Forum: Wissenschaft
Neue Klima-Protestbewegung "Extinction Rebellion": Rebella Ciao
DAN PELED/ EPA-EFE/ REX

Die "Extinction Rebellion" ist die rabiate Schwester von Fridays for Future: ein zweiter Arm der neuen globalen Klimabewegung. Wer sind sie, was wollen sie? Ein Besuch in der "Rebell*innenschmiede".

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Andreasjilg 19.08.2019, 14:13
70. Umweltschutz oder Systemveränderung?

Viele Foristen äußern es hier doch ganz offen. Für sie ist der Kapitalismus an allem schuld. Also muss er überwunden werden. So kommen XR, FFF u.ä. nie aus der linken Ecke raus. Bei bürgerlichen Menschen wie mir, ist damit die Diskussion schon beendet. Schade, hätte vielleicht sonst etwas werden können.

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Frank Meiner 19.08.2019, 14:13
71.

Zitat von Andraax
Darf ich die Logik Ihres Postings so zusammenfassen: Erstmal den Chinesen und Indern das Fleisch verbieten, bevor wir uns beim Fleischkonsum einschränken? Oder So: Soll der Chinese doch Fahrrad fahren, damit wir weiter mit dem Auto zum Bäcker um die Ecke fahren können?
Um Ihr Posting zu deuten: Wenn Sie in einem Boot sitzen mit einem riesen Leck in der Kabine nebenan und einem kleinen Leck in Ihrer Kabine - und Sie haben nur eine Planke zur Hand, dann stopfen Sie damit lieber erstmal das kleine Loch, weil das moralisch besser ist und Sie die Leute in der Nachbarkabine nicht stören wollen? Und gehen dann mit gutem Gewissen unter? Hört sich nicht so schlau an irgendwie...

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YoRequerrosATorres 19.08.2019, 14:19
72. Der totale Schwachsinn...

..so einen Quatsch mit Absolutheitsanspruch und fern jeder Realität findet man in einem Zitat: "Endlich macht mal wer was" ...Genau das ist es. Man macht was und dann MUSS das auch gut sein. Dabei wäre eine konsequent ökonomische Steueerung des CO² Ausstoßes über Zertifikate tausendmal sinnvoller.
An der brasilianischen Botschaft rote Farbe zu versprühen sieht man zwar, aber helfen tut das gar nichts.
Kinderkram ist das.

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Andraax 19.08.2019, 14:21
73.

Zitat von omop
Die Wissenschaft ist nicht unfehlbar, gerade wenn es um die Gruppe der Klimaforscher geht, die sich im Elfenbeinturm ihr eigenes Modell bastelt mit eigenen gewählten Annahmen/Parametern. Das ist für mich keine Naturwissenschaft, die darlegen/beweisen muss, warum/wie etwas reagiert. Da das Klima sehr komplex ist (bisher von keinem Modell abbildbar), gibt es m.E. auch keine wirklich belastbare Prognose. Die Wissenschaft soll Politik beraten, ist aber keine moralische Entscheidungsinstanz.
Sie irren sich, wenn Sie denken Naturwissenschaften würden zu unfehlbaren Beweisen kommen, Wissenschaftler sind sich der eigenen Fehlbarkeit sehr wohl bewußt. Daher gibt es gut ausgedachte Regeln nach denen Wissenschaft ausgeführt wird (rules of scientific conduct). Es ist sogar das Zeichen guter Wissenschaft, dass Erkenntnisse immer und immer wieder überprüft werden und gegebenenfalls revidiert werden. Das ist in der Klimaforschung genauso wie in allen anderen empirischen Wissenschaften. Dennoch sind die jeweils aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnisse, der beste Wissenstand den wir haben, und nach diesem muss sich unser Handeln richten - alles andere ist Religion.

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insel-banker 19.08.2019, 14:31
74. Nichts für gelangweilte Zuschauer

andre_36: „Da bin ich ja gespannt, wie dieses Ziel gewaltfrei erreicht werden soll.“
Globale Ziele können nur dann erreicht werden, wenn sich möglichst viele Menschen auf einen gemeinsamen Nenner und damit auf eine gemeinsame Richtung einigen können und dann auch losgehen. Mit all der Kommunikations-Technik der heutigen Zeit lässt sich ein Druckpotenzial aufbauen, wogegen der von Konzernmanagern immer noch äußerst gefürchtete „Brent-Spar-Effekt“ ein Sandkastenspiel war. Keine Macht der Welt kann auch nur für Wochen überleben, wenn kaum noch jemand von ihr etwas wissen will. Durch kluges Miteinander kann die Macht des Einzelnen zur Macht der Gemeinschaft bzw. zur Macht der Gesellschaft werden. Dafür allerdings braucht es Menschen, die weit mehr sind als nur ein Zuschauer.
In diesem Zusammenhang lohnt es sich, die folgenden Punkte zu beachten: Es ist keine Kunst, stets das Gegenteil zu behaupten, aber es ist ein unschätzbares Vermögen, Aussagen so zu verstehen, wie sie gemeint sind. Es ist keine Kunst, Sand im Getriebe zu sein, aber es ist ein unschätzbares Vermögen, wichtige Entwicklungen mit anzutreiben. Es ist keine Kunst, stets die Ausweglosigkeit zu propagieren, aber es ist ein unschätzbares Vermögen, selbst eine geringe Chance mit all seinen Mitteln zu ergreifen suchen.

