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Neuseeland: Pilz bedroht dickste Papageien der Welt
Nature Picture Library/ imago images

Kakapos werden etwa vier Kilo schwer, können nicht fliegen und sind vom Aussterben bedroht. Nun droht eine Pilzerkrankung den seltenen Papageien endgültig den Garaus zu machen.

gehdoch 17.06.2019, 12:19
1. "Die letzten Ihrer Art"

Das Buch "Die letzten Ihrer Art" von Douglas Adams (Ja, genau der mit "Anhalter durch die Galaxis") hat in den späten 80ern dieses wunderbare Buch herausgebracht. Ich kann es nur jedem empfehlen. Er hatte damals zusammen mit einem Zoologen alle möglichen seltenen Tiere besucht und auf seine einmalige Art darüber berichtet. Unter Anderem auch über die Kakapos. Die Vermehrung ist aus sehr lustigen Gründen eher schwierig, unter Anderem deswegen, weil die Männchen einen so tiefen Brunftschrei ausstoßen, dass die Weibchen den Schrei zwar alle hören, den Verursacher aber nicht finden (Prinzip Subwoofer)
Das Buch ist toll. Traurig, dramatisch, entlarvend, tragisch und eben auch immer wieder saukomisch.... wirklich, es lohnt sich!

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permissiveactionlink 17.06.2019, 13:48
2. Dickste Papageien

der Welt ? Pummlig, jaaaa, mollig, okay, aber bitte nicht dick ! An den Tieren (Strigops habroptila) ist kein Gramm Fett zuviel, was sie in den kühleren Monaten des Jahres nicht dringend zum Überleben brauchen, wenn ihre Nahrungspflanzen gerade nicht üppig viel hergeben. Der evolutive Umstieg auf reines Bodenleben (mit aktivem Klettern in Bäumen und Sträuchern), verbunden mit Flugunfähigkeit, führt eben zu einer etwas untersetzteren Körperform, Hobbits der Vogelwelt. In die Extinktion wird die Art allerdings durch die himmelschreiende Dummheit des Homo sapiens getrieben (nicht durch Aspergillus fumigatus, der bei uns auch Storchennachwuchs befällt, und schon immer auf Neuseeland heimisch war), der in seiner extremen Kurzsichtigkeit und seinem Mangel an Einsicht in komplexe Ökosysteme nach Inbesitznahme von Aotearoa als erstes ganze Horden von plazentalen Predatoren einführte, darunter Katzen, Marder, Hunde und Füchse. Die ursprünglich von den Maori mitgebrachten Schweine und Ratten verschmähen Vogeleier natürlich auch nicht. So nahm das traurige Schicksal der neuseeländischen Vogelwelt ihren Lauf. Auf Hawaii waren es übrigens nicht Raubtiere, welche die heimische Vogelwelt dezimierten, sondern aus Südamerika in Trinkwasserfässern der Schiffe eingeführte Stechmücken (Culex pipiens fatigans, der Übeltäter ist bekannt, die HMS Wellington). Zahlreiche von Zugvögeln mitgebrachte Krankheitserreger, besonders der Malariaerreger Plasmodium, hatten nun einen geeigneten Vektor, um die hawaianische Vogelwelt zu befallen. Die Gesänge des mamo, des ula-ai-hawane, des Laysan-Kleidervogels, des Goldkopf- und Orangebrust-Koagimpels, des Konagimpels, des Grünrücken-Kleidervogels, des nukupuu, des amaui, der kioea, der oo und verschiedener anderer Vögel Hawaiis werden wir deshalb niemals mehr hören. Das gleiche gilt für zahlreiche Vogelarten der Insel Guam, auf die eine Schlange, die braune Nachtbaumnatter, unabsichtlich vom amerikanischen Militär eingeführt wurde, und die seitdem in der Vogelwelt dort wütet. Sapiens ? Eher nicht. Wir sind blöd, und wir bleiben blöd.

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