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Neandertaler-Gene in Menschen einschleusen: Projekt Wiederauferstehung
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Längst ausgestorbene Arten wie das Mammut oder gar den Neandertaler zum Leben erwecken - das wird der Mensch vielleicht bald können. Aber dürfen Forscher Gott spielen, nur weil es möglich ist?

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santoku03 22.12.2017, 10:49
1.

Ein auf diese Weise geklonter "Neandertaler" wäre kein Neandertaler, sondern nur ein komisch aussehender Mensch. Zum Neandertaler wird der Mensch nicht allein aufgrund seiner Gene, sondern in erster Linie durch die Kultur in der er lebt. Was nicht heißen soll, dass nicht auch in unserer Kultur noch so mancher "Neandertaler" herumläuft ;)

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neuss66 22.12.2017, 10:50
2. "Gott spielen" ?

Sie implizieren mit der Frage ob Forscher Gott spielen dürfen, dass es einen Gott gibt und das dieser für die Schöpfung verantwortlich ist. Die Frage ist allerdings überhaupt nicht geklärt und die Annahme das es einen Gott, so wie ihn sich die Menschen vorstellen gibt, darf zudem eher angezweifelt werden. - Es muss als eher unwahrscheinlich angenommen werden, das es so einen Gott gibt.
Und da dies so ist, sollten wir uns wohl eher auf die Frage konzentrieren, ob solche Forschung ethisch vertretbar ist. Ich pewrsönlich habe da zunächst keine ethischen Bedenken. Allerdings kann ich einen herausragenden Sinn auch nicht erkennen.

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rst2010 22.12.2017, 10:51
3. ob wir das dürfen/sollen?

die frage stellt sich nicht, es rentiert sich nicht. wir können niemals die etwicklungsleistung der natur nachvollziehen, die sich millionen von jahren zeit und einen ganzen planeten als labor nehmen kann, ein genom zu entwickeln und zu optimieren. auf die leistung der natur zurückzugreifen ist eindeutig billiger, als endlose versuche mit vielen irrtümern selber zu machen.

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watch15 22.12.2017, 10:52
4. Alles hat seinen Grund ...

... auch das Aussterben der Neandertaler ... und der doch so schlaue Homosapiens ... der sich final selbst vergiften und von dieser schönen Erde wegblasen wird. Anstatt sich um ausgestorbene Spezies zu kümmern sollte die Forschung zur Bekämpfung von Krankheiten (Gendefekten, Krebs usw.) voran getrieben werden.

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andraschek 22.12.2017, 11:01
5. Eine schreckliche Vorstellung!

Ich sehe absolut keinen Sinn darin und überhaupt die Vorstellung einen Menschen zu erschaffen nur um ihn dann zu studieren wiedert mich schon an. Wie bitteschön soll das ganze denn dann finanziert werden, gibt es dann eine Wanderausstellung in den großen Zoos der Welt?

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varlex 22.12.2017, 11:11
6.

Zitat von santoku03
Ein auf diese Weise geklonter "Neandertaler" wäre kein Neandertaler, sondern nur ein komisch aussehender Mensch. Zum Neandertaler wird der Mensch nicht allein aufgrund seiner Gene, sondern in erster Linie durch die Kultur in der er lebt. Was nicht heißen soll, dass nicht auch in unserer Kultur noch so mancher "Neandertaler" herumläuft ;)
Es wäre ein Neandertaler, da er eine völlig andere Art ist.
Kultur ist nicht der ausschlaggebende Faktor bei der Bestimmung von Arten.

Der beste Beispiel ist doch gerade der Mensch, er ist eine Art und hat tausende Kulturen...

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Bueckstueck 22.12.2017, 11:15
7.

Zitat von neuss66
Sie implizieren mit der Frage ob Forscher Gott spielen dürfen, dass es einen Gott gibt und das dieser für die Schöpfung verantwortlich ist. Die Frage ist allerdings überhaupt nicht geklärt und die Annahme das es einen Gott, so wie ihn sich die Menschen vorstellen gibt, darf zudem eher angezweifelt werden. - Es muss als eher unwahrscheinlich angenommen werden, das es so einen Gott gibt. Und da dies so ist, sollten wir uns wohl eher auf die Frage konzentrieren, ob solche Forschung ethisch vertretbar ist. Ich pewrsönlich habe da zunächst keine ethischen Bedenken. Allerdings kann ich einen herausragenden Sinn auch nicht erkennen.
Das ist sinnlose Haarspalterei, es handelt sich um eine Metapher.

Und das du keine Ethik besitzt, erstaunt mich heute nicht.
Hat nichts damit zu tun ob du an Gott glaubst oder nicht. Ich tue es nicht, erkenne aber das grosse ethische Problem wenn Wissenschaftler mit Halbwissen um die DNA von Lebewesen - empfindungsfähige Lebewesen! - anfangen herumzurühren als ob sie Kuchen backen. Und bereit sind es so oft zu wiederholen bis das gewünschte Resultat da ist - was dabei auf ser Strecke bleibt, ist egal. Was es für Konsequenzen hat, ist egal. Hauptsache es wird getan was machbar ist, für Ruhm und Ehre. Das hatten wir in der Menschheitsgeschichte schön öfters, mit furchtbaren Folgen.

Hier gibt es einen ganzen Wust an Fragen ethischer und wissenschaftlicher Natur die geklärt werden müssen bevor man überhaupt daran denkt sowas zu tun.

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baltasar_sender 22.12.2017, 11:15
8. Das eine...

Zitat von watch15
... auch das Aussterben der Neandertaler ... und der doch so schlaue Homosapiens ... der sich final selbst vergiften und von dieser schönen Erde wegblasen wird. Anstatt sich um ausgestorbene Spezies zu kümmern sollte die Forschung zur Bekämpfung von Krankheiten (Gendefekten, Krebs usw.) voran getrieben werden.
...schließt das andere doch nicht aus. Im Gegenteil können aus vermeintlich "sinnloser", d.h. auf den ersten Blick nicht mit einem klaren technischen Ziel ausgestattete Forschung, wertvolle Erkenntnisse "zur Verminderung unserer Unzulänglichkeiten" (Sie haben Gendefekte, Krebs und andere Krankheiten genannt, es gibt noch viele andere) gewonnen werden.
Niemand hat sich zum Beispiel hingesetzt und gesagt "Jetzt erfinde ich mal die CRISPR-Technik". So funktioniert das nicht.

Zum Thema: Neandertaler im hier dargestellten Sinn "wiederzuerwecken" befriedigt m.E. eher eine Art Sensationsgier, als es tatsächlich wissenschaftlich relevante Fragen beantwortet; es ist, wie im ersten Beitrag schon formuliert, eine tendenziell sinnlose Aufgabe.

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quark2@mailinator.com 22.12.2017, 11:18
9.

Scheinbar wird das (und vieles andere) ohnehin passieren, die Frage ist nur, unter welchen Bedingungen. Die Menschheit steht vor großen Veränderungen, aber leider scheinen wir ethisch und organisatorisch nicht so schnell besser zu werden wie technisch. Ich hoffe, das Rennen geht auf.

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