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cyborgpiratelaserninja 19.08.2019, 14:35
75.

Zitat von archivdoktor
Aber so lange die 7 bevölkerungsreichsten Staaten der Welt (China, Indien, USA, Indonesien, Brasilien, Pakistan und Nigeria) mit rd. 4 Milliarden Menschen nicht mitmachen, sehe ich keine Chancen, dass sich was ändert. M.E. sollten die Aktivisten*innen dieser neuen Umweltbewegung die Menschen in den o.g. Ländern wachrütteln, damit diese etwas gegen die Erderwärmung tun. Wir Europäer alleine, können das Klima garantiert nicht retten! Und so lange die Menschen aus der sogenannten Dritten Welt unserem Lebensstil nacheifern (da denke ich nur an die Chinesen & Inder...), dann Gute Nacht Marie.....
Ich bin da auch eher pessimistisch. Ich glaube, dass es zu spät ist und wir als Menschheit nicht rechtzeitig reagieren und alle Kipppunkte mit Volldampf treffen.
Aber was ist die Konsequenz aus dieser Erkenntnis? Nix tun? Wohl eher nicht. Ich halte es da mit Elon Musk: Klimwandel hin oder eher, schon allein aufgrund der Endlichkeit können wir uns das Weiter-so nicht leisten.
Es ist schon in Ordnung wenn Aktivisten mit vergleichsweise extremen Positionen unangenehm und laut werden und dabei wachrütteln. Am Ende geht es um Politik und da geht es um Kompromisse. Eine komplett vegane Gesellschaft aus Farradpendlern, welche in Tiny Homes leben und niemals fliegen, wird es in absehbarer Zeit nicht geben.
Friday 4 Future, Ende Gelände, Greta und Konsorten sorgen immerhin dafür, dass das Thema Klimawandel und Ressourcennutzung auch im Alltag endlich mal diskutiert werden. Man schaue sich dazu nur mal an wie unsere Volksvertreter die Energiewende verka**en. Siehe z. Bsp. hier: https://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/windenergie-die-grosse-windkraftkrise-a-1279820.html Ich bin den nervigen Hippies schon dankbar wenn sie am Ende dafür sorgen, dass der Michel sich zweimal überlegt ob er bei den Verantwortlichen sein Kreuzchen macht. Außerdem hilft es schon, wenn die Gesellschaft in der Mehrheit einsieht, dass der Klimawandel kein Märchen ist sondern eine reale Bedrohung ist. Dann kann man sich immerhin vorbereiten und für die Zukunft planen, wenn er voll zuschlägt, weil wir ihn nicht aufhalten konnten. Dazu würde z. Bsp. schlicht und ergreifend die Sicherung der Versorgung mit Trinkwasser gehören.

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horstenporst 19.08.2019, 14:43
76.

Zitat von Ole_Bienkopp
Die "Fridays for Future" sind ein "Arm der globalen Umweltbewegung"? Also falscher könnte es nicht sein! Das hätten vielleicht manche gern, aber tatsächlich sind sie ein überwiegend DEUTSCHES Phänomen! Das zudem extrem medial aufgeblasen wird. Schon außerhalb Deutschlands kennt man die kaum und selbst in Greta Thunbergs Heimat Schweden ist noch keine "Bewegung" entstanden. Und im Rest der Welt erntet man wohl ein hilfloses Achselzucken, wenn man sie erwähnt.
Irrtum. Aus https://de.wikipedia.org/wiki/Fridays_for_Future:

"In Belgien nehmen Zehntausende Schüler jeden Donnerstag an Klimastreik-Demonstrationen teil. Am 24. Januar 2019 versammelten sich in Brüssel 35.000 Menschen."

" Nach 1918 nahmen in der Schweiz nur während des Schweizer Frauenstreiks am 14. Juni 1991 mehr Menschen an Demonstrationen teil als an den Klimastreik-Demonstrationen am 2. Februar 2019."

"Am 15. März 2019 gingen Schüler in mehr als 100 Städten Italiens auf die Straße, um für ihre Anliegen zu demonstrieren, darunter in Mailand mehr als 100.000."

"Am 15. Februar 2019 nahmen im Vereinigten Königreich in 60 Städten 15.000 überwiegend junge Menschen an der Aktion Youth Strike 4 Climate teil."

