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Neues Transplantationsgesetz : Organspender werden abgeschreckt
dapd

Tausende Deutsche sterben jedes Jahr, weil sie zu lang auf ein Ersatzorgan warten müssen. Das neue Organspende-Gesetz soll die Zahl der Spender jetzt endlich erhöhen - doch das wird nicht funktionieren. Entscheidende Fragen zum Datenschutz bleiben ungeklärt, mangelnde Transparenz schürt Misstrauen.

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Inuk 25.05.2012, 12:40
10. Organspender

Zitat von sysop
Tausende Deutsche sterben jedes Jahr, weil sie zu lang auf ein Ersatzorgan warten müssen. Das neue Organspende-Gesetz soll die Zahl der Spender jetzt endlich erhöhen - doch das wird nicht funktionieren. Entscheidende Fragen zum Datenschutz bleiben ungeklärt, mangelnde Transparenz schürt Misstrauen.
Wie wäre es denn mit einer Gesetzesvorlage, woraus hervorgeht, dass Arme zur Besserstellung ihrer finanziellen Situation, ihre Organe anbieten dürfen. So schaffen sich Reiche ein lebendes Organ-Ersatzteillager. Die Kliniken machen Umsätze, dass der Laden brummt und alles ändert sich zum Besseren.
Sollte der Arme bei der Entnahme versterben, erhält er ein unentgeltliches Begräbnis, das von der privaten Krankenkasse des Organempfängers übernommen wird. Somit wird auch die Familie des Verstorbenen profitieren.

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Schäfer 25.05.2012, 12:43
11. von Spammern lernen heisst siegen lernen

"Die richtige Richtung haben die Abgeordneten zwar eingeschlagen: Die Krankenkassen werden ihren Versicherten nun regelmäßig die Möglichkeit geben, ihren Willen zur Organspende zu dokumentieren. Ob die regelmäßige Post aber der stete Tropfen sein wird, der den Stein höhlt, ist mehr als fraglich."

Eine ausserordentlich ungeschickte Entscheidung, die neben den anderen Problemen auch allein ausreicht, eine Organspende zu verweigern.

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3,1415 25.05.2012, 12:45
12. Kopfschüttlen

Genauso wie dieses neue Gesetz. 3 von 4 Menschen würden Organe spenden? Dann drückt den Menschen doch einfach einen Organspendeausweis in die Hand. Bei der Führerscheinausgabe, bei der Personalausweisausgabe, legt die Dinger aus auf der Rezeption von jeder Arztpraxis.

Ich bin bereit Organe zu spenden, würde aber höchstwahrscheinlich bis heute keinen Spenderausweis besitzen, hätte nicht eine Religionslehrerin welche in die Schule mitgebracht.

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docmed 25.05.2012, 12:47
13. Schade!

Wieder einmal ein Beispiel, wie man die Macht der Presse nicht im Sinne möglicher betroffener Organempfänger mutmachend informiert sondern Ängste und Misstrauen schafft und vermehrt. Schade drum!
Dass die Politik nicht in der Lage ist (nicht sein kann?!) komplexe ethische Probleme zu erklären bzw. zu lösen, hat schon die Änderung zum Betreuungsgesetz betr. Vorsorgevollmacht und Patientenverfügung gezeigt: Sterben und Tod sind eben keine Themen, mit denen in Zeiten grenzenlos eingeforderter "Selbstbestimmung" des Einzelnen Staat zu machen ist. Sterben tun immer nur die Anderen...

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ossian 25.05.2012, 12:48
14. Ausweiden

Komisch. Warum beschleicht mich das unangenehme Gefühl das unsere Medizienerschaft in Zukunft bei Unfallopfern ohne jeglichen Spendeausweis einfach mal annimmt die Zustimmung zur Organentnahme sei erteilt.

Und warum soll der Chirurg an der Uniklinik schlecht gehandelt haben. Wer schon einmal einen ganzen Tag auf eine OP mit Stützstrümpfen und Ängsten gewartet hat, weil wieder andere vorgezogen werden (oder ein OP Saal ausfällt), kann das warscheinlich gut verstehen. Vor allem da in Räumen in denen ein Toter liegt im Medizinischen Bereich besonders gründlich desinfiziert werden muss, was diesen OP Saal durchaus für einen Tag unbenutzbar macht.

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Hans58 25.05.2012, 12:48
15.

Es werden sicherlich nicht Organspender von dem Gesetz abgeschreckt, sondern solche, die es bis heute noch nicht sind.

Mich lässt das noch nicht in Kraft getretene Gesetz kalt, meinen Ausweis führe ich ständig mit mir.

Was nach meinem Tod mit mir passiert, interessiert mich dann herzlich wenig (solange man mir nicht jetzt die Organe im Vorgriff auf meinen Tod entnimmt.....)

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gorkamorka 25.05.2012, 12:49
16.

Zitat von sysop
Tausende Deutsche sterben jedes Jahr, weil sie zu lang auf ein Ersatzorgan warten müssen. Das neue Organspende-Gesetz soll die Zahl der Spender jetzt endlich erhöhen - doch das wird nicht funktionieren. Entscheidende Fragen zum Datenschutz bleiben ungeklärt, mangelnde Transparenz schürt Misstrauen.
Was bei der Deutsche Stiftung Organtransplantation (DSO) so abgeht, geht auf keine Kuhhaut mehr.
In einem Rechtsstaat wäre der Verein schon längst mit GSG9 Einsatz aufgelöst und die Verantwortlichen in Haft gesteckt worden.

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rulamann 25.05.2012, 12:49
17.

40.000€ pro Organ an Verwandte 1.,2. und 3. Grades und 90% haben einen Spenderausweis; die Pharmamafia und das Gesundheitswesen verballern eh soviel Kohle wie sie durch korrupte Gesetze bekommen.
Ich entscheide mich nicht zu entscheiden, vllt. sollte man sich vorne und hinten tätowieren lassen "Finger weg!".

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syd_ 25.05.2012, 12:49
18. Eigentlich ganz einfach

Wer vor seinem "Organbedarf" kein Spender war wird ganz hinten auf die Liste gesetzt, wer es war der ganz vorne.
Mal sehen wie schnell alle Spender werden.

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earl grey 25.05.2012, 12:50
19. Gibt es schon

Zitat von Vittorio Ferretti
Bei dem immensen wirtschaftlichen Druck drohen folgende Verbrechen stimuliert zu werden: Entnahme des Organs vom noch Lebenden Spender (vor allem in armen Ländern);
Gibt es schon. Viele Inder z.B. verkaufen eine Niere um sich damit ihren Lebensunterhalt zu finanzieren

Zitat von
Entführung und Tötung unfreiwilliger Spenderzwecks Entnahme von Organen;
dieses Thema wurde das erste Mal in einem Film von Rainer Erler ("Fleisch") behandelt; inzwischen von der Realität eingeholt...

Dazu kommt noch eine flexible Rechtssprechung in einigen Ländern, die dann von zum Tode Verurteilten die Organe verkaufen... da wird dann je nach Bedarf die Todesstrafe schon mal für recht kleine Delikte verhängt, wenn der Täter jung und gesund ist...

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