien zu dem Thema zu hören, aber in den Regularien findet sich nie etwas.

Der Grund dafür ist auch recht einfach zu erklären. Ohne den massiven Einsatz von Pestiziden und vor allem Düngemitteln könnten wir die Bevölkerung nicht ernähren.
Wenn wir darauf verzichten würden, dann hätten wir 30-50% weniger Erträge auf unseren Ackerflächen, da man die Äcker dann nämlich immer für ein Jahr brach liegen lassen müsste, bevor man sie wieder bestellen kann. Vor allem wären die großen Monokulturen nicht mehr machbar.

Der Zug ist wie beim Klima längst nicht mehr aufzuhalten.

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Koana 27.04.2019, 10:46
3. Sterblichkeit.....

... die Lebenserwartung der Menschen steigt, da man Chemie mit Chemie therapiert. Therapie bringt Rendite, ein kranker Mensch bringt dem BIP einen schönen Anteil, ein gesunder, bescheidener, womöglich auch noch konsumresistenter Mensch ist fast schon ein Verbrecher, ein Unmensch der dem System keinen Profit abwirft, ja, der wahre Schmarotzer, da er sich nicht einreiht in die Phalanx der Untertanen, einer den man am Besten vor das Peloton stellt und es ordentlich knallen lässt.
Was ist nun ein sozialer Artgenosse, einer der beim destruktiven Spiel des grenzenlosen Reichtums für wenige, der auf dem Elend der Biosphäre gründet (ich behaupte mindestens 80% der Menschen leben wesentlich elender, als dies möglich wäre, würde man ein anderes Spiel spielen - die Menschen sind schlicht ein Teil dieser Sphäre) demütig und womöglich noch sehr, sehr fleißig folgt, oder einer der sich verweigert und notgedrungen ein karges und einsames Dasein fristet, dem aber eine Biene auf der Blüte, das Zwitschern der Vögel, die Geräusche des Winds in den Blättern der Baumkronen mehr Freude bringen, als jene Freuden, die der Konsum und die berechnende Geselligkeit der Artgenossen sie brächten?

Die Menschen werden sich an den Rand kämpfen, ob sie über den Abgrund stürzen als Spezies, eine offene Frage.
Jenen die täglich im Krieg, bei Unfällen, an Krankheit und an Armut krepieren, dürfte das wohl einerlei sein, sie haben dieses Spiel schon verloren.
Ich bin sicher mancher Leser hier hat schon Angehörige auf dies Art verloren, dennoch findet er wohl dieses System als das Bestmögliche, er hat es so gelernt.

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Beat Adler 27.04.2019, 10:59
4. Erste Warnungen der Imker sind genau 20 Jahre her.

Neonikotinoide: 1999 alarmierten Imker in Frankreich die Behoerden: Sie zeigten mit ihren Fingern auf Gaucho, Wirkstoff Imidacloprid, Hersteller Bayer, das damals zur Saatbeizung von Sonnenblumenkernen zugelassen war und erzaehlten den Fachleuten, dass sich ihre Bienen nicht mehr normal verhalten.

Wenn ein Bauer erklaert, dass seine Kuh Mareili heute schlechte Laune hat, glaubt ihm die Fachwelt sofort. Bei Imkern, die behaupten, dass ihre Bienen herum spinnen, sich nicht mehr "normal" verhalten, war das damals LEIDER NICHT so! Haetten die Experten diese Imker fuer glaubwuerdig gehalten, waere der Welt viel Unheil erspart geblieben! Erschwerend kam damals dazu, dass sich die Varoamilbe ausbreitete und die Imker mit alle moeglichen Massnahmen, inklusive Behandlung mit Akariziden innerhalb der Bienenstoecke, arbeiteten, um dieser Plage Herr zu werden.

Heute wissen wir, wissenschaftlich hieb -und stichfest bewiesen, dass geringste Mengen von Neonikotinoidrueckstaenden genuegen, um die Gehirne von Insekten, allen Insekten, zu beeinflussen. Bisher gibt es keine Beweise dafuer, dass neuartige Neonikonioid Wirkstoffe KEINEN Einfluss auf Insektengehirne haben.

