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Nitrat im Grundwasser: Neue Dünge-Regeln soll EU-Strafen abwenden
Wolfgang Weihs /dpa

Die EU, Umweltschützer und Wasserversorger fordern weniger Dünger auf deutschen Feldern, damit weniger Nitrat ins Grundwasser gelangt. Ein neuer Vorschlag aus Berlin soll teure Strafzahlungen verhindern.

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Knacker54 21.08.2019, 18:51
1. Einfache Maßnahmen

1. Gülleimporte verbieten (Ja ich weiß: Gülle ist ein "Wirtschafstgut", ein "Wertstoff", wir könnten Gülle aber auch als "Abfall" definieren und für dessen "Ablagerung" ein paar enge Ausnahmeregelungen erlassen.)
2. Betriebe mit 1ha LNF können 1GVE halten, Betriebe mit 100ha LNF nicht mehr als 100GVE - ist das so schwierig?
Scheint mir ein ähnlich kompliziertes Problem zu sein wie ein allgemeines Tempolimit...
Davon ab: Die Beaufschlagung der Böden mit zu viel von allem ist passiert! Das Zeug, das jetzt in den oberen Bodenschichten ist, kommt noch ca. 10 Jahre lang in zu großen Mengen in unser Grundwasser, selbst wenn wir ab sofort nichts mehr düngen würden. Wie heißt es so schön? Landwirtschaft dient allen!

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max-mustermann 21.08.2019, 19:03
2.

Mich wundert es das es noch immer kein Importverbot für Gülle gibt aber wenn mann sich diese windelweichen da nicht zu kontrolierende Dokumentationspflicht für Landwirte ansieht weiß mann welche Lobby sich hier wieder durchgesetzt hat.

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noalk 21.08.2019, 19:29
3. transparentes Monitoring-System

Gibt's doch schon. Messung der Nitratkonzentration im Grundwasser - wird von jedem Wasserwerk routinemäßig durchgeführt.

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pwain 21.08.2019, 19:32
4. Sondermüll

Ich habe nicht den Eindruck, als ginge es beim Güllen von Wiesen und Äckern immer um Düngen. Das sieht mir oft genug nach legaler Sondermüllentsorgung auf Kosten der Allgemeinheit aus. Auch eine Folge der Massentierhaltung.

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interessierter10 21.08.2019, 19:54
5. Oh ja, dokumentieren und dann zu den Akten legen. Am besten auch noch

freiwillig. Ob es so gemacht worden ist, wie dokumentiert, ist schließlich nicht so wichtig. Hauptsache keine Strafzahlungen. Ob die Umwelt tatsächlich mehr geschont wird, ist dabei total egal. Hauptsache die ungeprüfte Dokumentation hängt ordentlich im Regal. Und warum, bitte, sollte ein Landwirt tatsächlich etwas tun, was ihm weniger Profit bringt, wenn es nicht streng kontrollierbar ist und kontrolliert wird? Wie naiv oder berechnend dürfen Ministerinnen denn sein?

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interessierter10 21.08.2019, 19:58
6. Ihre unter 2. genannte Regelung gab es in der Vergangenheit,

Zitat von Knacker54
1. Gülleimporte verbieten (Ja ich weiß: Gülle ist ein "Wirtschafstgut", ein "Wertstoff", wir könnten Gülle aber auch als "Abfall" definieren und für dessen "Ablagerung" ein paar enge Ausnahmeregelungen erlassen.) 2. Betriebe mit 1ha LNF können 1GVE halten, Betriebe mit 100ha LNF nicht mehr als 100GVE - ist das so schwierig? Scheint mir ein ähnlich kompliziertes Problem zu sein wie ein allgemeines Tempolimit... Davon ab: Die Beaufschlagung der Böden mit zu viel von allem ist passiert! Das Zeug, das jetzt in den oberen Bodenschichten ist, kommt noch ca. 10 Jahre lang in zu großen Mengen in unser Grundwasser, selbst wenn wir ab sofort nichts mehr düngen würden. Wie heißt es so schön? Landwirtschaft dient allen!
bis ein christlich und sozialer Landwirtschaftsminister mit Namen Seehofer 1993 diese zuungunsten der deutschen Bevölkerung und zum Vorteil von einigen Großbauern kippte.

