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Rachel Boßmeyer/ DPA

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Beat Adler 27.04.2019, 14:38
20.

Zitat von rambazambah
was wirklich gespritzt wird? Im grenznahen Elsass bekam und bekommt man Immer noch Zeugs, dass schon lange verboten ist. Wer kontrolliert denn die vielen (Nebenerwerbs) Landwirte? In dem Dorf, wo ich aufgewachsen bin, sind an manchen Tagen hunderte Insekten zuckend verendet. Im Elsass selbst bekommt man zwischen manchen Feldern Hustenanfälle. Ich will gar nicht wissen, was in so manchem alten Schuppen noch an Chemie lagert und weiterhin fröhlich eingesetzt wird.
Im Elsass ist NICHTS erlaubt, was in Baden Wuertenberg verboten ist. Das ist lange vorbei. In Frankreich ist Glyphosat fuer Klein -und Hobbygaertner veboten in Deutschland NICHT! Vieleicht kaufen die elsaessischen Bauern ihr Zeugs ja auf der anderen Seite der Grenze;-)

Wenn Bauern Spritzmittel laenger wie die erlaubte Ablaufzeit, die auf der Etikette steht, aufbewahren, um sie verbotenerweise zu verspritzen, dann muessen Sie, derjenige, der das feststellt, das zur Anzeige bringen.
mfG Beat

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taglöhner 27.04.2019, 14:49
21.

Zitat von Beat Adler
Wissenschaftlicher Faktencheck bei Bienen, Insektensterben ist schwierig. Wer rasierte schon einmal ein Bienchen, um ihm ein Nummernschildchen anzukleben? Aendert sich das Verhalten dieses Bienchens wegen des angeklebten Nummernschildes oder wegen der bestimmten Dosierung von Neonikotinoiden im Futter? Hat der Leim, der das Schildchen an der Biene befestigt, etwa Loesungsmittel, welche den Chitinpanzer der Biene durchdringen und sie beeinflussen? Lassen sich Bienchen mit Farbtupfern verschiedener Farben markieren? Wenn ja, wie? Haben die Chemikalien in den Farben einen Einflus auf die Bienen? Und noch viele Fragen mehr. Alle Testbienen muessen aus dem gleichen Stock stammen, mit unterschiedlicher Dosis gefuettert werden, eine Kontrollgruppe ohne Wirkstoffe im Futter, deswegen auch unterschiedlich markiert werden, um sie nach Rueckkehr in den Stock zu beobachten, um eventuelle Verhaltensaenderungen zu erfassen. Haetten die Forscher den franzoesischen Imkern 1999 zugehoert und vertraut, waeren wir heute nicht in dieser schwierigen Situation, NICHT genau zu wissen, es wissenschaftlich nicht genau erfassen zu koennen, was eigentlich los ist, warum die Bienchen sich anders verhalten, andere Insektenpopulationen sich reduzieren, oder auch nicht. Mit einem sofortigen Stopp aller neonikotinoidhaltigen Insektizide im Jahre 2000 haette Vieles, hoechstwahrscheinlich Negatives, das wir heute beobachten, vermieden werden koennen. Aber, wer nimmt den Bauern die wirksamste Stoffgruppe von Insektiziden, eigentliche Wundermittel, weg? Hier mitten in Afrika, einer Gegend wo kein Bauer das Geld hat, Insektizide zu verspruehen, war es vor 10 Jahren nicht moeglich ein Licht hinter einem offenen Fenster bei Nacht brennen zu lassen, ohne den Raum mit Insekten zu fuellen. Heute werden kaum Insekten angezogen. Das ist eine UNwissenschaftliche Aussage! Nur eine statistisch NICHT signifikante Einzel-Beobachtung. Sie fuehrt trotzdem zu einem Kloss in meinem Hals. mfG Beat
Das schätzen Sie vielleicht schwieriger ein, als es ist . Markiert wird mit farbigen Lackpünktschen auf dem Pronotum, seltener mit farbig fluoreszierenden Nanopartikeln.

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taglöhner 27.04.2019, 14:50
22.

Zitat von rambazambah
was wirklich gespritzt wird? Im grenznahen Elsass bekam und bekommt man Immer noch Zeugs, dass schon lange verboten ist. Wer kontrolliert denn die vielen (Nebenerwerbs) Landwirte? In dem Dorf, wo ich aufgewachsen bin, sind an manchen Tagen hunderte Insekten zuckend verendet. Im Elsass selbst bekommt man zwischen manchen Feldern Hustenanfälle. Ich will gar nicht wissen, was in so manchem alten Schuppen noch an Chemie lagert und weiterhin fröhlich eingesetzt wird.
Das ist schon lange vorbeil. EU-Zertifizierung.