1999 war ein einfach nachzuweisen das die geringen Rueckstaende des Imidacloprid in den Pollen der Sonnenblumen, Monate nach der Saatbeizung, KEINE Bienentoxizitaet aufweisen. Von Verhaltensstoerung war damals noch nicht die Rede! Folgene wissenschaftliche Versuche in dieser Richtung ergaben keine Resultate, weder negative noch positiv, sie ware nicht auswertbar, nie statistisch signifikant.

Neonikatinoide waren bei ihrer Markteinfuehren regelrechte Wundermittel gegen Insekten. Sie wurden schnell Rund um den Globus zum neuen Standard in der Insektenbekaempfung. Ob sie Mit-Schuld sind am globalen Rueckgang der Insektenpopulationen, in Kombination mit der Umweltveraenderung durch die Globale Erwaermung, ist wiederum sehr schwer wissenschaftlich hieb –und stichfest zu beweisen.
mfG Beat

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Beat Adler 27.04.2019, 11:09
5. Aenderungen der letzten 25 Jahre in Sachen Bewilligung von Agrarchemik

Zitat von deufin
Menschen, die sich mit dem Thema auch nur für ein paar Stunden beschäftigen versuchen seit Jahrzehnten auf die Folgen der Pestizide und Düngemittel aufmerksam zu machen. Man bekommt dann alle 10 Jahre mal etwas in den Medien zu dem Thema zu hören, aber in den Regularien findet sich nie etwas. Der Grund dafür ist auch recht einfach zu erklären. Ohne den massiven Einsatz von Pestiziden und vor allem Düngemitteln könnten wir die Bevölkerung nicht ernähren. Wenn wir darauf verzichten würden, dann hätten wir 30-50% weniger Erträge auf unseren Ackerflächen, da man die Äcker dann nämlich immer für ein Jahr brach liegen lassen müsste, bevor man sie wieder bestellen kann. Vor allem wären die großen Monokulturen nicht mehr machbar. Der Zug ist wie beim Klima längst nicht mehr aufzuhalten.
Aenderungen der letzten 25 Jahre in Sachen Bewilligung von Agrarchemikalien:

Wer heute ein neues, bisher chemisch unbekanntes, kuenstliches Chemikalium z.B. als Insektizid registrieren will, dafuer die Verkaufsbewilligungen in den beiden groessten Maerketen, der USA und der EU erhalten will, investiert das 3 bis 4-fache im Vergleich zu einem neuen Medikament zur Behandlung von Krankheiten beim Menschen.

Die Vorschriften wurden, zu Recht(!), extrem hochgeschraubt, um ueber das neue Produkt alles zu wissen, bevor es Bauern auf ihre Felder ausbringen. Die Folge davon ist, dass es heute kaum noch Firmen gibt, die es schaffen Neues auf diesem Markt anzubieten.

Aus diesem Grund uebernahm Bayer die Monsanto und Chemchina die Syngenta, die bisherige Nr 1 im Pflanzenschutz. Riesenfirmen versuchen noch Alternativen zum Heutigen zu finden. Da dies immer schwieriger wird, bleit das Heutige erhalten: Bauern arbeiten weiter mit Substanzen, die nicht unbedingt empfehlenswert sind.
mfG Beat

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Beat Adler 27.04.2019, 11:17
6. Mit modernen Analysemethoden wird Alles in Jedem gefunden.

Mit modernen Analysemethoden wird Alles in Jedem gefunden.

Mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit wird in jeder Muttermilch, bei Menschen und allen Saeugetieren, ueberall auf unserer Welt, Rueckstaende von Chemikalien aus der chemischen Familie der Dioxine gefunden.

Die Angabe: Rueckstand gefunden, reicht nicht. Es muss gleichzeitig angefuegt werden, wieviel dieser Rueckstaende ueber der Nachweisgrenze sind und wieviel davon sich unter oder, im schlimmsten Falle, ueber dem erlaubten Grenzwert befindet.

Alles Andere ist unwissenschaftliche Panikmache.
mfG Beat

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HeisseLuft 27.04.2019, 11:42
7. Schon, nur...

