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Neue Verordnung: Das passiert jetzt mit Brandenburgs Problemwölfen
DPA

Seitdem wieder Wölfe in Deutschland leben, streiten vor allem Naturschützer und Viehhalter erbittert. Brandenburg erlässt jetzt als erstes Bundesland genaue Regeln.

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MisterD 22.12.2017, 09:44
1. Wo ist eigentlich das Problem?

Soll man dem Landwirt seine 3 Kälber eben ersetzen, dass kann zum Beispiel der NABU und die DUH übernehmen?
Es kann nicht sein, dass Wölfe auf der einen Seite wieder bei uns leben sollen, auf der anderen Seite aber keiner für den Schaden aufkommen will.

Wer den Wolf hier wieder heimisch haben will, muss auch dazusagen, wer die Folgeschäden übernimmt. Die Bauern können es nicht und nach 3 toten Kälbern in einem Jahr, steht so manch Bauer bereits vor dem finanziellen Aus.

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Sumerer 22.12.2017, 10:45
2.

Zitat von MisterD
Soll man dem Landwirt seine 3 Kälber eben ersetzen, dass kann zum Beispiel der NABU und die DUH übernehmen? Es kann nicht sein, dass Wölfe auf der einen Seite wieder bei uns leben sollen, auf der anderen Seite aber keiner für den Schaden aufkommen will. Wer den Wolf hier wieder heimisch haben will, muss auch dazusagen, wer die Folgeschäden übernimmt. Die Bauern können es nicht und nach 3 toten Kälbern in einem Jahr, steht so manch Bauer bereits vor dem finanziellen Aus.
Das Problem ist, dass einige ehrenwerte Mitglieder unserer Gesellschaft (Jäger, Schäfer, Landwirte, Forstwirte, etc.) sich zu Gunsten der Ausbreitung der (Wer-)Wölfe in Deutschland zurücknehmen müssen.

Das ist sehr viel verlangt, zumal der hundsgemeine (Wer-)Wolf im Revier des Jägers sein schreckliches Unwesen treibt und den ach so fürbaß geliebten Wild-Bestand gnadenlos dezimiert.

Kurzum: Der Waidmann bekommt weniger vor seine rauchend Donnerbüchse und tobt entsprechend. Des Bauern Kühe werden angefressen - zumindest in den Schwanz gebissen. Des Schäfers Schafe mit Haut und Haaren, im Ganzen, gerissen und verschluckt.

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geri&freki 22.12.2017, 10:46
3. Verursacher-Prinzip

Zitat von MisterD
Soll man dem Landwirt seine 3 Kälber eben ersetzen, dass kann zum Beispiel der NABU und die DUH übernehmen? Es kann nicht sein, dass Wölfe auf der einen Seite wieder bei uns leben sollen, auf der anderen Seite aber keiner für den Schaden aufkommen will. Wer den Wolf hier wieder heimisch haben will, muss auch dazusagen, wer die Folgeschäden übernimmt. Die Bauern können es nicht und nach 3 toten Kälbern in einem Jahr, steht so manch Bauer bereits vor dem finanziellen Aus.
Sehr gerne - wenn dafür die Landnutzer-Seite ihrerseits auch für die Umwelt- und sonstige Sachschäden aufkommt, die durch ihr Tun und Lassen verursacht werden. Denn diese werden seit vielen Jahrzehnten in aller Regel sozialisiert.
Sämtliche Gelder könnten in einen Fond eingezahlt und dann gegeneinander aufgerechnet werden.

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IngoLars 22.12.2017, 11:49
4. Schadenersatz ja...aber...

Zitat von MisterD
Soll man dem Landwirt seine 3 Kälber eben ersetzen, dass kann zum Beispiel der NABU und die DUH übernehmen? Es kann nicht sein, dass Wölfe auf der einen Seite wieder bei uns leben sollen, auf der anderen Seite aber keiner für den Schaden aufkommen will. Wer den Wolf hier wieder heimisch haben will, muss auch dazusagen, wer die Folgeschäden übernimmt. Die Bauern können es nicht und nach 3 toten Kälbern in einem Jahr, steht so manch Bauer bereits vor dem finanziellen Aus.
...Schadenersatz wird den Viehhaltern aber grundsätzlich geleistet. Ersetzt wird allerdings nur der unmittelbare Sachschaden, den der Wolf verursacht. Auf Immateriellen Schäden wie z.B. einem zunichte gemachter Zuchterfolg bleibt der Landwirt sitzen.

Ich begrüße diese Verordnung ausdrücklich. Ein Schritt in die richtige Richtung, wenngleich man abwarten muss wie die Regelung tatsächlich umgesetzt wird. Wir sind hier in unserer Kulturlandschaft mehr als 100 Jahre ohne den Wolf ausgekommen. Das kann m.E. auch gut so bleiben. Der Wolf ist keine bedrohte Tierart und benötigt daher auch kein Asyl im deutschen Wald.