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L_P 27.04.2019, 14:56
23. Alles hat Grenzen

Zitat von rambazambah
was wirklich gespritzt wird? Im grenznahen Elsass bekam und bekommt man Immer noch Zeugs, dass schon lange verboten ist. Wer kontrolliert denn die vielen (Nebenerwerbs) Landwirte? In dem Dorf, wo ich aufgewachsen bin, sind an manchen Tagen hunderte Insekten zuckend verendet. Im Elsass selbst bekommt man zwischen manchen Feldern Hustenanfälle. Ich will gar nicht wissen, was in so manchem alten Schuppen noch an Chemie lagert und weiterhin fröhlich eingesetzt wird.
Bei uns landen die sogenannten Schlagkarteien, in denen gelistet ist, wer, was, wann, wo, wie in welcher Menge und warum (Indikationszulassung) gespritzt hat, bei der Landwirtschaftskammer. In deutschen Bundesländern mag das eine andere Institution sein. Aber da die BRD in der EU ist, muß sie auch die Vorschriften umsetzen. Haupt- und Nebenerwerb ist dabei meines Wissens egal.

Nach einer wirksamen Insektizidspritzung sollten in der Tat hunderte Schädlinge zuckend verrecken. Tun sie es nicht, fressen sie, was wir fressen wollen.

Verbotene Mittel über zugelassene Händler zu bekommen, ist nur möglich, wenn der zugelassene Händler kriminell ist. Ansonsten über online Händler eventuell aus China. Die Gefahr dabei erwischt zu werden ist für eine Familie, die von ihrem Betrieb leben muß, i.d.R. zu groß. Pflanzenschutzmittel verlieren durch den Zerfall der Additive relativ schnell ihre Mischbarkeit mit Wasser. Darum ist es in vielen Fällen nicht möglich, ein altes Mittel auszubringen, ohne das die Spritze verstopft. Das Gerücht aus dem Elsass ist mir aber auch schon zu Ohren gekommen. Woher die dortigen Quellen angeblich alte Mittel in neuer Qualität beziehen, ist mir aber nie klar geworden. Für die ehemaligen Hersteller ist der Markt nach einem Verbot ja deutlich unattraktiver geworden.

Nach dem Brexit werden sich dort sicher viele Firmen einrichten, denen die Regeln der EU zu illiberal sind und UK könnte dann zur Quelle illegaler Mittel aller Art werden.

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Beat Adler 27.04.2019, 15:18
24.

Zitat von taglöhner
Das schätzen Sie vielleicht schwieriger ein, als es ist . Markiert wird mit farbigen Lackpünktschen auf dem Pronotum, seltener mit farbig fluoreszierenden Nanopartikeln.
Wir versuchen hier statistische Signifikanz bei der Auswertung der Feldversuche zu erreichen. Die Herausforderung ist gewaltig. Was wir bisher wissen, mit Sicherheit, ist, dass verschwindendst kleinste Mengen an Neonikotinoiden ausreichen, um Insektengehirne ALLER Insekten zu beinflussen, damit vermutlich zu schaedigen, weit unterhalb der toedlichen Dosis.

Untersuchungen zum Thema Rueckgang der Insektenpopulationen insgesamt in bestimmten Regionen, Gelaendekammer, wird durch das Fehlen von praezisen, frueheren Untersuchungen, die zum Vergleich herangezogen werden muessen, erschwert.

Wenn wir das erst in 25 Jahren mit korrekter wissenschaftlicher Versuchanordnung wissen, die Populationen von heute mit denen von morgen mathematisch korrekt, unter Ausschluss anderer Faktoren, vergleichen und einen Rueckgang feststellen, kommen wir 25 Jahre zu spaet.

Was ist zu tun? Vorbeugen ist besser als heilen, gilt hier als Grundsatz: Alle Neonikotinoide fuer alle Anwendungen vom Markt nehmen. Das sollte helfen, da sich diese Substanzen relativ rasch unter natuerlichen Umstaenden vollstaendig abbauen. Wenn das kein Resultat bei der Insektenpopulation in 10 oder 20 Jahren zeigt, dann waren die Gruende fuer den eventuellen Rueckgang eben Andere.

Das Thema geht nicht weg, weil es uns Menschen voll trifft: Ohne Insekten haben wir, die Menschen, Muehe unser Ueberleben zu sichern! Es geht hier um viel zuviel, um darueber hinwegzusehen, das Thema abzuputzen.
mfG Beat

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phantasierender... 27.04.2019, 15:25
25. die Zeiten in denen die Landwirtschaft

verbotene Mittel rausbringt sind längst vorbei. die Strafen die man dafür bekommt wenn man erwischt wird gefährden Haus und Hof. die Anzahl der unqualifizierten Kommentare hier zeigen ausführlich, wie weit sich die Gesellschaft heute von der Landwirtschaft und einer Imkerei (die ja beide von einer umfangreichen Artenvielfalt profitieren) entfernt hat.

