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Neandertaler-Gene in Menschen einschleusen: Projekt Wiederauferstehung
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Längst ausgestorbene Arten wie das Mammut oder gar den Neandertaler zum Leben erwecken - das wird der Mensch vielleicht bald können. Aber dürfen Forscher Gott spielen, nur weil es möglich ist?

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ohne_mich 22.12.2017, 12:58
20. Ja, bitte!

Ich fände es toll, neben meinen Hühnern auch ein paar Dodos im Garten halten zu können. :)

Ethisch sähe ich hier kein Problem. Der Mensch hat sie ausgerottet, und wenn man diesen Fehler wieder rückgängig machen kann, warum sollte man es dann nicht tun?

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Jan2607 22.12.2017, 13:06
21. Mammut ja, Neandertaler nein

Ein Mammut klonen? Finde ich gut. Dann kann man zukünftig vielleicht auch jene Arten zurückholen, die der Mensch tagtäglich ausrottet.
Einen Neandertaler klonen? Das ist doch nichts anderes, als ein evolutionstechnisch weniger weit entwickelter Mensch. Was will man mit dem machen? Ihn in einen Käfig sperren, zur Schau stellen und ihn studieren? Ihn nach New York City mitnehmen um zu sehen, ob er sich anpassen kann? Solche Experimente gab es damals mit Einheimischen aus Afrika. Ich hoffe doch sehr, dass wir solche Zeiten hinter uns haben...

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Aixciter 22.12.2017, 13:06
22. Respekt

Alles hat seine Zeit und wenn sie vorbei ist, dann hat das einen Grund, der respektvoll zu behandeln ist.

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Max Dralle 22.12.2017, 13:08
23.

Zitat von neuss66
Sie implizieren mit der Frage ob Forscher Gott spielen dürfen, dass es einen Gott gibt und das dieser für die Schöpfung verantwortlich ist. Die Frage ist allerdings überhaupt nicht geklärt und die Annahme das es einen Gott, so wie ihn sich die Menschen vorstellen gibt, darf zudem eher angezweifelt werden.
Ich verstehe Ihren Einwand nicht. Man kann doch Dinge 'spielen', die es in Wirklichkeit gar nicht gibt. Insofern ist die Frage, ob Gott existiert, in diesem Satzzusammenhang vollkommen gleichgültig. Denn verstehen sollte man die Wendung eigentlich auch als Atheist oder Agnostiker.

Des Weiteren verstehe ich aber auch George Church nicht. Sind die Elefanten denn vom Aussterben bedroht, weil sie zu kälteempfindlich sind?

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karstenauswerder 22.12.2017, 13:12
24. Falsche Frage

Das Problem ist nicht ob wir so etwas „dürfen“, sondern dass wir Menschen dazu neigen, in Systemen rumzufummeln, ehe wir sie richtig verstanden haben. Vor dem angerichteten Mist stehen wir dann betrübt. Das Ganze nennt man „Lernen“.

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Gerhard S. 22.12.2017, 13:15
25. Die praktische Erfahrung zeigt:

Was geht wird auch gemacht.
Auf das Ergebnis bin ich jetzt schon gespannt.
Neandertaler im Bundestag.
Ich wette, die fühlen sich, einmal dort angekommen, neandertalwohl.

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drunem 22.12.2017, 13:27
26. heilige Scheiße aber auch...

Ich bin im Moment fast schon fassungslos, wenn ich hier die Kommentare einiger Foristen lese. Jeder, der das nicht für schlimm hält und meint, das sollte man machen, sollte sich die Frage stellen, wie er sich fühlen würde, wäre er dieser "gezüchtete" Neandertaler! Stellt euch die Freagen, wie ihr euch vorkommen würdet, wenn ihr a) völlig alleine in eurer Art, b) ein mehr oder weniger rein künstliches Produkt aus dem Reagenzglas wärt, c) das Bewußtsein reift, nur ein Experiment zu sein...Wenn ich mir das für mich vorstelle, gruselt mich das bis in die Eingeweide! Was kommt als nächstes? Alpha-, Beta-, Gammamenschen? Die schöne neue Welt? Menschenzucht nach Bedarf? Das ist doch krank...

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Listerholm 22.12.2017, 13:30
27.

Ich erinnere an Hans Jonas (1903-1993), der im "Prinzip Verantwortung" einen kategorischen Imperativ (in Anlehnung an Kant) formulierte: Handle stets so, dass du die Konsequenzen deines Tuns rückgängig machen kannst. Oder: Handle so, dass die Wirkungen deines Handelns verträglich sind mit der Permanenz echten menschlichen Lebens.
Was er und andere immer wieder anmahnten war eine "Technologiefolgenabschätzung". Die scheint mir bei dem "Projekt Neanderthaler" noch dürftig zu sein. Es hat ja einen "Sinn" (nicht teleologisch), dass diese Menschenart ausgestorben ist (selektiert wurde). In der Tat hat diese Forschung nichts mit "Gott spielen" zu tun, auch nicht mit "richtig" oder "falsch" (es gibt keine richtige oder falsche Forschung), sondern eher mit Kategorien des "Nützlichen" und "Guten". Wobei erstes sich beziehen sollte auf Erkenntnisfortschritt, der Leben erhält, fördert und auf den höchsten Stand bringt (Albert Schweitzer) und letztes das Wohl der "genmanipulierten Lebewesen" im Blick behält und danach fragt, ob solche Spezies überhaupt in unserem sich stetig wandelnden Ökosystem einen Platz haben können, an dem sie sich wohlfühlen und ihre artspezifischen Eigenschaften/Anlagen entfalten und entwickeln können. L.

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sucher533 22.12.2017, 13:37
28. Monokultur Mensch?

Wenn schon im Artikel auf die Artenvielfalt bei anderen Tieren (Vögel, Reptilien, ...) verwiesen wird, dann bitte auch auf die verwandten Primaten des Menschen hinweisen.

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zeichenkette 22.12.2017, 13:44
29. Man muss da wahrlich nicht mit Gott kommen

um da ethische Probleme zu sehen. Ein solcher Neandertaler wäre einsam wie nie ein Mensch zuvor, ein künstlich erschaffener Freak, schlimmer als ein Tier im Zoo. Gross geworden in einer Gesellschaft, die nichts davon weiß, wie seine Art einmal gelebt hat, überall fremd und immer allein. Das kann man aus ethischen Gründen ablehnen, ohne dafür an Gott glauben zu müssen.

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