Zitat von Beat Adler
Mit modernen Analysemethoden wird Alles in Jedem gefunden. Mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit wird in jeder Muttermilch, bei Menschen und allen Saeugetieren, ueberall auf unserer Welt, Rueckstaende von Chemikalien aus der chemischen Familie der Dioxine gefunden. Die Angabe: Rueckstand gefunden, reicht nicht. Es muss gleichzeitig angefuegt werden, wieviel dieser Rueckstaende ueber der Nachweisgrenze sind und wieviel davon sich unter oder, im schlimmsten Falle, ueber dem erlaubten Grenzwert befindet. Alles Andere ist unwissenschaftliche Panikmache. mfG Beat
Schon recht.
Ändert aber nix am Insektensterben.
Und wenn ich lese, dass nicht das tatsächlich verabreichte Stoffgemisch, sondern nur der Wirkstoff getestet wird, dann kommen mir erhebliche Zweifel.
Nich umsonst ist in der Medizin die Einnahme unterschiedlicher Medikamente in verschiedenen Mischungen bedenklich, weit mehr mit unbeabsichtigten Wirkungen behaftet als die eines bestimmten Medikaments.

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Beat Adler 27.04.2019, 12:04
8. Richtig: Die uralte Diskussion der Giftigkeit eines Cocktails!

Zitat von HeisseLuft
Schon recht. Ändert aber nix am Insektensterben. Und wenn ich lese, dass nicht das tatsächlich verabreichte Stoffgemisch, sondern nur der Wirkstoff getestet wird, dann kommen mir erhebliche Zweifel. Nich umsonst ist in der Medizin die Einnahme unterschiedlicher Medikamente in verschiedenen Mischungen bedenklich, weit mehr mit unbeabsichtigten Wirkungen behaftet als die eines bestimmten Medikaments.
Richtig: Die uralte Diskussion der Giftigkeit eines Cocktails!

Die Chemikalien einer Tiefkuehlpizza aus der Mikrowelle, heruntergespuelt zusammen mit den Chemikalien einer gefaerbten Zuckerbrause, reagieren im Koerper und bilden einen Chemie-Cocktail. Niemand weiss wie giftig er ist, weil es keine wissenschaftlichen Studien dazu gibt.

Die Anzahl der Kombinationen eines solchen Cocktails, ob Insektizidrueckstaende im Salat mit den Chemikalien der Mayonnaise der Sauce franzoesischen Typs, oder irgend eine andere Mischung, ist so gross, viel ZU gross, dass ein Testen zu Nichts fuehrt.

Also halten wir uns an die Tatsache, dass vor den 40iger Jahren des 20. Jhd. Lebensmittelvergiftungen durch natuerliche Rueckstaende, der Mykotoxine, das Leben Vieler verkuerzte und heute Dank den Kontrollen der Gesundheitsaemter nicht mehr vorkommen. Ergebnis: Steigendes Lebensalter weltweit, ausser in den USA, dort sinkt es, wegen der Drogenepidemie und den Selbstmorden.
mfG Beat

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L_P 27.04.2019, 12:20
9. Bislang unzulässige Extrapolation

Zitat von HeisseLuft
Schon recht. Ändert aber nix am Insektensterben.
Die Evidenz für das Insektensterben basiert auf wenigen Studien. Die Schlüsselstudie basiert auf Messungen an nur zwei Standorten in einem Naturschutzgebiet, bei der die Daten auch noch durch ein Modell verändert wurden, bevor Schlüsse gezogen wurden. Das ist bestenfalls schwache Evidenz für einen lokalen Rückgang in einem Naturschutzgebiet. Von einem generellen Insektensterben zu kommunizieren, ist eine Verallgemeinerung, die die Daten nicht hergeben und damit logisch unzulässig. Einen Rückgang bei Schädlingen, die in jedem EU Land laut EC128/2009 gezählt werden, sieht man leider nicht.

Der Zirkus vom Insektensterben soll den Grünen Wähler/innen zutreiben. Bedrohlich ist das nicht. Vermutlich in der Generalität der Behauptungen nicht einmal wahr.

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