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Kuala Lumpur 64 27.04.2019, 15:32
26. Eisberg

Zitat von rambazambah
was wirklich gespritzt wird? Im grenznahen Elsass bekam und bekommt man Immer noch Zeugs, dass schon lange verboten ist. Wer kontrolliert denn die vielen (Nebenerwerbs) Landwirte? In dem Dorf, wo ich aufgewachsen bin, sind an manchen Tagen hunderte Insekten zuckend verendet. Im Elsass selbst bekommt man zwischen manchen Feldern Hustenanfälle. Ich will gar nicht wissen, was in so manchem alten Schuppen noch an Chemie lagert und weiterhin fröhlich eingesetzt wird.
Ja, das ist so ein Punkt. Bekannte hatten mal in Norwegen in der Pension des Bruders eines Lachszüchters gewohnt. Und als die abends zusammen besoffen waren, hat der Typ erzählt, dass hinsichtlich Medikamenteneinsatz wie Antibiotika und Fischlausgifte praktisch kaum irgendwelche gesetzlichen Regularien als solche beachtet würden. Fast alle Züchter hätten in ihren Schuppen auch massenhaft verbotenes und übergroße Mengen erlaubten Zeugs. Entscheidend sei alleine, dass das Endprodukt nicht durch Kontrollen auffalle.

Und wenn man nun mal überlegt, dass in der EU oder eben auch Norwegen immerhin einige solcher Kontrollen bzw. auch Einfuhrkontrollen stattfinden, dann kann man sich vorstellen, was gerade in den internen Agrarwirtschaften der ärmeren Länder in Asien, Afrika und Südamerika abläuft. Dort gibt es ja meist auch kaum irgendwelche Monitorings der indirekten Folgen.

Wenn sich zum Beispiel in den letzten zwanzig Jahren in Indien die Biomasse der Gliederfüßer um die Hälfte oder sogar noch weitergehend reduziert hätte, würde das nie bekannt werden. Mit nicht geringer Wahrscheinlichkeit sind die in Europa beobachteten Rückgänge der Fluginsekten nur die kleine Spitze eines sehr viel größeren Eisberges.

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jjkoeln 27.04.2019, 15:58
27. Die Landwirtschaftsminister sind doch Teil des Problem

Meist der CDU/CSU entstammend sind sie doch die ersten Lobbyisten der (Groß-)Bauern.
Den armen Bauern ist ja nicht zumutbar, dass sie Umweltbelange ernst nehemn.Und die Agrarchemieunternehmen BASF und Bayer sind ja auch zu schützen.

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Ruhrsteiner 27.04.2019, 16:00
28. an 25./ Dissenzen zwischen Landwirtschaft und Gesellschaft?

Dann lasse ich das Nitratproblem im GW von der Güllle bis zur Hypereutrophierung der Vorfluter besser außen vor, hier geht es schließlich um das besorgniserregende Bienen- und Insektensterben . Vielleicht liegt es ganz einfach an fehlender Kommunikation zwischen Landwirtschaft und Endverbrauchern, den Konsumenten? Und bei dem Anliegen Herrn Radetzkis um die fehlende "analoge" Unterstützungsmöglichkeit?.... Wer nicht miteinander redet, die Dinge nicht offen an-/ausspricht, sollte sich nicht wundern, wenn aneinander vorbei geredet wird. Heimische Landwirtschaft und Imkerei sind ja wohl doch Teil der Gesellschaft...

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geosoul 27.04.2019, 18:13
29. Ging mir ähnlich...

Zitat von Ruhrsteiner
Als Geowissenschaftler, der mit dem technischen Umweltschutz zu tun hat, würde ich Thomas Radetzkis Petition gerne unterstützen. Aber das scheint nur digital über ein Portal des Bundestages möglich zu sein. Ein Nutzerkonto müsste ich auch erst einmal einrichten, eine Diskussionsplattform gibt es wohl auch (Wieso eigentlich? Entweder man unterstützt eine Petition - oder man lässt es sein). Soll ich oder soll ich nicht? Auch auf die Gefahr hin, das meine gleich "mitgehackten Daten" bei einem Hackerangriff auf die Elektronik des Bundestages gleich mit ausgelesen werden könnten?l
Ich wurde ebenfalls etwas abgeschreckt durch die ausführliche Datenerhebung bei der Anmeldung. Kurz gezögert und überlegt, dass man gerade bei Petitionen im Bundestag natürlich auch sicher gehen will, dass alle digitalen Unterschriften möglich echt sind. Also habe ich meine Daten (oh. Telefonnummer) eingegeben und hoffe sehr, dass bis zum 1. Mai die erforderliche Anzahl an Unterschriften zusammen kommt. Vielleicht hilft dieser SpOn-Artikel ja weiter (danke dafür!). Denn auch ich bin hierdurch erst auf die Petition aufmerksam geworden.

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