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Vernunftimkopf 21.08.2019, 20:35
7. Und ich weiss, wovon ich rede

Als studierter und Landwirt mit jahrzehntelager Tätigkeit in der Forschung zu Umweltbelangen der Landwirtschaft, und insbesondere der Nitratbelastung unter Ackerböden, könnte ich nur noch schreien, wenn ich von allen diesen wissensfreien grünen und sonstigen Dilletanten diese rein emotionale "Agrarwende"- Polemik höre. Reiner oberflächlicher Aktionismus ohne sachliche Ansätze zur Klärung der biologischen und bodenchemischen Ursachen und zur Lösung von Problemen, wie z.B. Nitrat. Derzeit nur eines der gesellschaftlichen Felder wo hochkochende Emotionen alle Vernuft niederwalzen. Denk ich an Deutschland inder Nacht.... Heine läßt grüßen!

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Simmentaler 21.08.2019, 21:41
8. #Beiträge 1-6

@Max Mustermann, Knacker54, pwein, interessierter10....
Entgegen Ihren Behauptungen und evtl. Glauben gibt es klare Regelungen. Zwar ist die Flächenbindung bei der Tierhaltung aufgehoben, die Menge des anwendbaren Düngers pro Fläche wurde jedoch nicht verändert. Musste früher der Landwirt Fläche zupachten, wenn er mehr Tiere halten wollte, muss er heute lediglich einen Abnehmer für die Gülle haben - kostet ca. 10 Euro/m3 (Transportkosten, aus Holland weit mehr). In NL, B und DK ist die Tierdichte weit höher als in D und das Grundwasser in dem Zustand, der uns nur angedichtet wird - über die Verzerrung aufgrund des nicht repräsentativen Belastungsmessnetzes sowie der Ausweisung eines kompletten Grundwasserkörpers als belastet ab der ersten Messstelle über dem Grenzwert wurde hier schon mehrfach geschrieben.
In der Diskussion völlig unterschlagen wird, dass z.B. auch Wein- und Gemüseanbau für erhebliche Nitratbelastungen sorgen. Ebenso undichte Abwasserleitungen. Oder Laubansammlungen in Wassergräben neben einer Messstelle, Wildvogelansammlungen etc.
Übrigens hat die Behauptung, dass Landwirte nicht kontrolliert würden, schon comedyreife Züge. Landwirte hängen auch von den EU-Prämien ab, und da wird extrem pingelig kontrolliert.

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Toni GFK 21.08.2019, 21:42
9. Ihr Vorschlag?

Zitat von Vernunftimkopf
Als studierter und Landwirt mit jahrzehntelager Tätigkeit in der Forschung zu Umweltbelangen der Landwirtschaft, und insbesondere der Nitratbelastung unter Ackerböden, könnte ich nur noch schreien, wenn ich von allen diesen wissensfreien grünen und sonstigen Dilletanten diese rein emotionale "Agrarwende"- Polemik höre. Reiner oberflächlicher Aktionismus ohne sachliche Ansätze zur Klärung der biologischen und bodenchemischen Ursachen und zur Lösung von Problemen, wie z.B. Nitrat. Derzeit nur eines der gesellschaftlichen Felder wo hochkochende Emotionen alle Vernuft niederwalzen. Denk ich an Deutschland inder Nacht.... Heine läßt grüßen!
Und was schlägt der Poesie-liebende studierte Landwirt zur Lösung des Problems vor? Vermutlich eine freiwillige Selbstbeschränkung der Gülleausbringung durch die Landwirte.

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