"Am 15. März 2019 waren Demonstrationen in 50 Städten angekündigt, darunter in Sydney, Melbourne und Canberra. In Sydney waren 30.000 Teilnehmende. Laut FFF nahmen am 15. März 2019 in Australien 152.550 Menschen an Klimastreik-Demonstrationen teil."

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heinrichzwahlen 19.08.2019, 14:47
77. Na schon gut..

aber ohne grundsätzliche Systemveränderung wird nichts gehen und in dem Sinne sind Demokratische Sozialisten dann schon viel realistische Vorkämpfer um die Extinction zu verhindern.

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Besserwissser 19.08.2019, 14:47
78. Nachdem ja bereits bei der Erdbevölkerung eine grosse

Zitat von Beat Adler
Erdbevoelkerung stabilisiert zwischen 8.1 und 8.2 Milliarden 2040-2045. Diese Zahlen basieren auf den Trendanalysen, schnell stark absinkende Geburtenrate, zunehmendes Durchschnitts-Alter der Frauen bei der Geburt des ersten Kindes, Bildung und Ausbildung der Maedchen und jungen Frauen (Grosser Dank dafuer an Malala Yousefzai) etc. etc. Sie beruecksichtigen NOCH NICHT den Zusammenbruch der Getreideernten auf der Nordhalbkugel, wegen den Aenderungen in der Arktis, dem Ueberschreiten des Schwellenwertes, Kippunktes der mangelnden Meereisbedeckung im Sommer, welche unseren Airconditioner der Nordhalbkugel, der seit ueber 300'000 Jahren uns, die modernen Menschen, versorgte, nun ausfallen laesst. Die Temperaturen der Arktis, in den verschiedenen Luftschichten, im Boden, im Eis, besonders auf der freien Meeresoberflaeche, stiegen schneller wie sonst wo auf Erden an. In der Folge aendert sich der Jetsream, der wiederum fuer die Grosswetterlagen der Nordhalbkugel verantwortlich ist, zu Extremwetter, Duerren, Hitze -und Kaeltewellen, Strakregenereignisse, Stuerme fuehrt und damit landwirtschaftliche Ernten vernichtet. Die Zahl der Menschen auf Erden, heute und in der Zukunft, ist ein winziges Problemchen im Vergleich zur Herausfoderung der Abbremsung der immer noch fortlaufenden Verstaerkung des Treibhauseffektes, der zur steigenen globalen Erwaermung fuehrt. mfG Beat
Abweichung bezüglich Ihres Scenareos hier

https://de.wikipedia.org/wiki/Weltbevölkerung

sichtbar ist, wird das wohl für die anderen Scenaren genau so gelten. Offenbar haben Sie für die Bevölkerungsentwicklung das denkbare Minmum, bei den anderen wohl die denkbaren Maxima ausgewählt. Nur ob das zielführend ist...?

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Ole_Bienkopp 19.08.2019, 14:54
79.

Zitat von acitapple
Dann heben Sie doch den Benzinpreis um 50 Cent an und beobachten dann die Zustimmung innerhalb der Bevölkerung. Bitte in allen Ländern. Ich hätte nichts gegen das Experiment. Oder wie wäre es wenn die Grünen in den nächsten Wahlkämpfen mal offen über die Kosten für den Klimaschutz sprechen und den Wählern vorhalten was sie für Sprit und Strom usw. zu zahlen haben, wenn die Klimaschützer an die Macht kommen.
Zumal die Reaktion der Bevölkerung ja nur die eine Seite ist. Die andere ist die offenkundige Wirkungslosigkeit solcher Maßnahmen!

Spritpreissteigerungen gab es in den letzten 30 Jahren ja eine Menge. Sogar sehr heftige, wie zB. noch unter Helmut Kohl zur Fuinanzierung des Wiedervereinigungs-Desasters um insgesamt satte 40 Pfennig je Liter - was bei der Preisentwicklung wohl heute 40 Cent entspräche. Auf den Benzinkonsum hat sich das aber ebensowenig ausgewirkt, wie die "Ökosteuer" unter Rot-Grün, die ja sogar explizit als Ziel die Reduzierung des Spritverbrauches angab.

Zur Euro-Einführung kostete ein Liter Super schon/noch 87 Cent - heute sind wir an schlechten Tagen fast beim Doppelten angelangt. Fahren die Leute deswegen weniger Auto? Nein! Werden sie bei weiteren Preissteigerungen weniger fahren? Dazu besteht keine Hoffnung, denn sie fahren ja nicht, weil Autofahren ein zu billiges Kirmesvergnügen wäre, sondern weil sie vielfach keine praktikable Alternative dazu haben!

Und das wissen die Protagonisten der CO2-Steuer auch! Behaupten aber stur, sie wäre die ultimative Lösung aller Probleme!

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