Im Übrigen wird die ganze Wolfs-Diskussion eine andere sein, wenn der erste Jogger oder gar ein Kind Bekanntschaft mit Meister Isegrim gemacht hat und von einem Wolf verletzt oder gar getötet worden ist. Ein denkbares Szenario, wenn man den Wolf wie ein Schoßtier behandelt und nicht dafür sorgt, dass die Scheu vor dem Menschen z.B. durch Bejagung erhalten bleibt. Ich jedenfalls habe selbst als Jäger gesunden Respekt vor diesem Raubtier und das obwohl ich eine Waffe trage wenn ich durch den Wald laufe.

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ssc58 22.12.2017, 12:04
5. überzogener Tierschutz

Diese Traumtänzer von NaBu oder BUND wollen hier unbedingt die Zeit 200 Jahre zurückdrehen. Nur hat sich hier soviel verändert, dass es kein problemloses Zusammenleben zwischen Mensch und Raubtieren mehr geben kann. Dazu fehlen einfach die dafür benötigten großen unberührten Wälder und Freiflächen. Und dort, wo der Wolf verstärkt auf Zivilisation trifft, wird er auch sein Verhalten ändern. Warum sollte er mühsam im Wald hinter Wild herrennen, wenn auf der angrenzenden Wiese sein Mittagessen in Form von Ziege oder Schaf rumsteht und mit viel weniger Aufwand gerissen werden kann? Und damit wird er auch die natürliche Scheu vor Menschen zunehmend verlieren. Die Tiere sind ja nicht dumm und werden sich schnell auf die neue Bedingungen einstellen. Der eigentlich scheue Bär räumt in Vorstädten in Amerika und Osteuropa ja auch schon Müllcontainer aus (siehe div. Video-Clips auf Youtube), obwohl das laut den naiven Vorstellungen der Tierschützer eigentlich gar nicht vorkommen dürfte.

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the_tetrarch 22.12.2017, 12:05
6.

Wäre niemand auf die Schnapsidee gekommen, im dicht besiedelten Deutschland wieder große Raubtiere anzusiedeln - hätte man den Wölfen also die Gnade der Nichtexistenz gegönnt, müssten sie jetzt nicht erschossen werden.

Jeder mit einem Funken Verstand in der Birne hat genau das vorausgesagt. Jetzt müssen Tiere darunter leiden, dass Ideologen im warmen Büro sich realitätsfremden Unsinn ausdenken.

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cpt.z 22.12.2017, 12:14
7. Schäden werden bereits ersetzt

Ich weiß nicht, wo das Problem ist. Schäden an Nutztieren, die durch den Wolf als geschütztes Tier verursacht worden sind, werden selbstverständlich vom Land erstattet. In einigen Bundesländern (wie Brandenburg) bekommt der Landwirt sogar Fördermittel für die geforderten Zäune. Alles in allem kann ich also nicht nachvollziehen, warum man sich als Landwirt überhaupt beschwert.

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benmartin70 22.12.2017, 13:05
8.

Zitat von IngoLars
Im Übrigen wird die ganze Wolfs-Diskussion eine andere sein, wenn der erste Jogger oder gar ein Kind Bekanntschaft mit Meister Isegrim gemacht hat und von einem Wolf verletzt oder gar getötet worden ist. Ein denkbares Szenario, wenn man den Wolf wie ein Schoßtier behandelt und nicht dafür sorgt, dass die Scheu vor dem Menschen z.B. durch Bejagung erhalten bleibt. Ich jedenfalls habe selbst als Jäger gesunden Respekt vor diesem Raubtier und das obwohl ich eine Waffe trage wenn ich durch den Wald laufe.
Es werden täglich(!) Jogger, Kinder und andere Mitbürger im Strassenverkehr verletzt, schwer verletzt oder getötet. Sorry soviel Schaden kann kein Wolf anrichten.
Da jammert komischerweise keiner rum. Und ja auch im Straßenverkehr könnte öfter eine Waffe hilfreich sein.

Ich finde es eher beunruhigend dass Menschen mit Knarren im Wald rumrennen, Und nein ich traue Jägern nicht.

Und noch nebenbei, ich halte das Risiko durch einen Hund meiner lieben Mitbürger verletzt zu werden für erheblich höher.
Und das heisst es dann auch dass man damit leben muss.

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ssc58 22.12.2017, 13:07
9.

Zitat von cpt.z
Ich weiß nicht, wo das Problem ist. Schäden an Nutztieren, die durch den Wolf als geschütztes Tier verursacht worden sind, werden selbstverständlich vom Land erstattet. In einigen Bundesländern (wie Brandenburg) bekommt der Landwirt sogar Fördermittel für die geforderten Zäune. Alles in allem kann ich also nicht nachvollziehen, warum man sich als Landwirt überhaupt beschwert.
Fördermittel heißt ja nicht, dass das Land alle Kosten übernimmt. Fördermittel sind i.d.R. nur ein Zuschuss im unteren Prozentbereich. Für einen Teil bekommt der Landwirt evtl. noch verbilligte Kredite. Den Großteil muss er aber aus eigener Tasche zahlen. Und ob die Ausgleichszahlungen für getötetes Vieh wirklich den tatsächlichen Schaden abdeckt, wage ich zu bezweifeln.

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